Google: Benutzerdefinierte Suche!

Vor einigen Monaten habe ich auf diesem Blog die benutzerdefinierte Suche aus dem Hause Google eingebaut und bin seither zufriedener Nutzer.

Sie sitzt präsent in der oberen, rechten Ecke und hat die alte WordPress-Suchfunktion über Bord geworfen, die eh nichts taugt.

In diesem Artikel möchte ich Dir erklären, wie Du die benutzerdefinierte Google-Suche in Deinen Blog integrierst, aber auch welche Vorteile und Einnahmemöglichkeiten sie uns bietet.

Also…, werfen wir einen Blick auf die Suchfunktion und schauen, was man damit anstellen kann.

Warum überhaupt eine Suchfunktion?

Was weiß Google über mich?Es ist noch gar nicht solange her, da gab es auf diesem Blog überhaupt keine Suche und das hatte mehrere Gründe.

Die wenigstens Besucher nutzen sie und meistens bringt sie auch nicht das gewünschte Resultat.

Außerdem ist die WordPress-Suche bekanntlich eh Schrott und ich fragte mich, ob ich vielleicht der Einzige bin, der aktiv meinen Blog nach alten Artikeln durchstöbert.

Allerdings fiel mir irgendwann auf, dass ich über eine Suche meine Leser besser kennen lernen könnte.

Immerhin zeigt sie an, welche Fragen meine Besucher bewegen, nach welchen Inhalten vermehrt gesucht wird und vor allem welche Suchphrasen dabei genutzt werden.

Und auch, wenn der Ansturm auf die drollige Suchmaske nicht enorm war, habe ich auf diesem Weg die ein oder andere Artikelidee mitnehmen können, indem ich einfach die Suchanfragen meiner Besucher auslas.

Allein dieser Aspekt hat mich davon überzeugt, dass eine Suchmaske vielleicht doch auf lange Sicht Sinn macht und ich habe den statischen Kasten abermals in die Sidebar geworfen.

Tipp: Im Artikel Die Suchfunktion effektiv nutzen habe ich einmal erklärt, wie wir die interne Suche aufgrund von Suchanfragen analysieren und welchen Vorteil wir daraus ziehen können.

Warum die benutzerdefinierte Suche?

Was sagt uns das?Dennoch blieb der Grundgedanke: Die obligatorische WP-Suche ist eher Tollerei oder allenfalls ein nett gemeintes Feature ohne realen Mehrwert und birgt wenig Potential.

Die Begründung liegt auf der Hand: Sie sucht nicht anhand eines schmissigen Algorithmus, sondern ordnet blind und vor allem chronologisch.

Würde ich beispielsweise auf diesem Blog nach dem Wort Farben suchen, listete mir das kleine WP-Tool an erster Stelle die Artikel, in denen ich letztmalig das Keyword selbst verwendet hätte. Ganz egal in welchem Kontext ich es gebraucht habe.

So würde mein ausführlicher Artikel über die Bedeutung von Farben erst auf Seite XY zu verzeichnen sein, da ich das relevante Schlagwort im Nachhinein anderswo untergebracht habe. Das ist allerdings Quatsch, jedenfalls wenn wir an die Usability im Blog denken.

Ganz anders sieht es diesbezüglich bei der Google-Suche aus…

Feinere Suchergebnisse durch Google-Suche

Was wir sehen, spricht für sich, denn die Suchergebnisse werden nicht nach Erscheinungsdatum, sondern nach Relevanz der entsprechenden Suchanfrage sortiert.

Um meine Behauptungen nachzuvollziehen, kannst Du einfach mal die Suche in Deinem Blog verwenden und die Suchergebnisse nach Sinngehalt prüfen. Doll ist das wahrlich nicht.

Ein weiterer Aspekt, der mir bei der benutzerdefinierten Suche gefällt, ist die Vielfalt. Wir sind nämlich nicht an den Inhalt unseres eigenen Blogs gebunden.

Nein…, wir können mehrere Seiten nach relevanten Inhalten durchstöbern und somit geschickt unserer Projekte miteinander verbinden.

So halten wir den potentiellen Leser immer auf unseren Seiten, fügen lediglich unseren Content ein und das ist gut. Allerdings können wir auch das gesamte Internet ausgeben lassen, aber das halte ich nicht für sonderlich sinnvoll.

Die Blogeinnahmen steigernNatürlich bietet die benutzerdefinierte Suche noch einen ganz anderen Vorteil.

Nämlich den, dass wir aktiv daran verdienen können, wenn wir Adsense-Anzeigen einpflegen.

Zwar können wir auf unsere Ergebnisseite auch manuell Werbung darstellen, doch gibt es einen wesentlichen Unterschied, der sich sehr stark auf die potentiellen Einnahmen auswirkt.

Denn ähnlich wie bei der bekannten Google-Suche sind die ausgespielten Anzeigen der benutzerdefinierten Suche themenrelevant und orientieren sich unmittelbar am eigentlichen Suchwort. Das hat natürlich einen maßgeblichen Einfluss auf die Klickrate.

Sehr relevante Adsense-Anzeigen

Welches Einnahmenpotential wir dadurch haben und wie viel ich mit der benutzerdefinierten Suche verdiene, möchte ich aber erst im weiteren Verlauf offen legen. Vorerst kümmern wir uns um den Einbau, denn dieser ist wahrlich tricky…

Vorteile der benutzerdefinierten Suche auf einen Blick:

  • bessere Ergebnisse, die nicht nur das Schlagwort enthalten
  • Suchergebnisse können von diversen Seiten ausgespielt werden
  • Möglichkeit, die Suchfunktion zu monetarisieren

benutzerdefinierte Suche einbauen – Eine Anleitung

Es gibt in diesem Fall mehrere Wege, die ans Ziel führen. Allerdings habe ich mich für einen entschieden, um die Verwirrung möglichst gering zu halten. Immerhin haben viele Webmaster Probleme beim Einbau der benutzerdefinierten Suche.

Zwar gibt es jede Menge WordPress Plugins, die uns das Ganze abnehmen können, aber diese sind überhaupt nicht notwendig. Mit ein wenig Geduld und Spucke sollten wir trotzdem alles auf die Kette kriegen.

Du benötigst lediglich einen GoogleAdsense-Account, eine eigene Seite und natürlich ein Google-Konto und schon kann der Spaß beginnen.

1. Benutzerdefinierte Suche im Adsense-Account

Wir steuern also unseren Adsense-Account an, wählen den Menüpunkt Meine Anzeigen, navigieren zum Reiter Suche -> Benutzerdefinierte Suchmaschinen und wählen den Button Neue benutzerdefinierte Suchmaschine aus.

Die Google-Suche über das AdsenseKonto aktivieren

2. benutzerdefinierte Suche konfigurieren

Im nächsten Schritt können wir nun unsere benutzerdefinierte Such nach den eigenen Vorlieben anpassen. Hierbei ist Deine Kreativität gefragt. Dennoch gibt es einige Aspekte, die ich zu bedenken geben möchte.

a) Zu durchsuchende Websites

Hier geben wir an, welche Seiten für die Suchergebnisse herangezogen werden sollen. Idealerweise nutzen wir hierbei nicht nur unseren eigenen Blog, sondern alle Seiten, die in unserem Netzwerk hängen. Aber natürlich lassen sich so auch andere Inhalte aus der Blogosphäre promoten.

So stellen wir sicher, dass unsere Leser nicht verloren gehen. Denn jeder Klick führt sie zu unseren Seiten, nicht weiter weg oder ins virtuelle Nirvana. Top!

b) Keywords

Hierbei können wir festlegen, welche Schlüsselwörter die Hauptausrichtung unserer Seite umschreiben. Wie groß der reale Einfluss ist, kann ich aber nicht beurteilen.

Allerdings erachte ich es für ratsam, um die bestmöglichen Anzeigen zu schalten, mit wenigen Worten den Inhalt des eigenen Blog zu definieren.

c) Anzeigendesign

Dieser Punkt ist natürlich entscheidend für die Klickrate auf die Adsense-Anzeigen der benutzerdefinierten Suche. Hier gilt es zu experimentieren und es gibt keine pauschalen Hinweise für das optimale Design.

bei mir hat es sich bewährt, die Anzeigen im Grundton der Suchergebnisse erscheinen zu lassen. Und umso kleiner die Möglichkeit der Unterscheidung war, umso höher fiel die Klickrate aus. Doch hier greift das bekannte Adsense-Motto: Versuch macht kluch’…

d) Suchergebnisse

Ich halte es für sinnvoll, die Suchergebnisse mittels iframe auszugeben. Die Begründung ist hierbei, dass ich sie so recht flexibel in den Content meines Blogs einpflegen und individuell anpassen kann.

An dieser Stelle ist es entscheidend, dass wir vorab eine Seite auf unserem Blog angelegt haben (bspw. /suchergebnisse.de), die dann als Ausgabeort der potentiellen Suchergebnisse genutzt werden kann.

Außerdem geben wir an dieser eine Breite für die Darstellung an. Diese sollte sich logischerweise mit dem möglichen Platz auf unserem Blog decken, also dem Inhalt, den wir auf einer Einzelseite zu Verfügung haben.

Wo werden die Suchergebnisse ausgegeben?

Nun fehlt nur noch der abschließende Klick auf Speichern und Code abrufen.

Zwar ist dieser Schritt ein wenig aufwändiger, da wir noch eine individuelle Unterseite erstellen sollten, die ein eigenes Seitentemplate verwendet, aber ich erkläre gleich, wie wir das bewerkstelligen. Don’t panic…

Die benutzerdefinierte Suche einbauen

Es gibt, wie gesagt, mehrere Möglichkeiten, um die benutzerdefinierte Suche in unseren Blog einzubauen. Wenn Du Dich allerdings an meine Anleitung gehalten hast, solltest Du nach dem Klick auf Speichern und Code abrufen das Folgende sehen:

Der Code der benutzerdefinierten Suche

Wichtig ist an dieser Stelle, dass wir genau zwei verschiedene Code-Blöcke haben. Ein dritter hängt noch unten rum, aber diesen lassen wir vorerst außer Acht.

Den ersten Code brauchen wir, um die Suchfunktion überhaupt in unseren Blog einzubauen. Der zweite Block ist für die Ausgabe zuständig.

1. Suchfeldcode

Diesen sogenannten Suchefeldcode können wir nun an einer beliebigen Stelle in unserem Blog einbauen. Ich habe mich für die Sidebar entschieden, da sie typisch für ein Suchfeld ist. Allerdings ist natürlich auch jede andere Position denkbar.

Beispielsweise können wir das Ganze noch auf unsere 404-Fehlerseite packen, unter unsere Artikel oder auch direkt auf die Startseite. Das hängt lediglich von den eigenen Vorlieben und natürlich vom Aufbau des Blogs ab. Einfach in die sidebar.php, single.php oder eben eine andere Datei unter Design -> Editor werfen…

Hinweise:

  • size bestimmt in diesem Fall die Größe der benutzerdefinierten Suche
  • value beschreibt den Inhalt, bevor irgendwas in die Suchmaske eingetragen wird.

2. Suchergebniscode

Der zweite Code-Block ist für die Ausgabe unserer Suchergebnisse entscheidend. Er muss folglich auf die Zielseite, die wir vorab angegeben haben. In meinem Beispiel /suchergebnisse.de

Dafür müssen wir allerdings ein eigenes Seitentemplate unter WordPress anlegen, da wir den Code nicht einfach in den Editor werfen können. Aber das ist eigentlich gar kein Problem.

Ein individuelles Seitentemplate erstellen:

  1. Mittels FTP die page.php aus Deinem Themeordner laden
  2. Diese umbenennen bspw. suchergebnisse.php
  3. unter <?php the_content(); ?> den obigen Code einfügen (Block 2)
  4. gegebenenfalls anpassen
  5. ganz an den Anfang des Templates Folgende setzen:

Nicht vergessen, die suchergebnisse.php wieder per FTP auf den eigenen Server zu laden :-)

Sollte Dir diese Kurzfassung nicht genügen, gibt es eine ganz ausführliche Anleitung im WordPress-Codex. Diese ist allerdings auf Englisch.

Erläuterung: Der letzte Schritt macht aus unserer suchergebnisse.php ein Seitentemplate für WordPress, ansonsten wird es nicht als solches erkannt. Der Name ist natürlich austauschbar.

Dieses können wir nun für unsere Unterseite verwenden. Dafür suchen wir einfach die entsprechende Seite über das Dashboard auf und wählen beim Reiter Template Suchergebnisse aus. Oder eben die individuelle Bezeichnung…

Et voilá: Wir haben eine ganz individuelle, benutzerdefinierte Suche auf unserem Blog.

Wenn wir uns nicht grob vertan haben, sollte fortan alles klappen. Aber natürlich sind noch ein paar Feinschliffe notwendig, aber da heißt es einfach ausprobieren.

Wie viel verdient man mit der benutzerdefinierten Suche?

Der Anbieter EverlinksNatürlich ist einer der entscheidenden Aspekte, dass wir mit der benutzerdefinierten Suche ein wenig unsere Adsense-Einnahmen ausbessern können.

Nun…, ich möchte Dich nicht enttäuschen: Viel kommt dabei nicht herum.

Im Vergleich zum direkten Partnernetzwerk von Google entfallen hierbei lediglich 51% der Werbeinnahmen auf uns, also den Publisher.

Aber natürlich hängt das Ergebnis sehr stark von der Einbettung der eigentlichen Suche ab und wie wir unsere Anzeigen darstellen. Wird sie häufig genutzt, gibt es folglich höhere Einnahmen.

Schaue ich allerdings auf meine Adsense-Statistik, wirkt das eher ernüchternd. Aber ein Bild sagt bekanntlich mehr als tausend Worte:

Geld verdienen mit der benutzerdefinierten Suche

Erstaunlich…, oder? Ich habe 60 Cent im Juni mit der Suchfunktion aus dem Hause Google eingenommen. Wow!

Ja. Das ist wenig. Rechne ich dagegen, dass ich nahezu 1.000 tägliche Besucher habe, die sich durch meine Blogartikel wühlen. Allerdings müssen wir bei diesen Zahlenwischerei bedenken, dass…

  • nur ein Bruchteil die benutzerdefinierte Suche nutzt
  • viele einen Adblocker verwenden
  • die Anzeigen nur ausgespielt werden, wenn es entsprechende Werbepartner gibt

In meinem Fall bedeutet es, dass lediglich 300 Besucher überhaupt in den Genuss der potentiellen Werbebanner kamen. Dafür ist die Klickrate übrigens recht hoch und ich kann wenig dafür, dass keiner nach Money-Keywords sucht 😉

Dennoch: Die benutzerdefinierte Suche hat für mich eher einen praktischen Nutzen und ich verwende sie weniger, um daran reich zu werden.

Es geht lediglich darum, dass die Suchergebnisse bei Weitem besser sind, als die, die durch WordPress standardmäßig ausgeliefert werden. Ja, wirklich!

Google: Benutzerdefinierte Suche – Fazit

Was weiß Google über mich?Anfangs war ich eher skeptisch, ob die benutzerdefinierte Suche aus dem Hause Google wirklich Sinn machen würde.

Mittlerweile bin ich aber recht zufrieden mit dem, was das Ganze liefert. Dabei geht es übrigens in keinem Fall um die Einnahmen.

Diese sind, wie gezeigt, eher gering und außer Acht zu lassen.

Allerdings bin ich von der Qualität der Suchergebnisse überzeugt und außerdem finde ich es großartig, dass die typischen Google Befehle auf diese Art und Weise funktionieren.

Zu beachten ist aber, dass Google nur Seiten finden kann, die auch wirklich im Index der Suchmaschine liegen. Es ist also nicht verwunderlich, wenn ein Artikel nach wenigen Minuten noch nicht aufzuspüren ist. Gerade bei kleinen Blogs kann dies natürlich gehäuft vorkommen.

Natürlich könnte man das Ganze noch viel schöner in die eigene Seite integrieren und einzelne Elemente individuell anpassen.

Dagegen habe ich mich lediglich deshalb entschieden, da ich den Eindruck habe, dass die Funktion ohne unnötige Spielereien besser angenommen wird. Sie ist eben bekannt.

Wenn Du Erfahrungen mit Googles benutzerdefinierter Suche hast, freue ich mich über Deinen Kommentar. Ganz egal, ob diese negativ oder eher positiv ausfallen :-)

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3 Meinungen

  1. Helge06-13-2012

    Ellenlang, ellengut!

    Vielleicht bekomme ich es ja doch noch irgendwie hin, den benutzerdefinierten Quatsch auf meine Seiten zu hieven. Bisher bin ich daran immer gescheitert, wobei ich gar nicht mehr weiß, warum.

    Dein Artikel hat mir neuen Mut gegeben und ich versuche das einfach mal aus.

    Aber mich verlässt irgendwie die Motivation, wenn ich deine Einnahmen sehe. 60 Cent sind wirklich ganz schön wenig. Aber gut, mitnehmen kann man sie ja, wenn dafür die eigene Suche aufgewertet wird.

    Ich bedanke mich einfach und probiere einfach ein wenig rum. Vielleicht klappt es ja.

  2. Fabian06-13-2012

    Ich mag die Google-Suche einfach nicht, jedenfalls nicht in Blogs. Aber dennoch danke für diesen ausführlichen Einblick. Vielleicht probiere ich es ja doch noch aus.

    Hast du schon viel mit den unterschiedlichen Adsense-Anzeigen experimentiert oder liegen die vergleichsweise brach?

    Gruße
    Fabian

  3. Jonas G.06-20-2012

    Hallo Fabian!

    Nein, experimentierfreudig war ich bei der benutzerdefinierten Suche noch nicht wirklich. Das hatte bisher immer nur eine untergeordnete Rolle. Aber da bin ich dran. Wahrscheinlich ist da auch noch viel zu holen.

    Allerdings muss man das Verhältnis im Blick haben. Sie wird wenig genutzt und die Einnahmen werden lediglich zu rund 50% an mich ausgeschüttet, somit halte ich das alles für vollkommen ausreichend und lasse die Suchfunktion einfach mitlaufen.

    beste Grüße