[Teil 1] Die Website-Geschwindigkeit: Sind Speed und Ladezeiten wichtig?

In diesem ersten Teil der Artikelserie über die Geschwindigkeit einer Website, möchte ich eine allgemeine Einführung ins Thema geben und außerdem ein paar Mess-Tools vorstellen.

In den Zeiten von DSL und Hochgeschwindigkeits-Internet werden viele belächelt, die sich um die Ladezeiten des eigenen Blogs Sorgen machen.

Denn ist doch eh alles egal, wenn das Internet pulsiert, kocht und gigantische Datenströme innerhalb weniger Sekunden von A nach B übertragen werden. Klar. Das stimmt ja auch. Jedenfalls teilweise.

Denn es gibt einige gute Gründe, warum die Geschwindigkeit einer Seite oder eines Blogs nicht vollkommen egal ist und dabei ist es vollkommen nebensächlich, ob wir dem Rausch der Geschwindigkeit vollends verfallen sind oder eben nicht.

Welche das sind, möchte ich in diesem Auftakt zur Artikelserie genauer erläutern und außerdem stelle ich zwei Möglichkeiten vor, um die Website-Geschwindigkeit messen zu können.

Also dann, auf geht’s…

Die Website-Geschwindigkeit: Einführung – Warum ist Speed überhaupt wichtig?

Warum ist Speed wichtig für den Blog?Die Geschwindigkeit eines Blogs oder eben einer Website ist meines Erachtens eigentlich nur noch aus zwei Gründen wirklich relevant, denn um wirklich langsame Verbindungen muss man sich wohl kaum noch scheren.

Mal abgesehen von Engpässen, die durch das Handysurfen entstehen und entlegenen Dörfern am Ende der Welt, surft wohl jeder mit einer relativ großzügigen Leitung. Und vielleicht kann das Ganze in wenigen Jahren sogar gänzlich ad acta gelegt werden.

Derzeitig ist die Dauer des Seitenaufbaus aber immer noch ein Google-Rankingfaktor und es ist somit vollkommen egal, ob Hinz und Kunz mit Breitband-Internet alle Inhalte in sekundenschnelle sehen können. Denn das gilt nicht unbedingt für die potentielle und vor allem weltweite Leserschaft.

Außerdem ist ein schneller Seitenaufbau auch für die eigenen Leser ein wichtiger Faktor, der aber eher in den Bereichen Komfort und Usability anzusiedeln ist.

Solange der Aufbau einer Seite jedoch als Größe für die Positionierung meines Blogs in den Suchmaschinen gilt, möchte ich es keinesfalls versäumen, wichtige Projekte nach diesen Kriterien zu untersuchen und in Speed-Fragen auf Herz und Nieren zu überprüfen.

Die Geschwindigkeit einer Seite als Rankingfaktor

Google hat es im April 2010 offiziell gemacht und die Geschwindigkeit einer Seite zum Rankingfaktor erklärt. Dabei geht es aber nicht unbedingt um die absolute Dauer des Seitenaufbaus, sondern eben im direkten Vergleich zu ähnlichen themerelevanten Artikeln.

Dabei fließt die Geschwindigkeit einer Seite zwar nur zu einem geringen Anteil in die Suchergebnisse mit ein (rund 1%) und reiht sich folglich nur in eine lange Reihe von Faktoren, ist aber immerhin ein Teil von diesen.

Die Begründung dafür liegt, so Google, natürlich auf der Hand: Langsame Seiten werden von Benutzern schneller wieder verlassen und tragen nicht unbedingt zu einem schönen Erlebnis im virtuellen Raum bei

Zu diesem Zweck stellte das Unternehmen selbst eine Studie an und kam zu dem Ergebnis, dass lange Ladezeiten User dazu veranlassen, schneller wieder zu flüchten. Dieses Ergebnis ist natürlich nicht weiter verwunderlich, denn wer wartet schon lange, wenn es dort draußen doch unzählige Alternativen gibt.

Seiten, die jedoch als einzige Anlaufstelle für ein mögliches Problem gelten, sind von dieser Befürchtung natürlich ausgenommen. Ich denke allerdings, dass nur offizielle Marken-Seiten und vielleicht illegale Netzwerke in diese Kategorie fallen. Denn hier muss natürlich niemand befürchten, dass die Nutzer aufgrund vieler Werbeeinblendungen oder eben langen Ladezeiten ausbleiben.

Alle anderen sollten hierbei allerdings hellhörig werden. Denn das Erklären der Seitengeschwindigkeit zum Rankingfaktor, kann natürlich dazu führen, dass Blogs und Seiten, die eben sehr, sehr langsam sind, einfach nach hinten in den Suchergebnissen durchgereicht werden.

Dabei wird das Ergebnis nicht nach dem reinen HTML-Aufbau einer Seite bewertet, sondern eben inklusive aller CSS-Elemente, HTML-Abfragen und natürlich Bildern, die auf einer Seite zu finden sind.

Die Geschwindigkeit einer Seite ist auch für den Besucher relevant

Aber nicht nur für die Suchergebnisse, sondern ebenso für die eigenen Blog-Leser ist der Seitenaufbau natürlich ein entscheidender Faktor. Jedenfalls merke ich das an mir selbst.

Laut der angeführten Google-Studie (oben), bevorzugen Besucher immerhin Seiten, die weniger als 400ms im Aufbau benötigen und Kandidaten, die über dieser Marke liegen, haben auch weitaus weniger Zugriffe respektive tatsächliche Seitenimpressionen.

Das heißt also, dass die Geschwindigkeit einer Website aus zweierlei Gründen für uns von Interesse ist. Denn auch wenn uns der Komfort und das Surf-Erlebnis unserer Besucher vielleicht egal ist, sollten wir unbedingt unser eigenes Ranking im Auge behalten.

Wie kann die Website-Geschwindigkeit gemessen werden?

Ich möchte an dieser Stelle zwei Möglichkeiten zur Analyse vorstellen. Ich habe bei meiner Suche zwar mehrere gefunden, aber ich denke, dass diese vollends ausreichend sind.

  • Webmaster Tools

In der Vergangenheit schrieb ich schon ein paar Blog-Artikel, die sich mit Googles Webmaster Tools allgemein befassten. Heute möchte ich allerdings die Möglichkeit zur Geschwindigkeitsmessung vorstellen.

Die Geschwindigkeit einer Seite mit den Webmaster Tools messen

Unter dem Menüpunkt Crawling findet sich der Eintrag Cawling-Statistiken, wo unter anderem die Dauer des Herunterladens einer Seite dokumentiert wird.

Auf diesem Bild sieht man, wie der Google-Bot die eigene Seite liest. Aber eben nur dieser. Dabei fällt auf, dass die angegebene Seite doch recht lahm im Aufbau ist und wohl ordentliches Optimierungs-Potential diesbezüglich hätte, denn die Ladezeiten kratzen bisweilen an der 1500ms – Marke.

Dennoch muss darauf verwiesen werden, dass das nur die halbe Wahrheit ist. Denn hierbei handelt es sich eben hauptsächlich um das Laden der HTML-Elemente und eben nicht um die wirkliche Geschwindigkeit einer Website oder eines Blogs.

Trotzdem halte ich diesen ersten Überblick für sinnvoll, um schnell und mit einem Blick die Probleme diverser Projekte beleuchten zu können.

Für eine detaillierte Geschwindigkeits-Analyse nutze ich allerdings das Chrome-Addon PageSpeed (An dieser Stelle gibt es die entsprechende Firefox-Erweiterung).

  • Page Speed

Vorab möchte ich kurz auf die Installation der kleinen Erweiterung eingehen, da diese nicht so schnell von der Hand geht, wie bei anderen Addons üblicherweise.

Um das Ganze nämlich überhaupt installieren zu können, ist eine Einstellung im eigenen Browser notwendig (Chrome).

Diese kann vorgenommen werden, indem in das Browserfenster about:flags eingegeben und der Menüpunkt Experimentelle Erweiterungs-APIs angesteuert wird. Dieser muss hierbei natürlich aktiviert werden.

Experimentelle Erweiterungen zulassen

Nach diesem kleinen Eingriff, können wir einfach den Browser neustarten und das Plugin wie gewohnt installieren. Im Menü unter Tools – Entwicklertools kann es fortan ausgewählt und zur Analyse der Geschwindigkeit einer Seite verwendet werden.

Die Ergebnisse der Geschwindigkeits-Analyse durch das Addon PageSpeedJetzt können Webseiten auf ihre jeweilige Geschwindigkeit hin untersucht und anhand diverser Kriterien genauer analysiert werden.

Dabei sortiert PageSpeed anhand mehrere Kriterien, die Wichtigkeiten, um die Geschwindigkeit einer Website zu optimieren.

So werden wichtige Empfehlungen rot hervorgehoben, mittelschwere Fehler in gelb dargestellt und grüne Aspekte sind Kleinigkeiten, die zwar auszubessern wären, aber nicht sonderlich stark in die Geschwindigkeit der jeweiligen Seite mit einfließen.

Alle anderen Details, die PageSpeed gegebenenfalls bemängeln könnte, sind grau unterlegt und brauchen eben keine weiteren Optimierungen bezüglich der Geschwindigkeit.

Auf diese einzelnen Aspekte möchte ich in diesem Artikel jedoch nicht weiter eingehen, da er ja eher als Einführung zum Thema Website-Geschwindigkeit gedacht ist und eben nur mögliche Messinstrumente vorstellen soll.

Fazit: Seiten im Rausch der Geschwindigkeit

Wir haben gesehen, dass die Geschwindigkeit einer Seite sehr wohl und das auch im schnellen Internet, ein wichtiger Aspekt für einen guten Blog ist und es eben sinnvoll ist, den Rausch der Geschwindigkeit nicht nur hinzunehmen, sondern auch hinter den eigenen Kulissen kräftig daran zu schrauben.

Im nächsten Teil dieser Serie möchte ich jedoch schon näher ins Detail gehen und mich mit dem Thema: CSS und die Website-Geschwindigkeit auseinandersetzen.

 

6 Meinungen

  1. Klaus11-22-2011

    Toller Artikel. Ich denke das PageSpeed in den nächsten Monaten von google sogar noch höher gewichtet werden könnte, und somit indirekt den vielen Web 2.0-Features ein Ende setzt 😉

    PS: Für Tipps und Hinweise zur Ladezeiten-Optimierung würde ich noch http://page-speed.net/ empfehlen.

    • Jonas G.11-22-2011

      Das ist natürlich schwer zu beurteilen, aber natürlich kann diese Entwicklung möglich sein. Ich bin gespannt, ob sich die Geschwindigkeit meiner Blogs weiterhin beziehungsweise noch stärker auf das Ranking auswirkt. Wenn ja, gibt es auch in diesem Blog noch jede menge zu tun :)

      Die Seite kannte ich gar nicht und werfe gleich mal einen Blick drauf.

      Grüße

  2. Waelti12-09-2011

    Hm, etwas nachdenklich. Der Artikel ist informativ, nix einzuwenden. Ich bin gerade mit Stick unterwegs und die Ladezeit war gefühlt extrem lange. GTmetrix bestätigt das Gefühl mit Zahlen.
    Das schränkt die Qualität des Artikels für mich ein bisschen ein. Irgendwie…

    • Jonas G.12-09-2011

      Jops, da kann ich Dir zustimmen, Waelti.

      Gerade aus diesem Grund habe ich mich ja vermehrt mit diesen Dingen beschäftigt, da ich derzeitig noch nicht bereit bin, auf einen anderen Hoster umzusteigen, der de facto teurer wäre. Somit versuche ich, wie eben in dieser Artikelserie, die anderen Möglichkeiten auszuschöpfen. Der Hoster scheint in meinem Fall aber das größte Problem :)

      Das Bild oben – da sehen wir die 1500erms-Marke ist ein Abbild dieser Seite. Aber mit Sicherheit ändert sicht das in den kommenden Wochen, da vor allem die steigenden Besucherzahlen kräftig rütteln.

      Grüße

  3. Waelti12-09-2011

    Hallo Jonas,
    bis zum Umzug – schau dir mal cloudflare.com an, ist kostenlos und könnte auch was bringen. Ich selbst teste das seit etwa 5 Wochen und keine Probleme. Nur dem VServer ist es nach der Installation recht langweilig geworden :)

    Meine Downloadzeiten bei den Webmastertools sind übrigens schlechter als die oben in der Tabelle. Obwohl GTmetrix oder Webpagetest was ganz anderes anzeigen. Ist wie mit allen Statistiken, kann so oder so gedeutet werden :(
    LG

    • Jonas G.12-13-2011

      Oh, danke für den Hinweis, das schaue ich mir gleich mal an, Waelti :)

      Außerdem denke ich, dass man sich von solchen Zahlen nicht verrückt machen lassen sollte, zwar versuche ich immer, ein wenig hin und her zu optimieren, reiße dann durch irgendwelche absurden Fehler aber auch wieder Dinge ein. Solange die Seite erreichbar ist, bin ich zufrieden.

      Beste Grüße :)