SEO für Blogger in Zeiten des Qualitätswächters!

Lassen wir Suchmaschinenoptimierung (SEO) einmal kurz weg, obwohl es ein Thema dieses Artikels ist. Fragen wir stattdessen: Was macht einen guten Blog aus Sicht der Leser aus?

Ein guter Blog bedient seine (möglichst vielen) Leser mit Themen, die sie interessieren. Klar!

Er präsentiert regelmäßig gute Texte und nutzt eventuell darüber hinaus die multimedialen Möglichkeiten des Internets, veröffentlicht also auch Bilder, Videos, Podcasts. Auch klar.

Was das alles mit SEO für Blogs zu tun hat? Mehr als mancher vielleicht erst einmal denkt: Schließlich hat Google schon seit einer Weile den Panda aus dem Käfig gelassen.

Auch Suchmaschinen entwickeln sich weiter. Google achtet verstärkt auf die Qualität der Seiten, die es vorne in den Ergebnislisten präsentiert. Wer die nicht liefert, fliegt raus aus Seite 1. Google wird anders. SEO wird anders.

Google wird zum Qualitätswächter!

Suchmaschinenoptimierung für BlogsIn früheren Zeiten war es bisweilen ein ganz schöner Spagat, seinen Blog gleichzeitig für Suchmaschinen und für menschliche Leser zu optimieren.

Manch einer stopfte eine Unzahl an Keywords in seine Texte und machte sie für Menschen schwer erträglich. Andere schrieben einfach drauf los und ignorierten Keywords, besaßen dann interessante Blogs, die niemand im Internet fand.

Google hat jedoch längst damit begonnen, Bloggern diesen Spagat ein ganzes Stück weit zu ersparen.

Ja, Keywords spielen immer noch eine Rolle bei SEO für Blogs. Backlinks auch. Aber Google hat erkannt, dass es das ureigene Interesse einer Suchmaschine ist, ihren Nutzern Seiten als Suchergebnisse zu präsentieren, mit denen sie etwas anfangen können, deren Texte, Bilder, Videos, Podcasts sie fesseln, sie zum Bleiben animieren. Eine Suchmaschine, die aus Sicht der Nutzer nur Schrott im Internet findet, ist keine gute Suchmaschine.

Google und jede andere Suchmaschine muss also für zufriedene Nutzer sorgen und Nutzer sind zufrieden, wenn sie Seiten mit hochwertigem Content finden. Deshalb gab es das Panda-Update, das es Google vereinfacht, bei Blogs „gut“ und „schlecht“ voneinander zu trennen.

Und hier schließt sich der Kreis zum Einstieg in diesen Artikel. Gefällt der Blog dem menschlichen Leser, ist die Chance mittlerweile deutlich gestiegen, dass er auch Google gefällt.

SEO-Regel 1 für Blogger lautet daher: Verliert eure Leser vor lauter (falsch verstandener) SEO nie aus dem Auge. Ansonsten sinken die Chancen auf gutes Ranking bei Google. Abschließend ist das Thema „SEO für Blogger“ damit natürlich keineswegs behandelt.

Vernetzen

Das Unternehmen für Webanalysen „Searchmetrics“ hat vor kurzer Zeit einmal eigene Statistiken analysiert, um zu schauen, was die Sichtbarkeit einer Website auf Google steigert und dabei eine Top-10 erstellt.

Fünf der zehn Positionen waren mit Social Media – Maßnahmen besetzt. Wichtigster Ranking-Faktor aus Sicht von Searchmetrics: Ein Link zu einem Artikel des Blogs auf Facebook, der von anderen Facebook-Nutzern geteilt wird.

  • Platz 2: Facebook gesamt.
  • Platz 3: Ein Link, der kommentiert wird.
  • Platz 4: Ein Link, der von anderen Nutzern mit „Gefällt mir“ markiert wird.

Wie alle Rankings und Statistiken wird man auch diese kritisieren können, sollte sie nicht als einzige Wahrheit sehen. Aber letztlich ist das Ranking von Searchmetrics nur eins vieler ähnlicher Ergebnisse, die alle auch ähnliches aussagen: Google mag Social Media.

Und wer für seinen Blog – etwa auf Facebook – Freunde gewinnt, tut auch viel Gutes für sein Suchmaschinenranking.

Blogger helfen Bloggern

Bereits die alte SEO-Schule war sich der Bedeutung von Backlinks bewusst. Verlinken viele Seiten auf den Blog, muss er irgendwie bedeutsamen Content beinhalten. Das ist die Grundidee, die hinter der Bedeutung von Backlinks für Suchmaschinen steckt.

Sie führte bisweilen dazu, dass Blogger wie wild Links tauschten, egal mit wem, und Artikelportale mit nichts sagenden Texten füllten, nur um von dort aus auf den eigenen Blog zu verlinken. Das funktioniert heute nur noch schlecht. Backlinks sind zwar noch immer wichtig, aber auch hier achtet Google verstärkt auf Qualität.

Blogger sollten also nach wie vor die Kooperation mit anderen Bloggern suchen, hier aber eine sorgfältige Auswahl treffen. Nur wer seinen Blog pflegt, ihn mit gutem Content bestückt, eignet sich als Partner. Und Artikel für Portale sollten ein Mindestmaß an Informationswert besitzen und gut geschrieben sein.

Internes Optimieren

Keywords spielen nach wie vor eine Rolle bei SEO und auch Blogger sollten vielleicht einmal zumindest im Google Adwords Keywordtool nachschauen, welche für ihr Artikelthema passende Wörter häufiger gesucht und nicht bereits von zahlreichen anderen Bloggern und Website-Betreibern für die Suchmaschinenoptimierung genutzt werden.

Wie oft Keywords in einem Text auftauchen sollen, ist Gegenstand von Expertenstreits: Zwei bis fünf Prozent Keywordanteil am Text ist gut, urteilen die einen, während die anderen „zwei bis maximal drei Prozent“ sagen.

Mit etwa zwei bis drei Prozent ist man in der Regel auf der richtigen Seite. Ein bisschen sollte man weiterhin auch bei der Blog-URL und bei den Namen der Blog-Kategorien auf Keywords achten.

Wer bei seiner Onsite-Optimierung nicht ganz tief in die Welt der SEO eintauchen möchte, der lässt sich helfen: als Blogger mit WordPress-Blog etwa durch das „All in One SEO Pack“ oder andere kostenfreie Plugins.

Artikel: Suchmaschinenoptimierte Texte | Keyword Tool – Die größten Anwendungsfehler

Textstruktur

Das neue Google scheint auch auf eine gute Text-Strukturierung zu achten. Für den Blogger bedeutet das dann etwa:

  • den Text mit Zwischenüberschriften zu strukturieren,
  • bisweilen Aufzählungen zu integrieren,
  • nicht zu lange Absätze zu wählen.

Gut sind darüber hinaus interne Links, die einen aktuellen mit einem älteren und thematisch passenden Blogartikel verbinden. Sie unterstützen einerseits Google dabei, die vielen verschiedenen Artikel eines Blogs zu erfassen.

Andererseits führen sie bestenfalls manch einen Leser zu Artikeln, die ansonsten im Nirwana des Archivs verschwunden wären.

Ein kleines Fazit: Moderne SEO ist eine Mischung aus „old school“ und neuen Erkenntnissen und nie ganz sicher vor Überraschungen gewisser Suchmaschinenbetreiber. Aber sie lohnt sich.

Artikel: Gute Überschriften finden | Interne Verlinkung: Beiträge gezielt optimieren


Über den Autor: Christian Arno ist Gründer und Geschäftsführer des internationalen Übersetzungsbüro Lingo24, das auf drei Kontinenten tätig ist. Folge Lingo24 auf Twitter @l24de.

1 Meinung

  1. Roland04-12-2012

    Wenn das „neue“ SEO dahin geht, dass Seiten positiv bewertet werden die „menschlichen“ und wertvollen Inhalt liefern, dann kann ich das nur begrüßen.

    SEO ist eine Jobmaschine, es möge nie aufhören. *g*