Die Sichtbarkeit einer Seite – Probleme und Bedeutung

Wer einen Blog oder eine Seite betreibt, schlägt sich mit jeder Menge Kennzahlen rum und spätestens, wenn wir die Qualität einer Webseite beurteilen wollen, wird es unübersichtlich.

Da gibt es den PageRank, der die Verlinkung einer Seite repräsentiert, weiterhin die Autorität einer Seite, die ihre Wertigkeit umschreibt und außerdem die Sichtbarkeit.

Doch was heißt das überhaupt, wer beurteilt, ob meine Seite sichtbar ist oder eben nicht und welche Dinge können wir aus diesen Kennzahlen ablesen?

Braucht man überhaupt eine hohe Sichtbarkeit, um erfolgreich zu sein oder wie kann man diese messen und welche Probleme gibt es mit der Sichtbarkeit einer Seite?

Was bedeutet Sichtbarkeit?

Was bedeutet Sichtbarkeit?Die Sichtbarkeit einer Seite sagt aus, wie stark und vor allem häufig diese in den Suchergebnissen vertreten ist.

Es ist also eine Kennzahl, die anzeigt, wie viele Unterseiten indexiert sind und auf welchen Positionen diese in den Suchergebnissen ranken.

Dabei werden jede Menge Suchfragen ausgewertet, überprüft wo die jeweilige Domain diesbezüglich rankt und auf dieser Grundlage ein Wert gebildet: Der Sichtbarkeitsindex eben.

Dieser ist meistens eine Zahl zwischen Null und einer Unendlichkeit.

Das bedeutet also, dass ein Projekt eine erhöhte Sichtbarkeit hat, umso mehr Keywords aus dem festgelegten Fundus abgedeckt wurden. Um das zu veranschaulichen, können wir das Ganze aber auch vereinfachen.

Gehen wir davon aus, ich lege die Schlagworte Geld, Blog, Selbständigkeit, Internet und SEO fest und nehme sie als Grundlage für die Berechnung der Sichtbarkeit. Wer also zu diesen Keywords gut in den Suchergebnissen dasteht, bekommt einen Punkt, wer nicht auftaucht, wird einfach ignoriert.

Irgendeine Seite befasst sich grundsätzlich mit dem Bloggen und rankt dafür auf Position eins der Suchergebnisse. Wir geben ihr den Wert 1 auf einer Skala zwischen 0 und 5.

Irgendwann schreibt dieser Blog noch einen Artikel über das Geld verdienen mit einem Blog und steigt auch zu diesem Keyword in die Suchergebnisse ein. Aber lediglich auf Position 10. Wir registrieren das und vergeben dafür eine lockere 0,1. Nun erhalten wir durch die Addition beider Werte einen Sichtbarkeitswert von 1,1 – Zu den Suchworten Geld und Blog.

Natürlich greifen Tools, die die Sichtbarkeit berechnen, auf einen viel größeren Wort-Fundus zurück, aber das ungefähre Vorgehen ist folglich sehr ähnlich.

Ursprünglich wurde der Sichtbarkeitsindex von Sistrix geschaffen und gilt seither als Kriterium, um eine Seite im Internet zu bewerten.

Dabei werden rund 250.000 Suchbegriffe ausgewertet und das jeweilige Ranking der abgefragten Seite mit einbezogen.

Per Definition sieht das dann so aus:

Derzeit werden die ersten einhundert Treffer von rund einer viertel Million deutschsprachiger Keywords überwacht, was jede Woche 25 Millionen Datenpunkte ergibt. Der Sichtbarkeitsindex wird berechnet aus der Platzierung einer Domain bei den überwachten Keywords, aus der zu erwartenden Klickrate aufgrund der Positionierung sowie aus dem Wert des Keywords (der erwartete Traffic für die jeweilige Suchphrase). Quelle

Entscheidend ist allerdings, ob wir es mit einem starken oder eben schwachen Schlagwort zu tun haben und natürlich, ob wir die Spitzenposition zu diesem Keyword einnehmen oder irgendwo am Bodensatz des Rankings herum pilgern.

Erinnern wir uns an das Beispiel, macht es eben einen Unterschied, ob das Keyword Geld eine starke Position einnimmt oder bloß durch Zufall im Subtext mitschwingt und unsere Bewertung würde jedes Mal anders ausfallen.

Folgender Screenshot zeigt die Sichtbarkeit dieses Blogs laut dem Sichtbarkeitsindex von Sistrix.

Die Sichtbarkeit einer Seite

Mittlerweile ist die Bewertung von Sistrix nicht mehr die einzige Möglichkeit und eine Vielzahl von Unternehmen hat ihren ganz eigenen und individuellen Sichtbarkeitsindex geschaffen.

Hierbei schwanken die Werte allerdings enorm und gerade beim direkten Vergleich, sollte man sich auf ein Tool festzulegen und nicht Äpfel gegen Birnen antreten lassen.

Denn es fällt auf, dass die Sichtbarkeit einer Seite recht unterschiedlich bemessen wird. Das hängt einerseits von den ausgewählten Keywords selbst, aber natürlich auch von der grundlegenden Skala ab.

Diesem Blog wird beispielsweise eine Sichtbarkeit von 0,04 bei Sistrix bescheinigt und Xovi (unten) vergibt solide 11,51 Punkte auf der hauseigenen Skala.

Die Sichtbarkeit einer Seite

Die grundsätzliche Berechnung ist aber immer die selbe und gibt eben aus, wie häufig eine Seite zu unterschiedlichen Keywords vertreten ist und inwiefern sie über die ausgewählten Begriffe in den Suchmaschinen gefunden wird.

Interessant ist nun, welche Aussagekraft so eine Kennzahl hat und ob die Sichtbarkeit überhaupt ein brauchbarer Indikator ist, um den Erfolg einer Website zu bemessen.

Denn klar ist, dass die Sichtbarkeit umso höher ist, umso mehr Keywords abgedeckt werden.

Betreibe ich einen Onlineshop für Ostereier und ranke für alle relevanten Schlagwörter, kann ich wohl kaum das Suchwort Geld verdienen im Internet abdecken und schneide mitunter schlechter ab, als ein gewöhnlicher Blog, der über Gott und die Welt schreibt.

Dennoch kann mein Oster-Shop wunderbar funktionieren und jede Menge Besucher und Einnahmen anspülen.

Dazu ein Beispiel:

Gehen wir davon aus, wir bemalen tagtäglich eine Klingel in Berlin. Wir nehmen dafür rote Farbe und arbeiten uns jede Woche durch eine andere Straße der gigantischen Hauptstadt.

Davon ausgehend, dass Farbe niemals trocknet, steigt also tagtäglich die Wahrscheinlichkeit, dass wir einem Passanten begegnen, der rötliche Fingerkuppen hat.

Nach einigen Jahren trägt vielleicht jeder Zehnte unseren Pinselstrich unter den Nägeln. Und irgendwann fällt das auch allen anderen Berlinern auf – Wow, unsere Sichtbarkeit ist enorm gestiegen.

Natürlich können wir unseren Erfolg maßgeblich beeinflussen.

Beispielsweise können wir Klingelschilder von stark besuchten Einrichtungen bevorzugen und leere Hinterhöfe meiden. Die schnellere Verbreitung wäre eine logische Folge und somit würden wir eine erhöhte Sichtbarkeit unserer Farben provozieren.

Auf einen Blog bezogen, könnte ich jetzt also behaupten, dass meine Sichtbarkeit steigt, umso mehr thematische Schwerpunkte ich abdecke.

Aber vielleicht ist das gar nicht mein Ziel und ich möchte lediglich meine Nische abdecken – Ob nun zum Thema Osterei oder Bonsai als Hobby…

Das Problem mit der Sichtbarkeit

Das Problem mit der SichtbarkeitWir haben uns klecksend durch die Hauptstadt bewegt und dabei das gleiche Problem, wie eine Seite oder eben ein Blog im Internet.

Denn einerseits hat zwar fast jeder Passant rote Finger, aber auf der anderen Seite haben wir keinen aussagekräftigen Wert, der wirklich etwas über den Ursprung dieser Farbe aussagt.

Denn welche Türen haben wir beschmiert, welche Klingelschilder wurden genutzt und welche Türen geöffnet? Wie viele Menschen kamen zielgerichtet auf eine Seite und was haben sie dort getan?

Die Sichtbarkeit einer Seite ist somit ein Faktor, der mit Vorsicht genossen werden muss. Aber das gilt eh für alle Indikatoren.

Denn die Sichtbarkeit sagt weder etwas über die Qualität, noch über die realen Besucherströme einer Seite aus und kann folglich nur als Richtwert angenommen werden.

Zwar habe ich im Internet gelesen, dass ein Sitrix-Wert von 3 mit einem Besucheransturm von 100.000 im Monat gleichzusetzen sei, doch erscheint diese Aussage natürlich vage und klappt meines Erachtens nur in hohen Gefilden. Das liegt daran, dass ich eine solche Schnittmenge lediglich über die reine Masse erahnen kann und eben nicht bei Worten, die gar nicht in der Datenbank eines Sichtbarkeit-Tools verortet sind.

Wenn diese Vermutung richtig ist, wäre sie natürlich sehr spannend. Allerdings kann eine Seite auch 100.000 Besucher erhalten und einen viel schlechteren Wert bescheinigt bekommen, da die Suchphrasen mitunter gar nicht auftauchen.

Erinnern wir uns daran, dass Sistrix 250.000 Keywords für die Berechnung auswählt, erscheint das auf den ersten Blick natürlich recht viel. Aber eigentlich ist es nur ein klitzekleiner Bruchteil aller möglichen Suchanfragen, auch wenn die ausgewählten Schlagwörter vielleicht eine hohe Relevanz haben.

Zur Veranschaulichung noch eine kleine Grafik über diesen Blog. Immerhin kamen in den letzten 5 Monaten Besucher mit rund 10.000 verschiedenen Keyword-Kombinationen auf diese Seite und ich muss schweren Herzens einräumen, dass sie enorm klein und unbedeutend ist. Jedenfalls im Vergleich zum weltweiten Internet…

Unterschiedliche Keywords

Wie kann ich die Sichtbarkeit messen

Was sagt uns das?Die eine Sichtbarkeit gibt es überhaupt nicht und deshalb kann ich sie auch nicht repräsentativ messen.

Ich kann allerdings auf verschiedene Tools zurückgreifen, um die Sichtbarkeit meiner Seite mitzuverfolgen. Ich halte in diesem Zusammenhang recht wenig von den eigentlichen Zahlen, aber eben doch von der Entwicklung, die wir aus ihnen ablesen können.

Denn ob ein Blog nun 3, 10 oder auch 150 Punkte bekommt, hängt maßgeblich von den einzelnen Unterseiten ab, die zu bestimmten Keywords ranken.

Als Qualitätsmerkmal würde ich also von einer Einschätzung über den Sichtbarkeitsindex abraten. Dennoch kann man mitunter sehr schön die Entwicklung einer Seite mitverfolgen und auch einschätzen, wie sich das ein oder andere Projekt entwickelt.

Ich selbst nutze dafür zwei verschiedene Tools, den Sichtbarkeitsindex von Sistrix und gleichermaßen den Kalkulator aus dem Hause Xovi.

Beide Varianten zeichnen sich dadurch aus, dass sie kostenlos sind und somit jedem zur Verfügung stehen. Allerdings lassen sich natürlich präzisere und aktuellere Ergebnisse abfragen, wenn wir uns für die kostenpflichtige Variante entscheiden.

Für eine schnelle Einschätzung reicht die Gratis-Abfrage aber allemal, aber mit Sicherheit nicht für die grundlegende und detaillierte Analyse einer Webseite.

Die Sichtbarkeit einer Seite – Fazit

Was bedeutet Sichtbarkeit?Vor wenigen Jahren war es noch so, dass der PageRank einer Seite das Maß aller Dinge war.

Hierüber konnten Webmaster beurteilen, ob eine Seite gut oder eben schlecht ist. Zwar gibt es das Problem immer noch, aber mittlerweile ist der PR bloß noch eine Konstante von vielen und niemand misst ihm noch eine übergeordnete Bedeutung zu. Allenfalls noch für den Linkverkauf und bezahlte Artikel.

Wer im Internet aktiv ist, sucht aber ständig ein Mittelchen, um Seiten, Domains und andere Projekte zu bewerten.

Denn nur so können wir überhaupt einen Vergleich ermöglichen, der für den Aufbau von Backlinks, bezahlte Artikel oder auch den Domainhandel von übergeordneter Wichtigkeit ist.

Die Folge war, dass der Sichtbarkeitsindex zum neuen Stern am SEO-Himmel avancierte und eine schöne Möglichkeit darstellte, um die Attraktivität eines Blogs oder einer Seite zu erahnen.

Dennoch verhält es sich mit ihm, wie mit allen Messlatten: Sie zeigen nur einen Teil der Wahrheit und eine hohe oder geringe  Sichtbarkeit ist nicht unbedingt deckungsgleich zum wirklichen Potential einer Webseite. Denn vielleicht wollen wir ja gerade einen Ostereier-Shop :)

Es ist also sinnvoll, mehrere Kennzahlen mit einzubeziehen und dann darf auch der verstaubte PageRank nochmals vom Dachboden geholt werden und als einer von vielen Faktoren gelten.

Wenn Du selbst schon Erfahrungen mit der Sichtbarkeit gemacht hast, die Situation ganz anders beurteilst oder noch ein schönes Tool kennst, dass die Sichtbarkeit einer Seite bewertet, freue ich mich über Deinen Kommentar :)

3 Meinungen

  1. Ein sehr gut recherchierter Artikel, vielen Dank!

    • Jonas G.03-13-2012

      Danke für die Blumen :)

  2. Joachim05-15-2012

    Hallo,

    das ist wirklich ein toller und leicht verständlich geschriebener Artikel! Ich werde mich demnächst mit der Sichtbarkeit meiner privaten Homepage näher befassen und mich deswegen vielleicht Mal bei Sistrix anmelden.

    Gruß aus Franken,
    Joachim