WordPress: Datenbank sichern – Anleitung (MySQLDumper)

Letzte Woche schrieb ich einen Artikel, wie man unter WordPress die Datenbank optimieren kann.

Dabei verwies ich auf das kostenlose Tool MySQLDumper. Da ich gerade ein Backup meiner Datenbank durchführte, fiel mir auf, dass das Ganze gar nicht so leicht so händeln ist.

Deshalb habe ich mich entschlossen, eine Anleitung zu schreiben, um zu erklären, wie man die eigene Datenbank sichert. Was dabei zu beachten ist und welche Schwierigkeiten auftauchen können.

Allerdings möchte ich anfangs der Frage beantworten, warum überhaupt die Datenbank gesichert werden sollte.

Die Datenbank unter WordPress sichern – Warum?

Das Sichern von Daten ist wichtig!Ein Datenbank-Backup macht aus vielen Gründen Sinn. Einerseits finde ich es sehr angenehm, wenn ich meine Projekte irgendwo gespeichert habe und sie gewissermaßen besitze und auf der anderen Seite möchten wir vielleicht mit unserem Blog um ziehen, weil wir mit unserem Hoster nicht zufrieden sind.

Anfangs stellte sich mir bei WordPress allerdings die Frage, wo meine Daten überhaupt abgelegt werden. Von anderen Projekten waren mir Datenbanken zwar bekannt, aber der Dreh- und Angelpunkt waren dann doch hauptsächlich die Dateien, die ich auf meinen Server lud.

Wenn ich allerdings nur diese einpacke, habe ich bei WordPress eigentlich kaum etwas gewonnen. Zwar liegen auf unserem Server alle Bilder, unsere Plugins und natürlich auch das eigene Theme, aber Artikel und Co tauchen dort nicht auf. Diese legt WordPress nämlich in einer MySQL-Datenbank ab und auf den ersten Blick sind sie nirgends zu finden. Mal vom eigenen Blog abgesehen.

Wenn wir nun unsere Sieben Sachen packen wollen, weil wir entweder…

  • …die Daten sichern wollen oder
  • …einen Server-Wechsel planen

müssen wir alle Dateistrukturen aus der Datenbank bekommen und idealerweise sicher von A nach B transportieren.

Wie sichere ich die WordPress-Datenbank? Download und Einrichtung

MySQLDumper - LogoEs gibt viele Wege, die nach Rom führen. Einer davon gefällt mir allerdings ausgesprochen gut und führt unweigerlich über das kostenlose Tool MySQLDumper.

Um unsere Datenbank zu sichern, laden wir das Ganze vorerst einmal runter und wählen die aktuelle Version aus. Das ist natürlich dahingehend wichtig, da das Projekt laufend weiterentwickelt wird.

Wir erhalten nach dem herunterladen eine Zip-Datei mit allen wichtigen Daten und müssen diese nun auf den eigenen Server werfen.

Dafür nutzen wir das FTP-Programm unserer Wahl. Ich selbst greife jedoch auf Filezilla oder auch PerfectFTP zurück. Aber das ist natürlich jedem selbst überlassen.

Die entpackten Daten sicher auf den Server überspielen

Wir verschieben nun den entpackten Ordner einfach auf unseren Server. Dabei müssen wir gar nichts beachten und auch keine Konfigurationen vornehmen. Einfach nur rüber damit.

Im Anschluss können wir den Zielordner einfach über den Browser ansteuern und den MySQLDumper auf unserer Seite installieren. In meinem Fall würde das bedeuten: selbstaendig-online-verdienen.de/zielordner/install.php

Nun finden wir uns in einer recht schlichten Oberfläche wieder, wo wir aufgefordert werden, eine Sprache zu wählen. Deutsch, Englisch, was auch immer und müssen im Anschluss alle relevanten Daten zu unserer Datenbank eingeben. Das ist auch logisch, denn sonst kann das kleine Tool überhaupt nicht auf unsere Strukturen zugreifen.

Die Server-Daten eingeben

Die erforderlichen Daten wurden uns von unserem Anbieter bei der Anmeldung mitgeteilt. Sollten wir allerdings überhaupt keine Ahnung haben, wo diese sind oder was wir hier eingeben müssen, werden wir auf unserem Server fündig.

In der Datei wp-config.php haben wir beim WordPress installieren alle erforderlichen Daten hinterlegt und können sie somit einfach abschreiben. Sollten wir einen Fehler machen, dürfen wir uns an der folgenden Ausgabe erfreuen und sollten alle Angaben nochmals überprüfen:

Eingabe fehlerhafter Daten

Nach dem erfolgreichen Übermitteln der benötigten Daten werden wir noch gefragt, ob der MySQLDumper einige Unterverzeichnisse erstellen darf. Diese werden benötigt, um die Sicherung der Datenbanken abzulegen und die Log-Dateien zu sichern.

Wenn das nicht automatisch erfolgt, werden wir darauf hingewiesen und müssen die erforderlichen Unterordner selbst erstellen. Auch das machen wir mithilfe des FTP-Programms unserer Wahl. Nun haben wir die erste Hürde genommen und die Installation des MySQLDumpers erfolgreich abgeschlossen.

MySQLDumper – Der Verzeichnisschutz

Zwar könnten wir jetzt direkt damit beginnen, eine Sicherung unserer Datenbank durchzuführen, aber vorab sollten wir den Verzeichnisschutz aktivieren.

Denn bis dato haben wir das Tool zwar auf unseren Server bugsiert, doch jeder hätte freien Zugriff auf unsere Datenbanken. Das ist weder sonderlich sinnvoll, noch sicher. Deshalb macht es Sinn, hierbei ein Passwort zu vergeben.

Dafür klicken wir auf die Startseite des MySQLDumpers und finden dort auch schon den Hinweis, dass ein Schutz dringend empfohlen wird.

Verzeichnisschutz wird dringend empfohlen

Nach einem Klick können wir ein Passwort und einen Benutzernamen festlegen.

Hinweis: Das vergebene Passwort dient nur zur Sicherung des MySQLDumpers und hat keinen Einfluss auf die Kennwörter der WordPress-Datenbank selbst. Hierbei geht es nur darum, den Zugang mittels Tool auf uns zu beschränken und nicht jedem die Tür aufzustoßen.

Den Verzeichnisschutz können wir allerdings nun auf der Startseite auch immer wieder entfernen.

MySQLDumper – Die WordPress-Datenbank sichern

Nach diesen kleineren Hürden, können wir uns nun der eigentlichen Aufgabe des Tools widmen. Das Sichern der Datenbank.

Dafür nutzen wir den Menüpunkt Backup auf der linken Seite und wählen die Option Neues Backup starten.

Ein neues Backup erstellen!

 

Nun dauert es eigentlich nur einen kleinen Augenblick und das Backup unserer Datenbank sollte erstellt werden. Die Gesamtdauer hängt natürlich vom Gesamtumfang unserer Datenbank ab. Bei mir hat es für dieses Beispiel rund 20 Sekunden beansprucht.

Zwar können wir die Geschwindigkeit noch optimieren, doch halte ich das – wenn die Datenbank nicht aus allen Nähten platzt, für vollkommen unnötig. Wenn alle geklappt hat, sollten wir diese oder eine ähnliche Ausgabe über die erfolgreiche Erstellung des Datenbank-Backups erhalten:

Das erfolgreiche Backup der Datenbank

Die fertige Datei können wir nun mit einem Klick auf den Namen herunterladen und in den Tiefen unseres eigenen Rechners ablegen. Aber natürlich steht sie auch noch zukünftig unter dem Menüpunkt Wiederherstellung zur Verfügung.

Herzlichen Glückwunsch – wir haben alles eingetütet und die Datenbank ist sicher :)

MySQLDumper – Fehler, Probleme und ein Fazit

Zwar klappt bei mir alles reibungslos und ich konnte meine Datenbanken immer erfolgreich sichern, aber das muss natürlich nicht jedem so gehen. Außerdem gibt es natürlich noch jede Menge Optionen im Tool selbst, aber für die einfache Sicherung eines kleinen Blogs oder auch Forums sind diese eigentlich gar nicht wichtig.

Da ich allerdings selbst nur bis zu einem gewissen Grad in der Materie stecke und es hierbei Menschen gibt, die viel mehr Ahnung haben, habe ich unten noch ein paar hilfreiche Links gesammelt.

Insgesamt muss ich allerdings einräumen, dass MySQLDumper bisher keinerlei Probleme verursacht hat und ich alles problemlos sichern und gleichermaßen wiederherstellen konnte. Das klappt wunderbar unter dem Menüpunkt Wiederherstellen.

Weiterführende Links:

  • Tutorials zu häufigen Problemen
  • Forum zum MySQLDumper
  • Videoserie – zur Datenbanksicherung unter WordPress (MySQLDumper)

3 Meinungen

  1. Stefan02-21-2012

    Nutze MySQLDumper selbst und bin sehr zufrieden. Genau das richtige, wenn man einfach nur problemlos seine Datenbank sichern und bei Bedarf wiederherstellen will. Auch für nicht-Wordpress-CMS übrigens, die ihre Daten in einer MySQL-Datenbank speichern (nutze selbst Textpattern).

  2. Jonas G.02-21-2012

    Ja, das stimmt. habe mit dem MySQLDumper auch schon andere Datenbanken gesichert und anderswo hochgeladen.

    Danke für den Hinweis, dass es natürlich auch für andere Datenbanken geeignet ist :)

  3. Roland06-14-2012

    ich habe wp-backup installiert, das mir täglich per Mail eine Datenbanksicherung schickt.
    Wenn ich Joomla nutze, dann natürlich Akeeba. Dieses Programm sichert die ganze Seite in einer Datei. Diese kann man einspielen wo man möchte. Absolut fehlerfrei seit Jahren. Leider nur für Joomla.

    Ein weiteres Tool wäre xcloner. Das gibt es als WordPress oder Joomlainstallation oder gar als Standalone. Auch hier wird nur eine Datei erstellt, die dann überall entpackt werden kann.

    Mysqldumper kannte ich noch nicht. Werde ich ausprobieren.
    Ich mache auch oft einen Dump nach guter alter Art, einfach in die Datenbank gehen, alle Tabellen markieren und exportieren.