Was bedeutet Vertrauen? Ist Trust ein wichtiger Rankingfaktor?

Ist das Vertrauen für eine Website wichtig?Ist die Vertrauenswürdigkeit einer Website wichtig für das Suchmaschinenranking?

Was bedeutet Vertrauen oder „Trust“ überhaupt und inwiefern hängt davon die eigentliche Position in den SERPs ab?

Auf vielen Seiten und Blogs lese ich täglich, dass das Vertrauen einer Seite enorm wichtig sei und irgendwie finde ich im Internet kaum Antworten auf die essentielle Frage, was eben diesen Indikator überhaupt ausmacht.

Grund genug, sich selbst ein wenig schlau zu machen, in den Tiefen des Internets zu graben und zu versuchen, auf diese Frage eine Antwort zu finden.

Ich muss natürlich einräumen, dass ich selbst nur Vermutungen anstelle, schaue, was andere und vor allem Google dazu schreiben und in diesem Zusammenhang eine Übersicht geben möchte.

Also, werfen wir einen Blick auf die Vertrauenswürdigkeit oder auch: Trust als Rankingfaktor?

Was bedeutet Trust überhaupt? Nur ein anderer PageRank?

Wir alle kennen den PageRank, der letzten Endes ein einfacher Indikator ist, wer auf wen verlinkt. Also ein Gefälle der Linkkraft, das die Stärke einer Seite berechnet. Unterm Strich bedeutet es, dass der PageRank einer Seite dann steigt, wenn eine andere auf sie verweist.

Umso höher diese selbst eingeschätzt wird, umso mehr Power wird eben vererbt. Habe ich selbst einen PageRank von 5 und verlinke auf einen anderen Blog, dann sollte dieser bei einem Update oder eben neuen Einstufung ein paar Zähler nach oben klettern und gegebenenfalls mit einer 4 ausgestattet werden.

Hierbei spielt einerseits die Kraft der verlinkenden Seite eine Rolle, aber eben auch die Masse der eingehenden Links.

Dafür gibt es im Internet jede Menge Beispiele und auch ich habe in diesem Blog schon einen Erklärungsversuch unternommen und den PageRank im Zusammenhang mit dem Geld verdienen im Internet beleuchtet.

Kurzum: Der PageRank kann eben auch mit Masse erwirkt werden und ermöglicht letzten Endes auch eine künstliche Beeinflussung, die sogar eine Spam-Seite mit Bestnoten auszeichnen könnte.

Ist ja eigentlich auch klar: Effektives Linkbuilding kann den PageRank maßgeblich in die Höhe treiben.

Der TrustRank funktioniert nach einem ähnlichen Schema, ist aber nicht vollkommen identisch. Der gravierende Unterschied ist, dass Trust nicht durch Masse vererbt wird, sondern eben nur durch das Gefälle von Vertrauen. Außerdem sind die Seiten, die Trust oder eben Vertrauen haben, ausgewählt, ja, handverlesen.

Der Trustrank wird vererbt

Ausgewählte Seiten vererben, nicht die Masse

Denkbar sind hierbei offizielle Seiten; die Präsenz einer Regierung oder die Seite einer großen Zeitung oder eines relevanten Nachrichtensenders.

Gehen wir davon aus, dass eine Affiliate-Seite mit unzähligen anderen eine künstliche Beeinflussung des PageRanks ermöglicht hat; alle verlinken munter im Kreis und werden demzufolge mit einer hohen Einstufung belohnt. Ja, man könnte es treffend mit PageRank-Ringelpietz beschreiben und alle profitieren davon, dass quergeschossen und eben verlinkt wird.

Trust wird jedoch nicht durch die Masse an Links weitergereicht, sondern eben nur durch inhärente Werte selbst transportiert und es wäre notwendig, dass beispielsweise ein großes Nachrichtenportal auf ein Glied der Netzwerk-Kette verlinkt, um überhaupt Trust in die Runde zu werfen.

Das bedeutet also, dass das beschriebene Affiliate-Netzwerk ewig auf sich selbst und immer im Kreis verweisen könnte, der ureigene Trust aber nicht steigen würde, solange kein externer Faktor auf diesen Punkt Einfluss nehmen würde. Solange schlechte Blogs auf andere schlechte Seiten verweisen, würde schlicht und ergreifend überhaupt nichts passieren und sie würden das mangelnde Vertrauen einfach im Kreis spazieren führen.

Ich kann aber leider nicht begründen, aufgrund welcher Faktoren der Trust überhaupt in die Welt kommt, sondern lediglich, wie er funktioniert. Denken wir uns dafür einfach ein paar sehr starke Seiten, das könnten Regierungen sein, aber natürlich ebenfalls Zeitungen oder Marken. Stellen wir uns vor, diese haben ein Vertrauen von 10.

Verweisen diese auf eine andere Seite, vererben sie das Vertrauen und werten somit die andere Seite auf. Davon ausgehend, dass renommierte Medien oder auch Anlaufstellen für Landesregierungen nicht auf irgendeinen Murks verlinken und somit Spam keine Chance hätte, würden eben nur vertrauenswürdige Seiten profitieren.

Das künstliche Aufwerten wird somit eben unterbunden und das Vertrauen setzt einen neuen Indikator für den Wert einer Domain. Mal vom Linkkauf abgesehen…

Das Problem der Vererbung – TrustRank und PageRank

Eigentlich hört sich das doch super an. Der PageRank hat seit Ewigkeiten ein Problem, er ist stark manipulierbar, käuflich und irgendwie sinnlos. Zwar spielt er immer noch eine wichtige Rolle, wenn extern eine Seite oder ein Blog bewertet wird, aber eigentlich ist er hinfällig.

Blogs ranken nicht besser, wenn dieser Wert hoch ist, Seiten sind nicht besser, wenn sie einen hohen PageRank genießen. Ja, eigentlich ist das Ding sinnlos und gilt trotzdem noch als virtuelle Größenordnung. Es ist also zu begrüßen, dass der Trust-Rank dieses Prinzip aufbricht und den langweiligen SEO-Brei ein wenig verändert.

Meiner Meinung nach ändert sich aber de facto nichts. Ja, klar, der TrustRank kann vorab als externe Rolle einen Sinn machen, wirkt er sich doch stark auf bestehende Link-Netzwerke aus. Dennoch beruht er auf dem Prinzip der Vererbung und letzten Endes ist das Ergebnis auf lange Sicht wohl ähnlich.

So sind eben nicht Seiten mit einem hohen PR für das Linkbuilding relevant, sondern eben mit einem hohen TrustRank.Toll…

Doch kommen wir zum Eigentlichen und werfen einen Blick auf die Frage, wie der Trust einer Seite überhaupt ermittelt werden kann und ob er eben als Rankingfaktor gilt.

Trust als Rankingfaktor

Matt Cutts selbst hat auf dem offiziellen Google Blog ein Statement diesbezüglich gegeben. Leider nicht wirklich konkret und auch mit keinen neuen Erkenntnissen, doch lassen wir ihn doch vorab selbst zu Wort kommen.

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Aha. Insgesamt also nicht viel neues, doch ein paar interessante Anregungen. Festzuhalten bleibt also, dass der trustRank kein allgemeingültiger Richtwert ist, der zu messen wäre.

Viel mehr ist er ein Zusammenspiel aus unterschiedlichen Faktoren und auch der PageRank selbst spielt bei der Beurteilung des Vertrauens eine Rolle.

Somit bleibt unterm Strich bestehen, dass der Trust oder eben das Vertrauen seitens Google dann steigt, wenn ein Blog vielen Faktoren entspricht und es bleibt, wie es ist: Eine Vielzahl von Faktoren ist entscheidend für ein gutes Ranking in den Suchmaschinen, wobei das Vertrauen oder eben der Trust selbst eher eine Kennzahl für mehrere, kleine Details ist.

Eine Seite sollte eben relevante Informationen für ihre Besucher bereithalten und keine sinnlose Aneinanderreihung von Links und Querverweisen sein.

Wie kann ich den Trust einer Seite messen? Was sind die Faktoren?

Nun, das ist schwierig zu beantworten und ich kann nur vermuten, was im Bereich des Vertrauens eine Rolle spielt. Dafür nehmen wir einfach ein paar Faktoren an, die scheinbar wichtig sind, um einen hohen Trust-Rank zu bekommen, wirklich messbar ist dieser allerdings nicht.

Entscheidend ist hierbei jedoch, dass Trust nicht genriert, sondern festgelegt wird und eine handverlesene Auswahl von Seiten eben diese Kraft weiterreichen können.

Beim TrustRank-Algorithmus wird eine kleine Anzahl von vertrauenswürdigen Seiten manuell ausgewählt. Diese können dann, ähnlich wie beim PageRank-Verfahren, Vertrauen auf verlinkte Webseiten weitervererben. Die Vertrauenswürdigkeit einer Seite nimmt ab, je weiter sie von den Quellen entfernt liegt. Die Berechnung des TrustRank erfolgt, nach manueller Festlegung der Quellen, automatisch anhand der Linkstruktur, d. h. den Links auf den Webseiten. wikipedia

Allgemein scheinen aber Faktoren wie das Alter einer Domain, die verlinkenden Seiten und ebenso die mediale Präsenz eine Rolle zu spielen. Wie häufig wird über eine Seite gesprochen, wird sie häufig gegooglet und ist sie der Gegenstand des allgemeinen Interesses?

Allerdings könnte man auch die Fragen stellen, die beim Panda-Update die Runde machten, um den äußeren Trust einer Seite zu beurteilen:“Würden Sie dieser Seite in Gesundheitsfragen trauen? Würden Sie dieser Seite Ihre Kreditkarteninformationen mitteilen?“

Natürlich kann somit kein Wert übermittelt werden, der in irgendeiner Weise messbar wäre. Dennoch ist die Bejahung nicht unbedingt ein schlechtes Signal, wenn es darum geht, zu beurteilen, ob eine Seite vertrauenswürdig ist oder eben nicht.

Natürlich schreibe ich hierbei über einen technischen Algorithmus, dennoch sollte klar sein, dass der Versuch zugrunde liegt, die Addition messbarer Werte nicht mehr als allein gültiges Kriterium zu betrachten.

Jedenfalls dann nicht, wenn wir einer Seite Vertrauen, also Trust beimessen.

Trust-Rank als Rankingfaktor – Ein Fazit

Insgesamt ist der Trustrank also ein kleines Bruchstück, das für die Bewertung einer Seite entscheidend ist. Hierbei geht es vor allem darum, dass eine Seite, die ein hohes Vertrauen genießt, wohl in den seltensten Fällen auf einen Spam-Blog verweist und somit den Trust nur an „würdige“ Vertreter abgibt.

Somit ist der Trsut offenkundig nicht nur ein Spielball der Manipulation, kann aber, wie erwähnt, eben durch das Krux der Vererbung eben dennoch beeinflusst werden.

Insgesamt ist das aber natürlich ein sehr interessanter Ansatz, da hierbei viel mehr auf die eigentliche Qualität einer Seite gebaut wird, so jedenfalls die Theorie.

Somit ist das Vertrauen, das Suchmaschinen in eine Seite setzen in jedem Fall ein wichtiger Bestandteil der Rankings, doch welchen Einfluss dieser Faktor selbst hat, bleibt natürlich spekulativ.

Dennoch ist es aber eine sehr spannende Entwicklung, wenn Seiten nicht nur durch ein künstliches, ja, manipuliertes Linkbuilding gelistet werden, sondern eben der eigentliche Content und das Vertrauen ebenso Geltung erfahren.