Erfolgreich bloggen: Wie viele Artikel sollte man pro Woche schreiben?

Mich beschäftigt sei langer Zeit die Frage, wie viele Artikel man eigentlich täglich oder eben wöchentlich schreiben sollte, um einen Blog erfolgreich aufzubauen.

Dabei ist es natürlich schwierig, eine pauschale Antwort zu geben, auch wenn ich gern eine konkrete Zahl nennen würde, um das Geheimnis für immer und ewig zu lüften.

Dennoch gibt es ein paar Aspekte, die man als Blogger beachten sollte. Denn jeder Veröffentlichungs-Zyklus hat seine Vor- und Nachteile und folglich Einfluss auf die eigene Leserschaft.

In diesem Blog-Artikel möchte ich einmal schauen, wie viele Blog-Artikel wir schreiben sollten, was es dabei zu beachten gilt und welche Anforderungen wir für unsere Leserschaft und an uns selbst erfüllen sollten.

Wie viele Blog-Artikel pro Woche?

Wie viele Blog-Artikel sollte man schreiben?Ich erinnere mich lebhaft an einen Vortrag von Sascha Pallenberg. In diesem begründete er seinen Erfolg in Bloggerkreisen hauptsächlich damit, dass er tagtäglich unzählige Artikel schreibt und das Ganze endete mit dem berüchtigten Satz, dass jeder Blog monetarisierbar sei.

Oha, eine klare Ansage, die auf jeden Fall in ihrem Kern eine kleine Wahrheit birgt: Posting-Frequenz und monatliche Besucher gehen Hand in Hand.

Und das ist auch ganz logisch: Werfen wir mehr potentielle Suchanfragen in das Internet, gibt es mehr und mehr Zugriffe, die natürlich proportional zur Fülle der Inhalte ansteigen.

Schaut man dabei auf erfolgreiche Blogs, beispielsweise stadt-bremerhaven oder auch mydealz, dann fällt natürlich schnell auf, dass hier täglich rund 10 Artikel verfasst werden. Und hey, diese Blogs haben monatlich rund 2 Millionen Seitenimpressionen oder auch mehr.

So einfach lässt sich das Ganze allerdings nicht beurteilen, denn es gibt ein paar Faktoren, die wir beherzigen sollten. Denn bevor ich mich der entscheidenden Frage stellen möchte, wie viele Artikel denn Sinn machen, möchte ich noch ein paar grundlegende Dinge in den Raum stellen.

Content is King

Die eigenen Inhalte sind wichtig!Wer sich mit dem Bloggen beschäftigt oder selbst eine Seite betreibt, wird früher oder später auf diese Aussage stoßen und natürlich ist sie mittlerweile ein wenig ausgelutscht.

Aber so häufig sie auch genannt wird, schwingt natürlich grundsätzlich eine wichtige Wahrheit mit.

Denn wer gute Artikel veröffentlicht, wird häufiger verlinkt und katapultiert sich somit in den Suchmaschinen-Rankings an die Front, aber generiert natürlich auch durch die Querverweise unzählige Besucher.

Außerdem werden gute Inhalte häufiger geteilt und somit setzen wir auf eine Vielzahl von Traffic-Quellen, die unsere Leserschaft anreichern.

Schauen wir beispielsweise auf SiN, den tagseoblog oder sogar den Postillon haben wir eine handvoll Vertreter, auf die diese Aussage selbstredend zutrifft.

Zwar werden auch auf den genannten Blogs regelmäßig neue Inhalte veröffentlicht, doch ist hierbei weniger die Posting-Frequenz, als die Qualität der eigentlichen Inhalte entscheidend.

Diskussionsplattform oder Artikelverzeichnis?

Was sagt uns das?Dieser Blog-Artikel ist der dritte, den ich heute auf diesem Blog veröffentlichen werde. So wie es aussieht, wird allerdings noch ein weiterer folgen.

Das bedeutet aber auch, dass ich mich bewusst dazu entscheide, dass nicht jeder Besucher die heutigen Artikel lesen wird und unter Umständen gar nicht bemerkt, was er verpasst hat.

Ich setze somit ganz klar auf den Traffic, der mir über kurz oder lang durch Suchmaschinen zuteil wird. Stichwort: Long-Tail.

Man könnte das Kind also beim Namen nennen und behaupten, dass es mir weniger um den Austausch ginge, als um ein großes Artikelverzeichnis. So ganz stimmt das allerdings nicht.

Wer bloggt, unterwirft sich im Regelfall den Strukturen, die WordPress und Co liefern. Das bedeutet, dass alle Artikel chronologisch und hintereinander veröffentlicht werden und immer nur der neueste Beitrag ganz oben steht. Mal von gezielten Veränderungen abgesehen und nur der grundlegenden Struktur eines Blogs folgend.

Das bedeutet allerdings, dass wir uns darüber klar sein müssen, dass jeder Blog-Artikel den vorherigen aus dem absoluten Fokus des Lesers zerrt. In diesem Blog ist es beispielsweise so, dass am häufigsten die Startseite aufgerufen wird. Alles, was dort nicht angezeigt wird, wird folglich nicht wahrgenommen und bleibt gewissermaßen unsichtbar.

Deshalb empfiehlt es sich, den Tag oder die Woche mit einem wichtigen Artikel zu beschließen.

Entweder aufgrund der Annahme, dass dieser häufig geteilt wird, wir ein Partnerprogramm zu unserem Nutzen vorstellen oder wir glauben, dass er gut unseren Blog repräsentiert.

Inhalt wurde oft geteiltAls Beispiel möchte ich mein Interview mit blogads vom letzten Freitag nennen. Ich ging davon aus, dass das unter Umständen für Blogger interessant sein könnte und habe mich entschieden, das Ganze über das Wochenende an die Front zu schicken.

Und siehe da, der Beitrag erhielt rund 300 Zugriffe über Facebook und wurde 80 Mal geteilt. Ob das viel oder wenig ist, muss jeder selbst beurteilen.

Wichtig ist allerdings, dass dieser Effekt wohl nicht eingetreten wäre, hätte ich noch ein paar Artikel danach geschrieben.

Wieviele Artikel braucht meine Leserschaft?

Aufgrund der beiden Annahmen, dass gute Inhalte häufiger verlinkt und geteilt werden und dass es wichtig ist, welcher Artikel oben steht, würde ich vorschlagen, die eigenen Artikel einmal von Außen zu betrachten und sich selbst ein paar Fragen zu stellen.

  • Sind sie für die Zielgruppe wichtig oder sprechen sie nur einen Teil an?
  • Versprechen wir uns selbst davon einen Vorteil?
  • Haben die Artikel Potential bezüglich diverser Social Media – Kanäle?

Anhand dieser Fragen schaue ich, in welcher Reihenfolge ich meine Artikel poste. Wer nicht täglich schreibt, kann das Gleiche allerdings vor größeren Pausen durchspielen – Wochenende, Urlaub, Feiertag.

Jetzt haben wir zwar immer noch keine grundsätzlich Postingfrequenz, aber doch ein paar sinnvolle Hinweise zum Posten allgemein.

Um aber das Hauptthema nicht aus den Augen zu verlieren, hierzu ein paar Überlegungen:

  • Wer weniger schreibt und sich mehr Zeit nimmt, verfasst bessere Artikel.
  • Wer weniger Artikel veröffentlicht, wird pro Beitrag normalerweise mehr Kommentare bekommen.
  • Wenn ich wöchentlich nur ein paar Artikel verfasse, werden diese häufiger gelesen.
  • Weniger Artikel sind natürlich sinnvoll, um gute Ideen zu sammeln. Wer täglich fünf Beitrage schreibt, läuft Gefahr, sein Pulver zu verschießen.

Reduktion kann also auch von Vorteil sein und es ist immer eine Frage, was man selbst mit dem eigenen Blog bezweckt.

Die Postingfrequenz und die Leserschaft

Als ich diesen Blog startete, habe ich versucht, wöchentlich einen Artikel zu verfassen. Danach habe ich probiert, die Frequenz immer weiter nach oben zu steigern und bin mittlerweile bei 2-3 Artikeln pro Tag angelangt. Mehr sollen es allerdings im Durchschnitt auch nicht werden, jedenfalls nicht in diesem Blog.

Dennoch macht es wenig Sinn, die Anzahl andauernd zu verändern, denn meines Erachtens sind Regelmäßigkeit und Vorhersehbarkeit wichtig .

Es gibt Blogs, da weiß ich, dass monatlich neue Inhalte kommen, öfter schaue ich auch gar nicht vorbei. Andere Seiten überhaufen mich regelrecht mit Informationen und ich werfe somit täglich einen Blick ins Artikel-Protfolio.

Würden diese beiden Vertreter allerdings ihren Zyklus tauschen, würde ich die Hälfte gar nicht mitbekommen. Erst wenn ich diesen Wechsel verinnerlicht und mich daran gewöhnt hätte.

Somit ist eine gleichbleibende Postingfrequenz das A und O, um die eigenen Leser bei der Stange zu halten.

Wie viele Blog-Artikel sollte man pro Woche schreiben – Fazit

Letzten Endes setzt sich Qualität natürlich immer gegenüber Quantität durch.

Wer also gut schreibt, wichtige Informationen für die eigene Nische bereithält, sollte sich um Besucher nicht kümmern müssen. Wichtig ist allerdings, dass die eigenen Beiträge eine gewisse Regelmäßigkeit aufweisen und dennoch das eigentliche Niveau oder das Versprechen an die Leserschaft halten.

Natürlich gibt es Aufmerksamkeit und einen Besucheranstieg, wenn wir unsere Postingfrequenz erhöhen. Das ist ganz normal und eine logische Folge. Wichtig erscheint mir allerdings, dass wir eine absehbare Linie verfolgen und diese muss nicht einmal in Stein gemeißelt sein.

Das bedeutet also, dass wir möglichst kontinuierliche und gleichbleibende Zyklen verfolgen sollten, um unseren eigenen Rhythmus zu finden und somit konstant und vor allem gesund zu wachsen.

Auch wenn ich jedem Blogger empfehlen würde, dass er mehr als einen Artikel pro Monat ins Internet jagen sollte 😉

3 Meinungen

  1. Helge02-13-2012

    Hallo Jonas,

    viele der Punkte, die du nennst, würde ich so unterschreiben. Es gibt aber noch einen Vorteil für Vielblogger.

    Beispiel: Ich habe deinen Feed abonniert, aber mich interessieren natürlich nicht alle Themen. Würde jeden Tag nur ein Artikel erscheinen, hätte ich bestimmt länger gebraucht, um ein Leser zu werden.

    So finde ich aber fast täglich Informationen und Beiträge, die mich intressieren. Das ist auch bei stadt-bremerhaven so. Ich lese maximal einen Beitrag pro Tag, der für mich wichtig ist. Da aber manchmal 10 am tag erscheinen, ist für mich immer was dabei.

    Regelmäßigkeit ist also wichtig, aber ich finde Fülle ist außerdem ein wichtiger Faktor. Jedenfalls bezüglich des Erfolgs.

  2. Thomas Rith02-14-2012

    Guter Artikel Jonas.

    Aber wenn ich jetzt mal an meine Lesegewohnheit denke: Ich habe bei einer Vielzahl von Blogs einfach den Feed abonniert. Somit ist es für mich nicht entscheidend, wo der Artikel erscheint, sondern ob mich der Titel und Inhalt anspricht. Dann komme ich auch auf den Blog und lese mir das ordentlich durch.

    Aus Deiner Sicht, um mich also zu „locken“ Deinen Blog zu besuchen, wäre die Anzahl der Artikel mitentscheidend, damit Du in meinem Feedreader eher die Möglichkeit hättest, von mir gesehen zu werden…

    Ich besuche eher selten die Blogs direkt, um zu schauen, ob es was neues gibt. Das weiß ich in diesem Fall ja schon… :)

    Aber nicht jeder nutzt ja auch die Feeds. Somit kann man einfach sagen, nicht jeder Leser ist gleich. Somit gibt es auch kein Allgemeinrezept für die Anzahl der Artikel. Auch nicht jeder Artikel interessiert jeden… usw.

    Aber generell würde ich es einfach so sagen: Je mehr Artikel, umso eher die Chance auf Erfolg. Ob die Chance genutzt wird, hängt dann von der Qualität der Artikel ab…

    So long…

    Thomas

    • Jonas G.02-15-2012

      Hallo Thomas,

      ja, natürlich hast du Recht, vor allem wenn man in den Feed-readern von anderen ist, sehe ich das ähnlich. Hierbei würde ich allerdings außerdem auf zielführende Überschriften setzen.

      Allerdings gilt das ja nur, wenn man schon das Vertrauen einer Leserschaft gewonnen hat und diese lässt sich bei den meisten Blogs doch noch recht gut an einer Hand abzählen. Deshalb richten sich die Überlegungen natürlich hauptsächlich an die Leserschaft, die mich nicht schon in den eigenen Reader aufgenommen hat :)

      beste Grüße