Google-Update: Werbung sorgt für den Rausschmiss! Penalty gegen Werbewüsten

Gestern gab es wieder eine interessante Meldung im offiziellen Google Blog.

Da hieß es plötzlich, dass Google fortan Blogs und Seiten nicht nur nach Inhalt – also lediglich auf Grund des Quelltextes – bewertet, sondern nun auch noch die Werbung eine Rolle spielt.

Zwar dachte ich immer, dass das bereits der Fall sei, aber dem ist wohl nicht so. Deshalb möchte ich einmal die Meldung von Matt Cutts auseinandernehmen und schauen, was es mit dieser vermeintlichen Innovation auf sich hat.

Wenn Werbung im oberen Bereich einer Seite allerdings zum Penalty führt, sollte sich Google vielleicht vorab an die eigene Nase fassen. Denken wir doch einmal an die klassischen Suchergebnisse fällt auf, dass hier wohl nicht mit gleichem Maß gemessen wird.

Also, werfen wir einen Blick auf das aktuelle Google Layout-Update…

Werbung im oberen Bereich – Google straft neuerdings ab

Das Google-Layout-UpdateDie Meldung beginnt mit einem Einstieg, den wohl jeder Suchmaschinenutzer befürworten würde und verweist darauf, dass es immerzu darum ginge, qualitative Webseiten an die Spitze der Ergebnisliste zu zerren.

Wen das nun wirklich betrifft, scheint zwar noch nicht ganz raus zu sein, aber die Suppenküche brodelt und man darf mit Sicherheit gespannt sein.

Wortwörtlich sieht das dann so aus:

In our ongoing effort to help you find more high-quality websites in search results, today we’re launching an algorithmic change that looks at the layout of a webpage and the amount of content you see on the page once you click on a result.

Das heißt also, dass fortan nicht mehr nur in den Quelltext einer Seite geschaut wird, um deren Relevanz für die Suchergebnisse zu bewerten und der Google-Algorithmus durch ein kleines, aber feines Detail ergänzt wird. Dieses schimpft sich Layout und soll nun ebenfalls in das Ranking einfließen.

Interessant wird es dann aber im weiteren Verlauf des Artikels, wo betont wird, dass:

[…] sites that don’t have much content “above-the-fold” can be affected by this change. If you click on a website and the part of the website you see first either doesn’t have a lot of visible content above-the-fold or dedicates a large fraction of the site’s initial screen real estate to ads, that’s not a very good user experience. Such sites may not rank as highly going forward.

Seiten, die also im oberen Bereich, also dort, wo man hinschaut, bevor irgendeine Aktion stattfindet, viel Werbung ansammeln, müssen zukünftig mit einer Abstrafung rechnen. Das bedeutet nichts anderes, als dass der absolute Header, also above-the-fold und natürlich der Part über dem wirklichen Content gemeint ist.

Denn aggressive Werbung beschert eine negative Leser-Erfahrung, so Google, und das soll eben abgestraft werden. Ohwei! Auch wenn im gleichen Atemzug darauf verwiesen wird, dass Werbung auf Seiten natürlich eigentlich kein Problem sei:

We understand that placing ads above-the-fold is quite common for many websites; these ads often perform well and help publishers monetize online content.

Fraglich ist hierbei jedoch, in welchem Ausmaß das Ganze nun umgesetzt wird. Denn nur einen Satz später heißt es, dass die normale Verwendung von Werbeanzeigen natürlich im Rahmen ist und solche Seiten überhaupt nichts zu befürchten haben. Nun, man darf also gespannt sein, ab wann Google eine Seite als zu werbelastig einstuft.

Die Betroffenen sind überschaubar – Nur 1% aller Seiten

Außerdem betont Matt Cutts, dass lediglich 1% aller Webseiten betroffen sind und dass der durchschnittliche User überhaupt keine Auswirkung im Ranking feststellen sollte.

Erinnert man sich an Panda, Freshness und Co, fällt natürlich auf, dass diese Algorithmus-Änderung dann doch sehr überschaubar bleibt. Dennoch ist mir bisher unklar, wie das Ganze dann wirklich aussehen wird und deshalb sollte man wohl vorerst abwarten, was die Zukunft bringt.

Wer allerdings die Google-Keule zu spüren bekommt, darf hoffen, denn im Original-Artikel heißt es weiter, dass eine Korrektur einer solchen Abstrafung in jedem Fall möglich sei. Wie? Nun, einfach die Werbung entfernen und abwarten.

If you believe that your website has been affected by the page layout algorithm change, consider how your web pages use the area above-the-fold and whether the content on the page is obscured or otherwise hard for users to discern quickly.

Wenn ich allerdings daran denke, wie schnell es sonst bei Google zugeht, ist dieser Fingerzeig zwar eine hilfreiche Geste, aber mit Sicherheit eher eine dürftige Lösung. Wenn solch ein Penalty erstmal sitzt, dann sitzt er in der Regel und vielleicht nach Wochen, Monaten oder [beliebige Zeitangabe einsetzen] reagiert der Such-Koloss im Regelfall.

Nun verweist Matt Cutts aber auch auf das Tool Browser Size, das ich auch schon in diversen Beiträgen vorgestellt habe, um einfach mal zu überprüfen, wie es denn um die eigene Seite steht [Artikel: Wie sieht die eigene Seite aus].

Genaueres wird allerdings nicht erläutert und so sollte man einfach mal abwarten und Tee trinken. Wie immer, wenn es heißt: Google macht’s neu und keiner versteht’s.

Was ist denn nun eine „gute Seite“?

Das Ganze ist mir zwar immer noch ein wenig ungenau, aber ich versuche einmal, das Gesagte Geschriebene zu visualisieren. Schauen wir uns doch einmal eine sehr trafficstarke Seite an und überprüfen, was diese falsch macht:

Google macht alles falsch

typisches Beispiel einer Anzeigen-Wüste

Das Bild zeigt eine sehr große und vor allem beliebte Seite, die tagtäglich viele Besucher auf sich vereint. Nun schauen wir doch einmal, was laut Google alles falsch gemacht wird.

  • Above the fold gibt es allerhand, bloß keine relevanten Inhalte. Das ist nicht gut und wird zukünftig abgestraft.
  • Die Leseerfahrung ist eher negativ, denn im oberen, also absoluten Bereich gibt es ausschließlich Werbeanzeigen
  • Der Content muss vom Besucher gesucht werden und schält sich kaum aus der omnipräsenten Werbewüste

Solche Seiten sollten zukünftig aufpassen und können mitunter aus dem Ranking fliegen. Also: Obacht und auf Inhalte setzen, die nicht von Werbebotschaft zugepflastert sind.

Google-Update – Werbung im oberen Bereich – Ein Fazit

Ja…, was denn nun, Google?

Um ehrlich zu sein, würde ich gern diesen Satz einfach stehen lassen, denn ich weiß mit dem ganzen nicht wirklich etwas anzufangen. Natürlich ist Werbung ätzend und im oberen Bereich einer Seite wird sie oftmals als störend empfunden.

Dennoch sind mir die Angaben einfach zu mau.

Denken wir beispielsweise an den Vorschlag, einfach mal das Browser Size – Tool zu nutzen, fällt auf, dass wir danach nicht wirklich schlauer sind. Denn es gibt seitens Google keinerlei Angabe, auf welche Bildschirmauflösung das Ganze gemünzt ist. Sind mobile Besucher auch relevant und welche Auflösung ist für den Algorithmus entscheidend? Ganz ehrlich? Ich weiß es nicht und bin unschlüssig.

Weiterhin gibt mir zu denken, wie Google das überhaupt auslesen möchte. Wenn ich einen großen Header verwende, der voller Design-Elemente steckt, die vielleicht sogar mit Hyperlinks angereichert sind, muss es sich ja noch lange nicht um Werbung handeln. Und somit halte ich eine pauschale Bewertung für schwierig.

Wobei natürlich der Ansatz begrüßenswert erscheint. Hoffe ich jedenfalls und wünsche allen Beteiligten, dass nicht unbedacht und unnötig abgestraft wird.

4 Meinungen

  1. Stefan01-23-2012

    Grundsätzlich ist das Ganze natürlich zu begrüßen. Zu hoffen bleibt nur, dass Google das richtige Maß findet und nur Seiten abstraft, die extrem übertrieben Werbung einsetzen.

    Was ich mich aber vor allem Frage: wie definiert Google „Werbung“? Die eigenen Adsense-Anzeigen wird man wohl sicher erkennen, aber dann wirds schwierig. Was unterscheidet ein Artikelbild von einem (direktvermarkteten) Werbebanner?
    Was ist mit Seiten, die extrem penetrant den Besucher zur Abonnierung eines Newsletters bringen wollen? Ist das Content oder Werbung?

    • Jonas G.01-23-2012

      Ich denke, dass das „richtige Maß“ vorab eine kleine Bauchlandung wird und sich dann einfach einpegelt – Hoffe ich. Genaueres kann man über das Layout-Update seitens Google aber wohl erst sagen, wenn das Gröbste durch ist.

      Aber ich denke schon, dass Google „content-fremde“ Bilder erkennen kann und bei einem Wechsel rückwirkend auf Werbung schließt. Dennoch ist mir eben auch nicht gänzlich klar, wie das nun über die Google-Bühne gehen soll. Sind wir gespannt :)

      Beste Grüße

  2. jack01-24-2012

    @Jonas G.
    Google kann leider nicht immer „content-fremde“ Bilder erkennen.

  3. Jonas G.01-24-2012

    Noe, mit Sicherheit nicht immer. Aber da ich nicht in Google Entwicklungen involviert bin, kann ich eben nur spekulieren und testen.

    Also, einfach abwarten und schauen, was das Update bringt. Mir hat es bis dato nicht geschadet und bisher habe ich keine – mir bekannten – Blogs ausmachen können, die auf die Finger bekommen haben.