Welche Rolle spielen E-Mails im Online-Marketing?

Meine ersten Erfahrungen mit dem Internet gingen Hand in Hand mit einer eMail-Adresse.

Ich glaube, ich habe mich damals bei GMX Hotmail registriert und meine frische Online-Identität in den kommenden Monaten in allerlei Netzwerken eingetragen.

Die logische Folge: das Konto wurde nahezu unbrauchbar, da irgendwann fast täglich 200 Spam-Mails eintrudelten und ich keine Lust mehr hatte, diese sinnvoll zu sortieren, als unerwünscht zu deklarieren oder in diesem Wust nach wichtigen Nachrichten zu wühlen.

Ich eröffnete mein nächstes Mail-Konto, das ich sogar heute noch, nach über 10 Jahren, täglich nutze. Mittlerweile ist mein Mail-Portfolio jedoch enorm gewachsen und ich lasse mir die virtuellen Briefchen gebündelt an eine Adresse weiterleiten, weil ich sonst wohl den Überblick verlieren würde.

Ich habe für fast jedes Projekt eine andere Anschrift, habe noch meine Mailadresse aus Studententagen und schaue teils sporadisch, manchmal täglich und bei wichtigen Dingen sogar mehrmals am Tag. Ja, es hat sich viel angesammelt und ich versuche, das ganze Paket sinnvoll zu koordinieren.

In diesem Blog-Artikel möchte ich mich aber eher der Frage widmen, wie Mails überhaupt noch verwendet werden, welche Rolle sie als Kommunikations-Kanal spielen und welche Funktion sie im E-Commerce überhaupt einnehmen.

Welche Rolle spielt die eMail im Online-Marketing?

Die Rolle der Mail im MarketingVor ein paar Tagen habe ich einen langen Artikel über das Schreiben von Newslettern verfasst und bin dabei auf ein paar Feinheiten eingegangen.

Das alles bringt aber natürlich überhaupt gar nichts, wenn kein Mensch mehr die Mail-Funktion nutzt, sondern mehr und mehr auf soziale Dienste, wie Facebook und Google+ ausweicht.

Laut eines Artikels in der Karrierebibel(Stand 2008) steht es aber gar nicht so schlimm um unseren Mail-Verkehr, wie man vielleicht annehmen könnte.

Zwar schwanken die Zahlen zwischen 35 Milliarden und 140 Milliarden Mails, die tagtäglich verschickt werden, aber dennoch: Viele sind es in jedem Fall.

Natürlich sind das nicht alles private, persönliche oder eben geschäftliche Mails, sondern wahrscheinlich auch jede Menge Spam-Botschaften. Trotzdem wird so ersichtlich, dass dieser Markt ein enormes Potential und einen großen Anteil an der weltweiten Kommunikation hat.

Für das Online-Marketing via Mail heißt das aber nicht gleich, dass ein Potential auch gleichzusetzen mit Umsatz oder Gewinn ist, sondern vorab eben nur eine theoretische Größe. Dennoch möchte ich an dieser Stelle festhalten, dass der Mailverkehr immer noch die wichtigste Größe im virtuellen Alltag selbst ist und somit nicht unterschätzt werden sollte.

Das Problem beim Verkaufen per Mail

Ich möchte für diese Vermutung auf einen Onlinehändler eingehen, der per Mail gewachsen ist: Groupon.

Ich denke, jeder weiß, was der Anbieter macht, er informiert lediglich täglich über aktuelle Schnäppchen, die per Gutschein in der eigenen Stadt eingelöst werden können.

Also ein einfaches Konzept, das natürlich jeden Sparfuchs hinter dem Ofen hervorlockt. Laut eigenen Angaben des Unternehmens werden mehr als 50 Millionen Nutzer Tag für Tag über die aktuellen Angebote auf dem laufenden gehalten und diese Zahlen sind schon fast ein Jahr alt. Doch für das kleine Gedankenspiel sind sie natürlich vollends ausreichend.

Gehen wir also davon aus, ich selbst bin bei Groupon angemeldet, vielleicht abonniere ich auch noch den Schnäppchen-Feed von MyDealz und erhalte noch irgendeinen anderen täglichen Newsletter.

Dafür müssen wir wissen, dass Groupon täglich zwei Newsletter verschickt, auf MyDealz werden rund 8 Beiträge täglich verfasst und der andere Anbieter sendet uns vielleicht auch noch einen abendlichen Rundbrief. Wow!

Summa Summarum haben wir jetzt 3 Newsletter, einen vollen Feed-Reader und werden gleichzeitg noch per Facebook und Co mit Angeboten überhäuft. Das stört einen richtigen Schnäppchen-Jäger mit Sicherheit nicht, zeigt aber exemplarisch, dass unser Bedarf großflächig abgedeckt ist.

Das bedeutet jedoch im Umkehrschluss, dass das Wachstum von Groupon und Co gleichermaßen bedeutet, dass Nutzer keine Notwendigkeit sehen, noch einen zusätzlichen Mail-Service zu abonnieren.

Social Media als Alternative zum Mailverkehr?

Mails sind natürlich nicht alles, denn Dank den sozialen Netzwerken gibt es Alternativen zum Mailverkehr, auch wenn dieser bis dato wohl für den meisten kommunikativen Austausch sorgt.

MyDealz ist gut vernetztBleiben wir beim Beispiel MyDealz sind es doch immerhin über 20.000 Fans, die sich mit dem Blog selbst vernetzt haben und somit zeigt der Anbieter selbst den grundlegenden Dualismus. Traffic muss eben über mehrere Kanäle generiert werden und lediglich auf ein Pferd zu setzen war noch nie besonders sinnvoll.

Dennoch muss klar sein, dass eine Mail, denke ich jedenfalls, theoretisch ein größeres Potential hat. Denn liegt ein virtueller Brief erstmal in meinem Postfach, wartet er dort auf mich. Facebook, Twitter und Google Plus rasen jedoch unaufhaltsam weiter, ob ich nun online bin oder eben nicht.

Dieses Alleinstellungsmerkmal ist aber natürlich, jedenfalls im Bereich „Kaufen&Verkaufen“ wichtig, da die ungeteilte Aufmerksamkeit des Nutzers eben in diesem Kanal ruht.

Das bedeutet, dass die Mail immer noch, jedenfalls im Bereich des Online-Marketings ein sehr wichtiges und vor allem mächtiges Medium ist, um einerseits Traffic, aber eben auch Umsatz zu generieren.

Umso wichtiger werden folglich Headlines und prägnante Titel (Artikel), die zum Öffnen animieren.

Die Zukunft der Mail für das Online-Marketing

Ich habe im Zusammenhang mit dem Schreiben des Artikels natürlich versucht, ein paar Zahlen, Statistiken oder Studien aufzutreiben.

Doch sind diese entweder veraltet und verurteilen das Medium Mail enorm oder sehr spekulativ und bieten daher kaum Mehrwert. Gedanken kann ich mir allerdings auch machen und deshalb gibt es eben am Ende nur eine Raterei meinerseits.

Das Medium eMail ist immer noch ein sehr starker Kanal und wahrscheinlich hat jeder Internet-Nutzer auch eine eigene Mail-Adresse. Davon kann ich bezüglich Twitter, Facebook und Co eben nicht ausgehen und deshalb halte ich es für haltlos, der Mail den Tod zu prophezeihen, auch wenn sich Tablets und Smartphones immer größerer Beliebtheit erfreuen.

Ich denke, dass Mails nicht aussterben oder irgendwann nicht mehr genutzt werden, sie gliedern sich lediglich in einen Quell der Alternativen und Möglichkeiten und sind eben nur noch ein Kanal, keine Allzweckwaffe.

Im Bereich des Online-Marketings halte ich Mails jedoch weiterhin für einen sehr wichtigen Kanal und vor allem für einen bleibenden. Ich nutze nichts solange, bis dato jedenfalls, wie meinen virtuellen Postkasten und wenn mich ein Anbieter nicht enttäuscht, hat er sich eine Daseinsberechtigung zwischen meinen täglichen Briefchen erkämpft.

Vielleicht sogar auf Lebenszeit.

3 Meinungen

  1. Rene12-16-2011

    Schöner Beitrag. E-Mail ist und bleibt ein tolles Dialogmarketing-Instrument. Nur verhunzen es viele, weils nichts kostet und gleichzeitig wirkt. Gute Kommunikation ist persönlich und stellt den Nutzen für den Adressaten in den Vordergrund. Ein gelungenes Beispiel, das aus der langweiligen Gutschein-Schwemme heraussticht, ist z. B. der Yelp-Newsletter: http://www.yelp.de/weekly?editorial_id=8n_jCSxfw_Vgzd-N7UtbRg