Mehr Besucher durch antizyklisches Bloggen – Gegen den Strom schreiben!

Jetzt ist es morgens um 5. Ich selbst schlafe wahrscheinlich und nur mein Blog durchwacht die Stille der Nacht.

Doch warum habe ich einen so unüblichen Zeitpunkt zur Veröffentlichung gewählt? Immerhin habe ich noch vor Kurzem behauptet, dass morgens um 8 und 14 Uhr ideal zum Bloggen wäre.

Ich habe einen Blick in meine Zugriffszahlen geworfen und muss mich selbst revidieren. Denn antizyklisches Bloggen kann jede Menge bringen.

Also…, werfen wir einen Blick auf sonderbare Muster, ideale Zeiten und wachsende Besucherzahlen bei unüblichen Veröffentlichungszeiten…

Was ist antizyklisches Bloggen?

Gegen den Strom bloggen!Vorab: Antizyklisches Bloggen ist kein feststehender Begriff. Nein, den habe ich mir ganz allein ausgedacht. Schön, oder?

Es beschreibt allerdings ein Prinzip, dass vielen aus der Werbung bekannt sein dürfte:

Nämlich das Ausnutzen ungewöhnlicher Verhaltensmuster, um das Budget gering zu halten.

Beispielsweise ist es günstiger, wenn ich nachts einen TV-Spot zeige, weil die Einschaltquote geringer ist. Klar, oder?

Allerdings richte ich mich dann auch an eine andere Zielgruppe und sollte meine Kampagne diesbezüglich anpassen. Aber manchmal ist das vollkommen egal. Gerade bei Allerweltsprodukten, die jeder benötigt.

Antizyklisches Verhalten bezeichnet Vorgänge, die sich entgegen der allgemeinen Erwartung oder entgegen den üblichen Verhaltensmustern bewegen.

Eine Anti-Haltung ist immer nur eine Hälfte einer Bewegung oder eines Vorgangs. Sie setzt immer ein „Wogegen“ voraus. Dabei ist nicht immer eindeutig bestimmbar, welche Seite als zyklisch und welche als antizyklisch betrachtet wird. Wikipedia

Aber auch im Bereich der Kommunikationswissenschaften ist die antizyklische Antwort ein gängiges Mittel, um unser Gegenüber zu verblüffen und daraus einen Vorteil zu ziehen.

Mitunter funktioniert das sogar in Vorstellungsrunden oder beim Personalgespräch. Beispielsweise freundlich reagieren, obwohl wir eben angemault wurden. Ja, das kann Wunder bewirken.

Beim Bloggen möchte ich das Prinzip auf ein ganz simples System reduzieren. Nämlich das Veröffentlichen von Artikeln, wenn es kaum irgendwer mitbekommt.

Das entspricht keinem gängigen Muster und ist den meisten Fällen sogar ausgewachsener Schwachsinn. Warum schreiben, wenn es unsere Leser nicht registrieren?

Geld verdienen mit Social MediaNun ist es so, dass wir auf die virale Verbreitung einzelner Artikel angewiesen sind und große Studien haben belegt, dass morgens die Bereitschaft, einen Blogbeitrag zu teilen, sehr groß ist. In den Abendstunden lässt das Ganze nach.

Folglich macht es Sinn, den Tag mit einem Posting zu beginnen, um auf die sozialen Netzwerke zu setzen und idealerweise veröffentlichen wir einen Artikel montags oder auch mittwochs.

Ja…, das stimmt und ich habe das Prinzip im Beitrag Die beste Zeit zum Bloggen ausführlich erklärt.

Allerdings geht dieses Prinzip nicht immer auf und wir können uns ungewöhnliche Zeitpunkte ebenfalls zu Nutze machen. Warum das so ist, möchte ich Dir nun erklären…

Warum gegen den Strom bloggen?

Was sagt uns das?Wenn ich nachts einen Blick in meinen Facebookaccount werfe oder meinen Feedreader aufrufe, herrscht dort großes Schweigen. Ja, lediglich XY sucht Mithilfe für irgendein Spiel und ich soll auf lästige Banner klicken.

Das ist ganz normal, denn nacht schläft die halbe Welt. Träumt von schillernden Luftschlössern und hat besseres zu tun, als das Internet mit Blog-Artikeln zu nerven.

Tagsüber sieht das ganz anders aus und alles quillt über vor Informationen, die ich kaum noch wahrnehme. Von Twitter müssen wir in diesem Kontext gar nicht sprechen, da bin ich überfordert und leide schon nach wenigen Minuten an Reizüberflutung.

Normalerweise gibt es auf meinem Blog morgens einen Artikel und dann am Nachmittag abermals frischen Input. In den letzten Tagen und Wochen habe ich dieses Prinzip allerdings ad acta gelegt und eher unüblich gebloggt. Vornehmlich nachts und in den späten Abendstunden.

Und der Effekt war interessant, denn ich habe mehr Besucher durch Twitter, Facebook und ebenfalls meinen Feed erhalten, als in den Tagen davor. Zwar wurden die Artikel nicht unmittelbar von einer Masse gelesen, aber eben durch Facebook und Co häufiger aufgerufen.

Antizyklisches Bloggen! Lohnenswert?

Es gibt hierbei keine pauschale Aussage. Für mich hat es sich rentiert. Früher war das allerdings anders.

Ich führe das auf meine wachsende Facebook-Community und die erhöhten Feedabonnenten zurück. Blogs, die diese Kanäle kaum nutzen, werden davon auch wenig haben, denn nur dort macht es Sinn. Ansonsten ist es eher Humbug…

Wann bringt es etwas…

  • …wenn du viele Facebook-Fans oder Follower hast, macht es Sinn, für dieses Klientel gesondert zu bloggen. Denn so bleibt der Beitrag länger in der Timeline.
  • ...gerade im Feedreader macht es sich bemerkbar, dass ein Blogartikel für eine lange Zeit oben steht. Bei vielen Abonnenten bringt das Klicks.
  • …auch in den Sommermonaten kann eine Abart des antizyklischen Schreibens funktionieren. Viele Blogger machen da Urlaub oder lassen ihren Blog ruhen. Nutz die Lücke!
  • wenn Deine Konkurrenz schläft. Nachts, am Wochenende, an Feiertagen oder zu unüblichen Zeiten.
  • …wenn Du viele Mitbewerber auf Social News – Seiten hast. Wenn hierbei die richtige Zeit gewählt wird, bleibt der Beitrag länger präsent und zieht mehr Besucher!
  • …und vor allem: Wenn du nahezu täglich bloggst!

Das antizyklische Bloggen – Fazit

Gegen den Strom bloggen!Nun könnte man meinen, dass ich mir selbst widerspreche. Dem ist aber nicht so.

Denn es hängt ganz stark von der Ausrichtung Deines Blogs ab, wie die Leser reagieren.

Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass das antizyklische Bloggen dann Sinn macht, wenn die eigene Community angewachsen ist.

Wer einen Blog betreibt, der lediglich über Google und Co Besucher bekommt, muss sich eh nicht darum kümmern, wann er irgendwas veröffentlicht. Ja…, auch wenn es hart klingt: Es interessiert keinen Menschen.

Allerdings kann es von Nutzen sein, die Traffic-Engpässe auf anderen Blogs gekonnt auszunutzen. Beispielsweise in trägen Monaten oder zu unüblichen Zeiten.

Außerdem empfiehlt es sich, vorab einen Blick in die eigene Statistik zu werfen. Dabei gilt übrigens nicht, dass ein Zeitpunkt gewählt werden sollte, der keine Besucher bringt.

Vielmehr ist es wichtig, dass die Konkurrenz in dieser Zeit nicht postet…, da hilft übrigens nur beobachten, auswerten und ausprobieren.

Wenn Du selbst Erfahrungen mit dem antizyklischen Bloggen gemacht hast, freue ich mich über deinen Kommentar :-)

7 Meinungen

  1. Fabian06-05-2012

    Zwar eher zufällig, aber dennoch.

    Du hast mich auf diesem Wege erwischt. Eben noch auf die leeren Facebook-Ergebnisse gestarrt, weil es morgens immer so aussieht und deinen Artikel gefunden. Interessanter Gedanke :-)

    Gruß
    Fabian

  2. Roland06-05-2012

    Wenn ich darüber nachdenke, es stimmt. Lade ich in FB nachts ein Foto oder einen Beitrag hoch, erweckt er am folgenden Tag mehr Aufmerksamkeit, entweder durch „mag ich“ oder auch durch das folgen eines eingebauten Linkes.

    Nun muß man dazu sagen, dass ich FB sehr selten nutze, troztdem ist dieser Effekt nachzuvollziehen. Vermutlich nutzen manche Facebook wie die Zeitung am morgen.

    schöner Begriff – antizyklisches bloggen.

  3. Ralf06-05-2012

    Da meine Bloggs bei bloggerei etc gelistet sind und ich die Artikel meistens noch yigge bleibt man bei antizyklischem Schreiben auch länger auf deren Startseite und bekommt so einige Besucher mehr ab. Das ein Suchmaschinenbot die Artikel schneller findet ist hierbei auch ein Vorteil. In WordPress kann man ja beim erstellen des Artikel schön einstellen wann der Artikel veröffentlicht wird.

  4. Jonas G.06-07-2012

    Hallo ihr,

    verzeiht. Ich komme erst jetzt zum Antworten. die letzten Tage waren ein wenig voll.

    @Fabian

    Ja, es klappt wirklich. Allerdings möchte ich betonen, dass das nur Sinn macht, wenn man bestimmte Kanäle ausgegliedert hat. Wer einfach nur für sich schreibt, braucht darauf wenig zu achten :-)

    @Roland

    Ja. Morgens, aber eben auch nachts. Wollte das Prinzip ursprünglich mit einem Screenshot belegen, aber habe mich dann doch umentschieden. Da ich nicht die privaten Nachrichten meiner Bekannten hier verheizen wollte.

    Unterm Strich bleibt aber, dass nachts oftmals tote Hose herrscht und ein einzelner Artikel oder auch Beitrag so eine längere Präsenz erfährt.

    @Ralf
    Das stimmt natürlich. Daran habe ich auch gedacht. Bin allerdings nicht doll darauf eingegangen, weil ich selbst kaum oder gar keinen Traffic über diese Portale kriege. Also wirklich wenig. Sieht das bei dir anders aus? Bekommst du reale Besucher durch die Bloggerei?

    beste Grüße

  5. Sabrina06-15-2012

    Interessante Sichtweise. Ich selbst nutze auch immer die frühen Morgenstunden um Blogbeiträge zu posten. Vormittags sind die Besucherzahlen einfach am höchsten, fallen zum Mittag hin ab und erleben dann Abends nochmal ein kleines hoch.

    Gerade bei Blogbeiträgen kann ich mir gut vorstellen, dass ein anderer Rhytmus Akzeptanz bei den Usern findet und sie sich dadurch besser verbreiten 😉

  6. Ioannis07-23-2012

    Bin auch schon immer ein Morgens oder Abends Blogger.

    Mittags versuche ich bei Social Networks garnichts erst unterzubringen. Da werden die News sowas von geflutet, da fällt ein Artikel selten auf.

  7. Anna07-30-2012

    Wow, klasse Artikel von dir! Jetzt wo ich darüber nachdenke, blogge ich eigentlich immer genau zu der Zeit, wo alle bloggen… vielleicht sollte ich mir deinen Tipp bzw. deine Tipps mal zu Herzen nehmen! Danke dafür :)

    LG Anna