Adsense: Hilfe! Meine CTR ist zu niedrig!

Viele Blogs, die im Internet Geld verdienen, setzen auf Googles Werbenetzwerk Adsense.

In den letzten Tagen bekam ich viele Mails, in denen es bezüglich Adsense jede Menge Fragen gab.

Beispielsweise warum die Klickrate so bescheiden ausfällt. Man liest doch überall, dass eine CTR von 5% und sogar mehr möglich sei.

Ja. Das ist auch wahr. Doch das gilt nicht für jeden. Deshalb möchte ich Dir in diesem Blog-Artikel ein paar grundlegende Dinge über Google Adsense und die CTR erzählen.

Denn vielleicht ist ja auch auch Deine CTR zu niedrig?

Die CTR bei Adsense

Das Problem mit der CTR

CTR und AdsenseDie CTR (~Click Trough Rate) ist die Klickrate, die man auf seine Adsense-Werbung erhält.

Die Berechnung ist denkbar einfach, denn letzten Endes beschreibt die CTR vor allem den prozentualen Anteil aller Klicks auf eine Anzeige.

Eine CTR von einem Prozent würde also bedeuten, dass sich bei 100 Einblendungen ein Leser für die Werbung begeistert.

Fraglich ist nun allerdings, was denn überhaupt eine gute CTR ist und wie wir diese erreichen können. Doch woher wissen wir, ob die Klickrate bei uns eher bescheiden ausfällt oder vollkommen in Ordnung ist?

Oder anders gefragt: Was heißt in diesem Zusammenhang überhaupt gut? – vielleicht 2,3 oder gar die 10 Prozenthürde?

Da der Erfolg unserer Adsense-Anzeigen sehr stark von der jeweiligen Klickrate und dem Prozentsatz der klickfreudigen Besucher abhängt, möchte ich einmal auf das grundlegende Problem einer prozentualen Verteilung zu sprechen kommen.

Denn diese hängt folglich von der Wahrscheinlichkeit ab und ist logischerweise starken Schwankungen unterworfen, auch wenn wir ein bisschen nachhelfen können.

Beispielsweise weiß ich, dass ich mit einem Würfel bei rund 17% aller Versuche eine Sechs erzielen werden, also sollte das bei jedem sechsten Wurf der Fall sein. Dennoch kann es natürlich vorkommen, dass ich stundenlang spiele und kein einziges Mal das gewünschte Ergebnis erhalte.

Wer schon einmal Mensch ärgere Dich nicht gespielt hat, weiß, wovon ich rede. Aber so ist das eben mit der Wahrscheinlichkeit.

Ähnlich verhält es sich mit der CTR unserer Adsense-Banner. Viele machen daher den Fehler, den Erfolg einer Anzeige  falsch zu bewerten. Denn mitunter schwankt die Klickrate sehr stark.

Nehmen wir dafür ein Beispiel, aber leider ein fiktives. Denn Google untersagt das Veröffentlichen der eigenen CTR. Also bleibt mir nichts anderes übrig, als zu konstruieren und darauf zu vertrauen, dass Du mir glaubst :-)

Beispiel:

  • Eine Anzeige bekommt in der ersten Woche (bei 1000 Einblendungen) 3 Klicks. Schwupps:Wir haben eine CTR von 0,30%. Was nicht unbedingt gut ist.
  • Die nächste Woche sieht nicht besser aus, sondern noch ein bisschen schlechter. Wir erhalten auf 1000 Einblendungen lediglich einen Klick. Die CTR liegt brach und nun bloß noch bei 0,2%
  • In der nächsten Woche ist uns Fortuna aber gewogen und beschert uns bei 1000 Einblendungen ganze 11 Klicks, was zu einer sprunghaften Veränderung der Situation führt. Denn plötzlich hat die gleiche Anzeige eine CTR von 0,6%.

Dass das kein wildes Spekulieren ist, kann jeder mit einem Würfel ausprobieren. Einfach 4.000 mal rollen lassen, Zahlen mitschreiben und für alle Ergebnisse die prozentuale Verteilung aufschreiben.

Vielleicht tippst Du auch, dass eine Zahl häufiger vorkommt? Nun, das hat nichts mit Wahrscheinlichkeit zu tun, aber die funktioniert eh erst bei unendlichen Versuchen. Also soll sie uns egal sein.

Die Klickrate ist mit der Wahrscheinlichkeit verbunden

Glück hat in diesem Fall der, der auf die richtige Gewichtung getippt hat. Und das ist eben häufig Zufall.

Diesen Zufall können wir erst dann ausschließen, wenn wir eine Anzeige über einen langen Zeitraum testen. Ich selbst bevorzuge dabei 100.000 Einblendungen.

Da das mitunter aber recht viel ist und bei manchen Blogs eine Ewigkeit veranschlagen würde, sollte zumindest über einen langen Zeitraum beobachtet werden. Ich selbst teste rund 2 Monate oder aber habe vorher genug Einblendungen.

Für die Adsense-CTR ist also maßgeblich,

  • …dass wir eine Anzeige lange ausprobieren
  • und nicht andauernd wechseln.
  • …dass in dieser Zeit viele Seitenimpressionen erzielt werden.

Erst dann kann ich wirklich etwas über die CTR einer Anzeige aussagen und ob diese vielleicht zu niedrig ist.

Die CTR hängt vom Content ab

Ich konnte in den letzten Jahren genau zwei Dinge bezüglich des Zusammenhangs zwischen einer niedrigen Klickrate und dem Inhalt einer Seite beobachten. Diese möchte ich an dieser Stelle etwas genauer erläutern, auch wenn sie eng miteinander verknüpft sind.

1. Ausrichtung des eigenen Blog

Ich habe lange überlegt, ob ich auf diesem Blog Adsense-Anzeigen schalten sollte. Denn eigentlich sind sie nicht sonderlich lukrativ. Jedenfalls nicht, wenn ich die CTR mit anderen Blogs vergleiche.

Die Begründung liegt hierbei auf der Hand. Denn ich schreibe tagtäglich über das Geld verdienen im Internet, das Leben als Blogger und streife dabei recht häufig Adsense.

Wenn Du gerade diesen Artikel liest, kannst Du Google Werbung wahrscheinlich schon recht gut von richtigem Inhalt unterscheiden. Denn Du setzt Dich sogar jetzt mit Adsense auseinander.

Du weißt also, was sich dahinter verbirgt, kannst Werbung als solche identifizieren und wirst nur klicken, wenn Dich eine Anzeige richtig anspricht. Nicht, weil Du andere Blog-Inhalte dahinter vermutest.

Das bedeutet also, dass Adsense…

  • …schlechter auf Money und SEO – Blogs funktioniert
  • …und die CTR mitunter weniger als 0,5% beträgt.

2. Die Zielgruppe

Weiterhin konnte ich in den letzten Jahren beobachten, dass die CTR maßgeblich von der eigenen Zielgruppe abhängt. Aber natürlich ist dieser Punkt stark mit dem vorherigen verbunden.

In einem Blog, der ein sehr internetaffines Publikum hat, kennen viele Besucher Adsense. Sie sehen die kleinen Anzeigen mitunter sogar täglich oder auch stündlich. In Bereichen, die weniger mit diesem ganzen Krempel am Hut haben, sieht das aber ganz anders aus.

Beispielsweise habe ich auf meiner Seite zur Nischenchallenge eine fünfmal höhere CTR als auf diesem Blog. Was in diesem Fall weniger mit der Einbindung selbst, als mit der Zielgruppe zu tun hat.

Das bedeutet also, dass die CTR

  • …maßgeblich von der eigenen Zielgruppe abhängt
  • …und ob diese internetaffin und adsensekundig ist
  • …mitunter sogar weniger mit dem geschickten Einbau zu tun hat.

Niedrige CTR – Andere Gründe

Mitunter spielen noch ganz andere Dinge in die vermeintlich niedrige CTR rein. Und auch diese sind erstmal vollkommen unabhängig von der richtigen Platzierung oder sonstigen Optimierungsversuchen.

Beispielsweise können regelmäßige Besucher und vor allem Du selbst den Anschein einer niedrigen CTR erwecken.

1. Selbst für die niedrige CTR verantwortlich?

Wer tagtäglich auf dem eigenen Blog unterwegs ist und immer brav die eigenen Anzeigen betrachtet, treibt natürlich auch das Verhältnis zwischen Seitenimpressionen und Klicks in die Höhe.

Einmal davon ausgehend, dass gerade kleinere Blogs nur eine handvoll Besucher haben, fällt das natürlich umso mehr ins Gewicht.

Mal angenommen, ein Blog hat 100 tägliche Besucher, die sich im Schnitt zwei Seiten anschauen. Mitunter gibt es sogar einen Klick. Das wäre in diesem Fall eine CTR von 0,5%.

Wenn wir selbst nun aber unsere Seite betrachten und in alten Artikeln stöbern, kann es recht fix zu unzähligen Seitenaufrufen kommen. Die logische Folge: Die angezeigte CTR geht in den Keller.

Idealerweise…

  • …nutzen wir also einen Ad-Blocker oder
  • …sind in unseren Google Account eingeloggt.
  • …wodurch die Impressionen nicht gewertet werden
  • …und unsere CTR beeinflussen.

2. Regelmäßige Besucher

Aber auch regelmäßige Besucher können maßgeblich für eine niedrige CTR verantwortlich sein. Das kann man wunderbar in Foren beobachten. Und hier greifen leider keine gängigen Mechanismen und auch die Zielgruppe ist dabei vollkommen egal.

Denn auch ein nicht internetfreudiges Publikum versteht beim zweiten Klick, worum es sich bei den bunten, blinkenden Bildern handelt und der nächste Klick rückt in weite Ferne.

In diesem Fall würde ich empfehlen, häufig Schriftfarbe und Platzierung zu wechseln. Vielleicht auch einmal nur Bilder ausgeben lassen und dann wieder nur Textanzeigen.

So kann man das Problem der Banner-Blindheit (Studie zum Herunterladen) ganz gut in den Griff bekommen. 

Wie steigere ich meine CTR?

In diesem Artikel ging es mir eher um das Phänomen, warum eine CTR als niedrig empfunden wird. Was sie manchmal gar nicht ist. Denn eine niedrige CTR lässt sich nicht pauschal als solche abstempeln. Da spielen einfach zu viele Faktoren eine Rolle. 

Und die Leute, die versprechen, dass eine CTR von 10% kein Ding wäre, sind die gleichen, die Dir erklären, dass Du mühelos an einem Tag 500€ verdienst :)

Aber natürlich können wir aktiv CTR-Hilfe leisten und gerade in Internet-Bereichen sollten wir dabei geschickt vorgehen. Vielleicht nutzen wir die benutzerdefinierte Suche von Google oder versuchen es mit untypischen Methoden.

Viele Tipps für die optimale Adsense-Position findest Du im verlinkten Artikel und den Erfolg einer Adsense-Anzeige steigerst Du idealerweise durch lange und vor allem ausführliche Split-Tests.

Allerdings kann man das auch abkürzen und auf die folgende Kernaussage vereinen: Werbung funktioniert vor allem dort, wo sie augenscheinlich stört, ätzend ist und eben zum Klicken verführt. Oder eben als solche nicht erkennbar ist.

Anders ausgedrückt: Adsense-Anzeigen müssen in das Aktionsfeld des Nutzers und das steigert dann auch maßgeblich die CTR.

So soll die Essenz des Artikel sein,…

  • dass eine CTR selten niedrig ist, sondern
  • …oft von Zielgruppe und Content abhängt.
  • dass die richtige CTR nur über einen langen Zeitraum ersichtlich ist,
  • …wobei wir auch selbst für eine niedrige CTR verantwortlich sein können.

Jetzt bist Du dran! Welche Erfahrungen hast Du mit der Click Through Rate gesammelt? Hast Du auch eine niedrige Klickrate oder belaufen sich deine Klicks auf horrende Summen? Ich freue mich über Deinen Kommentar zu Adsense und die niedrige CTR :-)

6 Meinungen

  1. Stefan04-05-2012

    Interessanter Artikel, danke!

    Nach den Erfahrungen die ich gemacht habe, hängt die CTR auch sehr stark davon ab, wie viele alternative Klickmöglichkeiten es gibt. Auf meinem Blog habe ich eine CTR deutlich unter 1% (und nein, die Anzeigen sind halbwegs gut platziert, je ein 300x250er oben im Artikel einer unter dem Artikel). Aber es gibt viele andere Klickmöglichkeiten (Navigationsleiste, Sidebar, ähnliche Artikel unter dem Beitrag…).

    Auf einigen anders aufgebauten Unterseiten (außer der Navigationsleiste kaum weitere Links) erreicht die CTR dagegen mehrere Prozent.

    Was ich auch mal gelesen habe, traurig aber wahr: je schlechter der Inhalt desto höher die CTR. Aber gut, bringen wird das nicht viel, denn viele Besucher erreichen ist mit schlechten Inhalten schwer (und wird wohl immer schwerer werden), die absoluten Einnahmen sollten also trotzdem geringer sein.

  2. Jonas G.04-05-2012

    Hey Stefan. Diplomarbeit erfolgreich über die Bühne gebracht?

    Aber ja, du hast natürlich Recht – Viele Klickmöglichkeiten schmälern die Aussicht auf einen lukrativen Adsense-Klick, der die CTR steigert.

    Bezüglich Deines Blogs könntest Du einmal versuchen, die Anzeigen wechselseitig auszugeben, also einmal links, dann einmal rechts.

    Dürfte mittels AdRotate für WordPress kein Problem darstellen. Oder hast Du schon probiert, ob die Ausrichtung einen Unterschied macht?

    beste Grüße…

  3. Volker04-05-2012

    Hat eine niedrige CTR noch andere Auswirkungen, außer auf den absoluten Verdienst? Ich meine in der Art, dass die Anzeigen z.B. schlechter bezahlt sind als auf Seiten mit einer höheren CTR?

  4. Stefan04-05-2012

    Hi Jonas, ja Diplomarbeit ist abgegeben, nächste Woche muss ich verteidigen 😉 Danach ist endlich wieder Zeit zum schreiben :)

    Das mit dem Testen hab ich schon probiert, dramatische Unterschiede hab ich erstmal nicht festgestellt. Um Feinheiten erkennen zu können brauch ich da leider Monate. Muss wohl erstmal meine Besucherzahlen etwas steigern.

    WordPress nutze ich nicht, aber ein kleines PHP Script, welches nach dem Zufallsprinzip einen Anzeigenblock links oder rechts ausgibt tuts auch…

    Derzeit bin ich aber eh am probieren, Adsense durch Affiliate Banner zu ersetzten. Hast du damit schon Erfahrungen gemacht? Von den Klickraten her sieht das derzeit deutlich besser als Adsense aus, obs sich lohnt müssen dann die Conversion Rates zeigen… Ist aber sicher auch sehr stark abhängig vom Thema, was besser läuft.

    Grüße,
    Stefan

  5. Thomas Rith04-05-2012

    Klasse Artikel Jonas. Ja, man sollte länger testen, bevor man das ändert.

    Ich habe mal verschiendene Farben ausgetestet. Rote Links, Blaue Links und Links in den Farben des Themes. Die „Themenfarbe“ lief gar nicht. Blau und Rot fast gleich auf. Also sollte schon ein gewisser Contrast herrschen.

    @Volker:
    In der Regel hängt es nicht von der CTR ab, sondern von der Platzierung.

    Kurz erklärt:
    Oben, Sidebar und Unten einen Adsense-Block. Die Reihefolge des Verdienstes geht in der Regel auf der Webseite von Oben nach Unten. Also ist Dein Verdienst „Oben“ am besten und „Unten“ am schlechtesten. Wenn Dein meist geklickter Platz aber der untere ist, kann es sich lohnen, die anderen beiden Plätze zu entfernen… Und wie immer, testen, testen, testen…

    Viele Grüße

    Thomas

  6. marcopolo08-24-2012

    Hallo,

    da frage ich mich warum die amis meist so hohe ctr erzielen, also weit über 5%,also die meisten erzielen mehr wie5% ctr wenn die website richtig struktiruert wurde.
    Das hat auch damit zu tun, das die deutschen Besucher keine Werbung auf websites mögen nachdem Motto;
    „Ihhh der will ja damit noch Geld verdienen“ als wenn so etwas kriminell wäre, und schwupps der Besucher ist weg,egal ob es eine affiliate site ist oder eine adsense site. Ist mehr wie bekloppt aber es ist noch so,leider.

    Ich baue meine affiliate websites da wo die Kundschaft nicht so denkt.Wenn ich sehe was in den USA vorherrscht hinkt Deutschland gut 5 Jahre nach im online business.

    viele grüße
    marcopolo