Schreibtipps für Blogger – Der Einsatz von Ironie!

„Ich finde den Streik der Lokführer vollkommen in Ordnung, immerhin habe ich so mehr Zeit zum Umsteigen und kann mir den Bahnhof länger anschauen.“

Ist das ernst gemeint, möchte man fragen. Aber man tut es nicht, denn der Satz steht einfach irgendwo und schreit auch nicht: Hey, Achtung, ich bin ironisch gemeint.

Was im Alltag und zwischen Freunden meist durch ein Lachen bekundet wird, verebbt im Netz häufig zwischen Unverständnis und Unsicherheit.

Nicht umsonst hat sich das Kürzel [ironie] [/ironie off] mittlerweile in Foren und Communities eingebürgert, denn scheinbar ist gar nicht immer so leicht zu entscheiden, wie etwas gemeint ist.

Doch was ist Ironie und wie setzen wir sie in unseren Texten richtig ein? Welche Dinge sollten dabei vor allem Blogger und Webworker beachten? Und – Achtung, Ironie – kann man sie mitunter falsch verstehen?

Schreibtipps für Blogger

Was ist Ironie?

Wikipedia sagt, dass Ironie aus dem Griechischen stammt und Verstellung oder auch Vortäuschung bedeutet und auch noch eine literarische Strömung umschreibt. Wir sagen also einen Satz, der sich selbst verstellt und deshalb nicht von allen richtig verstanden wird.

Nutzen wir doch einmal ein Beispiel:

Meine Tochter kommt morgens auf mich zu und möchte zehn Euro haben, um sich Produkt XY zu kaufen. Am Nachmittag erzählt sie, dass sie sich für das Geld doch lieber ein Eis gekauft und den Rest für eine Zeitschrift ausgegeben hat. Ich sage ihr, dass das ja gar kein Problem sei, denn wir hätten es ja. HaHa!

So. Ironisch ist daran, dass ich weiß, dass dem nicht so ist. Vielleicht habe ich wenig Geld und der Gerichtsvollzieher meiner Gemeinde kennt sogar meine Schuhgröße und nur der Pfandleiher weiß noch mehr Details. Die Ironie entsteht also, weil alle Beteiligten wissen, dass dem so ist und ich bekanntlich kein Geld habe. Lustig, oder?

Nun…, das Problem ist in diesem Fall aber meine Tochter. Vielleicht hat sie dieses Wissen nicht und nimmt die Aussage als solche an und merkt sich: Ach, kein Problem, wir haben es ja – Geld wächst bekanntlich auf den Bäumen.

Ironie ist folglich nur dann als solche zu erkennen, wenn die Verkehrung der jeweiligen Aussage für alle Gesprächspartner ersichtlich wird. In diesem Beispiel vielleicht für meine Frau oder auch meinen Hund, kommt eben darauf an, wer gerade anwesend ist.

Ironie im Blog

Schreibtipps für BloggerDas Blöde an der Ironie ist also, dass manche sie nicht verstehen, vor allem kleine Menschen haben es recht schwer damit. Beispielsweise war ich letztens mit Kindern auf einer Klassenfahrt.

Wir waren Paddeln, Klettern und viel unterwegs, dabei habe ich häufig gemerkt, dass Ironie überhaupt nicht fruchtet, da eben nicht ein gemeinsames Wissen angenommen werden darf.

Manche Sätze provozieren in Kinderherzen eher Kollateralschäden und nicht gängigen Lacher und der Satz:

Die Wartezeit, die man bei den meisten Ärzten verbringt, würde ausreichen, um selbst Medizin zu studieren

würde weniger als Witz, doch aber als Aufforderung zum medizinischen Studium gelten. Oder auch nicht? Überhaupt, solange wartet man doch gar nicht und wie lange studiert man denn Medizin? Ich möchte viel lieber Astronaut werden…, aha!

Alles Fragen, die nur im Missverständnis entstehen und somit ist es ratsam, die Empfänger der eigenen Botschaften zu studieren, um eben die selbige nicht erklären zu müssen.

Schnell fällt auf, dass wir uns abermals im Bereich der eigenen Zielgruppe befinden. Wie tickt diese und versteht sie Ironie, hat sie Probleme damit oder ist sie mitunter sogar noch zu jung? Fragen, denen man sich stellen sollte, denn sonst kann ein kritischer Kommentar recht fix in die Hose gehen und sogar ins Gegenteil umschlagen. Außerdem wirkt kaum etwas dröger, als einen Witz im Nachhinein erklären zu müssen.

Deshalb macht es durchaus Sinn, Ironie drastisch zu übersteigern, um auf der sicheren Seite zu sein.

Natürlich nur dann, wenn man auch wirklich jeden Leser erreichen möchte. Oftmals eignen sich an dieser Stelle Smileys oder auch Überspitzungen der Wortwahl, wobei der dezente Einsatz natürlich ebenso möglich ist. Der fällt nämlich gar nicht auf.

Das bedeutet also, dass wir Ironie, gerade in schriftlicher Form, kenntlich machen sollten. Jedenfalls ist gerade die unauffällige Ironie arg gefährlich, da sie mitunter allzu wörtlich verstanden werden kann. Gerade im Bereich der Beratung und Hilfestellung möchte ich das zu bedenken geben.

Ironie sollte also,

  • …als solche kenntlich gemacht werden,
  • …vielleicht durch Smileys, Kursiv-Schreibung oder auch Gänsefüßchen
  • …für den Betrachter ersichtlich sein
  • …und ansonsten als dezentes Mittelchen eingesetzt werden.
  • …nicht benutzt werden, wenn das Anliegen bei allen Lesern ankommen soll.

[ironie] Es gibt übrigens kein leichteres Wort als Irnoie oder auch Iornie und Tippfehler bei einem ionischen Text kommen recht selten vor...[/ironie off]

2 Meinungen

  1. Helge03-26-2012

    Versteh ich nicht 😉

  2. Roland03-27-2012

    Ironie eröffnet andere Sichtweisen – dafür habe ich keine Zeit.

    😉