WordPress: Themes und Plugins übersetzen!

Die meisten WordPress-Themes sind für den englischen Markt konzipiert und der deutsche Raum guckt oftmals in die Röhre.

Das ist für Blogger ärgerlich, denn jedes Detail muss mühevoll im Code gesucht werden und ist manchmal gar nicht auffindbar. Ausländisch schön und gut, aber doch bitte nicht im eigenen Blog.

Allerdings kommen viele Themes und Plugins mit einer Sprachdatei daher (.po, .mo), die wir einfach übersetzen und flexibel gestalten können. Das erspart uns jede Menge Zeit und Pfuscherei im Code.

In diesem Artikel übersetze ich ein WordPress-Theme und nutze dafür das Programm PoEdit. Auf geht’s.

Warum ein WordPress-Themes übersetzen?

Themes und Plugins übersetzenManchmal ist es notwendig, einzelne Fragmente eines Themes zu übersetzen.

Teils passen irgendwelche Wörter nicht, manchmal sind alle Elemente vollkommener Humbug oder wir sind mit einem Wortlaut nicht zufrieden.

Nutzen wir beispielsweise ein englisches Theme, kommt es eben vor, dass die Kommentare als Comments und Artikel als Article bezeichnet werden. Klar, oder?

Oftmals kann man bei minimalen Anpassungen einfach schnell in den Code schauen, die entsprechende Stelle finden und das Ganze händisch anpassen. Das mache ich auch und ist meistens auch gar kein Problem.

Allerdings verhält es sich anders, wenn wir ein Theme oder Plugin großflächig übersetzen wollen oder auch müssen.

Den Troll bekämpfen!Gerade wenn die ganzen Elemente über den Code verstreut sind, macht es einfach keinen Spaß mehr und natürlich ist unsere ganze Arbeit für die Katz, wenn ein Theme-Update um die Ecke kommt und unsere Änderungen einfach überschreibt. Tja…, das ist blöd.

Weiterhin gibt es mitunter Plugins, die wir gern in unserer Sprache nutzen möchten und unzählige andere Details, die vielleicht auch nur im Dashboard eine Rolle spielen.

Beispielsweise habe ich letztens ein Plugin übersetzt, um die Optionen auf deutsch zu haben. Mit Sicherheit war das unnötig, aber es ist einfach komfortabler und gerade bei umfangreichen Plugins oftmals übersichtlicher. Jedenfalls für mich.

Ein WordPress-Theme übersetzen – PoEdit!

Für diesen Artikel möchte ich das Premium-Theme Score übersetzen, da es bis dato nur in englischer Sprache zur Verfügung steht. Dafür nutze ich das Programm PoEdit.

Da ich dieses Theme eh auf einem anderen Projekt nutze und die Übersetzung schon lange vor mir herschiebe, dachte ich, dass ich das in einem Atemzug erledigen könnte.

Also schlage ich zwei Fliegen mit einer Klappe und habe am Ende hoffentlich ein übersetztes Theme, das ich selbst benutzen kann und ein schönes Beispiel für diesen Artikel.

Wenn jemand an der Übersetzung im Nachhinein interessiert ist, da er auch Score nutzt, kann er sich natürlich gern bei mir melden :-)

Das WordPress-Theme Score wird übersetzt

1. PoEdit herunterladen

Bevor wir auch nur irgendwas übersetzen oder verändern, müssen wir das Programm PoEdit herunterladen.

Mit diesem können wir .po und .mo Dateien öffnen und editieren. In diesen liegen die Sprachkürzel für unser WordPress-Theme oder eben Plugin vor.

Hinweis: Natürlich gibt es noch andere Programme und Plugins, die eine Übersetzung ermöglichen. Ich nutze allerdings PoEdit und bin damit rundum zufrieden und nutze es seit lange Zeit.

Nach der erfolgreichen Installation müssen wir noch die .po-Datei des zu übersetzenden Plugins oder Themes ausfindig machen und können uns im Anschluss direkt ans Übersetzen wagen.

2. .po-Datei finden und öffnen

Üblicherweise liegt diese Datei im Ordner languages, wobei die genaue Position natürlich vom jeweiligen Projekt abhängt.

Die meistens Plugins haben einen solchen Ordner, aber eben auch nahezu jedes Premium-Theme weist diesen auf. Dafür loggen wir uns via FTP auf unserem Server ein und suchen das entsprechende Verzeichnis.

In meinem Beispiel liegt dieses bei wp-content/themes/score/languages und beinhaltet die gesuchten Dateien. Es liegen zwar zwei Dateien vor, doch diese sind für den englischsprachigen Raum konzipiert. Sie heißen en_EN.po und en_EN.mo

Diese Dateien laden wir herunter und öffnen sie in der Folge mit PoEdit. Ganz einfach und es sollten dabei keinerlei Komplikationen auftreten. Simpel, gell?

3. .po-Datei editieren

Benutzeroberfläche von PoEdit

Prinzipiell erklärt sich die Benutzeroberfläche von selbst und PoEdit lässt sich wirklich sehr einfach und intuitiv handhaben. Die einzelnen Felder bedeuten das Folgende:

  1. Hier werden alle Kürzel gelistet, der wir prinzipiell verändern können, außerdem wird unsere bisherige Übersetzung angezeigt.
  2. Die ursprüngliche Bezeichnung, die vor der Übersetzung ausgegeben wird.
  3. Hier können wir unsere Übersetzung für die gewünschte Phrase einbetten.

4. Die .po-Datei übersetzen

Hier haben wir nun alle Freiheiten dieser Welt. Mitunter macht natürlich eine Übersetzung im Wortlaut keinen Sinn. Allerdings können wir recht flexibel unsere Wünsche einbetten, wobei der jeweilige Gesamtfortschritt in der unteren Leiste angezeigt wird (siehe Screenshot).

Ich würde lediglich zu bedenken geben, dass wir die ungefähre Wortlänge beibehalten. Mitunter werden Phrasen in einer Box oder einem festgelegten Fenster genutzt und es würde zu unschönen Verschiebungen kommen (Suchfeld, Buttons etc.).

Haben wir eine gültige Übersetzung eingegeben, wird dies durch ein Sternchen gekennzeichnet und am Ende der jeweiligen Datei aufgeführt. Beispielsweise so:

Fortschritte bei der Theme-Übersetzung

5. Die .po-Datei mit einem gültigen Ländercode speichern

Im Beispiel editiere ich die en_EN.po, also die Datei, die für den englischen Sprachraum gültig ist. Da ich diese ins Deutsche übertragen habe, müssen wir den Dateinamen logischerweise anpassen.

Dafür speichern wir die Datei einfach unter Nennung des jeweiligen Länderkürzels, in meinem Fall wäre das also de_DE.po und laden sie via FTP wieder hoch. Natürlich ebenfalls in den Ordner languages.

Warum das so ist und wie wir WordPress sagen, dass es fortan diese Datei nutzen soll, erkläre ich Dir im nächsten Schritt. Die erforderliche .mo-Datei wird übrigens beim Speichern sofort miterstellt.

6. WordPress mitteilen, welche Datei genutzt werden soll

Um WordPress mitzuteilen, welche Sprachdatei wir in der Folge bevorzugen, öffnen wir unsere wp-config.php und ändern das jeweilige Länderkürzel. Diese liegt üblicherweise im Hauptverzeichnis unseres Servers.

Wenn Du WordPress mit der deutschen Installation installiert hast, sollte dies schon der Fall sein und es muss keine Änderung vorgenommen werden.

Wenn nicht, suchst Du den Eintrag define(‚WPLANG‘, ‚de_DE‘); und ergänzt das jeweilige Länderkürzel und Deine Übersetzung sollte an dieser Stelle komplett sein. Fortan wird die de_DE.po-Datei genutzt und alle Übersetzungen, die Du vorgenommen hast, erfahren ihre Gültigkeit.

Die Übersetzung ist fertig

Auf dem Screenshot sieht man recht gut, was der Eingriff bewirkt hat. Vergleicht man diesen mit dem vorherigen, kann man sehen, dass alle Punkte ordnungsgenäß übernommen wurden

Glückwunsch – Wir haben das WordPress-Theme erfolgreich übersetzt!

Themes und Plugins übersetzen – Fazit

Eigentlich ist der Aufwand verschwindend gering und ist schnell erledigt. Die meistens Plugins und Themes lassen sich recht fix und vor allem mühelos anpassen und bis dato hatte ich auch mit PoEdit keinerlei Probleme.

Themes und Plugins übersetzenWenn wir einen guten Tag haben, können wir uns auch gleich beim Entwickler melden und ihm unsere Übersetzung zukommen lassen.

Dann haben alle Nutzer des Themes von unserer Arbeit etwas! Mitunter gibt das einen dankbaren Backlink 😉

Allerdings kommt es vor, gerade bei kostenlosen WordPress-Themes, dass keine Sprachdatei für das jeweilige Theme vorliegt.

Das ist natürlich ärgerlich und wir müssen doch selbst Hand anlegen und die jeweiligen Stellen im Code ausfindig, die wir dann stückweise übersetzen.


Nächste Woche möchte ich allerdings zeigen, was wir tun können, wenn ein Plugin oder Theme keine Sprachdatei ausweist. Denn das ist natürlich nicht immer der Fall.

Ich möchte erklären, wie wir ein Plugin oder eben Theme dafür vorbereiten, was es zu beachten gibt und wir wir unsere eigene Sprachdatei (.mo, .po) einrichten und nach unseren Vorstellungen gestalten.

Dann kann es uns auch vollkommen piepe sein, ob die jeweiligen Sprachdateien schon mitgeliefert wurden oder eben nicht und wir können munter übersetzen. Keine Sorge, auch das ist recht einfach…