Was bedeutet Absprungrate – Bounce Rate?

Wenn Blogs analysiert werden, spricht man von ganz unterschiedlichen Werten. Da gibt es Besucherzahlen, Seitenimpressionen und eben auch die Absprungrate (Bounce Rate).

Doch was hat es mit diesem Begriff wirklich auf sich und welche Handlungen führen zum eindeutigen Absprung. Kann man das überhaupt ganz genau beurteilen und wenn ja, wodurch?

In diesem Artikel möchte ich Dir erklären, was es mit der Absprungrate auf sich hat, welche Besucher-Aktionen sie in die Höhe treiben und welche Dinge sie unmittelbar beeinflussen.

Also…, werfen wir einen Blick auf die Absprungrate. Was bedeutet sie und welche Dinge führen zum Absprung eines Lesers?

Was heißt Absprungrate/Bounce Rate?

Was heißt Absprungrate?Die Absprungrate ist eine wichtige Kennzahl für unseren Erfolg im Internet und unseres Blogs, denn sie spiegelt das Interesse der Besucher wider.

Grundsätzlich ist sie ein prozentualer Wert, der angibt, wie viele Leser direkt an unserem Blog abprallen oder sich bei uns verlieren.

Sie meint, dass ein Besucher wirklich nur eine einzige Seite besucht oder eben lediglich einen Artikel liest und danach wieder in den Weiten des Internets verschwindend.

Dabei gibt sie übrigens keinerlei Auskunft, wie lange ein Leser auf unseren Seiten war. Und ja, auch das dreistündige Betrachten einer Einzelseite wäre in der Folge ein Absprung.

Manche Blogger schönen dieses Faktum, indem sie einen Absprung als solchen ignorieren, wenn der Leser eine bestimmte Zeit auf der eigenen Seite verbracht hat. Aber das ist lediglich Zahlenwischerei.

Dennoch ist die Absprungrate insofern wichtig, als dass mehr Seitenaufrufe eben auch mehr potentielle Werbeeinblendungen bedeuten, die durchschnittliche Besuchszeit in die Höhe treiben und natürlich ungemein die Chance auf einen gültigen Adsenseklick oder Affiliate-Link steigern.

Diese Absprung kann mehrere Gründe haben. Beispielsweise…

  • klickt ein Leser umgehend auf den Zurück-Button seines Browsers
  • schließt der Besucher den Browser
  • tippt er eine neue URL in seine Browserzeile und verschwindet
  • klickt der Leser auf ein Werbebanner von uns
  • oder einen externen/ausgehenden Link
  • (ist der Rechner des Besuchers abgeschmiert ;-))

Diese ganzen Dinge haben zur Folge, dass unsere Absprungrate steigt und dem ein oder anderen Webmaster Kopfschmerzen bereitet.

Denn mitunter verfolgt man doch recht unterschiedliche Ziele. So wollen wir die Klickrate auf Adsensebanner maßgeblich steigern und gleichzeitig unsere Besucher auf dem Blog halten. Aber das schließt sich natürlich aus.

Die Absprungrate lässt sich übrigens ganz einfach berechnen, auch wenn nahezu jedes Analyse Tool (bspw. Google Analytics) eine entsprechende Funktion mitbringt.

Absprungrate = Besucher, die nach einem Seitenaufruf gingen / Gesamtanzahl der Besucher

Gehen wir beispielsweise davon aus, dass unser Blog 35.000 monatliche Besucher hat, von denen 22.000 nach nur einem Seitenaufruf wieder in den Weiten des Internets verschwanden. Demzufolge hätten wir eine Absprungrate von  0,62. Oder eben von 62%.

Es sollte klar sein, dass es sinnvoll ist, eine geringe Bounce Rate anzustreben.

Denn umso kleiner diese ausfällt, umso größer scheint das Leserinteresse an unserem Blog zu sein. Dennoch tue ich mich schwer, eine pauschale Antwort darauf zu geben, was denn nun gute Werte sind.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich meine Blogs immer zwischen 60 – 70% einpendeln. Aber auch das hängt ganz stark von der ausgewählten Nische und der Klickfreudigkeit der eigenen Leser und eben Zielgruppe ab.

Außerdem muss eine hohe Absprungrate nicht bedeuten, dass unsere Inhalte uninteressant sind oder die Leser abschrecken. Beobachtet doch einmal das eigene Verhalten und fragt Euch, wie Ihr im Internet unterwegs seid.

Denn der Absprung kann immerhin auch zeigen, dass wir alle relevanten Informationen gefunden habe und keine weiteren Fragen bestehen. Oder etwa nicht?

Dann wäre es sogar seltsam, dass wir noch freudig auf den zahlreichen Unterseiten vorbeischauen und uns noch unzählige weitere Artikel durchlesen. Ich mache das jedenfalls nicht…

Tipp: Im Artikel 28 SEO-Begriffe, die Du kennen solltest, habe ich noch jede Menge andere Begriffe aus diesem Bereich erläutert. Einige sind Dir vielleicht vertraut und andere neu. Einen Blick sind sie aber allesamt wert.


Was denkst Du? Was sind gute Werte bezüglich der Absprungrate? Wie hoch ist die Bounce Rate auf Deinem Blog und was unternimmst Du, um sie in den Griff zu bekommen? Ich freue mich über Deinen Kommentar :-)

5 Meinungen

  1. Klara_Himmel06-27-2012

    Moin SOV ;o)
    Muss doch mal zum Besten geben, dass ich Deine „Ich habe die Erfahrung gemacht“-Einlassungen sehr mag.
    Da muss ich gar nicht mehr immer so Panik haben, dass ich der dööfste aller Blogger bin, wenn ich sehe, dass andere auch so Zahlen haben wie ich.

    So long …

  2. Adrian06-27-2012

    Ich überprüfe die Absprungrate immer mit G Analytics und versuche, diese besonders niedrig zu halten.
    Am Anfang lag ich bei 70% und dachte:
    Waaas, 70% der Besucher verlassenen meine Seite sofort wieder?

    Inzwischen habe auch ich mitbekommen, was bei Google alles als Absprung zählt und das andere Blogs in etwa auch bei den Werten wie ich sind.
    (Im Moment sind es immer zwischen 50 und 60%)

  3. Michael06-28-2012

    Für Blogs mag dieser Wert okay sein, für einen Online-Shop sollte man deutlich darunter liegen, idealer Weise zwischen 1 und 5. Vor allem, wenn man adwords nutzt 😉

  4. sonja06-28-2012

    Mir ist auch aufgefallen, dass die Absprungrate im Tagesverlauf stark variiert. Morgens ist sie relativ hoch (bei 80%) – die Leute haben offensichtlich wenig Zeit zum schmökern – bis zum Tagesende pendelt sie sich dann bei 50% ein. Ich denke aber auch, dass eine hohe Absprungrate nichts über die Qualität der Inhalte aussagt. Denn wenn ich die gesuchten Informationen gleich auf der ersten Seite erhalte, ist das ja im Grunde sehr angenehm für mich als User :-)

  5. Jonas G.07-04-2012

    Liebe Leser, ahoj Folks,

    ja, die Abspungrate ist ein spannendes Thema. Vor allem da sie oftmals recht pauschal gehandhabt wird.

    Ich habe beispielsweise auf diesem Blog über 300 Artikel veröffentlicht – Manche sorgen für einen regelrechten „Bounce-Hype“, weil einfach alles abgedeckt wird und andere laden zum Stöbern ein. Da gilt es, ganz genau hinzugucken.

    @Klara
    Nö…, ich würde behaupten, Du bist nicht doof, sondern pendelst Dich mit Deinen Werten im absoluten, soliden Mittelfeld ein. Hier sind es derzeitig 64%. Aber das finde ich in Ordnung. gerade versuche ich, den Spaß auf 50% zu drücken, aber das ist ein mühsames Unterfangen, da Du Dir jeden Artikel einzeln anschauen solltest.

    nun könnte man krakeelen, dass mehr Klickalternativen den Wert reduzieren. Und ja, das stimmt auch. Allerdings wirkt sich das wiederum auf die potentiellen Adsense-Klicks aus und stellt für mich keinerlei Alternative dar :-)

    @Michael
    Jops, das stimmt. Alles andere würde ich auch nicht als Shop bezeichnen, denn dann wurde eindeutig das Ziel verfehlt.

    @Sonja
    Oh…, das ist ja spannend. Das habe ich noch gar nicht beobachtet. Allerdings ist das natürlich folgerichtig.

    Interessant ist in diesem Zusammenhang vielleicht, dass hingegen die SocialMedia-Kanäle in den Morgenstunden glühen.

    Immerhin ist morgens um 9 Uhr die größte „Tweet-und-Share“-Dichte auszumachen. Auch wenn das natürlich von Seite zu Seite variiert.

    Dennoch ist das ein spannender Aspekt – Es wird eben lieber bei Facebook gesurft und wenn der Chef kommt, wird die Seite fix geschlossen 😉

    beste Grüße