Die eigene Blogstatistik – Nicht von Zahlen verrückt machen lassen!

Der heutige Webmaster Friday stellt die Frage, wie der eigene Blog untersucht wird und weiterhin, welche Statistik-Tools dabei Verwendung finden.

Diesem Aufruf möchte ich mit diesem Beitrag nachkommen, aber dabei weniger auf die Frage eingehen, welche Tools und Plugins ich selbst benutze, sondern allgemein über den Stellenwert einer solchen Analyse berichten.

Ich bin nämlich geteilter Meinung, einerseits ist es enorm wichtig, den eigenen Blog zu betrachten, ihn zu analysieren und ein wenig auf die Zahlen zu schielen, doch andererseits sollte man sich von diesen auch nicht verrückt machen lassen. Vor allem nicht, wenn Geld verdienen im Internet eine hohe Priorität genießt, braucht es Ruhe und Geduld beim Bloggen.

Also, schauen wir auf die Zahlen und Analysemethoden in diesem Blog und den Umgang mit den ausgeworfenen Zahlen…

Welchen Stellenwert haben Analyse-Tools für den Blog?

Sind Statistiken wirkliche alles?Vor wenigen Tagen habe ich einen Artikel geschrieben, der ein paar Tools vorstellt, mit denen einerseits die eigene Seite untersucht, aber im gleichen Maße auch die Konkurrenz unter die Lupe genommen werden kann.

Hierbei habe ich über Bounce-Rate, SEO-Schmus und natürlich über Page-Rank oder auch Page-Authority berichtet. Diese Werte sind aber allesamt nur Anhaltspunkte und geben nicht immer einen repräsentativen Überblick.

Denken wir beispielsweise an das Alexa-Ranking, wird eine gute Positionierung für einen Fachblog zum Thema Internet und Co leichter zu erreichen sein und vor allem genauere Werte liefern, aber ein Online-Shop, der sich mit dem Stricken auseinandersetzt, wird schlechter dastehen.

Die Begründung liegt hierbei natürlich auf der Hand: Alexa funktioniert über eine Toolbar, die erstens im amerikanischen Raum mehr Verwendung findet und außerdem natürlich von einem internetaffinen Klientel genutzt wird. Das bedeutet unterm Strich, dass Seiten, die sich um ihre Alexa-Positionierung sorgen, höchstwahrscheinlich auch eher die Zielgruppe ansprechen, die eine solche Toolbar verwendet und somit natürlich indirekt einen starken Einfluss auf die eigenen Werte bei diesem Analyse-Tool beeinflusst.

Das heißt für mich aber, dass ich diesen Daten nur einen sekundären, wenn nicht sogar noch schlechteren Stellenwert beimesse. Nun ist Alexa natürlich nicht alles und auch nur bedingt hilfreich und deshalb möchte ich einen Blick auf einen der wichtigsten Vertreter der Gattung: Analysetools für den Blog werfen.

Google Analytics und was uns die Werte zeigen

In den meisten Blogs findet das schlagkräftige Tool aus dem Hause Google Verwendung, so auch in meinem. Ich betrachte hierbei meine Besucherstatistiken, schaue, mit welchen Keywords ich gefunden wurde und werfe einen Blick hinter meine eigene Fassade. Das ist natürlich hilfreich, doch sollte man diese Zahlen nicht überbewerten und teilweise auch einfach mit einem Lächeln abtun. Das liegt vor allem an den teils undurchsichtigen Werten. Was ich damit meine? Nun, viele Zahlen und Statistiken, erscheinen in der ein oder anderen Situation einfach in einem anderen Licht.

Die Bounce-Rate – Absprungrate

Google Analytics zeigt mir prozentual an, wie hoch die Bounce-Rate für meinen Blog liegt, also wie viele Nutzer die Seite sofort wieder verlassen und wer sich dann doch noch ein wenig im Blog umschaut. Hierbei haben wir es oft mit Angaben zu tun, die in keinem Fall realistisch sind und auch große und bekannte Seiten schlagen sich teilweise mit einer Absprungrate von über 60% rum. Das liegt einfach daran, dass Analytics in der Regel jeden Besucher als ‚Abspringer‘ wertet, der unseren Blog nach nur einer Seite sofort wieder verlässt.

Das kann man natürlich anpassen und Peer hat darüber einen sehr interessanten Artikel geschrieben, wie die Bounce-Rate einen realistischen Wert ausgeben kann. Der Clou in diesem Beitrag ist schlicht und ergreifend, dass jeder Besucher als ‚bleibend‘ bewertet wird, der länger als eine gewisse Zeit auf unserem Blog verweilt.

Das ist dahingehend sinnvoll, als dass viele Menschen einfach fündig werden und gar nicht das Bedürfnis verspüren, irgendwas im Blog anzuklicken. Häufig kommt Traffic auch durch zufällige Anfragen und dabei ist es nur verständlich, dass ein Besucher umgehend wieder verschwindet. Vielleicht kam er über die Bildersuche, vielleicht nur durch eine unglückliche Keyword-Kombination? Deshalb schreibe ich der Bounce-Rate nur eine geminderte Funktion zu.

Die durchschnittliche Besuchszeit

Ein weiterer Eckpfeiler einer jeden Analyse ist natürlich die Zeit, den ein Besucher auf dem eigenen Blog verbringt. Wie lange schaut er sich unsere Seite überhaupt an und was können wir daraus schließen? Nun, ich denke, dass auch hierbei nur die halbe Wahrheit in unserer Auswertung ans Licht kommt.

Einerseits wird ein Besucher mit 0 Sekunden bewertet, der sich nur eine Seite anschaut und keinen weiteren Klick macht – Klar, denn Analytics bewertet eben durch die Abstände zwischen den Klicks überhaupt erst eine Nutzungsdauer. Dies hat zur Folge, dass auch in diesem Bereich häufig die Zahlen verfälscht sind und nicht als repräsentativ zu bewerten sind.

Außerdem gibt es Nutzer, da zähle ich mich selbst hinzu, die interessant Dinge erstmal in einem neuen Tab öffnen und im Nachhinein lesen. Dabei habe ich manchmal unzählige Tabs auf und vergesse sogar, sie überhaupt zeitnah wieder zu schließen. So habe ich manche Seiten über Stunden auf und klicke dann manchmal noch darauf rum.

Das hat aber zur Folge, dass auch hier Werte dominieren, die eben nicht unbedingt repräsentativ sind, wenn auch der Mittelwert zwischen ‚Träumern‘ und ‚Ein-Seiten‘-Besuchern natürlich wieder einen Durchschnitt annimmt, messe ich auch diesen Zahlen nicht unbedingt einen enorm wichtigen Stellenwert bei.

Besucherzahlen allgemein – wichtig oder nicht?

Manchmal habe ich in Gesprächen den Eindruck, dass jeder Blogbetreiber eigentlich nur ein Ziel hat, nämlich mehr und mehr Traffic. Das ist natürlich die logische Folge, wenn es nicht nur um ein virtuelles Tagebuch geht, sondern es ebenso um das Geld verdienen im Internet geht. Doch eben diese Annahme führt häufig dazu, dass sich Frust breit macht. Steigen unsere Besucherzahlen anfangs noch konstant und wir können fast jeden Tag das ein oder andere Plus ausmachen, stellt sich über lange Sicht häufig etwas anderes heraus.

Die Analyse der Besucherzahlen

Auch auf diesem Blog gibt es starke Schwankungen - Auf lange Sicht ist aber alles im grünen Bereich

Viele Faktoren beeinflussen die Besucherströme, die wir auf unseren Blog ziehen. Zwar ist SEO mit Sicherheit nicht zu ignorieren, aber eben auch nicht alles. Stellen wir uns vor, ich habe auf einem Blog monatlich rund 10.000 Besucher und plötzlich kommt der Einbruch und nur noch 5.000 Nutzer genießen meine Schreibe. Das kann aber einerseits am Wetter liegen oder auch einfach an mangelnder Sichbarkeit in Suchmaschinen, die vielleicht durch ein neues Google-Update meinen Blog großflächig abgestraft hat bzw. in den SERPs niedriger bewertet.

Das ist zwar nicht unbedingt schön, sollte aber auch nicht den Ausschlag geben, das Bloggen einzustellen. Besucher kommen und gehen, mal mehr, mal weniger und auf lange Sicht meistens in Scharen. Doch halte ich die kurzfristige Analyse für gefährlich und frustrierend, aber auch zufällige Einbrüche nicht für ausschlaggebend.

Mit Geduld kommt man ans Ziel, mit Zeit erschafft man sich Stammleser – mir doch egal, ob Analytics einen schlechten Oktober prophezeit, der November sieht schon wieder anders aus und das Jahr 2011 war weitaus erfolgreicher als alles im Jahr 2010.

Welchen Stellenwert haben denn nun Analysetools für mich und meinen Blog?

Ich habe jetzt lediglich die drei offentsichtlichsten Faktoren einer jeden Analyse beurteilt, natürlich könnte ich noch weiter in die Tiefe gehen, aber ich denke nicht, dass das Ergebnis ein anderes wäre. Unterm Strich heißt das für mich und meinen Blog aber vor allem eines: Geduld, Ausdauer und eine gesunde Motivation bringen auf lange Sicht mehr, als das stumpfe Auswerten von Statistiken.

Natürlich ist ein Blick auf diese Zahlen wichtig und ja, manchmal auch hilfreich. Vor allem wenn wir sehen wollen, mit welchen Keywords die Besucher auf unseren Blog kommen, inwiefern wir alte Artikel verbessern können, um vielleicht noch besser zu ranken, aber eben nicht die einzigen Kriterien und Anhaltspunkte für das erfolgreiche Leben als Blogger oder dem großen Thema Geld verdienen im Internet.

Analyse-Tools können aufschlussreich sein, aber nicht die einzigen Gefährten im Internet und vor allem kein Grund, sich verrückt machen zu lassen.

4 Meinungen

  1. Eddie11-13-2011

    Wie heisst das Plugin an der Seite ? Das will ich auch!

    • Jonas G.11-13-2011

      Das Social-Media-Plugin?
      Heißt ‚Sharebar‘ und ist sehr, sehr schön und intuitiv zu nutzen :)

      Grüße