Nischen- oder Mischblog – Ab wann sollte ein neuer Blog her?

Ist eine Ausrichtung für den Blog wichtig?Im Internet gibt es immer mehr Blogs. Manche mit einer recht klaren Ausrichtung, andere schreiben sich die Sorgen vom Leib und in manchen Blogs wird einfach darüber geschrieben, was gerade von Interesse ist.

Dabei wird aber häufig vergessen, dass ein Fachblog meistens bessere Karten bei Suchmaschinen wie Google und Co hat und auch die eigene Leserschaft mit gewissen Erwartungen auf den eigenen Blog kommt.

Deshalb möchte ich in diesem Beitrag die Frage beantworten, ab wann sich ein neues Projekt lohnt, inwiefern eine thematische Ausrichtung variieren darf oder sollte und ab wann sich Blogger mit einem Rundumschlag auf ganz dünnes Eis begeben.

Macht es beispielsweise Sinn, in einem Geld im Internet verdienen – Blog, auch mal über den Tellerrand zu blicken und gehören Ausflüge in die Reisebranche wirklich noch zur eigenen Ausrichtung?

Ab wann sollte ein neuer Blog her? Vorüberlegung und eine Geschichte

Natürlich lässt sich diese Frage nicht ganz pauschal beantworten, aber ein paar Hinweise gibt es dann doch. Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass ein neues Blogprojekt recht schnell realisiert ist, irgendwann ein wenig die Puste fehlt und man schnell über andere Dinge bloggt.

So hatte ich beispielsweise über eine lange Zeit einen Blog über Hörspiele, der auch recht gut besucht war. Irgendwann gab es jedoch zu manchen Serien auch Comics, die immer populärer wurden. Ich schrieb auch darüber, was natürlich noch im thematischen Fokus eines Blogs liegen kann, wenn auch nicht mehr im Bereich Hörspiel.

Mit der Zeit entwickelten sich die Comics aber immer mehr und wurden vor allem in den Staaten viel bekannter, als es die Sprecher und Autoren der Ur-Variante jemals waren. So schrieb ich mehr und mehr über Artworks, Comics und Zeichner, verlor dabei aber meinen Hauptblog aus den Augen. Denn eigentlich ging es ja um Hörspiele, doch die wurden nur noch stiefmütterlich behandelt und im Eigentlich vollkommen verdrängt.

Das lag vor allem an der geschilderten Entwicklung, aber auch meine eigenen Interessen hatten sich verändert. Jetzt gab es ein Problem, das ich anfangs gar nicht überblickte. So schlitterte das ganze Projekt im Bereich Hörspiel Stück für Stück aus den Suchergebnissen zu den einschlägigen Keywords.

Damals legte ich kaum einen Werte auf SEO, Monetarisierung und Co und warf lediglich ab und an einen Blick auf meine Besucherzahlen. Diese blieben aber sogar relativ konstant. Doch das ist einfach zu erklären: Meine Hauptausrichtung nahm ab, etwas neues und vermischtes kam hinzu und ich zog Traffic auf beiden Kanälen. Doch irgendwann verlor ich jegliche Position im Bereich der Hörspiel-Blogs und für den Comicbereich war ich kaum vorbereitet und hatte keinerlei Optimierungsmaßnahmen erledigt.

Das Ende vom Lied? Von ungefähr 600 Besuchern am Tag rutschte das Projekt auf spaßige 6 Leute, die sich nur irgendwie verirrt hatten. Natürlich hätte man das Ganze noch kippen und das Ruder reißen können. Ich habe mich aber lieber in Frust und Unlust gehüllt und das Projekt aufgegeben. Deshalb möchte ich an dieser Stelle erläutern, warum eine ganz klare Ausrichtung wichtig ist und wie man sich selbst auf die Finger beim Bloggen schauen kann.

Warum ist eine Ausrichtung wichtig?

Es gibt ein paar Menschen im Internet, die schwören auf Mischblogs und sind gar nicht davon überzeugt, dass ein Fachblog überhaupt notwendig ist. Ich bin da geteilter Meinung. Einerseits stimmt es natürlich, dass auch Blogs ohne einen thematischen Fokus sehr, sehr viele Besucher generieren können. Klar.

Dadurch stellen sich Blogger aber im gleichen Maß einer viel größeren Konkurrenz, die ja überall im virtuellen Raum mitmischt.

Das liegt vor allem daran, dass ich als Blogger, der sich die Themen Internet, Geld und Online-Marketing ausgesucht hat, natürlich einen Vorteil den Suchergebnissen habe, weil ich eben nicht parallel über Urlaubsreisen und Katzen berichte. Außerdem sehe ich diese Vorteile einer klaren Ausrichtung:

  • Eine Leserschaft lässt sich viel leichter aufbauen. Diese ist zwar kleiner, aber eben wirklich am eigentlichen Thema des Nischenblogs  interessiert
  • Ich kann viel stärker ins Detail gehen und dabei meine Leser sogar mitnehmen. Schreibe ich über Gott und die Welt, ist es häufig schwierig, einen komplizierten Sachverhalt einfach aufzubereiten. Wenn ich aber eh ein spezialisiertes Publikum habe, können diese auch komplexen Sachverhalten schneller folgen
  • Werbekunden, die natürlich essentiell in puncto Geld verdienen im Internet sind, lassen sich viel einfach finden. Logisch, denn lieber spreche ich 1000 Menschen an, die sich de facto für mein Produkt interessieren, als 100.000, die nur zufällig hier gelandet sind
  • Ich als Blogger kann mich schneller in der Blogosphäre behaupten. Ich tausche mich mit interessierten Bloggern aus und kann selbst auf einer Nische eine besondere Plattform schaffen
  • Wie schon angedeutet, ranken Fach- oder Nischenblogs auf lange Sicht meistens besser. Woran das genau liegt, weiß ich nicht. Ich denke, dass so natürlich auch eher relevante Backlinks kommen und durch eine größere Stammleserschaft auch relevantere Kommentare (?)
  • Ich kann mich einfacher als Spezialist in einem gewissen Bereich bewähren
  • Außerdem schreibe ich nicht an meiner Zielgruppe vorbei, sondern schärfe das eigene Profil und veröffentliche relevanten und passenden Content für die eigene Leserschaft

Natürlich bedeuten diese Stichpunkte nicht, dass ein thematischer Ausflug schädlich für den eigenen Blog sein muss. Ich darf schreiben, worüber ich will und kann natürlich auch mal kräftig an der eigenen Ausrichtung rütteln. Nur zur Tagesordnung sollte das eben nicht gehören.

Wenn ich in diesem Geld und Internet-Blog einen Artikel über Rentenversicherung schreibe, ist das vielleicht nicht unbedingt eine klare thematische Ausrichtung, doch für mich als Selbständigen trotzdem von Interesse und ebenso relevant wie die Hauptausrichtung des Blogs.

Dennoch macht es wenig Sinn, in einem Blog-Beitrag über Hängematten oder die aktuellen Aldi-Schnäppchen zu berichten. Darum geht es nämlich schlicht und ergreifend nicht.

Wie kann ich meinen eigenen Blog unter die Lupe nehmen? Nischenblog oder Mischblog?

Für mich hat sich ein einfaches Mittel bewährt, um zu überprüfen, wie treu ich mir geblieben bin. Einfach mal einen Rückblick wagen. Heute ist der 7.11.2011. Schauen wir doch einfach, was in der Vergangenheit passiert ist.

Mir reicht dabei ein Blick auf die letzten drei Monate. Wenn dabei eine regelmäßige Überprüfung gemacht wird, verliert man sich nicht im virtuellen Online-Alltag.

Was geschah Anfang Oktober auf dem Blog?

Ich schrieb einen Beitrag über das Finden der richtigen Headline, beschäftigte mich mit dem Thema „Geld verdienen im Internet“ via Adsense und Teliad und welche Alternativen gibt es zum Partnerprogramm mit Google?

Außerdem sind einige Artikel erschienen, die sich um das Bloggen selbst drehen. So beantwortete ich die Fragen, wie der eigene Blog durch Twitter bekannt gemacht werden kann und schrieb einen Artikel für den Traffic-Guide.

  • Im Oktober bin ich sehr stark auf die Frage der Monetarisierung des eigenen Blogs eingegangen und habe mich stark mit dem Traffic, also Besucherströmen, auseinandergesetzt.
Was geschah Anfang September auf dem Blog?

Der September war ein schwieriger Monat, da kaum Artikel veröffentlicht wurden. Dabei ging es aber um folgende Themen: Es gab eine Übersicht über kostenlose und hochwertige WordPress-Themes, außerdem um die Frage, ob der eigene Blog monetarisiert werden muss und um das große Spektrum der Suchmaschinenoptimierung und was im Bereich der Keyword-Auswahl zu beachten ist.

  • Der September drehte sich vor allem um WordPress, Suchmaschinenoptimierung der Frage, wie mit dem eigenen Blog im Internet Geld verdient werden kann.Es gab also auch hier eine klare Ausrichtung zum übergeordneten Thema des Blogs.
Was geschah Anfang August auf dem Blog?

Im August ging es ganz klar um Traffic und wie dieser auf den eigenen Blog gebündelt werden kann. Außerdem warf ich das erste mal einen Blick auf die Einnahmen der deutschen Blogger und beschäftigte mich mit dem Problem der Schreibblockade und gab ein paar Anregungen, wie diese zu überwinden ist.

  • Im Monat August warf ich erstmal einen Blick über den eigenen Tellerrand, blieb aber der klaren Ausrichtung, als dem virtuellen Geld verdienen, treu. Auch das Thema Traffic bekam einen Schwerpunkt, doch auch das ist natürlich für diesen Blog passend.

Der Blick auf den eigenen Blog – ein Fazit

Im Rückblick auf die letzten drei Monate fällt auf, dass ich versucht habe, meinen eigenen Blog sehr stark abzustecken und mich speziell mit Fragen beschäftigte, die Menschen beschäftigen, die eine erfolgreiche Webpräsenz aufbauen wollen.

Insgesamt blieb es bei den Kernthemen: Selbständigkeit, Bloggen und Geld verdienen.

Trotzdem ist dieser Rückblick für Blogger ab und an wichtig und kann sehr viel über die Entwicklung der eigenen Ausrichtung aussagen. Hätte ich damals, als es noch um Hörbücher ging, diese Schritte unternommen, wäre das ganze Blogprojekt wahrscheinlich nicht vor die Hunde gegangen und ich würde auch heute noch darüber schreiben.

Ein neuer Blog sollte meiner Meinung nach her, wenn die klare Ausrichtung zu häufig verlassen wird. Und dafür gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Ich kann den eigenen Blog einfach in mehrere Teile splitten und einfach eine Kategorie komplett auf ein anderes, ja, neues Projekt auslagern.
  • Ich finde zurück zu meinem alten Schwerpunkt oder Fokus
  • Oder ich gründe ein neues Projekt und weise in meinen alten Beiträgen zu diesem Thema auf genau dieses hin.

Ich denke, dass so ein Mehrwert für den Leser selbst entstehen kann. Aber auch der eigene Blog enorm davon profitiert, wenn der thematische Schwerpunkt klar umrissen ist. Denn so kann viel leichter und effizienter eine eigene Community oder Stammleserschaft aufgebaut werden. Und ja, das ist vor allem in puncto Geld verdienen im Internet ein kleines, aber wichtiges Detail.

1 Meinung

  1. Kaspar11-10-2011

    Mahlzeit, ich bin mal so frech und schreibe was auf deiner Seite. Sieht super aus! Ich benutze auch seit kurzem WordPress verstehe aber noch nicht alle Funktionen. Dein Blog ist mir da immer eine gute Anregung. Danke!