Für das Archiv schreiben – Der Long-Tail und wie er Besucher bringt

Geld verdienen im Internet funktioniert vor allem über Traffic. Das heißt ganz einfach ausgedrückt, dass mehr Besucher, mehr Umsatz generieren.

Jeder kennt die Erfahrung, dass mit dem Alter eines Blogs ebenso die Besucherströme steigen.

Diese Entwicklung muss zwar nicht immer proportional verlaufen, sollte aber bei einer aktuellen Seite relativ konstant bleiben. Wenn ich also täglich einen langen Artikel schreibe, kann ich davon ausgehen, dass sich das nach einem Jahr bezahlt macht.

Hier kommt der Long-Tail ins Spiel, was nichts anderes bedeutet als ‚langer Schwanz‘. Wir bauen in unserer Zeit des Bloggens ein enormes Archiv auf, bedienen eine wachsende Palette an Keywords und optimieren somit unbewusst unsere eigene Seite. In welchem Zusammenhang der ‚Long-Tail‘ nun mit dem Thema:’Geld verdienen im Internet‘ steht, möchte ich in diesem Artikel zeigen.

Was ist der Long-Tail und wie wirkt er sich aus?

Der Long-TailDer Begriff selbst wurde vom Journalist und Autor Malcolm Gladwell geprägt.

Bei seinen Untersuchungen stellte dieser fest, dass sich in der freien Wirtschaft unkonventionelle und weniger bekannte Produkte stark auf den Umsatz eines Unternehmens auswirken.

Das heißt also, dass es im Büchermarkt natürlich für eine reale Buchhandlung schlecht wäre, wenn sie das eigene Sortiment mit allem möglichen Kram überladen würde, aber bei Webseiten und Nischenprodukten der Erfolg dadurch drastisch steigt.

Im Buchladen meines Vertrauens werde ich wenig Fachliteratur über die Hasenjagd finden und bin somit auf andere Quellen für dieses ungewöhnliche Hobby angewiesen. Ich durchforste das Internet und werde höchstwahrscheinlich auf einer Seite landen, die mir das Gesuchte anbietet. Gladwell konnte anhand des online-Musikdienstes ‚Rhapsody‚ aufzeigen, dass der Hauptumsatz mit Nischenprodukten generiert wurde.

Das heißt also, dass populäre Musiktitel natürlich gekauft wurden, aber die Bilanz letzten Endes zeigte, dass die enorme Masse an Sonderwünschen dem Unternehmen mehr Geinn einbrachte. Der Long-Tail ist also der Rattenschwanz eines jeden Angebots, zwar ist die Anfrage auf Hypes und Hits immer am größten, doch ist der spezielle Wunsch im Großen und Ganzen natürlich größer.

Der Long-Tail im Blog – Geld verdienen im Internet durch einen Rattenschwanz

Auf Internetseiten und Blogs ist dieses Phänomen genauso ersichtlich. Klar, ich beschäftige mich auf dieser Seite mit der Thematik ‚Geld verdienen im Internet‘, noch spezieller mit dem Thema ‚Geld verdienen‘, also letzten Endes einer Keyword-Konstellation, die nicht nur überlaufen ist, sondern ebenso ein ungeheures Konkurrenz-Volumen besitzt.

Das wäre mit dem Suchwort ‚Bücher‘ oder ‚Ski-Fahren‘ ähnlich und deshalb ist mühsam oder auch teils sinnlos, auf diese Keywords zu optimieren. Die Aussicht auf Erfolg ist einfach zu gering.

Deshalb wird jedem Blogger, der im Internet Geld verdienen will, angeraten, eine eigene Nische zu finden (In dieser Artikelserie gehe ich auf das Finden und Suchen der eigene Nische ein) und sich in dieser breit zu machen. Das heißt im Umkehrschluss, dass ich mir eine längere Kombination aus Keywords, also Schlüsselwörtern suche und meine Seite dahingehend optimiere.

So ist die Kombination ‚Jane Austen Bücher bestellen‘ natürlich weniger hart umkämpft, als das einfache Substantiv ‚Bücher‘.

Heureka, es kann losgehen. Diese Spezialisierung nennt man für gewöhnlich Long-Tail, das heißt, dass ich versuche, ungewöhnliche Kombinationen, die vielleicht ein geringes Suchvolumen haben, aber nicht so stark umkämpft sind, in meine Beiträge einfließen zu lassen.

Der Long-Tail - Viel Potential

Die Grafik zeigt ungefähr einen Long-Tail. das heißt, auf der linken Seite sehen wir populäre Suchbegriffe und auf der rechten eben den mitgezogenen Rattenschwanz. Hier wir ersichtlich, dass die Hauptkeywords zwar ein enormes Potential aufweisen, aber die rechte Seite fast bis unendliche läuft. Das heißt, die Artikel, die durch den Long-Tail Besucher auf unsere Seite locken, bringen unterm Strich insgesamt mehr.

Die richtige Kombination an der richtigen Stelle und eine handvoll neuer Besucher findet auf meine Seite. Das auf lange Sich ausgebaut und der eigene Blog generiert durch unpopuläre Wort-Kombinationen eine enorme Masse an Besucherströmen.

Betrachtung des eigenen Blogs – Long-Tail wird immer wichtiger

In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass die Suchanfragen bei Google immer länger werden. Das kann ich sogar an mir selbst beobachten, doch habe ich keine wirkliche Erklärung für diese Entwicklung. Vielleicht liegt es einfach daran, dass ich über die Zeit gelernt habe, dass meine Suchergebnisse umso spezieller und passender werden, umso besser ich sie eingrenze.

Dieses Phänomen führt natürlich gleichermaßen dazu, dass Shops für schrumpfende Zielgruppen aus dem Boden schießen, Webseiten sich mehr und mehr spezialisieren und letzten Endes – im Idealfall – jeder das findet, was er wirklich sucht.

Doch werfen wir einen Blick auf die eigene Seite. Um diesen Umstand nicht bis ins letzte Detail in einer Beweisführung zu begraben, nehme ich einfach die letzten zehn Anfragen, die Nutzer auf diesen Blog zum Thema ‚Geld verdienen im Internet‘ führte.

Für das Archiv schreiben ist sinnvoll - Geld verdienen im Internet auf lange SichtHier wird deutlich, dass die Mehrzahl der Besucher durch Kombinationen auf diesen Blog stoßen, nach denen er wenig oder gar nicht optimiert ist. Nur ein kleiner Bruchteil kommt über die Haupt-Keywords, bei mir ungefähr 10%-15%. Das mag einerseits daran liegen, dass dieser Blog noch recht jung ist (vor vier Monaten erschien der erste Artikel), aber andererseits bestätigt die Erfahrung, dass sich das auch in der Zukunft nur um einen Bruchteil ändert.

Sind wir optimistisch und erhöhen den Prozentwert um das Doppelte, behaupten wir einfach und das ist sehr, sehr großzügig, dass 25% der Besucher eines Blogs über die optimierten Keywords auf unsere Seiten gelangt. Dem gegenüber stehen jedoch immer noch 3/4 oder 75%, die mit einmaligen Suchbegriffen und Kombinationen den Weg hier her gefunden haben.

Und genau davon kann der jeweilige Blogbetreiber stark profitieren. Wir gehen also davon aus, dass Suchmaschinenoptimierung, Keywords und Co enorm wichtig für eine gesunde Entwicklung des Blogs sind.

Nehmen aber ebenso an, dass der Long-Tail, also der Rattenschwanz in unserem Archiv den Hauptteil der Besucher zieht.

Jetzt gibt es mehrere Möglichkeiten, sich diesen Faktoren und Einsichten zu bedienen.

Wie profitiert der eigene Blog vom Long-Tail?

Man kann den Long-Tail selbst optimieren. Nehmen wir einfach an, auf meinen Blog kommen regelmäßig Menschen – das wäre dann einfach Zufall – die nach der Kombination ‚Geld verdienen im Internet und Gemüse-Sandalen‘ gesucht haben. Diese Anfrage ist zwar Unsinn, wäre aber natürlich denkbar.

Nun könnte ich ältere Beiträge eben nach diesen Anfragen optimieren und versuchen, die Menschen mit dieser ungewöhnlichen Anfrage alle auf meinen Blog zu ziehen. Hierbei stellt sich natürlich die Frage, ob ich dann einen Mehrwert, der auf dem richtigen Content basiert bieten könnte.

Wichtig ist also nicht nur auf die Besucherzahl selbst zu schauen. Denn was bringen mir Nutzer, die ich nur durch Täuschung auf die eigenen Seiten gebracht habe- Sie werden verschwinden und wahrscheinlich nicht erneut diesen Blog besuchen.

Andererseits tun sich vielleicht durch das Betrachten der Suchanfragen neue Möglichkeiten auf. Vielleicht sehe ich, dass eine enorme Anzahl von Besuchern – dem ist nicht so – durch die Suchanfrage:’Geld verdienen im Internet erfolgreich ein web business aufbauen‘ zu mir kommen. Nun wäre es sinnvoll, die Markt weiterhin zu bedienen und mir dadurch rückwirkend Besucher zu sichern.

Doch auch die Zufälligkeit ist entscheidend. Wir profitieren nämlich hauptsächlich, jedenfalls ich, vom Zufall. Das heißt, dass ich einfach Artikel schreibe, die irgendwie und irgendwo bei Google ranken. Oft optimiere ich wenig oder setze darauf, dass Content auf lange Sicht auf dem Vormarsch ist. Nun sind alle Artikel, die ich in meinem Blog veröffentliche sehr lang. Um die 1000 Wörter und mehr schreibe ich meistens.

Das hat zur Folge, dass ich eben Keyword-Kombinationen generiere, die ungewöhnlich sind und somit trotzdem Besucher ziehen. Ich schreibe also für das Archiv und weiß, dass es sich auf lange Sicht bezahlt macht.

Suchanfragen bei Google sind eben häufig nicht planbar und so hat schon manch abstruse Keyword-Kombination zum Erfolg geführt.

Fazit: Der Long-Tail und was er letzten Endes für meinen Blog bedeutet

Am besten beeinflusst man, denke ich, dieses Phänomen, das Gladwell vorstellt, indem einfach ein enormer Output vorhanden ist. Denken wir an den Buchhandel anfangs: Ich nehme über die Jahre immer mehr Bücher in mein Online-Sortiment auf. Jedes Buch bespreche ich en detail und ziehe das über Jahre hinweg durch.

Irgendwann wird sich immer ein Interessent für das unpopulärste oder schlechteste Buch interessieren und somit einen Verkauf generieren.

So oder so ähnlich verhält es sich mit Blogs. Ich schreibe für das Archiv und weiß, dass auf lange Sicht dieses über 75% meiner Besucher bringen wird. Geld verdienen im Internet und der Long-Tail sind also Faktoren, die auf lange Sicht in jedem Fall relevant sind.

3 Meinungen

  1. Tom10-20-2011

    Sehr interessant, habe mich mit dem Thema Long-Tail noch nie so richtig befasst, jedoch hat mich dein Bericht richtig gut darüber aufgeklärt! Mach weiter so. Gruß Tom

  2. Roland02-25-2012

    Im Endeffekt ist der Artikel ein Trost für diejenigen, die von sich sagen, dass SEO nicht das Thema ist, worin sie sich auskennen. Denn irgendwann kommt einer und findet den Artikel.
    Das erinnert mich ein klein bisschen an folgenden Vergleich: Man nehme 100 Personen. Deren Job ist nichts anderes als wahllos Zettelchen mit Buchstaben in die Tischmitte zu werfen.

    Irgendeiner fängt an ein Zettelchen in die Tischmitte zu werfen. Dann der nächste usw. Man muß keinen Zettel auf den Tisch werfen, man kann auch auf Toilette gehen usw.. Es ist also nicht klar, wieviel Personen gerade per Runde wahllos einen Buchstaben reinwerfen. Die Buchstaben werden in der Reihenfolge angeordnet, wie sie auf den Tisch geworfen wurden. Früher oder später, eher später, ist es aber so, dass jedes erdenkliche Wort auf diese Weise entsteht.
    Es ist nur eine Frage der Zeit und irgendwann kommt das Wort, das einen den Besucher bringt.
    Seid vorbereitet auf diesen Tag *gg*

    Natürlich kommt auch auf einer Internetseite hinzu, dass der gesamte Inhalt interessant ist. So würde man einen Stammleser generieren, so wie ich es einer bin.

    Ich denke Stammleser sind ebenfalls ein Besucherstrom, der sich durch long tail entwickelt. Es kann damit ein Besucher für den alten Artikel, wie auch für die neuen Inhalte gewonnen werden.

    Heute ist es auch nicht mehr so, dass man unendliche Bookmarklisten braucht, die dann sowieso wenig genutzt werden. Die Seite, die interessant ist, „bookmarkt“ man sich im Internet, zum Beispiel Facebook, so wie ich es mit dieser Seite mache.

    Daher ist nicht nur ein großes Archiv gut um den Erstkontakt zu schaffen, sondern auch ein interessantes Thema zu besetzen und Kontinuität zu schaffen.
    Das ist mit meinem Blog zum Beispiel völlig unmöglich. Ich habe kein festes Thema, heute Wetter, morgen Hunde, übermorgen die Politik. Eine zielgerichtete Vermarktungsstrategie ist sogut wie kaum möglich.
    Für mich ist es tatsächlich der long tail und Artikel zu schreiben, die meine Facebookgemeinde toll findet.

    Ok, ich hab auch Artikel, die auf Platz 1 sind oder auf der ersten Seite sind. Da muß man halt schnell sein mit einem aktuellen Thema und vielleicht Zusatzinfos bieten. So hat man auch das Glück, dass man vielleicht als zusätzliche Quelle zu den großen Nachrichtenportalen heran gezogen wird.

    Diesen Fasching / Karneval hatte ich longtail Effekte. Ich hatte letztes Jahr einen Artikel über Karneval geschrieben und mich als Karnevalsmuffel geoutet. Und genau dieser Artikel wurde oft aufgerufen, am 11.11. und die ganze Karnevalszeit. Dieses Jahr nochmal einen Artikel darüber geschrieben mit weiteren Informationen über Karneval (Traditionen, etc). Das zusammen, long tail und aktueller Bericht machten einen erklecklichen Teil der Besucher im Februar aus.

    Mein neuer Blog, http://wutschreiber.de, beschäftigt sich nur mit Politik aus meiner Sicht. Ob es da Besucher geben wird, keine Ahnung. Long tail dürfte da weniger interessant sein, denn wen interessiert schon die Bundespräsidentenwahl von März 2012 im Sommer 2012. Da wird also noch was hinzu kommen müssen, das long tail bedient.

    • Jonas G.02-27-2012

      Wow, Roland – noch so ein Kommentar in dieser Länge und ich kann den eigentlichen Artikel zum Long-Tail löschen :)

      Aber ja, man könnte gemein sein und sagen: Der Rattenschwanz ist dafür da, um Menschen mit Besuchern zu beglücken, die keinen Schimmer von Suchmaschinenoptimierung haben. Aber das stimmt natürlich nur bedingt. Gerade in Blogs funktioniert es ja hauptsächlich über diesen Weg, denn jeder Artikel greift ein anderes Themenspektrum auf und rankt zu zig Keywords.

      Und auch im Bezug auf Stammleser muss ich Dir natürlich beipflichten. Die wenigsten regelmäßigen Leser bekomme ich, weil ich bezüglich der Facebook-Chronik so schön ranke, das läuft mehr und mehr über ganz individuelle und unterschiedliche Fragestellungen, bei denen ich die Keywords überhaupt nicht alle abdecken könnte. Da hilft mir dann auch kein Analyse-Tool, da manche Anfragen und Probleme schlicht und ergreifend einmalig sind und kaum reproduzierbar.

      Beispielsweise kam heute ein Besucher über die Konstellation auf welchen seiten finde ich intext werbung und artikelverzeichnisse.
      Natürlich ranke ich zu keinem der Hauptschlagworte „gut“, aber diese Konstellation hat eben doch einen Besucher gebracht :)

      Dein Karnevalsbeispiel passt bezüglich des Long-Tails natürlich außerordentlich gut.

      Beste Grüße
      ich