Domains kaufen? 8 Tipps für den erfolgreichen Domainhandel!

Der Handel mit Domains - 8 Regeln für den ErfolgGeld verdienen mit dem Handeln von Domains? Eigentlich nichts leichter als das, denn so ein kleines Kürzel ist in wenigen Minuten registriert, kostet nur ein paar Cents und schon kann der Einstieg in den Onlinehandel beginnen.

In diesem Artikel möchte ich ein paar Regeln und Tipps für den erfolgreichen Domainhandel vorstellen und ein paar Anregungen geben, wie man ins Geschäft einsteigt, denn das ist nicht mit dem Registrieren von unzähligen Domains getan.

Ich selbst halte auch ein paar Domains, nicht viele, aber immerhin eine handvoll. Doch oft ist es gar nicht so leicht, den Wert einer URL zu bestimmen, denn unterm Strich kann ich rechnen soviel ich will und eine Domain ist trotzdem nur soviel wert, wie jemand dafür bezahlen möchte.

Das Web kennt keine Regeln – Der Domainhandel

Vor gut einem Jahr wurde die Domain kredit.de inmitten der Finanzkrise veräußert. Lese ich mich durch die zahlreichen deutschen Internetforen zum Thema, könnte ich annehmen, dass das zwar Geld brachte, aber wohl nicht die Welt.

Was denkst Du, wie viel Geld ging bei diesem Deal über den Tisch? 5.000€? Vielleicht 50.000€? Ja, ich denke, ein Domainhändler hätte lächelnd einschlagen können, wenn ihm für eine URL soviel Geld geboten worden wäre.

Dennoch haben wir uns arg verschätzt, denn die Domain kredit.de wechselte für 892.000€ den Besitzer, was fast eine ganze Million ist und wurde damals von Unister, einer Firma aus Leipzig erworben.

Hierbei möchte ich aber nicht darauf pochen, dass es simpel ist, mit dem Handel von Domains zum Multimillionär zu werden, sondern nur zeigen, dass es im virtuellen Raum bis dato kaum Grenzen gibt – nach oben, aber auch nach unten.

Deshalb möchte ich in diesem Artikel meine Erfahrungen mit dem Domainhandel niederschreiben und 8 Regeln dafür aufstellen.

1. Klasse statt Masse – Zig URL bringen keinem etwas

Wenn ich nach günstigen Domains oder billigen Anbietern google, finde ich im Internet zig Angebote, die mir Domains fast schon hinterherwerfen. Und wenn ich von einem Tag auf den anderen ins große Domaingeschäft einsteigen möchte, könnte ich mühelos 1000 URLs erwerben.

Ja, das wäre ein Kinderspiel und würde im Jahr vielleicht durschnittlich 10.000€ kosten, um das Ganze halten zu können. Doch das ist der größte Anfängerfehler, der einem unterlaufen kann.

Viele stiefeln los und registrieren am laufenden band wertlose Domains. Klar, bücher-blog.de kann funktionieren, muss es aber nicht und schnell sind wir zwar Eigentümer einer URL-Gemeinde, können unsere Schäfchen aber nicht auf lange Sicht betreuen.

Denn die anfänglichen 10.000€ werden fortan jährlich fällig. Davon ausgehend, dass wir nicht mühelos 10.000€ im Monat verdienen, könnte das ein riskantes und vor allem spekulatives Spielchen werden.

  1. Wenn man 10.000€ zur Verfügung hat, sollte man diese in wertvolle Domains investieren. URLs mit einem inhärenten Wert verlieren diesen auch nicht über Nacht.
  2. Weniger ist manchmal eben doch mehr. Denn wenn ich 10 Domains mein Eigen nenne, zahle ich dafür jährlich vielleicht 100€ und schaufel mich nicht selbst in den sozialen Abgrund.

2. Laufe keinen ungerechtfertigten Trends hinterher

Klar, es gibt jede Menge Domain-Kürzel und es werden sogar immer mehr. Bald werden alle Städtenamen hinter dem potentiellen Kürzel stehen dürfen und auch .blog ist bald im Rennen. Die Frage, die sich mir stellt, ist, ob sich das überhaupt bezahlt macht.

Zwar werden diese neuen Erweiterungen gerade noch sehr hochgehandelt, doch denke ich nicht, dass sie diese Erwartungen halten können. Ein gutes Beispiel dafür ist die Erweiterung .mobi, die immer mehr Domainhändler dazu veranlasste, unwirkliche Summen auf den Tisch zu legen. und jetzt Hand aufs Herz: Welche Seite ist groß, bekannt und hört auf .mobi? Ich kenne keine.

Worauf ich hinaus will? Nun, ich denke, man sollte sich nicht von jedem Hype anstecken lassen und bisher habe ich die Erfahrung gemacht, dass .com gold ist, .de silber und der Rest zwar funktionieren kann, aber eben kaum einen inhärenten Wert besitzt.

3. Kurze Domains machen manchmal Sinn, aber nicht immer

Irgendwann war es möglich, Domains zu registrieren, die sehr kurz waren. Vier Zeichen konnten plötzlich als eigene und selbständige Domain gelten und natürlich war der Ansturm auf dieses neue Feld sehr hoch. Alle Möglichen kürzel wurden binnen kurzer Zeit registriert, da eine kurze URL natürlich einprägsamer ist. Klar.

Dadurch wurden schnell alle klingenden Namen gesichert, wie miro, diro, varo etc. Das macht meiner meinung nach sogar noch bedingt Sinn und ist eine gute Grundlage. Denn manchmal wird ein neues Produkt aus dem Boden gestampft, das eben auch gut klingen soll und dafür braucht es natürlich eine entsprechende Domain. Dabei muss aber natürlich bedacht werden, dass für solche Dinge oftmals vorab die URL registriert oder gekauft wird und dem Domainhändler noch gar nicht ersichtlich sein kann, welchen Schatz er soeben für ein paar Peanuts weggegeben hat. Tja, blöd gelaufen.

Nun kamen aber viele Menschen, die einfach weiter machten und ebenso ein Teil dieser rasanten und teils unüberlegten Strömung sein wollten und willkürlich so ziemlich alles registrierten, was auch nur im Entferntesten zwischen vier Zeichen Platz hatte. Wer das Ganze überprüfen möchte, sieht, dass sogar die Domain FQZW nicht mehr vorhanden ist.

Stelle ich mir an dieser Stelle die ehrliche Frage, ob das noch Sinn macht, wird die Luft ein wenig dünner. FQZW klingt nach gar nichts, ist keine Abkürzung und wenn man es fünfmal nacheinander ausspricht, hat man einen Knoten in der Zunge. Super.

Das gleiche Prinzip gilt aber generell bei kurzen Domains. Zwar sind sie einprägsam, aber ich denke, der Zug für schöne URLs ist abgefahren und es macht de facto keinen Sinn, irgendeinen Quatsch zu registrieren, nur um ein Teil dieser Innovation zu sein. Nein, kurze Domains machen nur Sinn, wenn sie einen Wert haben und der wohnt ihnen inne, wenn sie entweder ein wirkliches Wort sind oder…, nun, es gibt kein oder, oder?

4. Domains sollten immer an den Endbenutzer verkauft werden

Es gibt Agenturen, die verhökern Domains als Massenware und immer mehr Händler schließen sich diesem Phänomen an. Das liegt aber, denke ich vor allem darin begründet, dass entweder unzählige und wertlose Domains im Portfolio des Händlers schlummern oder eben dem kurze Domains sind echt sinnvoll-Trend nachgeeifert wurde.

Unterm Strich macht es aber meistens mehr Sinn, einzelne Domains zu versteigern und sich direkt an den Endbenutzer zu wenden, also denjenigen, der das Ganze auch wirklich nutzen möchte. Oftmals kommen viele, viele Fragen bei solchen Auktionen auf und es ist mühsam, jedem alles zigmal zu erklären. Dennoch habe ich die Erfahrung gemacht, dass hierbei vielmehr Geld zu holen ist, als beim Vertrieb von Massensammlung.

Wenn eine URL keinen Wert hat, stoße sie ab. Wenn Du aber meinst, dass sie mehr verdient hat und es vielleicht auch anhand relevanter Zahlen messen kannst, behalte sie und überzeuge den Käufer selbst und siehe da; wer Dich versteht, greift auch tiefer in die Tasche.

5. Namenhafte Register wählen

In der Vergangenheit ist es mir einmal passiert, dass ich eine Domain registriert hatte, die über Nacht einen Mehrwert bekommen hat. Das lag einfach daran, dass plötzlich ein Produkt auf den Markt kam, das den entsprechenden Namen trug. Hey, ich war anfangs erfreut, hatte ich doch gar nicht mehr mit einem lukrativen Verkauf gerechnet und loggte mich bei der Seite meines Vertrauens ein.

Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder, ich habe wirklich selber etwas vermasselt oder ich wurde schlicht und ergreifend betrogen: denn plötzlich war die Domain in meinem Portfolio nicht mehr aufzufinden und eine Nachfrage ergab, dass ich niemals Eigentümer dieser Domain gewesen sei. Komisch.

Doch welche Begründung nun wirklich die richtige ist, kann ich nicht beurteilen. Zwar glaube ich, dass ich im Recht bin, kann das aber nicht beweisen. Dennoch habe ich daraus gelernt und mich für eine andere Plattform entschieden und bin hier sehr, sehr glücklich.

An dieser Stelle möchte ich allerdings keinen Anbieter empfehlen, denn in den meisten Fällen ist eine ausgiebige Suche bei Google viel sinnvoller. Das liegt einfach daran, dass ich derzeitig nicht weiß, welche Plattform empfehlenswert ist und welche eben nicht und bevor ich an die falsche Adresse weiterleite, verweise ich lieber auf die große Suchmaschine.

6. Vom Type-In Traffic wirklich profitieren

Klar. Domains kann man kaufen und dann in die Tasche stecken, wo sie natürlich gut aufgehoben sind und von einer schönen Zukunft träumen. Ich denke aber, dass es sinnvoll ist, eine Domain richtig zu parken. Denn bei vielen, nicht vollkommen sinnlosen Domains, gibt es allerhand type-in-Traffic. Also Besucher, die einfach mal die URL in das Browserfenster tippen.

Das klappt natürlich besser, wenn man der Eigentümer von geld.de oder kredit.de ist, aber ich denke, dass auch unüblichere Floskeln funktionieren können. Warum nicht einfach ausprobieren und so wenigstens ein wenig nebenher verdienen?

Es gibt unzählige Anbieter dort draußen, die sich um alles weitere kümmern. Wichtig ist einerseits natürlich, dass ein entsprechendes Banner platziert wird, meinetwegen Adsense – aber vielleicht gibt es auch eine bessere Alternative? Und in keinem Fall sollte der dezente Hinweis fehlen, dass die Domain zum Verkauf steht, denn jeder Kanal ist willkommen.

Bei manchen Domains dürfte das besser, bei anderen weniger gut klappen. Aber warum nicht ein paar Euro rausquetschen, wenn der Aufwand doch relativ gering ist?

7. Geduldig beim Verkauf sein

Domains zu verkaufen kann eine weile dauern. Manchmal landet man einen Glückstreffer, manchmal braucht es Jahre, dass irgendwer überhaupt merkt, dass er diese Domain kaufen möchte. Deshalb ist es auf der einen Seite natürlich wichtig, aktiv das Angebot zu bewerben (Auktionshäuser, Plattformen und natürlich auf der Seite selbst darauf verweisen) und eben Zeit mitzubringen.

Vielleicht hat jemand vor Jahren ipod.com registriert, ohne Apples Produkt würde das Ganze wohl unbesucht sein. Das war jetzt nur ein Beispiel und ich habe keine Ahnung, ob das Ganze schon vorab auf eine andere Person lief. Dennoch kann man hiermit schön illustrieren, dass es manchmal erst das entsprechende Produkt braucht, bevor ein erfolgreicher Handel überhaupt möglich ist.

8. Eine gute Verhandlungsbasis haben

Wer mit Domains handeln möchte, sollte vor allem keine Existenzängste haben. Das hört sich zwar nach einer Binsenweisheit an, ist ab en detail eigentlich relativ nachvollziehbar. Denken wir an das anfängliche Beispiel: kredit.de wurde für rund 900.000€ inmitten der Finanzkrise erfolgreich verkauft.

Das ist eine enorme Summe und natürlich für jeden Händler wohl die Fahrkarte in die Sorglosigkeit. Anfänglich habe ich jedoch ebenfalls ein wenig geschätzt, welche Summe dafür wohl auf den Tisch gelegt wurde.

Ich selbst hätte wohl nicht solange stillgehalten und wäre schon bei 50.000€ lachend und mit den Armen wedelnd durch die Wohnung gehüpft. Dabei hätte ich aber gut 850.000€ weniger eingenommen.

Nun, ich will darauf hinaus, dass gute Preise manchmal erst mit der Zeit kommen und es ebenso Ewigkeiten brauchen kann, bis die entsprechende Domain erfolgreich verkauft werden kann. Doch ist es wichtig, dass keine Geldsorgen den Händler beeinflussen und er eben nicht an die nächsten 10.000€ denken muss, weil zig Domains auf seinen Namen laufen.

Der Handel mit Domains – Ein Fazit

Insgesamt halte ich es für wichtig, das Ganze nicht als zu verlockend einzustufen. Klar, natürlich kann mit dem Domainhandel Geld verdient werden, sonst gäbe es wohl kaum eine Agentur oder überhaupt Händler. Auch die entsprechenden Beispiele unterstreichen das natürlich.

Dennoch ist es oftmals sehr spekulativ und der Erfolg kommt selten über Nacht. Ich denke also, dass es Sinn machen kann, eine gute Domain zu registrieren, zu halten und sie vielleicht irgendwann gewinnbringend zu veräußern. Doch ich setze eher auf Klasse, also Qualität und registriere nicht am laufenden Band Domains.

Wie steht es mit Dir? hast Du andere Erfahrungen machen können oder betreibst Du erfolgreich einen Domainhandel? Ich bin in diesem Bereich wahrlich kein Experte und habe nur beschränkte Erfahrungen machen können, weshalb ich sehr an Feedback interessiert bin.

2 Meinungen

  1. Dirk11-22-2011

    Domainhandel ist wie alles: Erfahrung und Glück sind dem Erfolg dienlich. Ich registriere meine Domains in den USA bei Hostgator. Ist ein klasse Hoster und nachdem man das Admin-Menü auf Deutsch umgestellt hat, fühlt man sich auch heimisch. Dort werden die persönlichen Daten auch nicht öffentlich gemacht. Auf youtube gibts auch ein schönes Video:
    http://www.youtube.com/watch?v=n55hg3GN7Go

    • Jonas G.11-22-2011

      Danke für den Tipps zur Regietrierung von Domains, ja, Hostgator ist, denke ich, prinzipiell, also auch für das Hosting, sehr zu empfehlen und ja, der Domainhandel ist ein Zusammenspiel aus Erfahrung und Glück, doch denke ich, dass Zweiteres manchmal noch stärker ins Gewicht fällt :)