Was ist ein Linkbait?

Ich habe in den letzten Tagen häufig mit Fremdwörtern um mich geworfen und habe beim Auswerten der internen Suche gesehen, dass sich mehrere Besucher fragten, was überhaupt ein Linkbait sei.

Da ich auf diesem Blog bisher keine passende Erklärung geliefert habe, möchte ich in diesem Artikel eine Antwort geben und den Begriff erläutern, um allen kommenden Suchen vorzubeugen.

Also: „Was ist ein Linkbait?“

Was ist ein Linkbait?

Was heißt eigentlich LinkbaitWenn wir das Wort Linkbait vorab einfach übersetzen, lichtet sich der Nebel schon gehörig. Bait stammt nämlich aus dem Englischen und bedeutet einfach nur Köder; ein Linkbait ist folglich ein Link-Köder, der im virtuellen Raum ausgeworfen wird.

Der Begriff selbst scheint auf einen Artikel von Nick Wilson zurückzugehen, der ihn erstmalig 2005 in dieser Form nutzte.

Wenn wir das Bild auch wirklich in ein Angel-Szenario verfrachten, wird schnell klar, worum es geht. Ein Angler wirft einen Köder (Webinhalt) aus, ein Fisch (Internetsurfer) findet diesen, befindet ihn – vielleicht weil er lecker aussieht – für gut und beißt an.

Im Gegensatz zum Fisch verendet der Surfer jedoch nicht in der Pfanne des Anglers, sondern verbreitet fortan im ganzen See den Ursprungsort des köstlichen Geschmacks. Erzählt es weiter und verweist (Link) eben auf den Köder.

Man könnte auch weiter in Bildern wühlen und behaupten, dass Jesus mit dem Verkünden der Frohen Botschaft (Evangelien) einer der ersten Linkbaiter überhaupt war. Halleluja, denn gute Nachrichten verbreiten sich eben wie ein Lauffeuer und sind somit enorm wichtig, für den Bekanntheitsgrad eines Blogs.

Wer schon mal versucht hat, den eigenen Blog bekannt zu machen oder sich irgendwie im Internet auszubreiten, weiß, dass Links das A und O für die Popularität einer Website sind. Durch Links steigern wir unseren PageRank, generieren Traffic und sorgen letzten Endes für eine immer größere Bekanntheit und eben Vernetzung der eigenen Schreibe.

Linkbaits sind also Köder, die nur das Ziel haben, Links auf die eigene Präsenz, den Blog oder meinetwegen Onlineshop zu lenken und teilweise sogar künstlich zu erhaschen. Es geht unterm Strich also darum, Webinhalte zu konzipieren, die häufig verlinkt werden und letzten Endes auf mich, als Blogger verweisen.

Ein typischer Linkbait ist also Content, der eine Zielgruppe dazu veranlasst, Links zu setzen. Nicht mehr und nicht weniger.

Unterschiedliche Formen des Linkbaitings

Dennoch können wir das Ganze noch ein wenig differenzieren und zwischen Linkbait, Socialbait und einem viralen Bait unterscheiden.

  • Linkbait

Ein Linkbait ist, wie schon geschrieben, ein einfacher Inhalt im Internet, der darauf ausgerichtet wurde, verlinkt zu werden. Typischerweise handelt es sich um kostenlose Inhalte, wie Icon Sets, WordPress-Themes oder auch E-Books, die für eine Zielgruppe relevant sind.

  • Social Bait

Ist wohl eher typisch für das Marketing und beschreibt ebenso einen Webinhalt, der jedoch konzipiert wurde, um eine möglichst große Verbreitung in den sozialen Netzwerken zu erfahren. Hierbei denken wir wohl hauptsächlich an News, Bilder und vielleicht Comic-Strips.

  • Viral Content

Der Begriff ist fast selbsterklärend und beschreibt einfach Content allgemein, der für eine schnelle Verbreitung im Internet ausgerichtet ist. Dabei ist es egal, ob nun via Social Media oder durch das einfache Verlinken. Es geht hierbei um Inhalte, die sich wie ein Lauffeuer im virtuellen Raum ausbreiten.

Welche Arten des Linkbaitings gibt es?

Natürlich kann das Ganze über mehrere Kanäle geschaffen werden, denn es gibt unterschiedliche Inhalte, die gern und häufig verlinkt werden. Dabei kann man natürlich versuchen, den ein oder anderen Weg selbst zu beschreiten und haufenweise Links und somit Popularität und Traffic zu generieren.

Dennoch gehört für das erfolgreiche Linkbaiting wohl auch immer eine gehörige Portion Glück dazu, denn bloß weil man etwas umsonst, als Erster oder auch mit der schönsten Aufmachung präsentiert, muss sich erstmal jemand finden lassen, der auch tatsächlich einen Backlink setzt.

Doch werfen wir einen Blick auf die unterschiedlichen Formen des Linkbaitings…

Neuigkeiten, Schlagzeilen und News

Das ist wohl die bekannteste Form des Linkbaitings, denn dieser Köder sitzt, wenn einmal jemand angebissen hat. Hierbei geht es schlicht und ergreifend darum, eine Neuigkeit zu besprechen und damit der Erste zu sein. Dabei muss es sich natürlich nicht immer um die brisantesten Highlights handeln, nein, auch die erste Übersetzung einer fremden Schlagzeile kann natürlich den gewünschten Effekt bieten.

Dennoch ist Aktualität und eben das Posten von heißen News kein Garant für Backlinks und in einem ungünstigen Szenario kann es natürlich auch vorkommen, dass man zwar auf die Neuigkeit stößt, ein anderer lediglich abschreibt und umformuliert und letzten Endes die Backlinks auf ihn verweisen. Das kann einfach an der Popularität einer Seite oder eben eines Blogs liegen.

Stellen wir uns vor, ich berichte über Neuigkeiten und eine große Zeitung greift diese auf. Wahrscheinlich würde das Lauffeuer eher auf das Zeitungsmedium in der Verlinkung zurückführen und nicht auf mich, aber das ist natürlich vorab eher schlecht zu beeinflussen.

Falsche Nachrichten, Enten und Co

Natürlich kann der Effekt auch eintreten, wenn über Falschmeldungen berichtet wird. Enten sind interessant und wenn die nötige Glaubwürdigkeit vorhanden ist, kann das Links in Massen bedeuten. Hierbei besteht natürlich die Gefahr, dass beim Enthüllen das Ganze rückläufig funktioniert, die Glaubwürdigkeit passé und die Leser das vertrauen verlieren.

Aprilscherze können aber sehr gut funktionieren und die Gefahr, daraufhin als schlechte Quelle zu gelten, ist wohl eher gering. Fraglich ist hierbei nämlich eher, warum das zitierende Medium die Ente nicht enttarnt hat und stolz darauf verwies.

Anleitungen, Plugins, Addons und Tools

Eine sehr effektive und gleichermaßen sinnvolle Art und Weise, Backlinks in Massen zu generieren, ist wohl das Erstellen von kostenlosen Webinhalten. Ist man im Internet auf der Suche nach kostenlosen Ebooks zum Thema Online-Marketing, wird man auf lange Sicht bei der ein oder anderen Sammlung angelangen, die wild im ganzen Netz verlinkt.

Als ich vor wenigen Tagen meinen Artikel mit über 115 Social Media Buttons verfasste und diese zusammenstellte, habe ich natürlich auch auf die entsprechenden Quellen verlinkt und somit in nur einem Artikel über 100 Querverweise hinterlassen. Gleichermaßen kann das natürlich mit WordPress-Plugins, kostenlosen Themes oder eben Icon Sets funktionieren.

Wer gute Inhalte zur freien Verfügung stellt, kann auf lange Sicht meistens mit Backlinks rechnen und wirft somit natürlich einen sehr interessanten und vor allem beständigen Köder aus.

Attackieren, bemängeln und Stunk machen

Gleichermaßen kann aber auch das Provozieren eine sehr interessante Möglichkeit sein, um kostenlose Backlinks zu erhalten. Stellen wir uns vor, ein sehr populärer Blog berichtet über irgendeinen Sachverhalt. Ich widerspreche diesen Ansichten und löse, natürlich nur im Idealfall, damit eine Diskussion aus.

Trotzdem muss hierbei wohl Vorsicht das oberste Prinzip sein, denn wer sinnlose rumnörgelt, entfacht keine produktive Debatte, sondern rückt eher den eigenen Blog in ein schlechtes Licht. Vielleicht gibt es trotzdem ein paar Links, doch sollte man abwägen, ob hierbei nicht Qualität über Quantität siegt.

Dennoch: Das Diskutieren, ankreiden und eben zitieren von anderen Blogs, wenn die eigene Meinung nicht ganz konform geht, kann eine gute Möglichkeit sein, um Backlinks zu ergattern. Denn gegebenenfalls verlinkt der zitierte Blogs selbst und vielleicht auch alle folgenden Teilnehmer der Diskussion. Schön für uns, denn das ist gut für den eigenen Blog.

Humor, Comicstrips und witzige Videos

Ich weiß nicht, wann es Euch das letzte Mal so ging, doch wenn ich mich in meinen Facebook-Account einlogge, ploppen innerhalb weniger Minuten unzählige Bilder, Videos oder auch Comicstrips auf. Humor, der leicht verständlich ist und auf einen Blick zu erfassen, kann sich sehr, sehr schnell im Netz verbreiten.

Natürlich kann nicht jeder den Brüller des Jahres konzipieren, doch wer ein lustiges Video produziert, einen witzigen Stil hat oder mit ein wenig Glück zum Ziel kommt, kann Backlinks ohne Ende erschaffen.

Hierbei ist die Verbreitung in sozialen Netzwerken natürlich eher der Effekt, doch auch unzählige Retweets oder eben Likes erhöhen letzten Endes die Popularität einer Seite und im Idealfall gleichermaßen den Traffic. Wer gern Witze erzählt, weiß, dass sich guter Humor schnell verbreitet und plötzlich in jede Kneipe diskutiert wird.

Listen, Aufzählungen, Merkmale

Häufig ist ein Köder auch durch das einfache Aufzählen von Eigenschaften zu legen. Dafür suchen wir uns lustige Bilder bei Flickr, sammeln ein paar Zitate, streuen ein paar Videos bei und erstellen, kleine, aber effektive Köder. Diese können beispielsweise mit den Worten „Das hasse ich an SEOs“ beginnen oder auch „30 Merkmale, an denen du erkennst, dass Du zuviel Zeit im Internet verbringt!“

Oftmals werden solche Übersichten schnell im virtuellen Raum verteilt und kommen meistens in der eigenen Nische sehr gut an. Natürlich sollte das Ganze abgerundet sein und kann sinnlose Aneinanderreihung von semantischen Einheiten. Wer aber ein Händchen für solche Sätze hat, kann damit ebenso viralen Content erschaffen, der sich im virtuellen Raum verbreitet.

Das Linkbaiting – Ein Fazit

Natürlich könnte man noch unzählige andere Abarten des Linkbaitings ausmachen, noch mehr Beispiele bringen und ein buntes Paket an Möglichkeit schnüren. Ich denke aber, dass die genannten Hinweise das Feld relativ großflächig abdecken und folglich jeder eine Vorstellung hat, was Linkbaiting bedeutet.

Oftmals wird Linkbaiting negativ verwendet, besagt es doch nur, dass wir massenweise Backlinks generieren und das eben für lau. Ich denke aber, bei guten Inhalten, sinnvollen Meldungen oder wirklich interessanten oder amüsanten Bildern ist das ganze für jeden Leser oder Follower ein absoluter Mehrwert und kann natürlich enorm die Bekanntheit des eigenen Blogs steigern.

Trotz allem ist das wichtigste Kriterium, um auf lange Sicht starke Links zu erhalten, das erstellen von gutem und lesenswertem Content. Denn Inhalte werden gleichermaßen geteilt, verbreitet und durch das Netz gejagt, zwar nicht immer in Laufgeschwindigkeit, doch dafür häufig auf eine lange Zeit.

Also, schreibt Ebooks, kreiert Bilder, dreht Videos und erstellt Tutorials – Mit Sicherheit, die Links kommen von ganz allein.

5 Meinungen

  1. Dorian12-02-2011

    Super Beitrag.Habe ein paar schöne Gedankenanstoesse gekriegt. Freue mich schon auf weitere Beitraege zum Thema.

  2. Jasper12-07-2011

    Ich konnte auf jeden Fall den Feed URL entdeckt, ist die Seite auch bei Facebook zu finden? Ich will gerne auf Facebook auf dem laufenden bleiben.

    • Jonas G.12-08-2011

      Seit wenigen Stunden gibt es die Existenz im Netz nun auf Facebook und unter jedem Beitrag sollte der entsprechende Hinweis stehen :)

      Beste Grüße
      Jonas

  3. Aydin01-22-2012

    im Prinzip ist wohl linkbaiting die tägliche Arbeit von SEO´s und anderen die traffic benötigen…also nichts schlimmes:)

  4. Jonas G.01-23-2012

    Nein, schlimm ist ein Linkbait natürlich nicht :)