Geld verdienen im Internet: textbroker.de

Das Thema Geld verdienen im Internet ist ein weites Feld. Das weiß wohl jeder, der sich und Google ausgiebig gefragt hat.

Vielen springt bei Ihren Ausflügen durch das Internet, wenn Geld verdienen mit den Wörtern Texten oder Texte schreiben kombiniert wird, der Anbieter textbroker.de ins Auge.

Was es mit diesem Unternehmen auf sich hat, wie die Verdienstmöglichkeiten sind und welche Feinheiten man beachten sollte, wird in diesem Artikel erläutert.

Ist es beispielsweise möglich, mit dem Unternehmen Textbroker sein Monatseinkommen zu bestreiten und dabei keinen Hunger leiden zu müssen? Wir werden sehen… :)

Textbroker – Was hat es damit auf sich?

Im Jahr 2007 wurde das Content-Unternehmen gegründet und wuchs schnell zur größten Plattform seiner Art.

Die Idee dahinter: simpel, einfach und nützlich.

Denn der Clou bei textbroker.de ist nicht nur, dass der geneigte Autor mit nur wenigen Klicks Texte für willige Kunden verfassen kann, sondern auch der Umkehrschluss bringt jede Menge Bequemlichkeiten.

Als Contentkäufer bin ich auf der sicheren Seite, kann Aufträge in Massen einstellen und textbroker.de kümmert sich auch noch um die Abrechnung der ganzen Mühe. Die Textagentur selbst beschreibt das Ganze so:

Textbroker ist Ihr Marktplatz für einzigartige und exklusiv nach Kundenwunsch erstellte Texte. Dabei verwalten Sie Ihre Aufträge und Texte als Kunde oder Autor über eine komfortable Web-Oberfläche. Bei Textbroker müssen Sie Autoren-Leistungen nicht langwierig ersteigern, sondern arbeiten stets zu unschlagbar günstigen festen Preisen pro Wort, oder wahlweise direkt zu verhandelbaren, flexiblen Tarifen. Dabei übernimmt Textbroker sämtliche Leistungen, um den gesamten Prozess für beide Seiten planbar, sicher, komfortabel und seriös abzuwickeln.

Textbroker – Die Sicht des Autors: Geld verdienen oder purer Hohn?

Zu Testzwecken habe ich mich selbst beim Onlineunternehmen angemeldet, um eben nicht auf Zweitmeinungen und unrealistische Werte blicken zu müssen. Deshalb möchte ich jetzt alle relevanten Schritte aufzählen und ein schauen, was es bei Textbroker zu beachten gilt

(Hier habe ich einige Tipps für Sie Tipps gesammelt, um Ihren Verdienst bei Textbroker zu maximieren.)

Schritt 1 – Die Anmeldung bei Textbroker

Das funktioniert nicht nur einfach, sondern wirklich vollkommen bequem: Einen Nickname gewählt, die Adresse ins entsprechende Feld geworfen, noch die eigenen Interessengebiete klar umrissen und schon kann das geld verdienen auch schon los gehen…

Oder? Nein, leider nicht ganz: Textbroker verlangt nämlich noch von jedem Autoren oder auch Texter, dass er einen Beispieltext in die kleine Onlinemaske wirft; das hat zur Folge, dass eine Qulitätssicherung seitens textbroker.de vollzogen werden kann und der potentielle Autor für den großen Markt ‚eingestuft‘ wird. hierbei ist zu beachten, dass der Contentlieferant zwischen vier Stufen unterscheidet.

Dabei ist eine Einschätzung zwischen 2 und 5 Sternen möglich, die grundsätzlich bestimmen, welche Texte denn nun auf textbroker.de angenommen werden können. In diversen Foren habe ich gelesen, dass die meisten Texter anfangs mit zwei oder auch nur drei Sternen versehen werden. Dies kann ich so nicht bestätigen, denn ich durfte mich nach wenigen Tagen (zwei waren es), als glücklicher 4-Sterne-Koch betrachten.

Vielleicht kam ich einfach nur an einen nachlässigen Redakteur bei Textbroker oder konnte vielleicht wirklich schlicht und ergreifend überzeugen.

Egal, jetzt war ich dabei und das muntere Tippen durfte auch schon beginnen.

Schritt 2 – Die ersten Aufträge (Open Orders bei Textbroker)

Nach der Anmeldung ist vor dem Schreiben und so sehen wir uns endlich mit der ersehnten Oberfläche von textbroker.de konfrontiert. Tadaa!

Das Erste, was uns auffällt ist die Fülle an Themenschwerpunkten, die uns bei Textbroker geboten werden und ich muss einräumen, dass ich nicht die ganze Liste auf dem obigen Screenshot habe, doch reicht diese Auflistung wohl, um eine Ahnung von der Autorenseite zu bekommen.

Man sieht auch sehr schön, dass manche Aufträge nur in bestimmten Autorenstufen verfügbar sind und es ist zu bemerken, dass sich die meisten möglichen Texte im 4er-Bereich tummeln. Das ist gut für mich gewesen, kann aber natürlich bei einer niedrigeren Einstufung schnell zu Frustration führen. Jetzt liegt es an uns, einen Auftrag aus den möglichen Kategorien zu wählen und den ersten Text für textbroker.de zu verfassen.

Aus Autorensicht muss ich leider an dieser Stelle auf die teils miserablen Auftragsbeschreibungen hinweisen. So sind manche Kunden sehr leichtsinnig und vor allem ungenau, wenn es darum geht, den gewünschten Text zu beschreiben. Klar, dass hier keine Stilikonen verborgen sind, sie lassen ja auch extra Autoren ankarren, doch bei manchen Wünschen stehen einem schlichtweg die Haare zu Berge.

Interessant sind auch Texte, die eine ‚Über-SEO-Optimierung‘ verlangen. Dabei können im Eigentlichen nur Texte geliefert werden, die weder in Stil, noch Grammatik überzeugen können.

Doch bei allem TamTam, haben wir uns jetzt dem ersten Auftrag angenommen und schreiben munter darauf los. Der Kunde hat uns die gewünschten Keywords genannt, die maximale Wortanzahl und auch den Preis, den er bereit ist, uns zu geben, wenn wir gute Arbeit leisten. Also: AufAuf!

Schritt 3 – Die Vergütung durch Textbroker und den Kunden

Yippie! Den ersten Text konnten wir erfolgreich an den Mann oder die Frau bringen und warten jetzt gierig auf den ersten Lohn. Hier zeigen sich jedoch enorme Scheren, denn die Vergütung ändert sich in den unterschiedlichen Stufen radikal.

Ich verstehe also, dass sich Autoren der niedrigen Stufen verhöhnt fühlen, denn das kommt in keinem Fall an einen angemessenen Stundenlohn bei der Arbeit für textbroker.de. Hier eine kleine Rechnung:

Ich schreibe ungefähr einen Text á 200 Wörter in 30 Minute.

Da ist sogar schon die Recherchearbeit drin, aber es wird vorausgesetzt, dass ich zumindest entfernt Ahnung vom Thema habe und die Kundenbeschreibung nicht zu kryptisch war. Folgende Vergütung ist also bei Textbroker zu erwarten:

  • Stufe 2 – ((200 * 0,7)/0,5)/100 = 2,8€/h
  • Stufe 3 – ((200 * 0,9)/0,5)/100 = 3,6€/h
  • Stufe 4 – ((200 * 1,2)/0,5)/100 = 4,8€/h
  • Stufe 5 – ((200 * 4,0)/0,5)/100 = 16€/h

Natürlich muss ich einräumen, dass es sicherlich Menschen gibt, die schneller als ich schreiben und arbeiten, andererseits muss dahingehend auch berücksichtigt werden, dass dieser Satz nur gilt, wenn wirklich konsequent und produktiv gearbeitet wird.

Das könnte ich für meinen Teil schon ausschließen; ich schreibe definitiv nicht 10 Stunden am Stück konzentriert. Nun gibt es aber doch noch einen Lichtblick für Autoren, die nicht im fünften Sternehimmel gelandet sind und sich über einen halbwegs normalen Verdienst bei Textbroker freuen können: Direct Orders!

Schritt 4 – Direct Orders bei Textbroker – Ein Lichtblick?

Alle Beispiele in diesem Text bezogen sich auf die verfügbaren Aufträge, die für jeden – die richtige Einstufung vorausgesetzt – offen sind. Deshalb nennt man sie bei Textbroker ‚Open Orders‘, demzufolge (ha, welch Wortspiel) gibt es ebenso die ‚Direct Orders‘.

Das bedeutet, dass der Autor einen Kunden so stark mit der Qualität seiner Texte beeindruckt hat, dass er einen direkten Auftrag von ihm erhält. Das Schöne dabei? Ihr könnt den Preis selbst festlegen, wenn er auch nicht wirklich zu stark angezogen werden sollte, da sonst wohl ein Sonder-Auftrag für Euch ausbleiben wird. Hohe Preise verschrecken eben die Contentsuchenden.

Ich habe probiert, meine Direct Orders mit 3,1 Cent pro Wort vergüten zu lassen. Das ging auch ganz gut, wenn auch leider erwähnt werden muss, dass diese speziellen Aufträge bei Textbroker nicht unbedingt an der Tagesordnung sind und somit nicht unbedingt den Stundenlohn immens in die Höhe schlagen.

Schritt 5 – Die Auszahlung bei Textbroker

Kurzum: Die Auszahlung kann je nach Belieben beantragt werden – vorausgesetzt, 10€ Guthaben sind vorhanden, was allerdings recht fix geht – wobei immer am 5. des Monats das erschriebene Geld überwiesen wird. In meiner kurzen Zeit als Autor für die Plattform textbroker.de und meinem Wunsch, durch das Schreiben von eigenen Texten Geld zu verdienen, habe ich diesbezüglich nur positive Erfahrungen gemacht.

Nach spätestens 5 Tagen war das Geld auf dem heimischen Konto. Somit ist die Schreibplattform nicht nur zuverlässig, sondern auch enorm schnell. Das ist schön und ist wohl ein feiner Pluspunkt des Service.

Böses Erwachen – kein Text gehört dem Autor

Während Anbieter wie Suite101 wenigstens nach einem Jahr die Urheberrecht an den Autor zurückgeben, verbleiben diese beim Content-Broker unweigerlich beim Käufer. Einerseits ist das natürlich klar, da der Autor bei Textbroker lediglich als eine Art Ghostwriter agiert und eben nicht als Journalist, freier Schreiberling oder einer ähnlichen Berufsgruppe.

Deshalb an jeden noch diese klitzekleine Warnung: Die verfassten Texte sind, wenn sie bezahlt wurden, weg und dürfen nicht mehr von Euch eingesetzt werden. Wobei? Wen kümmerts? Wer braucht denn schon einen Text über die Backwarenmischungen in Öserreich oder das Innenleben einer Thüringer Rostbratwurst? Und auch das sollte man sich bewusst eingestehen: So oder so ähnlich sind die Themen, die strikt nach Schema F abgearbeitet werden, keine heißen Reportagen, sondern im Regelfall schwerfällige Produktbeschreibungen

Dennoch: Augen auf im Textbroker-Verkehr, denn ab und an schlummert dann doch eine kleine Perle zwischen den ganzen Contentpfützen.

Fazit – Eine Abrechnung mit Textbroker und mit mir selbst!

Ich habe versucht, Textbroker auszureizen und mir selbst zu beweisen, dass das Geld verdienen im Internet durch diese Plattform wirklich möglich ist. Und ich komme zu einem erschütternden Fazit, die fast jeglichem im Internet widerspricht: Ja, es ist möglich, aber beinahe unschaffbar.

Ich habe eine Woche lang Texte bei textbroker.de geschrieben, dabei mehrere Direct Orders abgearbeitet und, das ist für diese Zahlen immens wichtig, ein paar Wochen vorgearbeitet, um überhaupt genug Sonderaufträge erhalten zu können. Letzten Endes konnte ich im Wochendurchschnitt 74€ pro Tag verdienen, wobei ich am Sonntag keinen Finger rührte.

Doch jedem sollte klar sein, dass es auf den unteren Stufen schwer bis unmöglich ist, ein sinnvollen Einkommen durch Textbroker zu generieren. Vor Augen sollte man sich auch führen, was es heißt, über 70€ mit einem solchen Dienst täglich zu erwirtschaften. Gehen wir hierbei von durchschnittlich 3 Cent pro Wort aus, bedeutet es, dass man rund 2500 Wörter pro Tag schreiben müsste.

Im Umkehrschluss sind das fünf Textseiten, die mit qualitativem Content befüllt werden wollen und ich sollte darauf hinweisen, dass ein durchschnittlicher Verdienst von 3 Cent schon über dem Durchschnitt liegt. Als Autor der Stufe 2 sind das schon fast 22 volle Seiten, die für textbroker.de verfasst werden wollen.

Dennoch kann mit gutem Gewissen der ein oder andere Auftrag für textbroker.de übernommen werden – reich wird man damit aber natürlich nicht, auch wenn es als solider, teils mühsamer Nebenverdienst in jedem Fall zu empfehlen ist.

(Hier habe ich einige Tipps für Sie gesammelt, um Ihren Verdienst bei Textbroker zu maximieren.)

Also dann: Glück auf und bitte nicht vor der Tastatur verhungern! (Die Sicht eines Content-Kundens folgt in Kürze)

8 Meinungen

  1. Ben07-12-2011

    Ein wirklich sehr interessanter und dazu noch ausführlicher Bericht. Ja Textbroker ist schon der Sklaventreiber Nr.1 im Autorenbereich…

    Aber Autoren machen sich gut im Internet Marketing :)

    Beste Wünsche,

    Ben alias Marketinger

    • Jonas G.08-04-2011

      Autoren machen sich mit Sicherheit gut und leider werden sie immer billiger. Natürlich muss ich als Webseitenbetreiber auf meine Kasse achten, aber was ich in den letzten Monaten in Richtung Dumpingpreise/-löhne gesehen habe, rechtfertigt fast keine Arbeit mehr :)

      Wenn ich auch einräumen muss, dass das Arbeiten für textbroker immer noch weit vorne abschneidet, da gibt es noch ganz andere Beispiele. Wuärgs!

      Grüße

  2. WBM09-06-2011

    nja wenn man hochwertige texte verfassen kann ist das schon ein guter nebenjob , ich denke mit kleinen Hilfsmitteln wie etwa einer Spracherkennungssoftware lässt sich damit schon ordentlich Geld verdienen wenn man da Richtig dran geht , obwohl eine Eigene Webseite erstellen schon besser wäre auf Dauer ..

    Danke für ihren Beitrag Mfg

    • Jonas G.10-04-2011

      Ich denke, dass eine Spracherkennungssoftware beim Geld verdienen mit Textbroker nicht unbedingt förderlich ist. Meine Erfahrung in diesem Bereich ist bisher eher schlecht, da Rechtschreibung und Orthographie nicht unbedingt mit meinen Vorstellungen Hand in Hand gingen :)

      Grüße

  3. DirkP10-19-2011

    Wir haben neulich einen im Netz über eine Alternative zu Textbroker gelesen und die auch gleich mal ausprobiert: independent-publishing.com. Wir sind sehr zufrieden mit deren Arbeit. Das Prinzip ist wohl ähnlich, so wie ich das sehe, die Qualität war jedoch deutlich besser. Und englische Texte für unsere Produkte konnten wir auch gleich mitbestellen, ziemlich klasse!

    • Jonas G.10-19-2011

      Diesen Dienst kenne ich ja noch gar nicht. Ich werde gleich mal schauen, was für Schreibaufträge dabei möglich sind. Danke für den Hinweis.

      Grüße
      Jonas

  4. Schreibhals07-29-2012

    Eine Frage: „demzufolge (ha, welch Wortspiel) gibt es ebenso die ‘Direct Orders’“

    Wo verbirgt sich dein mit „Ha“ gepriesenes Wortspiel in diesem Fall?

    Ansonsten: Geht in die Konservenfabrik und lest die Inhaltsangaben Korrektur. Schreiben ist was anderes.

  5. Kuno08-22-2012

    12designer, textbroker, myhammer…schon erstaunlich, welch Blüten die Selbstausbeutung treibt in der Illusion, durch die eigene Selbstständigkeit ein höheres Maß an persönlicher oder finanzieler Freiheit zu erlangen…