Hilfe! Spam-Kommentare in WordPress: Plugins und Co

Als ich heute morgen in mein Dashboard schaute, war ich angenehm überrascht, denn fast 80 Kommentare wurden hinterlassen und sogar ein Pharmaunternehmen hatte sich unter meinen Blog-Artikeln verewigt.

Nicht nur einmal, nicht zweimal, sondern unzählige Nachrichten warteten auf ihre Freischaltung.

Schade nur, dass es sich bei fast allen um leidliche Spam-Kommentare handelte und Money, Pharmacy und Geld über Nacht waren dann doch keine treuen Leser, hatte ich doch schon über meinen Einstieg ins Apotheker-Gewerbe sinniert.

Da muss man etwas tun, dachte ich und habe in den Weiten des Internets nach Möglichkeiten gesucht, den lästigen Spam-Kommentaren unter WordPress zu Leibe zu rücken. Nieder mit dem Kommentar-Spam heißt die Devise und ich bin fündig geworden!

Warum gibt es Kommentar-Spam?

Spam unter WordPressNormalerweise sind die Kommentare, die sich am Fuß eines jeden Blog-Artikels sammeln auf nofollow (wikipedia) gestellt, was bedeutet, dass eigentlich kein Mehrwert für den Nutzer, der eine Nachricht hinterlässt, besteht.

Dennoch gibt es ein paar interessante Aspekte, die das Ganze natürlich für das Linkbuilding interessant machen. Denn manche Blogs haben sich entschieden, den nofollow-Tag zu entfernen und natürlich gibt es Suchmaschinen, die das Kürzel geflissentlich ignorieren.

Außerdem denke ich, dass Google trotzdem einen Backlink wertet und auch nofollow-Links gehören wohl zu einer gesunden und vor allem natürlichen Struktur.

Nichtsdestotrotz haben Kommentar-Spammer natürlich reagiert und werfen schlicht und ergreifend die Links direkt in das Kommentarfeld, was eventuell Traffic und eben auch Links generiert. Dass das ätzend und vor allem nervtötend ist, muss wohl keinem Blogger erklärt werden.

Deshalb möchte ich nun ein paar Maßnahmen, Codeschnipsel und Plugins vorstellen, um Spam-Kommentaren unter WordPress effektiv die Stirn zu bieten.

Kommentare auf nofollow stellen

Nun kann man darüber streiten, ob es sinnvoll ist, denn immerhin schreckt man so vielleicht auch die Stammleserschaft ab, denn immerhin schreibt und schreibt sie munter Kommentare und bekommt dafür nicht einmal einen Backlink aus dem Kommentarbereich, dennoch ist es eine erste und vor allem effektive Maßnahme, um starken Kommentar-Spam schon vorab zu verhindern.

Ich muss sagen, dass ich diese Aufregung um das nofollow-Tag eh nicht verstehe, denn ein Kommentar ist eine Meinung und entweder äußere ich diese oder eben nicht. Dafür muss es kein Leckerli geben, denn auch wenn ich einen Leserbrief im Regionalanzeiger veröffentliche, werde ich nicht vom Chefredakteur gestreichelt.

Ich habe mich deshalb dazu entscheiden, in diesem Blog generell keine Backlinks aus den Kommentarfeldern zu gestatten, das ist mir einfach zu mühsam. Wenn jemand einen guten Inhalt generiert, dann bekommt er den Backlink nämlich trotzdem und zwar direkt aus dem Blog-Artikel, dafür muss ich mich nicht via Kommentar bedanken.

Wie gesagt, stellt WordPress mittlerweile standardmäßig alle Kommentare auf nofollow, wer das aber ändern möchte oder Unstimmigkeiten bei der eigenen Installation findet, kann auf ein paar Möglichkeiten zurückgreifen und somit Spammer in die Schranken weisen.

WordPress – Kommentare: nofollow manuell setzen

Eine Möglichkeit, um das nofollow-Tag aus dem Kommentarbereich zu verbannen, ist der manuelle Eingriff. Dafür suchen wir einfach die comment-template.php auf unserem Server (Wird nicht im Dashboard angezeigt) und suchen den folgenden Codeschnipsel:

$return = "<a href='$url' rel='external nofollow' class='url'>$author</a>";

Hier können wir einfach die Erweiterung external nofollow ergänzen oder eben löschen, das ist jedem selbst überlassen.

Nun gibt es aber Blogger, die ungern in den eigenen Core-Dateien herumspielen und außerdem müsste bei dieser Methode immer nachjustiert werden, wenn es ein WordPress-Update gibt. Ich finde das nicht unbedingt zeitaufwendig, möchte aber noch eine Möglichkeit zeigen, die ich auf dem Blog gordonzube.com gefunden habe.

Wir verwenden einfach den verlinkten Codeschnipsel und fügen diesen manuell in unsere functions.php ein (Design – Editor – functions.php).

Aber natürlich ist das auch mit einem Plugin zu realisieren und das macht in diesem Fall sogar Sinn, vor allem weil wir hier ein paar interessante Anwärter haben, die es uns erlauben ein wenig differenzierter auszugrenzen und unter bestimmten Umständen doch einen Backlink zu spendieren, der nicht auf nofollow gesetzt ist.

WordPress – Kommentare: nofollow per Plugin setzen

Ich habe viele Möglichkeiten gefunden, um das nofollow-Tag mittels Plugin zu beeinflussen, dennoch möchte ich an dieser Stelle lediglich zwei Möglichkeiten vorstellen, die mehr sehr gut gefallen haben, denn eigentlich geht es ja um Spam-Plugins und nicht nur um das nofollow-Tag.

  • Plugin: NoFollow Free

Das Plugin NoFollow Free gefällt mir, weil es schlicht und ergreifend das macht, was es soll und zwar bei bestimmten Bedingungen einfach umschalten und das nofollow zu streichen. Und so ist es möglich, dem Plugin vorzugeben, ab welcher Kommentar-Anzahl die Ergänzung wegfällt.

Das macht insofern Sinn, dass ab – sagen wir 10 – regelmäßigen Kommentaren wohl keine Spam-Gefahr mehr von einem potentiellen Leser ausgeht und dieser darf natürlich gern einen Backlink einstecken. Es geht ja bloß darum, dass Spam unterdrückt wird und vor allem in einem erträglichen Ausmaß erfolgt.

  • NFCBC SEO Plugin Add-on

Dieses Plugin hat zwar einen sehr unschönen Namen, erweitert aber die eigene Admin-Oberfläche sinnvoll. Es macht dabei nichts weiter, außer unter dem eingehenden Kommentaren zwei neue Buttons darzustellen, die es ermöglichen, von Beitrag zu Beitrag unterschiedlich zu reagieren.

Nofollow für Kommentare nutzen

So können klare Spammer, die nur einen Link abgreifen wollen weiterhin mit nofollow gestraft und alle anderen mit einem Backlink belohnt werden. Hierbei bietet es sich natürlich an, schon vorab den nofollow-Tag zu entfernen und dann nur noch bei Störenfriede die Plugin-Keule hervorzuholen.

Wie gesagt, soll es jedoch bei diesen Plugins bleiben, um noch ein paar Plugins zur Spambekämpung unter WordPress vorzustellen.

WordPress – Kommentarspam: Hilfreiche Plugins

Nun hbae ich beschrieben, wie man die Links im Kommentarbereich ganz einfach auf nofollow setzt, um eben keinen Anreiz mehr für Spammer zu bieten.

Das ist zwar eine schöne Maßnahme, aber die meisten Spamkommentare fliegen automatisch in Euren Blog und es ist vollkommen egal, ob ihr manuell auf nofollow umgestellt habt oder eben nicht. Denn Links gibt es trotzdem und bei ganz aggressiven Kommentatoren geht es wohl eher um den zusätzlichen Traffic, der dadurch produziert wird. Vor allem starkfrequentierte und große Blogs müssen wohl mit Traffic-Spam rechnen.

Deshalb gibt es immer mehr Plugins, die dem Kommentar-Spam den Kampf angesagt haben.

  • Akismet

Gegen Spam mit AkismetDieses Plugin sollte fast jedem bekannt sein, ist es doch standardmäßig in jede WordPress-Installation integriert und schon von Anfang an da. Meines Erachtens ist dieses Plugin auch schon eine sehr gute Lösung, doch gibt es hierbei leider ein Problem mit dem Datenschutz.

Akismet überliefert nämlich die einzelnen Kommentare an externe Server, die in den Staaten stehen und deshalb muss explizit auf das Verwenden einer solchen Lösung hingewiesen werden. Außerdem wurde bei diesem Plugin häufig bemängelt, dass es doch sehr viele Kommentare als Spam deklariert, die eigentlich von realen Menschen stammen und de facto einen Mehrwert bieten.

Wem das aber alles zu nervenaufreibend und mühsam ist, kann aber glücklicherweise auch noch auf Alternativen zurückgreifen.

  • Antispambee

Spamm bekämpfen mit antispambee

Das Plugin antispambee möchte ich gar nicht großartig beschreiben, denn was es tut, sollte klar sein und steht natürlich auch ausführlich auf der verlinkten Zielseite. Für mich ist der entscheidende Punkt, dass das Ganze datenschutzkonform ist, da ich schlicht und ergreifend keine Lust auf Ärger habe.

Jedenfalls nicht, wenn er sich mittels minimalem Aufwand verhindern lässt. Außerdem ist die Nutzung für den Blogger viel unbeschwerter, da keinerlei Registrierung erforderlich ist.

  • Spam durch Captcha-Plugin unterbinden

Eine weitere Möglichkeit, um sich vor Spam-Kommentaren zu schützen, ist natürlich die Verwendung eines Captchas. Das bedeutet lediglich, dass fortan unter dem eigenen Kommentarbereich ein kleines Bild, eine Rechenaufgabe oder Buchstabenkombination auf den Besucher wartet und richtig gelöst werden muss, um einen Kommentar abzusenden.

Ich halte diese Möglichkeit für eine sehr effektive, aber nicht unbedingt förderliche und deshalb sollte jeder Blogger das für sich entscheiden und prüfen, ob er es sinnvoll findet.

Oftmals habe ich mich schon mit unscharfen Bildern, falschen Rechenaufgaben und ähnlichen Dingen herumgeschlagen, was eher dazu führte, dass ich einfach gar nicht mehr kommentiert habe. Solche Stolpersteine sind also für Spam-Bots sehr sinnvoll, können aber gleichermaßen die eigenen Leser verärgern.

Wer es aber dennoch auf diesem Weg lösen möchte, ist mit SI Captcha Anti-Spam sehr gut beraten.

Spam-Kommentare unter WordPress – Ein Fazit

Spammer sind dreist - 14 Kommentare in 3 StundenPuh!Jetzt sind wir am Ende angekommen, haben ein wenig im Spam-Sumpf gewühlt und hoffentlich ein paar Ideen, wie wir nutzen können.

Ich habe beim Verfassen des Artikel mal alle Plugins deaktiviert, die bei mir den Spam eingrenzen und finde das Aufkommen relativ erschreckend, doch zeigt es natürlich, dass ein paar Maßnahmen zur Spam-Bekämpfung ergriffen werden sollten.

Dieser Blog-Artikel hat mich vier Stunden Arbeit gekostet und immerhin wurden in diesem Zeitraum fast 15 Spam-Kommentare abgegeben. Nervig und eben nicht nötig, jedenfalls nicht immer.

Außerdem hoffe ich, dass jeder mit den vorgestellten Lösungsansätzen etwas anfangen kann und seinen Weg findet, um effektiv mit dem Kommentar-Spam unter WordPress umzugehen.

Solltest Du allerdings noch einen Vorschlag haben, wie man lästige Spam-Bots effizient bekämpfen kann, immer her damit, ich suche weiter nach sinnvollen Ergänzungen.

7 Meinungen

  1. Thomas Rith12-23-2011

    Hallo Jonas,

    ich konnte den Spam mit dem Captcha erfolgreich bekämpfen. Dem hier: Captcha.

    Das schöne ist, kurz nachdem es doch mal wieder einer schafft, kommt recht fix ein Update und es ist wieder Ruhe. :)

    Diese Spamroboter ist echt nervig… ^^

    Wünsche Dir frohe Festtage.

    Thomas

  2. Philip Ohm12-28-2011

    Hallo Jonas,

    ich hatte über Weihnachten auch große Probleme mit Spam-Kommentaren. Da wurden dann stündlich bis zu 10 Kommentare verfasst, welche ausschließlich Keyword-Links enthielten. Ich gehe auch davon aus, dass diese automatisch erstellt wurden, da sie sehr lang waren. Habe mich dann auch schlau gemacht und habe mich für Antispambee entschieden und schon wars vorbei damit.Also kann ich dieses Plugin nur empfehlen.

    Lg

    Philip

    • Jonas G.01-02-2012

      Ja, über Weihnachten ging es auch hier enorm zur Sache, glücklicherweise habe ich das Ganze aber mittlerweile ganz gut im Griff und alles läuft rund. Spam nervt eben gewaltig.

      beste Grüße

  3. meisterleise04-29-2012

    Danke für diesen Artikel!

    Seit vorgestern kommen plötzlich tonnenweise Kommentare rein. Ohne Sinn und Verstand, sogar BLINDTEXT. 😮

    Das hat mich kalt erwischt muss ich sagen. Vereinzelte Spams kannte ich ja schon, aber 20 Spams/Tag machen einen schon echt wütend. Zumal diese Mails so sinnlos sind.
    Als Webadresse ist immer irgendeine Facebook-Seite angegeben. Ich liebe Facebook (ironie).

    Habe nun antispambee installiert. Der Testzeitraum ist ja noch etwas frisch, aber es scheint schon jetzt seinen Dienst zu tun.

  4. Lukas05-18-2012

    Eine eigentlich sehr spannende Frage ist der Ressourcenverbrauch dieser Plugins. Es wäre zum Beispiel interessant zu erfahren, welche Lösung am wengisten die Seitenladezeit verlängert.

    • Jonas G.05-21-2012

      Hallo Lukas,

      vielen Dank für diese spannende Anregung. Das werde ich einmal in einem Artikel gesondert untersuchen.

      besten Dank und lieben Gruß

  5. Jan06-24-2012

    Hallo,
    vielen Dank für den Artikel und die enorme zeit die du damit aufgewendet hast. Ich denke mit Antispambee bin ich nun endlich auch auf der sicheren Seite.