Schreibe? Was soll das sein?

Die Schreibe ist ein Begriff aus dem Autoren-Journalisten-Texter-Milieu und meint zum einen die handwerkliche Beherrschung der Textherstellung, aber immer auch die persönliche Note, die ein jeder Autor in seinen Text bringt.

Der eigene Stil fließt dabei größtenteils unbewusst ein und lässt sich auch nur schwer kontrollieren.

Schreibe meint also nicht einfach die Fähigkeit Worte in Texte zu fassen, sondern damit ist auch immer die im Text durchschimmernde Persönlichkeit verbunden.

Auf vielen Blogs findet Ihr neutrale Texte. Die Autoren versuchen ihre individuelle Schreibe zu verbergen, weil das vermeintlich seriöser wirkt.

Dadurch geht Blogs, die gerade in thematisch stark besetzten Themenbereichen die Konkurrenz in Schach halten müssen, jedoch ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal verloren. Die persönliche Schreibe ist ein einzigartiges Unterscheidungskriterium, dass man in meinen Augen nicht verschwenden sollte.

Vor allem wer etwas verkaufen möchte, und seien es nur Affiliatlinks, optimiert seine Texte, denn wenn es um den schnöden Mammon geht, wird man vorsichtig. Man versucht mit dem Strom zu schwimmen, die Leser bei Laune zu halten, Google nicht zu verschrecken.

Wirklich erfolgreich wird man jedoch nur, wenn man auf die eine oder andere Art einzigartig ist. Die eigenen Schreibe  ist ein wichtiger Teil davon, schon allein weil ein Blog so ein unglaublich schriftlastiges Medium ist.

Artikel: Was heißt Affiliate?

Das OPA-Prinzip: Wie sollte die eigene Schreibe sein?

Schreibtipps für BloggerEs ist nicht eben einfach, man selbst zu sein und dabei Keywords wie Sommerblumenmischung unauffällig in mehrfacher Ausführung in Artikeln zu verstecken.

Deshalb ist es wichtig anhand der folgenden drei Stichworte immer mal abzuchecken, ob man schon ein Keyword-Sklave oder noch ein Blogger ist.

1. Originelle Schreibe

Sei witzig, zeige, dass Du über Dich lachen kannst. Schreib nicht immer in der gleichen Form. Vergiss den Unterhaltungsaspekt Deiner Website nicht. Das Leben ist nicht nur ernst, schon gar nicht, wenn man etwas freiwillig macht, wie eben das Bloggen.

2. Persönlich Schreibe

Streiche möglichst viel „man“ aus Deinen Artikeln und ersetze sie durch ein beherztes „ich“. Vernetze Dich mit anderen Bloggern und pflege Deine Kommentarautoren mit freundlichen Ermunterungen.

3. Authentische Schreibe

Bring hin und wieder etwas Persönliches in Deinen Blog. Erzähle von Deine Lieblingsgadets oder ruhig auch mal, dass Dir das Wetter auf den Keks geht. Berichtige von Deinen Erfahrungen. So können Dich Deine Leser ein bisschen besser kennenlernen.

Und das wollen die tatsächlich :)

Wie kann ich die eigene Schreibe kultivieren?

Das Problem, gerade bei der schnelllebigen Internetrecherche ist, dass man keinen eigenen Schreibstil entwickeln kann, weil die Texte immer möglichst schnell rausgehauen werden müssen.

Da wird auf ein, zwei, drei Seiten recherchiert, rauskopiert und umgeschrieben. Automatisch adaptiert man nicht nur den Inhalt, sondern auch die Sprache und den Schreibstil des Artikels. So wird der eigene Blog zwar mit schönen neuen Infos gefüllt, was Google gut gefällt, doch den Lesern stoßen solche unpersönlichen Artikel negativ auf.

Wortwahl, Stilmittel und der Aufbau von Texten sind nur die handwerkliche Seite des Bloggens.

Nimm Dir die Zeit und achte darauf, dass Du eine klare Botschaft vermittelst und behalte Deinen persönlichen Blickwinkel bei. Hab den Mut „ich“ zu sagen, denn das unterscheidet Dich von den großen Medien – Das ist gut!

Drei Tipps, die dem eigenen Stil förderlich sind

  1. Viel schreiben! Am Anfang fällt es noch schwer. Ständig denkt man darüber nach, wie man sich ausdrückt und wie das bei anderen wohl ankommt.

    Jeder Anfang erfordert Überwindung und so muss man sich in den ersten Tagen und Wochen oft regelrecht zwingen, um die Texte wirklich aufzuschreiben.

  2. Viel veröffentlichen! Das Schreiben ist die eine Hürde, doch wer immer nur im stillen Kämmerlein produziert und sich mit seinen Sachen nicht an die Öffentlichkeit traut, ist noch keinen Schritt weiter.

    Wer erfolgreich Schreiben will, braucht Feedback und das wiederum bekommt nur, wer sich den Lesern stellt.

  3. Viel lesen! Wer liest, konsumiert was andere geschrieben haben. Lesen ist also sozusagen eine passive Schreibschule, denn wer selbst schreibt, gleicht automatisch ab, wie ein Text gebaut ist, wie er funktioniert.

    Viele inhaltliche Ideen, aber eben auch kreative Gestaltungsideen, entspringen dem Lesen anderer Texte.

Fazit

Der ganz persönliche Stil bringt keine zusätzlichen Suchmaschinentreffer, wohl aber echte, wiederkehrende Leser.

Die werden Deinen Text nicht nur einfach nach Infos abscannen, sondern wirklich lesen und Dich als Ansprechpartner ernst nehmen.

Authentisch schreiben ist übrigens gar nicht so schwer, denn es fällt leichter sich motivieren, wenn man nicht erst in eine Rolle schlüpfen muss. (Jeder Texter weiß ein Lied davon zu singen, wie schwer es ist Authentizität vorzugaukeln.)

Also: Eure Schreibe ist Euer Kapital. Es ist schon da, Ihr müsst es nur nutzen, es macht Euch einzigartig und unverwechselbar.


Klara Himmel haut auf ihrem Blog in die Tasten. Sie schreibt über das Schreiben, das Bloggen und mischt das Ganze dabei prächtig und bunt.

Stellt nebenher praktische Tools für die Textarbeit und jede Menge Informationen bereit und so lag es nah, Sie um einen Schreibtipp für Blogger zu bitten :)

1 Meinung

  1. Roland04-10-2012

    In diesem Text ist viel Wahres. Man ertappt sich hin und wieder beim „neutralen“ Schreibstil.
    Passiert das zu häufig, entgleitet der private Blog ins uniforme Nirvana.