Der Blick der Besucher – Dinge richtig platzieren und die Klickrate um 1000% steigern

Heute möchte ich wieder ein paar Erfahrungen teilen, die mir in den letzten Wochen, vor allem im Januar, geholfen haben, meine Blogeinnahmen zu steigern.

Hierbei geht es mal wieder um den Fokus der eigenen Leserschaft und wo diese mit ihren Äuglein verharren und im besten Fall auch noch klicken.

Zwar habe ich in meinem Blog-Artikel über Google Adsense schon ein paar Hinweise diesbezüglich gegeben, möchte aber ein kleines Update, unabhängig von Werbeplatzierungen, nachreichen.

Dabei geht es allerdings weniger um das Einbinden von Bannern und Co, sondern mehr um die Ausrichtung oder den Aufbau der eigenen Seite. Ob alles, was ich in diesem Blog-Artikel schreibe, pauschal auf andere Blogs zu übertragen ist, wage ich natürlich zu bezweifeln.

Dennoch, interessant ist es in jedem Fall und ich hoffe, dass jeder Leser das ein oder andere für sich mitnehmen kann.

Einstieg: Nur eine zufällige Bobachtung

Wo klicken die Besucher hin?Vor fast zwei Wochen habe ich in einem Blog-Artikel meine monatlichen Blogeinnahmen für Dezember 2011 veröffentlicht und dabei alle Zahlen, Werte und Einnahmen miteinander verrechnet und bin fast zufällig über eine bis dato „unbeachtete Zahl“ in meinem Analytics-Account gestolpert.

Einer Zahl, die in anderen Auswertungen gar nicht auffällt und die ich deshalb auch gar nicht beachtet hatte: Die Klickrate für eine einzige Kategorie!

Diese war nämlich, jedenfalls im Gesamtbild betrachtet, ungewöhnlich hoch und stach deshalb aus der Menge heraus.

Zwar konnte sie nicht mehr Besucher auf sich vereinen als bestimmte Seiten oder häufig gelesene Blog-Artikel, die über Google gefunden wurden, aber eben deutlich mehr Klicks von den eigentlichen Blog-Besuchern erhalten.

Doch fangen wir von vorne an und schauen vorerst auf den typischen Aufbau eines normalen Blogs und überlegen dann, wie wir das Klickverhalten unserer Besucher maßgeblich beeinflussen können.

Der Blog-Aufbau – Beispiel: Existenz im Netz

Der Aufbau eines Blogs

So sieht mein Blog also aus, den Footer habe ich mal ausgespart, denn der ist für die Aufmerksamkeit und den Fokus des Lesers eher unwichtig. Deshalb wäre es an dieser Stelle schon angebracht, die Adsense-Werbung aus dem Footer zu entfernen. Da schaut keiner hin und klickt somit auch nicht auf das deplatzierte Werbebanner.

Beschränken wir uns also auf diese drei Bereiche und gehen dann etwas genauer ins Detail.

Vorab möchte ich das Ganze aber noch mit einem sinnvollen Tool von Google anreichern, das ich im Artikel Bildschirmauflösung im Internet: Wie sieht die eigene Seite aus? vorgestellt habe.

Auch wenn ich zugeben muss, dass das Bild so ein wenig überladen und unübersichtlich wirkt, aber ich denke, dass das Wichtigste immer noch zu erkennen ist. Und wenn nicht, werde ich das alles noch ganz genau erklären. Keine Sorge.

Was wird vom Leser wahrgenommen?

Nun sehen wir, wie viel Prozent unserer Leserschaft welche Bereiche unserer Blogs wahrnehmen. Jedenfalls auf den ersten Blick, beim ersten Besuch und eben ohne den Einsatz von Tastatur und Maus.

Nun könnte man meinen, hey: Mir doch egal, 80% sind doch genug, muss der Rest eben scrollen. Dieser Irrglaube ist aber nicht unbedingt förderlich, denn wir verschenken jede Menge Potential und das sogar bei kleineren Blogs.

Um diesen Gedanken zu veranschaulichen, möchte ich ein wenig mit meinen eigenen Besucherzahlen rechnen. In den letzten 30 Tagen, also vom 16.12.2011 bis zum 15.01.2012 haben rund 3.900 Leser meinen Blog gefunden. Gehen wir für eine einfache Rechnung doch einfach von 4.000 aus.

Das heißt konkret, dass wir bei den jeweiligen prozentualen Angaben immerhin so viele Besucher überhaupt nicht erreichen:

Prozente und Besucher, die nicht alles sehen:

  • 99% | 40 Leser
  • 98% | 80 Leser
  • 95% | 200 Leser
  • 90% | 400 Leser
  • 80% | 800 Leser

Diese Werte steigen natürlich ins Unendliche, wenn wir ein Zehnfaches meiner Besucherzahlen annehmen. Gehen wir beispielsweise von einem durchschnittlichen CTR von einem Prozent bei Google Adsense aus, sind es im letzten Fall immerhin 8 Klicks – Ob das nun ein Verlust von 80 Cent oder 8 Euro ist, hängt natürlich von der Ausrichtung des jeweiligen Blogs ab.

Halten wir jedoch für meinen Fall fest, dass lediglich 3.200 meiner Besucher alles von diesem Blog sehen. Jedoch nur knapp die Hälfte wirklich auf einen Blick den gesamten Blog erfasst.

Das bedeutet allerdings auch im Umkehrschluss, dass wirklich meine komplette Leserschaft diesen kleinen Bereich wahrnimmt:

Diesen Bereich sehen alle Besucher

Das ist natürlich echt wenig, kaum repräsentativ und auch für Werbung nicht unbedingt optimal, mal davon abgesehen, dass man die Sidebar auch auf der linken Seite haben könnte.

Habe ich aber nicht und deshalb müssen wir das Ganze noch ein kleines Stückchen mehr auseinander pflücken. Und die Elemente eliminieren, die keinen wirklichen Effekt haben und nur schmückendes Beiwerk sind.

Bilder ohne Klick-Ereignis

Schnell fällt auf, dass jetzt nicht mehr viel übrig bleibt. Jedenfalls nicht von dem Bereich, den wirklich JEDER Besucher mitnimmt und der ihn zur sofortigen Interaktion einlädt.

Wir haben oben eine Liste der verwendeten Kategorien im Blog und den letzten Artikel. Wer auf einen Slider ausweicht stellt es zwar anders dar, die grundlegende Aufteilung ist aber nahezu die gleiche.

Jetzt gibt es natürlich mehrere Optionen, diesen Bereich effektiv zu nutzen, aber das kann ich nicht pauschal beantworten, sondern möchte einfach auf die erledigten Schritte verweisen und mich danach meiner Lösung widmen und diese genau erläutern.

Schritte für die Sichtbarkeits-Analyse

  • Blog mit dem Google-Tool analysieren.
  • Schmückendes Beiwerk und andere Elemente ohne Mehrwert entfernen.
  • Sehen, was vom Blog noch übrig bleibt.

Wie habe ich dieses Wissen genutzt?

Auffällig war nun, jedenfalls in meinem konkreten Fall, dass dieser Bereich scheinbar einer der besten ist, um irgendwas sinnvoll zu positionieren.

Wer regelmäßig meinen Blog liest, weiß, dass ich rechts oben auf den Traffic-Guide und den die Seite Geld verdienen im Internet verweise. Diese liegen jedoch nicht einmal halbwegs in Reichweite des durchschnittlichen Besuchers, aber gerade bei der Verdienst-Übersicht ist das natürlich schade.

Denn hier, das ist nun auch kein Geheimnis, verwende ich Affiliate-Links, die auf die unterschiedlichen Anbieter verweisen. Zwar gehört nicht jeder Hinweis zu einem Partnerprogramm, aber immerhin ein paar und so verdiene ich reales Geld, wenn sich ein Besucher über diese Links bei der jeweiligen Plattform anmeldet. Schade also, wenn diese Seite niemand findet.

Deshalb habe ich mich kurzerhand entschlossen, den Unterpunkt „Geld verdienen“, der ja im absoluten Fokus meiner Besucher liegt, mit eben dieser Übersicht zu verknüpfen und ich meine, der Erfolg spricht für sich.

Zugriffszahlen der Übersicht:

  • Vor der Umstellung: ~15 monatliche Besucher
  • Nach der Umstellung: ~160 monatliche Besucher

Man könnte meinen, dass das eine Steigerung um nahezu 1000% ist und mir augenscheinlich beweist, dass dieser Platz enorm wichtig ist, wenn bestimmte Dinge hervorgehoben werden sollen. Das bedeutet natürlich auch, dass die Kategorien-Übersicht verschwendetes Potential eines jeden Blogs ist, denn einerseits bietet diese kaum einen Mehrwert für den jeweiligen Leser und auf der anderen Seite, kann diese auch einfach in die Sidebar abgeschoben werden.

Natürlich kann ich über den Erfolg bis dato nur spekulieren, da mir bisher nur die Zugriffszahlen vorliegen und eben nicht der Umsatz durch die einzelnen Anbieter. Aber das ist im Eigentlichen vollkommen nebensächlich, denn wie die Conversionrate, der Umsatz oder eben die Klickrate letzten Endes ausfällt, liegt wohl lediglich an mir und nicht am gesteigerten Besucherstrom.

Natürlich darf nicht unerwähnt bleiben, dass das Kürzel „Geld verdienen“ in meinem Fall auch recht gut funktioniert und deshalb ist das Ganze auch nicht einfach zu übertragen. Als Blogger müssen wir uns einfach Gedanken machen, aus welchen Gründen die Leser uns besuchen und so sollte es nicht schwer fallen, eine individuelle und treffende Bezeichnung zu finden.

Wenn es nicht gleich klappt, einfach ein wenig experimentieren, denn es ist wie immer und jeder Blog und somit auch nahezu jede Leserschaft funktioniert und verhält sich ganz individuell.

Was bedeutet das für mich und meinen Blog?

Wichtig ist es nun, diesen Bereich effizient zu nutzen. Dabei muss es nicht immer um profitable Inhalte gehen, sondern gleichermaßen sind interessante natürlich nicht zu verachten und so kann jede Sneeze-Page (Artikel: Was ist eine Sneeze-Page) dafür verwendet werden und den eigenen Blog folgerichtig in ein besseres Licht rücken. Ein Gewinn für alle Beteiligten, denke ich.

Ich werde mich jedenfalls in absehbarer Zeit von einer sturen Aneinanderreihung der einzelnen Kategorien trennen und diese, wie jetzt schon angedeutet, woanders ablegen. Denn diese Links sind in jedem Fall unnötig und eine „Hier Werben“-Seite, eine ausgeklügelte Landingpage oder ein anderer Inhalt mit Mehrwert bietet sich förmlich an.

Wie ich das alles selbst umsetze, weiß ich bis dato noch nicht und mache mir lediglich Gedanken. Der Erfolg des einzelnen Artikels treibt mich jedoch irgendwie zur Eile :)

Die Aufmerksamkeit des Lesers – Ein Fazit

Natürlich ist jedem klar, dass nur Dinge angeklickt werden, die offenkundig und eben erreichbar sind. Dennoch nutzen viele in ihren Blogs die typische Kategorien-Übersicht und nutzen somit kaum das ganz Potential der eigenen Seite.

Ich denke, dass es Sinn macht, diesen Bereich effizient zu nutzen und mit internen Links zu schmücken, wohingegen ich von Werbeeinblendungen an dieser Stelle in jedem Fall abraten würde.

Das liegt einfach daran, dass dieser kleine Bereich nicht nur eine sehr hohe Klickrate hat, sondern eben auch daran, dass ihn die meisten Besucher als erstes wahrnehmen. Wenn dort nun aber ein Banner, ein „falscher“ Textlink oder eine andere, als Werbemaßnahme enttarnte, Sache abgelegt wird, empfinden Leser das eben auch gleichzeitig als besonders störend und verlassen die Seite eben umso schneller.

Wer das Wissen aber richtig einsetzt, kann eigene Inhalte so aber sehr stark in den Vordergrund drängen und somit die Klickrate enorm steigern.

4 Meinungen

  1. Sascha01-18-2012

    Du hast vollkommen recht, was die Deplatzierung vieler Elemente in verschiedenen Blogs angeht. Auch in meinem ist sicherlich sehr viel Optimierungsarbeit zu leisten.
    Aktuell befasse ich mich mit einem Split-Testing meiner Adsense Anzeigen und da stellen sich überraschende Ergebnisse ein.

    VG Sascha

  2. Thomas Rith01-18-2012

    Hallo Jonas,

    ich geb Dir mal einen Rat. Anstatt alles auf so einen Minibereich zu reduzieren, solltest Du die Besucher differenzen.

    Das kannst Du über Google Analytics auch nachvollziehen. So unterscheide selbst mal nach Mobilen Nutzern und Notebook/Desktop-Nutzern.

    Erst als ich das gecheckt hatte, ging bei mir z.B. die gesamte Verweildauer richtig nach oben.

    Optimiere also nicht für ALLE, sondern für Jeden… :)

    Für die normalen Nutzer eine Auflösung 1000+ und für mobile Nutzer einfach das Plugin WPtouch verwenden. Wirkt wunder und kann man zusätzlich mit Adsense ausstatten.

    Viele Grüße

    Thomas

  3. Jonas G.01-18-2012

    Hallo Sascha, hey Thomas,

    @Sascha

    Mit Split-Tests experimentiere ich auch sehr stark, vor allem natürlich im Adsense-Bereich. Die ersten Daten liegen auch schon vor und ich habe ein paar Feineinstellungen verbessern können, was die CTR auch ein wenig anhob. Mal schauen, was die Zukunft bringt, denn es ist immer eine sehr langwierige Geschichte :)

    @Thomas

    Klar, eine Seite sollte für jeden Nutzer optimiert werden, dennoch kann man den Fokus beachten, also den Bereich, den der Nutzer vorab wahrnimmt und hierbei ist ein oberer, rechter Bereich eben nicht „günstig“.

    Auch das Optimieren auf eine Auflösung von 1000+, also wohl eher ab 1024px ist gar nicht immer die richtige Entscheidung.

    Sitze ich am Rechner meiner älteren Verwandtschaft, sehe ich mich teilweise noch mit sehr alten Systemen konfrontiert.

    Nun könnte man auf ein responsives Design umsteigen, dass dynamisch an alle Auflösungen und Co angepasst wird, doch – das ist mit Sicherheit eigenwillig – gefällt mir dann die Optik der Schrift nicht, da diese immer verwaschen wirkt.

    Beste Grüße und frohes Schaffen
    ich

  4. Thomas Rith01-18-2012

    Also ich habe das bei meinen Analytics-Daten geprüft. Die Anzahl der Desktop-User, die eine kleinere Auflösung als 1000 haben, ist „fast“ null. Also verschwindend gering. Die kleineren Auflösungen waren „fast“ allesamt Mobile Geräte.

    So und nun, *verwirr,verwirr*, frohes Optimieren :)