SEOlista – Neuer Marktplatz für Links und Content

Heute war es dann soweit und die Nachricht wurde schallend im Netz verkündet.

Ein neuer Anbieter für das effektive Linkbuilding geht an den Start und hat starke und vor allem ambitionierte Ziele: SEOlista.

Dabei gibt es jede Menge zu entdecken und natürlich ist es schwer, wirklich ein innovatives Angebot bereitzustellen, denn vieles haben schon viele Anbieter im Bereich des Linkverkaufs ausprobiert.

Hört man noch etwas von ihnen? Ich denke nicht.

Deshalb ist es umso spannender, wenn es nicht nur eine kleine Pressemitteilung gibt, sondern diese auch gleich eine kleine Kampfansage beinhaltet, die viele spannende Details ankündigt und SEOlista gebührlich feiert:

Heute geht mit seolista der neue Marktplatz für redaktionellen Content und Premium-Linkaufbau online. Wer erfolgreich eine Webseite betreiben möchte oder gar sein gesamtes Business Modell über das World Wide Web abdeckt, kommt heutzutage an Suchmaschinen-Optimierung nicht mehr vorbei. Die Auffindbarkeit des eigenen Angebotes in dem Dschungel aus Webseiten entscheidet über Erfolg oder Misserfolg – auch wenn das dahinterstehende Produkt noch so ausgereift ist. Quelle

Nebenher hat sich der Anbieter auch noch jede Menge vorgenommen, denn er will die zentrale Anlaufstelle für den Linkaufbau werden. Wow…

Nachdem ich in der Vergangenheit schon sehr viele Dienste vorgestellt habe, die einen effektiven Linkaufbau ermöglichen, möchte ich heute den neuen Mitbewerber im Bereich Linkbuilding vorstellen und einmal schauen, ob das erklärte Ziel in Reichweite  liegt oder alles nur Geschwafel ist.

Ich habe mir das Ganze heute einmal ausführlich angeschaut, ein paar Funktionen getestet und auf den ersten Blick macht SEOlista auch nahezu alles richtig. Vom Design, über die Blog-Vermarktung und eben auch die individuelle Preisgestaltung.

Also, krempeln wir die Ärmel hoch und blicken einmal hinter die Fassade des neuen Marktplatz für effektives Linkbuilding, der sich gleichermaßen an Advertiser und Publisher richtet.

Was ist SEOlista?

SEOlista - ThumbnailWer effektiv einen Blog aufbauen möchte, ist früher oder später auf Backlinks angewiesen, denn diese sind letzten Endes einer der wichtigsten Indikatoren, um bei Google weit oben zu ranken.

Das kann man durch Linkbaits (Artikel:Was heißt Linkbait), mittels ausgezeichnetem Content oder aber mit viel Eifer und ausreichend Spucke erreichen. Einfacher ist es da natürlich, Links einzukaufen, die dann zu gewünschten Keywords auf den eigenen Blog, Onlineshop oder eben die Firmenpräsenz verweisen.

Dass das geht, zeigen Anbieter wie Teliad und Everlinks ausgezeichnet und es ist auch nichts daran auszusetzen. Blogger verdienen ein wenig Geld im Internet, Homepagebetreiber positionieren ihre Angebote besser. Ja, eigentlich eine Win-Win – Situation für alle Beteiligten.

Zwar mag das Google nicht besonders, aber das ist in der Regel egal, bekommt es doch keiner mit..

Und genau in diese umkämpfte Lücke stößt nun SEOlista und macht dabei eigentlich nichts neues, bietet keinerlei Originalität und ist dennoch erfrischend anders. Was mich nämlich bei Teliad und Co stört, entfällt und ich habe bin recht positiv gestimmt. Jedenfalls nach den ersten Testläufen.

Was ist besser bei SEOlista?

Viel kann ich natürlich noch nicht sagen, da ich den aktiven Buch-Prozess nicht mitbekommen habe, dennoch gibt es ein paar Details, die mir jetzt schon sehr zusagen.

  • Individuelle Preisgestaltung

Normalerweise legen die Anbieter einen ungefähren Preis an und nehmen mir so als Blogger die Möglichkeit, ein wenig an den Rädchen zu drehen. Das ist meistens auch recht sinnvoll, da sonst an jeder Ecke Dumping-Preise stehen und sich demzufolge nahezu jeder unter Wert verkaufen würde.

SEOlista macht es sich hierbei einfach und verhindert starke Dumping-Probleme durch einen ganz einfachen Kniff. Und so können wir als Webseitenbetreiber ganz individuell unseren Preis festlegen, dürfen jedoch nicht unter 30€ fallen.

Ob das nun hoch oder niedrig ist, wage ich nicht zu beurteilen und in höheren PR-Gefilden würde ich bei diesen Angeboten auch eher griesgrämig schauen und Billiganbieter verurteilen. Das Gros der deutschen Blogger bewegt sich jedoch in kleineren Bereichen und hier halte ich diese „Preisempfehlung“ für angemessen und in jedem Fall fair.

  • Angenehmes Design

Dieser Punkt ist natürlich nicht für jeden relevant. Doch muss ich in diesem Fall einräumen, dass mir die interne Aufmachung doch recht gut gefällt. Sehr übersichtlich mutet das Ganze an, wirkt dabei aufgeräumt und ich konnte mich recht intuitiv im Dashboard zurechtfinden.

Der Marktplatz auf SEOlista

  • Content direkt online speichern

Dieser Aspekt ist wohl eher für Advertiser interessant, aber dennoch möchte ich ihn erwähnen. SEOliste bietet uns nämlich die Möglichkeit, Content direkt online zu speichern.

Vielleicht haben wir ihn vorher eingekauft oder selbst verfasst und warten nur noch auf den richtigen Augenblick, um ihn zu veröffentlichen. Das erspart, jedenfalls mir, jede Menge Arbeit und vereint gewisse Abläufe an Ort und Stelle. Das ist schön, einfach und ungeheuer praktisch.

Das gefällt mir aber gar nicht!

Insgesamt wirkt das Ganze ja recht nett, aufgeräumt und ich bin gespannt, wie sich SEOlista entwickelt. Denn solch ein Marktplatz macht meistens nur Sinn, wenn ihn auch irgendwer nutzt.

Dennoch gibt es auch einige Aspekte, die mir überhaupt nicht zusagen.

  • Einmalige Zahlung und dann für immer

Backlinkseller zahlt monatlich und ich muss auch nur für diesen Zeitraum eine Leistung gewährleisten. Teliad staffelt meine Vergütung über einen Zeitraum von 12 Monaten und wenn ich gegen die Richtlinien verstoße, wird diese einfach ausgesetzt.

Beides Lösungen, die unterschiedlich aufgenommen werden, aber immerhin funktionieren. Was ich jedoch in den FAQ respektive den AGB von SEOlista gefunden habe, missfällt mir doch sehr. Denn wir verpflichten uns als Blogger, jeden Inhalt für alle Ewigkeit auf unserem Blog zu lassen.

Egal, ob uns Google abstraft, wir einen Artikel vielleicht nicht mehr interessant finden oder aus welchen Gründen auch immer. Zwar habe ich keine „Strafen“ gefunden, dennoch sagt mir das grundlegende Prinzip nicht wirklich zu.

Einmal zahlen, für immer nutznießen?

  • Kein Kontakt zwischen Publishern und Advertisern

Nun. Es ist klar, dass solch ein Unternehmen nur dann funktioniert, wenn sich Advertiser und Publisher nicht kennen. Denn letzten Endes ist das der einzige Grund, warum diese überhaupt Geld generieren.

Link-Marktplätze nutzen die Anonymität und können so ihren Teil vom Kuchen abbekommen und sind somit eigentlich nur Parasiten. Aber hey, das ist nicht schlecht, leben doch Affiliate-Netzwerke nach dem gleichen Prinzip und das ist natürlich nicht verkehrt.

Ich würde auch nur zwei Kunden haben, wenn es solche Plattformen nicht gäbe. Dennoch gibt es einen Verweis in den AGB von SEOlista, der mir gar nicht gefällt:

9.3 Der Versuch oder die Ausführung, seolista als Akquise-Instrument zur Gewinnung von Direktkontakten zu Advertisern zu nutzen, um anschließend Buchungen außerhalb von seolista auszuführen, führt zu einer sofortigen und unangekündigten Sperrung des Publishers.

Hey. Kein Problem. Doch es kommt noch ein wenig mehr…

9.4 Bei Bekanntwerden erklärt sich der Publisher mit einer Vertragsstrafe von 1.000 EUR je nachgewiesenen Einzelfall einverstanden. Vorhandenes Guthaben kann hierzu von seolista UG zur Verrechnung mit der Vertragsstrafe einbehalten werden. Etwaige offene Summen können von seolista, auch unter Anwendung von rechtlichen Mitteln, eingefordert werden.

Natürlich verstehe ich die Angst davor, aber ich denke, dass ein Ausschluss aus dem Programm ausreichen würde und nicht gleich mit rechtlichen Konsequenzen gedroht werden muss. Oder?

Die Vergütung bei SEOlista

Da ich natürlich noch keine Erfahrungen bezüglich der Auszahlung, Sicherheit und Geschwindigkeit machen konnte, muss ich einfach auf die Kennzahlen der hauseigenen Homepage verweisen. Dort konnte ich lesen, dass 20% Vermittlungsgebühr anfallen.

Heißt also, dass wir als Blogger diesen Wert im Hinterkopf behalten sollten, vor allem wenn das Ganze noch versteuert werden muss. Dann ist es nämlich plötzlich nur noch die Hälfte des festgelegten Preis.

Also nicht nur dumpen, sondern mitdenken. Aber davon abgesehen ist SEOlista natürlich kostenlos.

Die Auszahlungsgrenze von 50€ ist, denke ich, kein Problem, scheint recht fair und sollte schnellstens erreicht werden, vor allem bei einem minimalen Umsatz von 30€ pro angenommenen Auftrag (Natürlich abzüglich 20%, also sollten nach maximal drei erfolgreichen Arbeiten die Kriterien erfüllt sein.)

SEOlista – Ein Fazit

Wie Du, lieber Leser, bestimmt merkst, unterscheidet sich dieser Blog-Artikel stark von anderen dieser Art. Das liegt einfach daran, dass SEOlista recht simpel und intuitiv zu nutzen ist.

Dafür muss ich nicht erklären, wie man sich anmeldet oder was dabei zu beachten ist und so habe ich mich auf grundlegende Aspekte beschränkt, die mir wichtig erscheinen.

Bei meinen ersten Versuchen gefiel mir SEOlista ausgesprochen gut und nur Kleinigkeiten (siehe AGB) stören mich. Doch ist das im Eigentlichen nicht weiter schlimm, da ich eh nicht vorhabe, dem neuen Berliner Anbieter die Kunden abzuwerben und deshalb bin ich gespannt, wie sich das Ganze weiter entwickelt.

Denn Marktplätze kämpfen wohl immer mit der Gefahr, dass Advertiser ausbleiben. Und häufig strömen Blogger, Seitenbetreiber und Co schnell und willig in die Anmeldung, doch wenn aus dem anfänglichen Warten auf einen Auftrag eine Ewigkeit wird, gerät solch ein Anbieter schnell in Vergessenheit.

Sollte sich SEOlista aber dem erklärten Ziel, die Anlaufstelle für Linkbuilding zu werden, in absehbarer Zeit nähern, melde ich mich zurück.

Vorerst harre ich aber weiter der Dinge, die da kommen und wünsche SEOlista viel Erfolg.


Update: Mitte Februar hat SEOlista ein großflächiges Update durchgeführt, was meine Meinung nachhaltig beeinflusst hat und immerhin ein paar dieser Kritikpunkte aushebelt.

17 Meinungen

  1. nathan01-12-2012

    Sehr interessanter artikel. vor allem die angeführte Kritik fand ich sehr interessant, weil ich sonst nicht mal einen blick in die agbs werfe.

    danke für die vorstellung von seolista und bis bald

  2. Hannes01-12-2012

    Danke für den Post.
    Die Androhung der 1000€ Strafe bei Kontaktaufnahme mit anderen Usern finde ich per se mal noch nicht bedenklich. Die wollen sich da eben absichern und etwas vorbeugen.

    Dass ich als Blogger einen Artikel auf jeden Fall online lassen muss, das finde ich wirklich bedenklich. „Verstöße führen zum Ausschluss des Publishers“ –> wenn ich mich nicht dran halte, dann droht also die Sperrung meines Accounts?!?

    Die sofortige Auszahlung von Einmalbeträgen ist ja für uns Blogger durchaus attraktiv. Andererseits ist so natürlich auch die Gefahr des Missbrauchs größer. Ich verkaufe 3 Reviews, kassiere die Kohle und nehm die Artikel danach wieder runter. Dann droht vielleicht die Sperrung meines Accounts, aber die Kohle hab ich trotzdem bekommen.

  3. Wolle01-12-2012

    Schöner Artikel. Habe mich eben angemeldet und Blogs eingetragen! Ich finde aber an den AGB´s nicht auszusetzen – der Service muss ja genutzt werden und daher auch die schützende AGB. Als ehrlicher Publisher oder auch Advertiser hat man nichts zu befürchten.

    • Jonas G.01-13-2012

      Wahrscheinlich ist es Usus, dennoch hat mich diese „Vorab-Regelung“ irgendwie „gestört“, aber dennoch: Die zeit wird zeigen, ob der Anbieter sich durchsetzt.

      Beste Grüße
      Jonas

  4. Tobinger01-16-2012

    Ich bin auch bei Seolista angemeldet. Die 1000 Vertrags-Strafe kann ich irgendwie nicht nachvollziehen. Sollte diese nicht eher für die Advertiser gelten? In der Regel gehen doch diese auf die Blogbetreiber zu, wo sie eine Werbebuchung tätigen möchten, oder?

    Die Einmalzahlung bei Blogartikel finde ich absolut in Ordnung. Ich kenne auch keinen Anbieter, der eine regelmäßige Zahlung bei der Erstellung von Blogartikel verlangt. TeliAd splittet die Vergütung ja lediglich auf 😉

  5. Jonas G.01-17-2012

    Nun, die Einmalzahlung ist prinzipiell natürlich in Ordnung, würde sie mich nach einem gewissen Zeitraum von der Pflicht, dieser Link „muss sitzen“, befreien.

    Teliad macht das Ganze natürlich nur gestaffelt, der grundsätzliche Unterschied ist hierbei allerdings, dass ich dann nach 12 Monaten den Link auch einfach wieder entfernen kann, was bei SEOlista eben nicht der Fall ist :)

  6. Tobinger01-18-2012

    @Jonas: Machst Du das in der Regel, dass Du Links oder gar ganze Artikel nach 12 Monaten aus dem Blog schmeißt, nur weil es sich um Werbeartikel handelt?

    Ich veröffentliche auf meinen Blogs auch Werbeartikel nur, wenn ich der Meinung bin, dass sie irgendwie zum Blogthema passen. Daher bleiben die auch drin, solange ich den Blog besitze.

    • Jonas G.01-18-2012

      Nein, natürlich nicht in jedem Fall. Doch gab es Fälle, in denen ich von Google abgestraft wurde und ich letzten Endes ein nofollow setzen musste respektive den Link entfernt habe. Sollte dies aber vertraglich so geregelt sein, habe ich in solch einem Szenario ein Problem.

      Ansonsten bleiben Links bei mir auch immer bestehen, ich setze ja auch überall anders welche ein, doch möchte ich – wie angedeutet – eben die Freiheit haben, den ein oder anderen entfernen zu dürfen. Warum das auch immer sein sollte :)

      Ging es dir nie ähnlich?

      Beste Grüße

  7. Tobinger01-19-2012

    Also eine Abstrafung durch google habe ich noch nicht bewußt wahrgenommen.

  8. Katz02-06-2012

    Für Advertiser ist seolista aus meiner Sicht absolut unbrauchbar. Ich bleib lieber bei teliad und http://everlinks.net/

  9. xurzon02-06-2012

    1.000,- Vertragsstrafe – die bösen Blogger müssen wir abschrecken, damit die hier keine Dummheiten anstellen 😛

    Sag mal bin ich blind oder bietet seolista kein Partnerprogramm?

    • Jonas G.02-07-2012

      Noe, bietet es nicht an. Jedenfalls keins gefunden – wäre schön gewesen, als es neu war, wobei die Auftragslage eh recht mau aussieht. Aber mal sehen.

      Wenn du eins für blogads findest, suche ich eins für SEOlista :)

  10. horoskop duck02-12-2012

    der passus „für immer“ scheint mir nicht exekutierbar. wenn sich rumspricht, dass mehrer blogger zu 1000 euro strafe verklagt worden sein sollten (was ja bis dato nicht der fall ist und auch nicht sein wird, IMHO), dann ist die attraktivität für seolista seitens der publisher dahin. daher werden die das auch nicht machen. ich verstehe aber, dass sich seol. absichern möchte. ob das gelingt…? jedenfalls wünsche ich viel erfolg dem neuen unternehmen

  11. Ali03-21-2012

    Ich habe kürzlich auch über den Dienst gebloggt, der sich jetzt rankseller nennt.

    mit-blog-geld-verdienen.de/2012/rankseller-ein-neuer-marktplatz-fur-blogs

    Positiv: Design, Usability, Support, schnelle Bezahlung
    Negativ: Zu viele E-Mails, keine Sortierung der Blogs

    • Jonas G.03-21-2012

      Hallo Ali,

      ja, ich habe ähnlich Erfahrungen gemacht. Muss aber einräumen, dass sich der Dienst, ob nun Seolista oder eben Rankseller, mausert und mittlerweile recht viele Aufträge bündelt.

      schöne Grüße