Sind Stammleser wichtig für den Blog?

Welche Rolle haben Stammleser für den Blog?

Foto: linhngan / flickr.com

In den letzten Wochen kamen immer mehr Kommentare auf diesem Blog zusammen, auch die Feedabonnenten gingen nach oben und die ersten Menschen folgen mir nun via Twitter.

Das ist gut und ist natürlich ein schönes Signal für mich.

Heißt das doch, dass es reale Leser gibt, Besucher, die sich interessieren und ich nicht gänzlich in der Anonymität agiere.

Die Frage, die sich mir aber stellt, ist, ob Stammleser für den eigenen Blog wichtig sind, vor allem weil sie meistens gar nicht den größten Anteil an Blogeinnahmen haben bezieungsweise vielleicht sogar unwichtig sind, um im Internet Geld zu verdienen.

Deshalb möchte ich versuchen, diese Frage ein wenig zu beleuchten und so ein paar Antworten zu finden.

Die Frage nach der Stammleserschaft

Natürlich könnte ich diese Frage brüsk in wenigen Sätzen beantworten: Ja, Stammleser sind wichtig, um einen funktionierenden Blog aufzubauen.

Ich glaube aber, dass das nur die halbe Wahrheit ist, denn de facto haben sie nur einen geringen Anteil an den monatlichen Besucherzahlen und auch Analytics und Co verkünden einen prozentualen Teil von neuen Besuchern über 80%.

Die Frage ist dahingehend aber interessant, da die Vermarktung des eigenen Blogs natürlich auf verschiedenen Wegen vorangebracht werden kann.

Einerseits könnte ich den Aufbau einer Stammleserschaft enorm forcieren, indem ich beispielsweise einen Newsletter anlegen würde oder könnte für regelmäßige Kommentatoren Gewinnspiele veranstalten. Klar, das würde Besucher auf den Blog bringen, ob diese aber wirklich einen Mehrwert bildeten, weiß ich nicht.

Warum Stammleser eigentlich vollkommen egal sind

Der Hauptanteil meiner Besucher kommt über Google, also über Suchmaschinen. In manchen Wochen nahezu 80%, mal rund die Hälfte und wäre ich im virtuellen Raum gar nicht verlinkt, würden es wohl fast 90% sein.

In einem anderen Artikel habe ich über die Rolle des Longtails für den eigenen Blog geschrieben und erklärt, warum wir eigentlich nur für das Archiv schreiben. das ist mit Sicherheit schade, aber eben ein Hauptbestandteil des Bloggens.

Man schreibt, schreibt, schreibt und erarbeitet sich so einen enormen Fundus an Artikeln, die über die zeit bei Google ranken und Leser bringen. Idealerweise haben wir uns noch ein wenig mit SEO beschäftigt und siehe da, die Leser kommen von ganz allein.

Unterm Strich bedeutet das aber, dass im Eigentlichen die Besucher auch kämen, wenn es keinen einzigen Stammleser im eigenen Blog gäbe.

Denn es ist egal, die Besucher kommen meist aus anderen Quellen und häufig sind es doch auch die zufälligen Klicks, die uns Blogeinnahmen bescheren.

Mal von ein paar Buchempfehlungen abgesehen, die vielleicht wirklich unsere Stammleserschaft ansprechen, sind es doch letzten Endes die anonymen Besucherströme, die das Geld verdienen im Internet überhaupt erst möglich machen.

Denken wir dabei an Banner-Blindness und eben die Tatsache, dass ein regelmäßiger Leser mit der zeit weiß, wie der eigene Blog aufgebaut ist, wo Werbeanzeigen geschaltet sind und welche Artikel bezahlt sind.

Stammleser sind völlig egal

  • Werbeanzeigen sind weniger lukrativ
  • Die meisten Besucher kommen über Suchmaschinen
  • Ein Blog wird auch steigende Zugriffe ohne wiederkehrende Stammleser haben

Warum Stammleser wichtig sind

Aber natürlich ist das nur die halbe Wahrheit, denn eine Stammleserschaft ist in keinster Weise zu verachten. Wiederkehrende Leser haben für den Blogbetreiber, denke ich, vor allem eine motivierende Funktion.

Wenn ich den Eindruck habe, dass zwar alle Zugriffszahlen steigen, immer mehr Menschen Adsense-Klicks bringen und meine Artikel immer häufiger im Internet die Runde machen und trotzdem kein Besucher einen Kommentar hinterlässt, stellt sich schnell Frust ein.

Das ist einfach nur eine natürlich Folge und lässt die eigene Arbeit nichtig, unwichtig und vor allem irrelevant erscheinen. Gerade weil Blogs eine austauschende Konstante haben, ja, gerade weil das überhaupt erst das Web 2.0 ausmacht.

Somit avancieren Stammleser zum sozialen Gefüge im Blogaufbau und sind diejenigen, die wirklich Feedback geben und gemeinsam eine Entwicklung nachvollziehen können.

Angenommen, ich würde das Design eines Blogs grundlegend überarbeiten. Wer würde denn überhaupt konstruktive Kritik abgeben können, Besucher, die gerade durch die Keyword-Kombination ‚endlich Geld verdienen‘ auf meine virtuelle Präsenz gestoßen sind oder Leser, die via RSS oder Bookmarks immer und immer auf meinem Blog mitlesen?

Außerdem hat eine große Stammleserschaft noch einen ganz entscheidenden Vorteil, der weniger mit einem Synonym für Herzwärme oder Motivation zu erklären ist.

Nein, treue Leser sorgen für die ersten Backlinks und Erwähnungen auf anderen Blogs. Zwar wird auf lange Sicht auch geld.de mit Sicherheit über diesen Blog schreiben ;), aber ein passender Empfehlungslink ist in der Anfangsphase nicht nur zu begrüßen, sondern für ein gesundes Wachstum enorm wichtig.

Stammleser sind wichtig, weil…

  • sie für Motivation und Austausch sorgen und somit die eigene Schreibe mit Feedback versorgen.
  • es manchmal wichtig ist, die Meinung von alten Hasen zu hören. Denn es ist wie so oft, die Meinung von Vertrauten ist häufig schwerwiegender.
  • sie für die ersten Backlinks sorgen und ja, auch das ist enorm wichtig für einen Blog.

Stammleser im eigenen Blog – Fazit

Stammleser sind nicht unbedingt wichtig, um einen Blog in den SERPs nach vorne zu bringen, außerdem haben sie keinen wirklichen Einfluss auf das Klickverhalten der anderen Besucher und dennoch sind sie das Salz in der Suppe, da sie einen erfolgreichen Blog letzten Endes ausmachen.

Für mich bedeutet das Bloggen eben nicht, dass ich mich in einer Einbahnstraßen-Virtualität bewege und meinen Output in den Raum werfe, nein, Kommentare, Diskussionen und natürlich Backlinks sind essentiell für den eigenen und natürlich auch meinen Blog.

Nun bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als mich bei meinen bisherigen Lesern zu bedanken und all diejenigen zu ermuntern, die für sich schreiben und auf Kommentare hoffen. Stammleser kommen manchmal erst nach Monaten, aber sie tragen ihren Namen häufig zu recht und sind letzten Endes das, was für mich den Spaß am Bloggen ausmacht.