Was ist Dropshipping?

Immer häufiger begegnet mir ein seltsamer Begriff in den Weiten des Internets: Dropshipping.

Anfangs wusste ich nicht, was es damit überhaupt auf sich hat und in welchem Zusammenhang dieses Wort mit dem Affiliate-Marketing oder dem Geld verdienen im Internet steht.

Deshalb habe ich ein paar eBooks gewälzt, einen nützlichen Ratgeber gefunden, Suchmaschinen befragt und ein wenig auf anderen Blogs gelesen.

Und so möchte ich in diesem Artikel erklären, was Dropshipping überhaupt ist, welche Aspekte es so besonders machen und was wir, als Blogger oder eben Affiliates, für uns selbst daraus lernen können.

Also, werfen wir einen Blick auf das Streckengeschäft. Welche Vor- und Nachteile es bietet und was man unbedingt beachten sollte.

Dropshipping – Eine Erklärung

Was heißt Dropshipping?Dropshipping (~Streckengeschäft) ist letzten Endes eine Art des Handelns, wobei der Begriff aus dem Bereich der Logistik kommt. Dabei geht es prinzipiell darum, dass ein Händler Waren vertreibt und „besitzt“, aber mit diesen nicht selbst in Kontakt gerät.

Das heißt also, er kauft Waren bei einem Großhändler ein, vermittelt diese an Kunden und leitet lediglich die Bestellung weiter, die dann von einem externen Unternehmen übernommen wird.

Hierbei kann man fast von einer logistischen Meisterleistung sprechen, denn ich verkaufe, obwohl ich weder ein Lager oder eben Vorratskeller habe.

Kennzeichnend ist hierbei, dass ein Händler Ware von Lieferanten erwirbt und sie an Kunden weiterverkauft, ohne physischen Kontakt mit der Ware zu haben. Die Lieferung der Ware erfolgt direkt von seinem Lieferanten (Hersteller oder Großhändler) an seinen Kunden. wikipedia

Wenn wir es aber nicht ganz so streng nehmen, könnte ich behaupten, dass jeder Affiliate über das Streckengeschäft Geld erwirtschaftet. Zwar kauft dieser die Waren nicht vorab ein, leitet aber letzten Endes den Kundenwunsch nur um. Wobei klar ist, dass dies über Referrals geschieht, also Weiterleitungen auf die eigentliche Firmenpräsenz.

Nutzen wir hierbei allerdings einen integrierten Amazon-Shops oder auch den @Store aus dem Hause Zanox, verschwimmen die Grenzen fast nahtlos und eine klare Differenzierung ist nicht unbedingt möglich. Auch wenn wir die vermittelten Waren in diesem Beispiel eigentlich gar nicht besitzen.

Der klärende, aber feine Unterschied zwischen dem normalen Handel und dem Prinzip des Dropshippings ist also, dass wir zwar in beiden Fällen als Händler aktiv werden, jedoch beim Dropshipping kein eigenes Lager benötigen.

Was ist Dropshipping?

Welche Vorteile bietet das Dropshipping?

Nun, dafür macht es Sinn, nochmals beide Prinzipien zu veranschaulichen.

Normalerweise ist es so, dass ich als Händler meine Produkte selbst einkaufe. Dabei versuche ich, möglichst billige günstige Waren zu erstehen, hamstere diese dann in meinem Lager und versuche, interessierte Käufer dafür zu finden.

So funktioniert jede Bücherstube, alle Schreibwarenläden und auch eine Vielzahl von Onlinehändlern. Hierbei können wir uns allerdings verkalkulieren, eine falsche Nische gewählt oder schlicht und ergreifend keinen Erfolg haben.

Ja, wir scheitern, obwohl der Plan theoretisch aufgegangen wäre.

Woran das im Einzelfall liegt, kann natürlich von ganz unterschiedlichen Dingen abhängen. Vielleicht haben wir uns mit den anfallenden Lagerkosten übernommen, die Zielgruppe [Artikel: Die Zielgruppe finden!] anders eingeschätzt oder eben die falsche Nische ausgewählt.

Haben wir uns in puncto Zielgruppe und Nische [Artikel: Wie finde ich die perfekte Nische?] vertan, hilft eigentlich wenig.

Außer das eigene Konzept in die Hand zu nehmen, alles erneut zu überprüfen, die Ärmel hochzukrempeln und einen neuen Versuch zu wagen – davon ausgehend, dass das finanzielle Desaster zu verkraften ist.

Nun kommt das Dropshipping ins Spiel und kann uns wenigstens das erste Risiko abnehmen: Die Lagerkosten.

Wir erstellen nämlich trotzdem ein eigenes Portfolio, das zur vermeintlichen Zielgruppe passt, suchen interessante Produkte aus und haben lediglich die Aufgabe, unser Sortiment effektiv zu vermarkten.

Die logische Folge ist hierbei, dass wir natürlich auf ein viel größeres Portfolio oder eben Sortiment zurückgreifen können. Was sich bei begrenztem Platz natürlich ausschließen würde.

Der Kunde zahlt uns den festgelegten Beitrag, wir leiten die Anfrage an das Netzwerk oder eben den Großhändler unserer Wahl um und haben alle anfallenden Aufgaben erledigt, wenn wir unsere Provision eingestrichen und den Händler anteilig entlohnt haben. Punkt.

Vorteile auf einen Blick:

  • Es fallen keine Lagerkosten an, da keins benötigt wird.
  • Somit ist ein größeres Sortiment möglich.
  • Der logistische Aufwand ist folglich minimal.

Was ist beim Dropshipping zu beachten?

Auch wenn uns die rosarote Brille steht, gibt es auch Dinge, die wir beherzigen sollten.

Es macht keinen Sinn, einfach wahllos einen Onlineshop zusammenklicken, diesen zu bewerben und dann schlecht dazustehen. Das Risiko ist einfach zu groß und wir sollten vorab ein paar Eventualitäten abwägen.

1. Welchem Großhändler schenken wir unser Vertrauen?

Mit Sicherheit ist es schön, wenn bestimmte Anbieter mit einem enormen Sortiment locken. Es ist teils beängstigend, welche Güter irgendwo auf der Welt lagern und wir haben die freie Wahl. Puh!

Bevor wir allerdings mit dem tatsächlichen Engagement beginnen und versuchen, die ausgewählten Produkte zu bewerben, sollten wir den Großhändler unserer Wahl auf Herz und Nieren prüfen. Vielleicht gibt es negative Meldungen. Ist er unzuverlässig oder die Ware fehlerhaft? Gibt es Beschwerden von anderen Kunden?

Ich spreche hierbei nicht von rigorosen Nachforschungen. Einfach nur die Mittel nutzen, die uns das Internet an die Hand gibt – Google, Facebook usw.

Außerdem können wir einen bekannten und vor allem beliebten Großhändler sogar für unsere eigenen Zwecke nutzen.

Denn wem schon seit Längerem vertraut wird, bei dem werden potentielle Kunden auch schneller den Warenkorb befüllen. Ein ganz klassisches Beispiel wäre in diesem Fall Amazon, auch wenn das natürlich eher im Zusammenhang mit dem normalen Online-Handel steht.

Fast jeder konnte mit dem virtuellen Marktplatz schon die ein oder andere Erfahrung machen und vertraut Shops, die auf eine Kooperation bauen, gegebenenfalls mehr. Wobei es in jedem Fall sinnvoll erscheint, größere und somit etablierte Partner zu bevorzugen.

2. Der persönliche Kontakt zum Kunden fehlt

Was jedem klar sein sollte, ist, dass beim Dropshipping kein realer Kontakt zwischen Händler und Kunde aufgebaut werden kann. Jedenfalls nicht im Bereich der Logistik.

Mal schnell noch eine kleine Dreingabe, ein paar Flyer für eine anstehende Aktion, aber auch kurzfristige Kundenwünsche können nicht einfach realisiert werden.

Das liegt schlicht und ergreifend daran, dass wir eben nur noch als Bindeglied fungieren. Wer also einen sehr personalisierten Shop betreiben möchte, sollte über diese Aspekte nachdenken. Denn auch bei einer ausgelagerten Logistik, sollte der Kunde weiterhin König sein und nicht nur der treue Goldesel Mittel zum Zweck.

Hierbei empfiehlt es sich, wenn einem das Business fremd ist, gegebenenfalls auf deutsche Großhändler zu setzen, um die Kommunikation zu erleichtern und bei Kleinigkeiten wenigstens eine gewisse Möglichkeit zur Interaktion zu haben.

3. Das Problem mit der Rückgabe

Normalerweise haben Kunden das Recht, Waren innerhalb einer festgelegten Frist wieder zurückzugeben. Dieses Recht haben wir als Dropshipper gegenüber dem Großhändler nicht. Bestimmte Sonderfälle oder Absprachen einmal ausgenommen.

Wenn uns Kunden allerdings die erstandene Ware zurücksenden möchten, stehen wir plötzlich vor einem Problem. Denn einerseits haben wir kein Lager und auf der anderen Seite sind wir auf dieses Szenario überhaupt nicht eingestellt. Es widerspricht ja letzten Endes auch dem eigentlichen Geschäftsmodell.

Was in Einzelfällen vielleicht noch recht unproblematisch ist, kann sich bei größeren Mengen zum Desaster entwickeln. Deshalb sollte diese Möglichkeit in jedem Fall vorab bedacht werden und sei es auch nur, dass im ärgsten Fall die Rückgabe-Ware über eBay abgestoßen wird.

Wobei explizit mit dem gewählten Partner vereinbar werden sollte, was bei Fällen wie Reklamation, Mangelerscheinungen oder möglichen Garantieansprüchen geschieht.

4. Rabatte, Sonderaktionen und Co

Im klassischen Handel haben wir als Händler den Vorteil, dass es Rabatte bei größeren Stückzahlen gibt. Das schließt sich im Fall des Dropshippings vorerst aus. Wir nehmen ja nicht ab, sondern „vermitteln nur potentiell“.

Somit sollte man nach längeren Zusammenarbeit, ersten Abnahme-Erfolgen auf den Großhändler zugehen und einmal über die Möglichkeiten sprechen. Denn wer es geschickt anstellt, vielleicht überzeugend verkauft und gute Abnehmer hat, kann natürlich auch beim Dropshipping Sonderkonditionen vereinbaren.

Beim Dropshipping, vor allem im Online-Bereich, wird immerhin der meiste Gewinn über den verhandelten Einkaufspreis erzielt. Wer hier gekonnt drücken verhandelt, sollte ein zufriedenstellendes Ergebnis realisieren. Und zwar für beide Seiten.

Dropshipping – Wie beginnen?

Ich habe mich einmal im Internet umgeschaut, um ein paar Anlaufstellen für den erfolgreichen Start als Dropshipper zu sammeln.

Vorab möchte ich nochmals auf den kostenlosen Ratgeber zum Thema verweisen, der viele interessante und relevante Informationen zum Streckengeschäft bereithält. Nun braucht es „nur noch“ einen sicheren Startpunkt, um die ersten Erfahrungen in diesem Bereich zu machen.

Hierbei bin ich auf die Plattform dropshipping.de gestoßen, die recht große Datenmengen angehäuft hat und mehr als 100 Großhändler, Importeure und Hersteller vorstellt. Zwar ist dieser Service kostenpflichtig, aber dafür sehr umfangreich.

Immerhin finden sich hier, laut Angaben der Webpräsenz, rund 370.000 Produkte, die wir als angehende Dropshipper in unser eigenes Sortiment einpflegen können. Was es uns ermöglicht, auch in der Planungsphase schon ein potentielles Angebot zu durchdenken.

Wem das allerdings nicht zusagt, der sollte einfach mal nach der Phrase „Dropshipping Großhändler“ googlen, wobei mir hierbei die Vielfalt fehlt und ich häufig nur auf Anbieter mit einer sehr kleinen Produktpalette gestoßen bin.

Das liegt aber mit Sicherheit daran, dass dieser Begriff sehr stark umkämpft ist und ich bin für Ergänzungen dankbar.

weiterführende Links:

Wer allerdings weitere Tipps und Tricks für sinnvolle Alternativen hat, ist herzlich eingeladen, diese im Kommentarbereich unter diesem Artikel vorzustellen.

4 Meinungen

  1. Helge01-28-2012

    Oh, sehr interessanter Beitrag zum Thema Dropshipping. ich habe bisher noch gar nichts davon gehört.

    Zwar ist mir das Prinzip geläufig, da denkbar, aber in dieser Form eben nicht.

    Vielleicht werde ich Dropshipper…,

    auch wenn mir dazu das Kapital fehlt :(

  2. Michel01-28-2012

    Sehr interessanter und informativer Artikel. Hatte auch schon öfters mal von Dropshipping gelesen, aber auch noch nie richt gewußt was sich dahinter versteckt! Jetzt weiß ich es. Danke für den Artikel

  3. Jonas G.01-28-2012

    @Michel

    Es freut mich, dass ich Dir helfen konnte, Michel. Aber ja, das Thema Dropshipping war mir vor einiger Zeit auch fremd.

    Wobei – Nein, nicht die inhaltliche Bedeutung und was dabei zu beachten ist, sondern eher die Bezeichnung.

  4. Hallo Jan,

    ich schreibe auf meinem Blog seit einem Jahr über Artikel des Portals DropShipping.de. Die Artikel und Berichte des Portals sind für Profis und Anfänger gleichermassen geeignet, weil sie viele Tipps und praktische Beispiele enthalten. Leider ist bisher DropShipping noch vielen unbekannt, aber es ist eine echte Alternative für ein Business im Internet.

    MfG

    Armin