Mit Split-Tests die Einnahmen steigern – Adsense, Conversion und Co

Wer einen Blog sein Eigen nennt und mit diesem Geld im Internet verdienen möchte, muss sich häufig die Frage stellen, wie er die meisten Blogeinnahmen erzielen kann.

Viele machen dabei aber den Fehler, die erarbeitete Statik nicht mehr aufzubrechen, sondern lediglich auf andere Einnahmequellen zu setzen, ohne Erfolg am Code zu schrauben oder täglich das Gesamtkonzept zu überarbeiten.

Dass das auf lange Sicht natürlich keinen Sinn macht, erschließt sich spätestens dann, wenn wir die Virtualität verlassen und ein kleines Gedankenspiel machen.

Gehen wir davon aus, ich betreibe eine Werkstatt, kümmere mich um meine Kunden und kriege es einfach nicht hin, mein eigenes Geschäft nachhaltig zu monetarisieren. Tja, was soll ich auch machen, rote Zahlen schreibe ich seit Jahren…?

Nun, ich habe ein paar Möglichkeiten: Entweder ich feile an kleinen Details, verwerfe das Ganze und schließe den Laden oder sattel um und verkaufe fortan Eis. Davon ausgehend, dass der Gerichtsvollzieher nicht morgen um die Ecke schleicht, scheint mir die erste Option doch irgendwie eine sinnvolle Alternative darzustellen.

Im Internet begegne ich jedoch andauernd Blogs, Seiten und Online-Shops, die sich bewusst und mit aller Kraft dagegen wehren und entweder die Flinte samt Pulver ins Korn pfeffern oder morgen über Finanzen bloggen und ab nächster Woche alle Kraft ins Thema Softeis stecken.

Doch das macht natürlich keinen Sinn und eine Erklärung erübrigt sich wohl an dieser Stelle.

Das Feintuning der eigenen Seite oder eben Split-Tests

Natürlich gibt es jede Menge zu tun und wir müssen eigentlich nur unsere Ärmel hochkrempeln und an irgendeiner Stelle anfangen. Außerdem haben wir gegenüber dem Werkstatt-Besitzer einen enormen Vorteil, denn wir haben im Eigentlichen die gleichen Chancen wie unsere Mitbewerber und sind in keinster Weise von einem Ort abhängig.

Deshalb möchte ich in diesem Blog-Artikel alle dazu auffordern, die eigene Website oder eben den Blog einmal ohne verklärten Blick und Liebäugelei zu betrachten, denn meistens gibt es ordentlich zu tun. Doch gleichermaßen gewinnen wir eben nichts, wenn wir uns nicht strukturiert mit der eigenen Seite auseinandersetzen.

Deshalb ist es oftmals gut, sogenannte Split-Tests oder auch A-B-Testreihen durchzuführen und sich ausgiebig damit zu beschäftigen.

Mehreinnahmen durch einfache Split-Tests

Eigentlich bedeutet das nichts anderes, als unterschiedliche Variationen der gleichen Thematik an seinen Kunden auszuprobieren, also zu testen. Wir nehmen dazu lediglich ein Ausgangsprodukt, verändern ein oder auch zwei Details und schicken beide Versionen wieder ins Rennen. Oder, um es mit anderen Worten auszudrücken:

[Aufteilung in zwei Gruppen:] Gruppe A und Gruppe B. Entsprechend der Aufteilung der Zielgruppe wird auch das Werbemittel wie z. B. eine Anzeige zweigeteilt produziert: die Originalvariante und eine veränderte Variante.

Anschließend wird bei der Gruppe A das Originalwerbemittel und bei der Gruppe B das veränderte Werbemittel eingesetzt und die Reaktionen verglichen. wikipedia

Um im Bereich des Online-Marketings zu bleiben, können wir uns dafür einfach ein Produkt denken, das auf einer beliebigen Seite angepriesen wird. Jetzt denken wir uns, dass der Button zum Kaufen des Produkts im unteren, rechten Bildteil versteckt ist.

Nun erstellen wir ein komplettes Abbild dieser gedachten Seite, setzen den Knopf in den oberen Bildbereich und lenken gezielt 50% des eigenen Traffics auf eben diese Neuschöpfung um.

Nun müssen wir einfach warten und letzten Endes beobachten, welche Darstellung auf lange Sicht die bestmögliche Conversion einbringt und das Kaufverhalten der eigenen Besucher präzise Überwachen. Idealerweise nutzen wir zum Testen einen langen, aber dennoch überschaubaren Zeitraum.

Doch dafür gibt es keine festen Größen oder eben Zeitvorgaben, ich würde ein Experiment abbrechen, wenn die eine Variante zum Totalabsturz führt, aber ansonsten relativ großzügig planen. Einen Monat, zwei?

Gehen wir doch einfachheitshalber davon aus, dass Seite Numero Uno bei 1.000 Besuchern im Monat ca. 100 Produkte verkauft und pro Handelsabschluss eine Provision von einem Euro einheimst. Das wären also unterm Strich 100€ für den Seitenbetreiber und eine enorme Conversionrate von 10%.

Nach unserem kleinen Split-Test bemerken wir aber, dass die kleine Verschiebung des Kaufbuttons dazugeführt hat, dass plötzlich im gleichen Zeitraum 120 Dinge an den Käufer gebracht wurden, obwohl sich nichts am Besucherandrang verändert hat.

Die Conversionrate wurde mithilfe des Tests gesteigert

Glückwunsch, wir haben durch einen kleinen Test unsere Conversionrate um 1,2% verbessert und so immerhin 20€ mehr verdient.

Was kann ich denn alles testen, um mehr Erfolg im Internet zu haben?

Nun, kurzum: Alles.

Diese Antwort ist bloß leider nicht zielführend und wird wohl wenig zu einer Verbesserung beitragen. Dennoch ist natürlich vieles möglich, wenn auch nicht alles wirklich Sinn macht. Beispielsweise denke ich, dass es eine sehr effektive Methode ist, sich von Außen nach Innen oder auch vom Groben ins Kleine vorzuarbeiten.

Es ist eben eher kontraproduktiv, wenn ich meine Adsense-Anzeigen bis ins letzte Detail optimiere und dann kurzerhand das komplette Layout verwerfe. Dann beginnt die ganze und vor allem monatelange Arbeit nämlich von vorne.

Denn manchmal sind es ganz kleine und fast unmerkliche Eingriffe, die die Conversionrate, Klickrate oder sogar die Verweildauer minimal vergrößern, aber somit trotzdem einen starken Mehrwert bilden.

So stehen wir eben nicht vor dem Problem, dass wir nicht wissen, was wir testen können, um die eigenen Blogeinnahmen zu erhöhen, sondern viel mehr müssen wir überlegen, was überhaupt in Erwägung gezogen werden sollte oder in welchem Bereich wir unsere eigenen Schwachstellen vermuten.

Beispielsweise kann das angesprochene Layout oder meinetwegen die komplette Überarbeitung einer Startseite natürlich schon bei geringem Traffic, also Besucherströmen, einen essentiellen und vor allem messbaren Unterschied machen.

Ja, denn sogar bei 100 Besuchern wird ersichtlich, wie sich diese bei groben Änderungen verhalten und ob diese eben eher sinnvoll oder eben für die Katz waren.

Kleinere Änderungen jedoch, wie beispielsweise das Verändern der Schriftgröße, das Hervorheben eines Satzes oder eben auch das Verrücken des eigenen Verkauf-Buttons, machen aber erst ab einem bestimmten Besucherstrom wirklich Spaß und schlagen sich auf die möglichen Blogeinnahmen nieder. Ansonsten brauchen wir länger, um verfälschte Ergebnisse zu bereinigen oder einzelne Testreihen bis ins Unendliche geführt werden müssten.

Ich habe einen Split-Test abgeschlossen und jetzt?

Gehen wir einfach davon aus, dass ein paar Monate ins Land gezogen sind, wir durch die simple Umstrukturierung unsere Conversionrate erhöht haben und zufrieden auf die eigenen Blogeinnahmen blicken oder den Kontostand im Affiliate-Netzwerk unseres Vertrauens liebevoll begutachten. Schön…

Doch leider habe ich bis dato die Erfahrung gemacht, dass das Ganze ein unendlicher und fortwährender Prozess ist. Beispielsweise habe ich meinen Adsense-CTR in diesem Blog durch ein paar Layout-Veränderungen derzeitig arg in den Keller verfrachtet. Durch einige Testläufe konnte ich das Gröbste allerdings mittlerweile abwenden, doch gibt es auch hier noch jede Menge Potential.

Wer also nach einem erfolgreichen Split-Test eine Anzeige, Darstellungsform oder Begrüßungsformel optimiert hat, sollte vorerst versuchen, diese weiterhin zu verbessern und gleich im Anschluss mit einer neuen Variante zu vergleichen.

Wenn wir an das erste Beispiel denken, könnten wir nun den Kaufbutton vielleicht am rechten Außenrand positionieren, die Schriftfarbe ändern oder andere Details angleichen und abermals schauen, was passiert.

Wenn einem wirklich die Ideen ausgehen, inwiefern das nun noch zu verändern sei oder eben keine Optimierung mehr fruchtet, heißt das noch lange nicht, dass wir wirklich fertig sind. Hey, schaut auf Eure Blogs oder Onlineshops, ich denke, es gibt mehr als einen Kaufbutton :)

Ich selbst konnte die Klickrate einer Google-Adsense-Anzeige auf einer Seite mit ewigem Hin und Her und eben dem ein oder anderen Split-Test von 0,5% auf 3,3% erhöhen. Dabei ging es aber um ein Zusammenspiel von Farbe, Schriftart und eben den umgebenden Elementen.

Zwar kommt das nicht an einen reinen Adsense-Blog heran und ist mit Sicherheit nicht Weltklasse, zeigt aber auf, dass enormes Potential in fast allem schlummert.

Plugins und Tools für erfolgreiche Split-Tests

Morgen, also im direkten Anschluss an diesen kleinen Beitrag, der in die Thematik des Split-Testings einführen soll, möchte ich noch ein wenig stärker ins Detail gehen und Möglichkeiten und WordPress-Plugins zum Thema vorstellen und anhand einzelner Beispiele das Ganze noch ein wenig mit Zahlen und Werten untermauern.

Doch vieles ist gar nicht so schwierig, einfach ein wenig an der eigenen Seite herumspielen und nach und nach alles verbessern und in keinem Fall die Werkstatt dichtmachen, bevor auch nur die Möglichkeit in Erwägung gezogen wurde, einen Split-Test zu machen.

1 Meinung

  1. Dominik Kohn12-03-2011

    Vielen Dank für den Artikel.

    Ich verdiene schon seit 2009 mein Geld 100% über das Internet und bin immer auf der Suche nach neuen Techniken.

    Man muss sich wirklich immer wieder motivieren, um am Ball zu bleiben, sonst ist man ganz schnell weg vom Fenster.

    Geschafft habe ich es mit diesem PDF: http://bit.ly/qOU0bC

    Vielen Dank
    Dominik Kohn aus Bolivien