Facebook macht’s neu und keiner versteht’s – Timeline, Chronik und Co

Vor einigen Tagen war es dann endlich soweit und Facebook begann mit dem Rollout der Timeline oder eben Chronik.

Ich habe mir das Ganze jetzt ein paar Tage angeschaut und bin verblüfft, wie wenig innovativ diese Neuerung doch ist.

Außerdem frage ich mich, ob der Neuanstrich eher zu Frust als zur optischen Aufwertung des sozialen Netzwerks führt.

Grund genug, sich die neuen Funktionen einmal genauer anzuschauen, einen Blick hinter die Fassade und die Geschichte unseres Lebens zu werfen.

Timeline, mach dich auf was gefasst. Ich komme…

Die Facebook-Timeline

Die Facebook-Timeline - Sinnvoll?Zum Zeitpunkt des Rollouts surfte ich selbst auf Facebook und war erstaunt, was für verrückte Skills mein Freundeskreis doch hat, denn urplötzlich sah alles anders aus: Neuartig, aufgepeppt und irgendwie unordentlich.

Sie haben Facebook umgekrempelt und in neuem Glanz erstrahlen lassen, was für Asse.

Aber nach einiger Zeit sah auch ich den folgenschweren Button, der mich auf die Neuerung hinwies und mich fragte, ob ich denn fortan die Facebook-Chronik nutzen möchte.

Was sich anhört wie die Fortsetzung einer beliebigen Fantasy-Reihe ist im Kern aber doch nur ein neues Features, das seit dem 15.12.2011 auch in Deutschland und dem Rest der Welt Verbreitung findet und optisch jede Menge hermacht.

Insgesamt ist das Ganze wohl als interaktiver Lebenslauf zu verstehen und fordert uns und unsere Freunde schlicht und ergreifend dazu auf, in der Vergangenheit zu stöbern und so auch die Jahre, die wir nicht im blauen Netzwerk verbrachten, schön zu illustrieren und mit Flashbacks anzureichern.

Dadurch können zwar auch unliebsame Erinnerungen wachgerufen werden, da Facebook so ziemlich alles aufspürt, um es in unserer Chronik darzustellen, doch Profilpflege war schon immer oberstes Gebot beim Gesichtsbuch.

Dennoch stößt das Ganze sauer auf, denn einmal aktiviert, gibt es kein Zurück. Das impliziert, jedenfalls für mich, dass bald wohl alle Profile auf diese Art und Weise präsentiert werden, da eine Weiterentwicklung beider Oberflächen wohl im organisatorischen Desaster enden würde.

Was ist neu – Der Umfang der Chronik

Die Timeline ermöglicht es jedem Anwender, den eigenen Auftritt mit einem gigantischen Foto zu würzen, das in den Maßen 850 mal 315 Pixel fortan über dem ureigenen Lebenslauf prangt. Schön und enorm exaltiert.

Timeline gives you an easy way to rediscover the things you shared, and collect your most important moments. It also lets you share new experiences, like the music you listen to or the miles you run. Facebook

Spannend ist dabei, dass die Chronik nicht etwa beim Start eines Facebook-Lebens beginnt, sondern am Tag der eigenen Geburt. Klar, denn was ist Facebook sonst, wenn nicht eine Spiegelung des virtuellen Lebens.

Nutzer können nun also noch mehr von sich preisgeben und die klaffende Lücke zwischen dem Lebensbeginn und der Gegenwart mit Inhalten und Bildern auffüllen. Und natürlich kann es witzig sein, in vergangenen Statusmeldungen zu wühlen, doch vielleicht kommen so auch unliebsame Ereignisse ans virtuelle Tageslicht (?).

Ob das aber notwendig ist, sollte wohl jeder für sich entscheiden.

Die Facebook-Timeline – Kritik ist nötig

Ich mag Neuerungen und ich finde es ebenfalls schön, wenn Dinge nicht statisch bleiben. Warum die Überarbeitung nun aber sein musste, verstehe ich nicht und wenn ich die Kommentare zwischen meinen Statusupdates richtig verfolge, auch kein anderer.

Natürlich wirkt das Ganze schön, knallig und verleiht dem rustikalen Design einen interessanten Neuanstrich, doch halte ich solch krasse Überarbeitungen nicht unbedingt für förderlich und erachte die Unkenrufe, die nun das Löschen des eigenen Profils verkünden für gar nicht so abwegig.

Nicht ohne Grund steigen die Zugriffszahlen auf den verlinkten Artikel Stunde um Stunde.

Kritisch ist allerdings auch, dass es bisher keine Möglichkeit gibt, sich der Chronik oder eben Timeline zu erwehren. Zwar wird man als Nutzer nicht unmittelbar gezwungen, den Spaß mitzumachen, doch einmal entschieden gibt es kein Zurück mehr und das eigene Profil bleibt „verchront“.

Leider impliziert das eben auch, wie schon angedeutet, dass wohl keine Zweigleisigkeit seitens Facebook geplant ist, sondern wohl eher mit einem Umstieg zur neuen Oberfläche zu rechnen ist.

Ich denke, dass es also Sinn macht, das neue Design frühzeitig zu nutzen, denn wenn es dann irgendwann keine Alternative mehr gibt und das Deaktivieren unmöglich wird, ist es wohl sinnvoll, den ganzen Funktionsumfang vorab zu kennen.

Doch werfen wir noch einen Blick auf die wichtigsten Optionen, die den Umgang mit Facebooks-Chronik vielleicht ein wenig vereinfachen.

Die Timeline im Überblick – Aktivieren, nutzen, warten

Die Facebook-Chronik aktivieren

Um die Chronik zu aktivieren, kann man entweder ausharren, bis Facebook es einem vorschlägt oder einfach diesen Link verwenden. Und schon kann es losgehen – Willkommen im Web 2.0, hereinspaziert in mein Leben.

Doch keine Sorge, Facebook gibt uns einen zeitlichen Puffer, um im Timeline-Dschungel durchzusehen und so werden alle Änderungen in unserem Profil erst nach 7 Tagen für unseren Freundeskreis sichtbar.

Wie ändere ich das Titelbild?

Ursprünglich gab es ein Profilbild. Dieses ist fortan aber lediglich ein Bestandteil eines gigantischen Headers, der über unserem virtuellen Lebenslauf prangt.

Ein passendes Bild kann sich jeder selbst aussuchen. Einfach mit einem Klick auf Titelbild, anschließend auf Titelbild ändern und dann ein entsprechendes auswählen. Sinnvoll ist es natürlich, gleich die Maße 850 x 315 Pixel zu wählen, da es sonst natürlich zu unschönen Verzerrungen kommt.

Chronik-Einträge verbergen

Wie schon angedeutet, will vielleicht nicht jeder, dass alle Informationen für jeden einsehbar sind. Deshalb macht es mitunter Sinn, ein paar unliebsame Erinnerungen oder Einträge zu verbergen. Dafür drückt uns Facebook ein kleines Zensur-Werkzeug in die Hand.

Einen kleinen Bleistift, der rechts über jedem Eintrag steht, kann dazu verwendet werden, Einträge nicht allen Benutzern anzuzeigen.

Den Point-of-View ändern

Sehr interessant finde ich die Möglichkeit, mein Profil aus den Augen eines beliebigen Facebook-Nutzers zu betrachten. So kann ich beispielsweise überprüfen, ob auch wirklich nur das angezeigt wird, was in meinem Sinne wahr.

Dafür wählen wir einfach auf das Zahnrädchen, das neben Aktivitäten anzeigen auf unsere Maus wartet. Nun noch auf Anzeigen aus der Sicht von… und schon kann das eigene Profil aus der Sicht eines Bekannten betrachtet werden. Immerhin eine schöne Möglichkeit zur Kontrolle.

Die Facebook-Chronik – Na gut!

Ich bleibe weiterhin gespannt, was sich hier noch tun wird. Bisher verstehe ich nicht, warum es diese Neuerung braucht. Ja, klar, Facebook wird zum interaktiven Tagebuch und alle können sich präsentieren. Doch warum?

Dennoch möchte ich in den kommenden Wochen erst ein wenig mit dem neuen System herumspielen, bevor ich es verurteile. Toleranz und so.

Also, Facebook-Chronik, ich bin gespannt.

Update: Am 30. März wird Facebook auch Fanseiten mit der neuen Timeline ausrüsten. Die wichtigsten Funktionen und Neuerungen habe ich im Artikel Fanseiten und die Facebook Chronik zusammengefasst.

3 Meinungen

  1. Stefan Barkey01-29-2012

    „Sinnvoll ist es natürlich, gleich die Maße 815 x 350 Pixel zu wählen, da es sonst natürlich zu unschönen Verzerrungen kommt.“

    Kann es sein das die Maße 850x315px sind?

  2. Jonas G.01-29-2012

    Hallo Stefan,

    ja, Du hast Recht. Anfangs schreibe ich ja auch 850×315, am Ende gibt es da lediglich einen kleinen Tippfehler.

    Danke für den Hinweis zur Facebook-Chronik :)

  3. Derin03-12-2012

    Vielen Dank für den Beitrag! Ich hab mir auch schon gedacht was das soll mit der Timeline und so. Aber es ist für mich noch gewöhnungsbedürftig:)