Umsatzsteuervoranmeldung – Fristen, Grenzen und Wissenswertes

Heute möchte ich wieder einmal in den Bereich Steuern und das leidige Thema Finanzamt vorstoßen.

Denn das Verdienen im Internet ist gut und schön, doch leider hängt dabei ein enormer Rattenschwanz an Papierkram mit dran, den wir unbedingt erledigen sollten.

In diesem Artikel möchte ich einmal auf die Umsatzsteuervoranmeldung, die jeweiligen Fristen und natürlich die Fristverlängerung eingehen. Denn fast ein Drittel meiner Zeit geht für solche Dinge drauf und hat mit der Arbeit im Internet recht wenig am Hut.

Also, werfen wir einen Blick auf die Umsatzsteuervoranmeldung, Fristen, Grenzen und die Fristverlängerung…

Was ist die Umsatzsteuervoranmeldung?

Was ist die UmsatzsteuervoranmeldungWer einer selbständigen Tätigkeit nachgeht und zur Abgabe der Umsatzsteuer verpflichtet ist, muss diese zu festgelegten Fristen abführen.

Durch die Umsatzsteuervoranmeldung wird das Finanzamt gewissermaßen darüber informiert, welche Umsatzsteuer schon fällig geworden ist und im Laufe des Jahres abgeführt wurde.

Der Sinn ist, dass wir als Selbständige Zahlungsunfähigkeiten vermeiden können und somit auch das Risiko für den Staat verringern.

Denn eigentlich ist die Umsatzsteuer nur jährlich fällig, wohingegen durch die Voranmeldung schon monatliche und vierteljährliche Zahlungen möglich sind.

Diese werden dann auf die Gesamtlast angerechnet und sorgen letzten Endes dafür, dass am Ende des Jahres nicht horrende Summen auf den Selbständigen warten. Übersichtlichkeit eben.

Allerdings gibt es bestimmte Grenzen, die genau vorgeben, ab welchen Einnahmen und Abgaben die Umsatzsteuervoranmeldung notwendig ist und wer überhaupt zahlen muss.

Grenzen – Umsatzststeuervoranmeldung

Normalerweise ist es vorgesehen, dass Existenzgründer in den ersten zwei Jahren der selbständigen Tätigkeit zur Umsatzsteuervoranmeldung verpflichtet sind. Die Höhe des Beitrags wird dann aufgrund der Umsatzsteuer des Vorjahres berechnet. Im Jahr 2009 wurden diese Grenzen letztmalig aktualisiert und sind seither gültig.

  • Wenn mehr als 7.500€ Umsatzsteuer im Vorjahr abgeführt wurden, muss die Umsatzsteuer monatlich abgeführt werden.
  • Wer unter dieser Grenze, aber über 1.000€ liegt, der gibt seine Umsatzsteuervoranmeldung vierteljährlich ab.
  • Bei einer Umsatzsteuer unter 1.000€ ist man prinzipiell von der Umsatzsteuervoranmeldung befreit und muss lediglich die Jahressteuererklärung abgeben.

Fristen – Umsatzsteuervoranmeldung

Umsatzsteuervoranmeldung - FristenEs gibt natürlich Fristen für die Umsatzsteuervoranmeldung.

Bei der monatlichen und vierteljährlichen Umsatzsteuervoranmeldung gilt, dass sie immer bis zum 10. des Folgemonats abgegeben werden müssen.

Das bedeutet, dass bei einer monatlichen Abgabe für den Monat September, die Abgabefrist der 10. Oktober ist, für den Monat Oktober folglich der 10. November und für diesen Monat logischerweise der 10. Dezember.

Bei der vierteljährlichen Umsatzsteuervoranmeldung gilt auch der 10. des Folgemonats, allerdings ist die Frist nicht frei wählbar.

Und so ist der 10. April für das erste Kalendervierteljahr, der 10. Juli für das zweite, der 10. Oktober für das dritte und letzten Endes der 10. Januar für das vierte Kalenderjahr als Frist für die Umsatzstsuervoranmeldung vorgesehen.

Diese können übrigens elektronisch abgegeben werden und der Postweg ist nicht notwendig.

Dafür ist die Plattform Elster vorgesehen, die es Selbständigen ermöglicht, die Steuererklärung online an das zuständige Finanzamt zu übermitteln.

Dauerfristverlängerung – Umsatzsteuervoranmeldung

Wenn wir als Selbständige zur monatlichen Umsatzstsuervoranmeldung verpflichtet wurden, können wir eine Dauerfristverlängerung auf 0 (Null) beantragen.

Vereinfacht bedeutet das, dass wir die Zahlung einen Monat später leisten müssen. Dabei wird normalerweise ein Zwölftel (1/12) der Umsatzsteuer aus dem Vorjahr fällig, aber dieses Prinzip kann natürlich im ersten Jahr der Selbständigkeit nicht greifen. Deshalb ja auf 0.

So gewinnt man ein wenig Zeit und kann gerade am Anfang ein wenig sortieren, um den Überblick zu behalten.

Die normale Dauerfristverlängerung kann sonst beim zuständigen Finanzamt beantragt werden, also für die monatliche, als auch für die vierteljährliche Umsatzsteuervoranmeldung.

Dabei wird für die monatliche Umsatzsteuervoranmeldung dann allerdings das besagte Zwölftel fällig, das im voraus entrichtet werden muss. Wohingegen bei einer Dauerfristverlängerung für die vierteljährliche Umsatzsteuervoranmeldung keine Sonderzahlung notwendig wird.

Befreiung – Umsatzsteuervoranmeldung

Wenn wir als Kleinunternehmer plötzlich umsatzsteuerpflichtig werden, da wir die magischen Einnahmengrenzen überschritten haben, werden wir normalerweise im ersten Jahr von der Umsatzsteuervoranmeldung befreit.

Das macht auch dahingehend Sinn, als das sich unsere Steuerabgaben aus dem Vorjahr recht schlecht berechnen lassen.

Das bedeutet, dass wir erst bei der Jahressteuererklärung die Angaben bezüglich der Umsatzsteuer machen und daraufhin eine Steuerfestsetzung erfolgt.

Idealerweise berechnen wir unsere potentiellen Abgaben allerdings vorab, sonst kann das für unschöne Überraschungen sorgen und unsere frische Selbständigkeit innerhalb weniger Augenblicke zunichte machen. Deshalb sollte man schon vorab ein wenig Geld auf die Seite legen, das ungefähr die Kosten der anstehenden Zahlung abdeckt.

Eine kleine Übersicht, wie die Umsatzsteuer berechnet wird, ob nun für 7% oder auch 19%, habe ich im Gründerlexikon gefunden.

Befreit ist man von der Umsatzsteuervoranmeldung übrigens auch dann, wenn man im Vorjahr weniger als 1.000€ Umsatzsteuer gezahlt hat, wie ich schon eingangs geschrieben habe.

Die Umsatzsteuervoranmeldung – Fazit

Puh. Irgendwie bekomme ich immer schlechte Laune, wenn ich über solche Themen schreibe.

Ich verbinde damit lange Nächte, in denen ich Zahlenkolonnen addiere und am Ende nicht mehr weiß, ob mein Konto gefüllt, leer oder überhaupt noch mir gehört.

Dennoch gehört es zur Arbeit im Internet und folglich auch zum Leben als Blogger dazu und eine grundsätzliche Auseinandersetzung mit solchen Themen, ist in jedem Fall ratsam. Wer sich vollkommen unsicher fühlt, gibt diese ganzen Aufgaben an seinen Steuerberater weiter und hat diesbezüglich Ruhe.

Dennoch finde ich es sinnvoll, zumindest die grundlegenden Aspekte nachzuvollziehen und zu wissen, wo das liebe Geld plötzlich abbleibt :)

Wenn Du Erfahrungen mit der Umsatzsteuervoranmeldung gemacht hast oder dich schon mal gehörig verschätzt hast und nun die Konsequenzen ausbadest, freue ich mich auf Deinen Kommentar…

3 Meinungen

  1. mabega03-15-2012

    Vielen Dank für die gut aufbereiteten Informationen. Ich kann es kaum glauben, dass fast 1/3 der Zeit für diese administrativen Aufgaben verwendet werden muss.

  2. Jonas G.03-16-2012

    Hallo mabega,

    nun, das hängt mit Sicherheit vom jeweiligen Blogger ab. Ich brauche bloß immer sehr lang für solche Sachen, weil ich mich dann auch recht schnell ablenken lasse. Aber so ist es wohl immer, wenn man keinen Spaß an der Sache hat :)

    schöne Grüße

  3. Cathy04-08-2012

    Da es bei Gründern ein „vorangegangenes Kalenderjahr“ naturgemäß nicht gibt, sah die Praxis bei geringfügigen Überschreitungen in der Vergangenheit so aus:

    Ein Jungunternehmer stellte Anfang 2009 fest, dass er im Jahr 2010 die 17.500-Euro-Grenze überschritten hat.

    Das teilte er dem Finanzamt Mitte 2011 im Rahmen seiner Steuererklärung für 2010 mit.

    Das Finanzamt machte ihn daraufhin ab 2012 umsatzsteuerpflichtig.

    Umsatzsteuer-Nachforderungen für die Jahre 2010 und 2011 waren nicht zu befürchten.

    Habe auch gedacht, jetzt kommt aber die böse Überraschung, :
    Die frühere Verwaltungspraxis wurde allerdings durch ein Urteil des Bundesfinanzhofes (Aktenzeichen: V B 164/06) ins Wanken gebracht. Die Umsatzsteuerpflicht von Kleinunternehmern mit schwankenden Umsätzen setzt demnach automatisch im Jahr nach Überschreiten der 17.500-Euro-Grenze ein. Das gilt selbst dann, wenn die Kleinunternehmer-Grenze im laufenden Jahr voraussichtlich wieder unterschritten wird!

    Es würde eine dicke Nachzahlung für 2011 bedeuten. :-(