Blogger sind asozial und gierig!

Eigentlich wollte ich heute einen ganz anderen Artikel schreiben.

Ja, es sollte ganz dröge um das Verdienen im Internet gehen und dieser wäre sogar bezahlt gewesen.

Vielleicht hätte auch ein Affiliate-Link darin Platz gefunden.

Allerdings habe ich in den Morgenstunden eine Mail aus meinem Postfach gefischt, die allem anderen Platz machen soll, denn um ehrlich zu sein, bin ich gerade wütend.

Denn ich habe mittlerweile den Eindruck, dass durch die ganze Glücksrittermasche, die überall im Internet propagiert wird, ein Gratis-Gedanke in den Köpfen verankert ist, den ich weder vertreten will, noch kann.

Wovon ich rede? Werfen wir einen Blick auf die Mail…

Beschwerde

Es geht in diesem Artikel übrigens weder darum, Herbert anzugreifen, noch eine einzige eMail für einen wütenden Beitrag zu entfremden. Das wäre sinnlos und irgendwie auch gar nicht angemessen.

Es geht vielmehr um eine Mentalität, die ich seit Jahren im virtuellen Raum beobachte und die es irgendwie verpasst hat, sich selbst zu reflektieren.

Man könnte Sie einfach als Gratis-Gedanken abstempeln, aber in ihr steckt soviel mehr und dabei geht es nicht um mich und diesen Blog, sondern um Künstler, Dienstleister und eben Selbständige.

Das Internet ist kostenlos!

Blogger sind scheiße oder eben asozialDas Internet bietet uns sehr viele Möglichkeiten, mitunter eignet es sich sogar, um Geld zu verdienen.

Dabei gibt es die einen, die das eBook Richards Rückenschule vertreiben, andere, die auf zufällige Klicks setzen und natürlich Affiliates. Diese empfehlen Produkte und bekommen dafür Provisionen.

Eigentlich sind das die üblichen Gebaren von nervtötenden Vertretern, aber manch einer macht das so geschickt, dass es seinen Lesern und Besuchern gar nicht wirklich auffällt.

Das nennt man dann Erfolg und alle haben etwas davon. Glückselige Kunden, verdienende Marketer und eigentlich könnten nun alle zufrieden sein.

Sind sie aber leider nicht. Denn wir sind es mehr und mehr gewohnt, alles kostenlos zu konsumieren. Ich brauche dafür nicht mehr Beispiele als das Internet selbst oder die Plattformen kinox.to und Grooveshark zu nennen und jeder wird wohl noch unzählige andere kennen.

Dort gibt es Texte, ja, auch Bücher, Filme und Musik, die wir stundenlang, vielleicht in einer rechtlichen Grauzone, konsumieren und nutzen können.

Alles ist zugänglich und vor allem gratis. Die Alternativen scheinen unendlich groß zu sein und manchmal ist das auch ganz gut so. Denn immerhin sprechen wir dabei von Freiheiten und durchbrochenen Grenzen.

Wovon wir nicht sprechen sind die Leute, die am anderen Ende sitzen. Wir sprechen nicht von Künstlern, die keinen Gegenwert für Ihre Leistungen bekommen, wir verschweigen Indie-Labels, die dem Boden gleich gemacht werden und wir vergessen, dass irgendwer Inhalte produzieren muss, damit wir sie genießen können.

Ja, wir reden von Universal und Hollywood und irgendwie sind uns diese Bonzen eh alle egal, denn die haben ja wohl genug. Die kassieren nur ab und wir nehmen uns doch nur ein klitzekleines Krümelchen vom großen Kuchen, der da heißt Kapitalismus. Das ist in Ordnung. Denn wir schaden damit auch niemandem und uns kann man ja wohl kaum für Einbußen in Milliardenhöhe verantwortlich machen.

Kritisch wird es dann, wenn die Reise ins Detail geht und wir somit nicht die Spreu vom Weizen, sondern die Vielfalt vom selbigen trennen und letzten Endes dem schaden, dem wir eigentlich am nächsten stehen sollten. Nämlich uns selbst.

Wenn ich blogge und kostenlose Inhalte ins Internet werfe, ist das schön für alle Konsumenten, die dadurch eine Problemlösung finden oder sich einfach nur die Zeit vertreiben. Manch einer hinterlässt einen Kommentar, 80% ziehen wortlos weiter und ganz wenige kommen sogar wieder. Aber das finde ich in Ordnung, denn mir ist klar, in welchem Raum ich mich seit Jahren bewege.

Ich sitze nicht an der Rezeption eines kleinen Hotels, sondern bin Hausmeister einer mittelgroßen Bushaltestelle. Wer vorbeikommt, kann den Service nach Belieben nutzen und auch den Fahrplan hänge ich höflich, aber ungefragt aus. Wer ihn benötigt, darf gern nachschauen oder eben woanders hingehen. Fraglich ist allerdings, wer mich dafür bezahlt.

Der Besucher, die Firmen die meine Haltestelle plakatieren oder mein Zweitjob?

Gehen wir davon aus, dass der erste Fall ausscheidet und ich aufgrund der vielzähligen Fahrplanänderungen nicht dazu komme, einen Zweitjob zu machen. Bleibt irgendwie nur der ätzende Plakatjunge übrig und der nutzt auch noch auffällige Farben, um für seine Auftragsgeber zu werben. Blöd, oder?

Denn es ist nervend, wenn man überall von solchen Angeboten überflutet wird und keine Möglichkeit findet, seine Augen auszuruhen. Der Job war schon anstrengend genug und in unserer Freizeit soll uns der Quatsch doch bitte erspart bleiben.

Dumm ist leider auch, dass der Haltestellenbesitzer irgendwas essen mag, aber immerhin hätte er notfalls ein Dach über dem Kopf und das ist ja auch etwas.

Doch zurück in die Realität:

Youtube macht fast alles möglich, Youporn oder auch xnxx.com werden zur Spielwiese all unserer Fantasien und wir müssen recht wenig dafür tun, außer vielleicht die Maus über farbenfrohe Bilder zu navigieren. Um auf dem Laufenden zu bleiben, stöbern wir dann abends noch ein wenig bei Spiegel Online und hauen uns anschließend gemütlich vor die Glotze.

Dabei fällt auf, dass irgendwie keine dieser Freizeitaktivitäten auch nur einen Cent kostet und wir zu Parasiten eines Systems werden, das auf Dienstleister angewiesen ist.

Irgendwer muss den Quatsch bei Youtube produzieren und hochladen, irgendwer muss sich vor unseren Augen entblättern und ein Redakteur sollte auch Vorort sein, wenn er aus den Weiten Kabuls berichtet. Oder etwa nicht?

Das Internet ist ein kostenloser Raum und so verhalten wir uns, denn plötzlich verschwindet die Wertschätzung gegenüber der beanspruchten Leistung. Dieses Verhalten ist natürlich und erinnert in den Grundzügen an ein Gedicht des alten Goethe:

Zu der Apfel-Verkäuferin
Kamen Kinder gelaufen,
Alle wollten kaufen;
Mit munterm Sinn
Griffen sie aus dem Haufen,
Beschauten mit Verlangen
Nah und näher rotbäckige Wangen –
Sie hörten den Preis
Und warfen sie wieder hin
Als wären sie glühend heiß.

Was der für Käufer haben sollte
Der Ware gratis geben wollte!

Ein Toll gemacht! werden wohl die wenigsten hören, aber das ist auch nicht ganz so arg, da wir keine Hauskatzen sind und jede Menge Streicheleinheiten verlangen.

Auch eine finanzielle Entlohnung bleibt nur bei einem Bruchteil hängen und die meisten geben das Bloggen, Schreiben und Arbeiten im Internet schon nach kurzer Zeit wieder auf. Aber hey! rutschen ja genug nach, denn immerhin ist ein Blog ja kostenlos…

Aber irgendwer muss das kleine Gratis-Universum basteln und da beginnt auch schon das Problem. Vor allem, wenn es schon so stark verinnerlicht wurde, wie es derzeitig der Fall ist.

Dazu noch ein Beispiel aus meinem Postfach:

Contentklau

Aber ich gebe zu, dass Contenklau im Internet noch eine ganz andere Geschichte ist. Also weiter im Text.

Wenn ich nicht bereit bin, für Inhalte zu bezahlen, dann ist das nicht schlimm. Ich werde auch nicht zum Einkauf im Supermarkt genötigt, aber zumindest weiß ich dort, dass ich am Ausgang für das Eingepackte zahlen muss. Im Netz verhält es sich allerdings häufig anders und die Kasse degradieren wir zum schmückenden Beiwerk, das müde belächelt wird. Die kostenlosen Inhalte stehen doch eh nebenan.

Doch scheint der Irrglaube verbreitet, dass das Internet nur eine neue Form des Hobbykellers ist, wo man andere an seinem Wissen teilhaben lässt. Vollkommen umsonst und mit einem freundlichen Händedruck.

Mal von Heidis Häkelblog abgesehen, fallen mir kaum nennenswerte Projekte ein, die einzig und allein zur Unterhaltung der Gemeinheit dienen und von einer mehrköpfigen Redaktion aus Spaß betrieben werden.

Aber vielleicht bin ich diesbezüglich auch nicht ausreichend informiert und es gibt jede Menge häkelnde Heidis im Netz. Vielleicht haben diese aber auch bloß noch kein passendes Partnerprogramm gefunden.

Wenn ich aber an eben diesen Inhalten Interesse habe und vielleicht aus ihnen etwas mitnehmen möchte, wäre doch zumindest ein Danke! oder eben das Dulden von monetären Maßnahmen möglich. Denn letzten Endes habe ich Angst, wo diese Umsonst-Mentalität hinführen soll.

Gratis funktioniert meines Erachtens immer dann recht gut, wenn man selbst nicht betroffen ist.

In dem Augenblick, wo ich meine eigene Arbeit für lau anbieten soll, rollen plötzlich Köpfe. Das ist wohl auch ganz normal und es geht auch nicht darum, die Idee eines sozialistischen Internets anzupreisen.

Es geht vielmehr um die Grundidee, die durch kostenlose Medien suggeriert wird und diese ist fatal.

Denn das Konzept kostenlos geht nicht auf. Jedenfalls kann es nicht einseitig funktionieren, denn so hebelt es sich gewissermaßen selbst aus und auch Gemeinnützigkeit fruchtet nur dann, wenn die eigene Existenz abgesichert ist. Und es ist recht einfach, solche Dinge einzufordern, wenn wir gegen Anonymitäten anschreien, wie etwa die GEMA, die GEZ oder eben die westliche Welt.

Wenn wir uns allerdings selbst im Fokus der gedanklichen und eben fordernden Spirale befinden, zwickt der Schuh plötzlich außerordentlich.

Es geht in diesem Beitrag übrigens auch nicht darum, prinzipiell an allem herum zu jammern, das System selbst zu verteufeln oder anzuprangern.

Primär wollte ich schreiben, was mich stört, was mich rigoros abschreckt und warum ich den Gedanken, dass alles frei und kostenlos verfügbar sein müsste, abstoßend finde. Auch wenn ich gern Probierhäppchen beim Bäcker nasche…

Update: Ich wurde soeben über ein Interview mit Sven Regener aufmerksam gemacht, er reduziert das Ganze ein wenig, macht es aber trotzdem recht schön. Auch wenn er es überspitzt und ich nicht mit allen Aspekten übereinstimmen mag.

Allerdings freue ich mich über Deine Meinung, egal, wie diese ausfällt. Vielleicht siehst Du das alles nur halb so wild, vielleicht liege ich komplett falsch.

Und dennoch wollte ich mir Luft machen und einmal klar stellen, dass das Internet zwar kostenlos, aber nicht unbedingt aus Solidarität betrieben wird.

14 Meinungen

  1. Chris03-22-2012

    Toll gemacht :)!

    Nein, im ernst. Ein sehr schöner, wenn auch langer Artikel. Ich kenne das von meinen Schülern, die zwar bereit sind, für Nichtigeiten zu bezahlen, aber ansonsten bei jedem finanziellen Aufwand aufschreien, dass das doch viel zu teuer sei.

    Arbeit sollte Geld bringen und auch dürfen. Und ich verstehe, was Du meinst. denn auch der OnlineSpiegel wird sein Angebot wohl nicht aus Spaß bereitstellen.

  2. Helge03-22-2012

    ich habe mal ein Seminar darüber gehalten, wie wir uns bei bezahlbaren Leistungen verhalten und wie sich die Vorstellung eines Produkts wandelt, wenn es plötzlich Geld kosten soll.

    Interessant ist dabei, dass viele den Wert einer Sache nicht mehr annehmen, wenn sie gratis ist. Darüber gibt es auch ganz interessant Studien. Ich glaube da ging um Bonbons in einer Cafeteria.

    Letzten Endes waren die billigen, aber kostenpflichtigen, schneller weg, als die Gratis-Dinger.

    Aber ich kenne das von mir selbst, wobei es einfach darum geht, dass billige oder auch kostenlos Leistungen meist als weniger wertvoll eingestuft werden. Dass das nicht immer stimmt, zeigen uns natürlich Blogs und andere, von dir angesprochene, Dinge.

    Grüße

  3. Was mir etwas unklar ist: Herbert versucht nach eigenen Aussagen selbst, seine Internetprojekte zu Geld zu machen. Vielleicht geht es ihm garnicht so sehr um die Monetarisierung des Blogs, sondern vielmehr um Partnerlinks in den Beiträgen, die er gewissermaßen als „irreführende Werbung“ sieht?

    So richtig kann ich das aus der Mail nicht herauslesen. In sofern wäre es eigentlich schön, wenn sich Herbert nochmal äußern würde was ihn nun wirklich genau stört. Die Werbung allgemein? Zu viel Werbung? Affiliate-Links?

    Mal meine Meinung zu dem Thema. Ich würde es begrüßen, wenn dein Blog frei von Werbung, Affiliate-Links und ähnlichen Dingen wäre. Es ist zwar nicht so, dass das alles übermäßig stört, aber ein bisschen stört es eben doch. Und Affiliate Links sind eben auch so eine Sache. Natürlich versucht man mehr oder weniger unabhängig zu sein und auch nur Sachen zu bewerben, die man empfehlen kann. Aber ist man wirklich immer völlig unabhängig? Ich bezweifle das.

    Nehmen wir mal an, du beherzigst nun meinen Ratschlag und dein Blog wird werbefrei. Dann kommen wir auch gleich zum Problem. Erstmal wäre das toll. Aber die Konsequenz wäre, dass deine Einnahmen plötzlich wegbrechen würden. Du müsstest dir vielleicht einen Teilzeitjob suchen. Du hättest weniger Zeit für diesen Blog und würdest, wenn überhaupt, weniger Artikel schreiben, die Qualität würde leiden, weil du weniger Zeit zum schreiben hättest.

    Also: keiner hätte was gewonnen. Du könntest natürlich deinen Blog auch nicht öffentlich schreiben, sondern stattdessen den Zugang nur gegen eine Jahresgebühr, oder eine Gebühr pro gelesenem Artikel anbieten. Ich schätze mal, du verdienst derzeit höchstens einige Cent pro Pageview. Das heißt, so ein Zugang wäre für den Leser garnicht teuer. Würde das funktionieren? Ich glaube kaum, denn 90% oder mehr der Leser würden vermutlich abspringen. Ob die restlichen die entgangenen Einnahmen mitbezahlen würden, um den Blog am Leben zu erhalten, ist fraglich.

    Mein Fazit: Es mag sein, dass Werbung manchmal störend ist. Aber Fakt ist, dass der überwiegende Teil der lesenswerten Webseiten ohne Werbung nicht existieren würden. Und das wäre, zumindest für mich persönlich, ein unschätzbarer Verlust.

    Von mir aus musst du dir keine Sorgen machen. Ich lese deinen Blog gerne, die Mehrzahl der Artikel gefällt mir sehr gut, und das Maß an Werbung ist in Ordnung. Es gibt natürlich eine Menge Webseiten, die den Leser mit schlechten, schnell erstellten Inhalten und penetranter Werbung abzuzocken versuchen. Dein Blog gehört zu dieser Gruppe in meinen Augen absolut nicht.

    Ich halte es mit meinem Blog übrigens folgendermaßen: Ich schreibe dort erstens, weil mich das Thema Value Investing begeistert. Zweitens, um zusätzlich etwas Geld zu verdienen. Würde einer dieser beiden Gründe wegfallen, wäre meine Motivation deutlich vermindert. Vielleicht würde ich auch nur wegen der Begeisterung für das Thema schreiben, aber die Zeit und Energie die ich für diesen Blog aufbringe, könnte ich allein damit auf Dauer nicht halten. Nur für das Geld würde ich aber definitiv auch nicht schreiben.

    Ok, das war grad vermutlich der längste Kommentar den ich je in einem Blog geschrieben habe 😉

  4. Chris03-22-2012

    Achso, das habe ich vorhin vergessen. Eigentlich finde ich die zweite Mail noch viel dreister, denn die andere kann man einfach abtun. Aber wie sieht es mit geklauten Inhalten aus, wie gehst du damit um? Einen Artikel darüber würde ich mir wünschen :)

  5. Klara_Himmel03-23-2012

    Ping. Kannste gern wieder rausnehmen, wenns gepingt hat. http://www.hauindietasten.de/2012/03/23/affiliatemarketing-ist-teufelswerk/

  6. mabega03-24-2012

    Jonas, schon ganz am Anfang deines Artikels kam mir sofort das Regner-Telefonat in den Sinn und im Update hast du es ja auch erwähnt.
    Diese Mentalität fängt im Real Life auf Flohmärkten an („20 Cent?“)und hört im Web nicht auf. Dennoch bin ich der festen Überzeugung, dass sich Qualität auf Dauer durchsetzt. Zwar gepaart mit Fleiß, Talent und Ausdauer, aber eben auch Qualität.
    Wenn dann content gestohlen wird, ist es eben nur ein Plagiat und der Dieb beweist, dass ihm selber nur wenig einfällt. Ich finde diese Site qualitativ sehr ansprechend und man merkt den Beiträgen das Germanistikstudium an. Das soll ein anderer erst mal kontinuierlich nachmachen!

  7. Solche oder ähnliche Mails erhält niemand gerne. Doch da musst Du Dir echt nicht den Kopf machen. Wer gute Artikel (wie Du) schreibt soll auch etwas dafür bekommen und die Werbung stört zumindest mich hier auf dem Blog überhaupt nicht. Mach einfach weiter so! :)

  8. Thomas Rith03-26-2012

    Herbert und alle, die so denken, kann ich nicht verstehen. Wo soll das Problem dabei sein?

    Affiliate-Links sind für eventuelle Kunden IMMER kostenneutral. Der Kunde zahlt für die Dienstleistung oder Ware nicht mehr oder weniger, als wenn der Shop so gefunden wird, oder was auch immer.

    Ich handel meistens so, dass ich eine Idee habe und nach Anbietern suche, die das bieten. Dann schreibe ich darüber und schaue meistens im nachhinein, ob es dafür ein Partnerprogramm gibt. Entweder man verdient dann was, oder eben nicht. Das spielt für mich eine sekundäre Rolle. Aber wenn man es kann, warum dann nicht mitnehmen. Ebay zum Beispiel verdiene ich keinen Cent und kommt sicher des öfteren bei mir vor… Und? … Ist es deshalb besser oder schlechter?…

    Kann da nur mit dem Kopf schütteln. Und viele werden „anders“ bezahlt, was dem Leser gar nicht auffällt, da es nicht durch „offizielle“ Werbung geschieht. Das finde ich viel schlimmer.

    Aber auch der Blogger selbst hat dadurch ja was zu verlieren. Wenn er mit einer Empfehlung Mist empfiehlt, ob Partnerlink oder nicht, dann leidet der Ruf. Also kann man davon ausgehen, dass es nicht zum reinen Geld verdienen geschrieben wird, sondern weil es Ernst gemeint ist. Wenn nicht, besucht man den Blog nicht mehr. Und das wäre ja nicht im Sinne des Bloggers…

    Leben und leben lassen. Und Jonas macht einen verdammt guten Job. So solls bitte auch bleiben 😉

    • Jonas G.03-26-2012

      Wow! Vorab: Vielen Dank – mit so vielen Reaktionen habe ich nicht gerechnet und es freut mich, grundsätzlich zu hören, dass die Werbung in diesem Blog die meisten eher weniger stört. Außerdem sind die textlichen Streicheleinheiten natürlich Balsam und gehen runter wie Öl, aber das sollte der Text gar nicht provozieren. Schön ist es trotzdem :)

      @Stefan

      Danke, dass ich den längsten Kommentar Deinerseits bekommen habe. Aber mach das nochmals, die sind klasse 😛
      Außerdem möchte ich dir beipflichten, dass gute Inhalte immer eine Refinanzierung brauchen und die muss natürlich umso größer ausfallen, umso umfangreicher die Arbeit ist – denke ich jedenfalls. Es macht eben einen großen Unterschied aus, ob man das Ganze in der Freizeit oder im Beruf macht – logisch. Und ja, Geld kann auch eine Motivation sein, auch wenn idealerweise nicht die einzige. Einen Kommentar von Herbert fänd‘ ich übrigens auch schön, zwar köchelt es in meinem Postfach, aber es geht ja nicht darum, Mails abzubilden, sondern lediglich um die grundsätzliche Einstellung.

      @Klara

      Danke für die Erwähnung. Das freut mich, auch er Artikel gefällt mir. Dazu aber dann auf deiner Seite der Leitung mehr :) Ich hatte überlegt, ob ich daraus gleiche eine Blogparade machen möchte, aber dann verwarf ich den Gedanken, denn das sieht dann nicht mehr wie „Luft-machen“ aus, sondern eher wie die bitte um einen Link. Das sollte es ja aber nicht sein.

      @mabega

      Ja, Sven Regener passt – aber ich muss auch einräumen, dass ich nicht mit allen Punkten d’accord gehen möchte, denn so einseitig, wie der Gute es umfasst, halte ich das Thema prinzipiell nicht. Schön anzuhören finde ich es dennoch, auch wenn es wohl eher ein grundsätzliches Auskotzen ist! Dennoch hat dieser kleine telefonische Ausrutscher gerade so viele Stimmen in den Medien wachgerüttelt, dass mir alle mittel recht scheinen, denn immerhin wird drüber gesprochen, die Ansichten sind an dieser Stelle ja vollkommen egal – die kommen hoffentlich im Nachhinein und sind dann umso fundierter.

      @Nathanael

      Danke! Werbung ist natürlich immer ein schwieriges Thema. Wenn es in Ordnung ist, freut mich das. wenn sie übrigens mal zu aggressiv erscheint, freue ich mich auch über Rückmeldungen, denn manchmal sieht man den Werbewald vor lauter Optimierungswahn nicht mehr!

      @Thomas

      Ja, Werbung ist ein schwieriges Thema, das manchmal gar nicht so leicht zu händeln ist. Gerade in diesem Blog fällt es mir manchmal aber recht schwer, denn ich versuche einerseits zu zeigen, wie man effektiv Geld verdienen kann, schöpfe aber natürlich das Potential niemals vollkommen aus, nicht einmal ansatzweise, da ich sonst Gefahr laufe, virtuell vor die Hunde zu gehen. Letzten Endes ist es also immer nur ein andeuten und das mit Vorsicht. Ebendas schlägt sich dann natürlich auch in den Affiliate-Links nieder.

      Wobei ich gestehen muss, dass ich mitunter auch auf Programme verweise, die ich nicht gut finde, inklusive Affiliate-Link versteht sich, aber das kommuniziere ich dann auch. Also in etwa durch Formulierungen: Anbieter A ist meines Erachtens nicht so gut, wie Anbieter B, dennoch kann das mitunter vorkommen. Schwachfug würde ich allerdings wirklich meiden :)

      @Stefan

      Ich glaube, ich habe jetzt auch den längsten Kommentar meines Lebens geschrieben. Heureka!

  9. Matze03-26-2012

    Einfach nur kurz: Das Gedicht von Goethe zum Gratis-Denken ist super und trifft den Kern gut :)

  10. Max03-28-2012

    Das ist wirklich ein langer Artikel. :)
    Aber er enthält ein paar wunderbare, richtige Passagen, die du ganz bequem in die Seitenleiste als Erklärung packen kannst, warum du auf deiner Seite mit Werbelinks arbeiten mußt. Thomas sagt es ganz richtig, daß es deinen Lesern nicht schadet, wenn du nicht gerade Dinge oder Produkte promotest hinter denen du nicht stehen kannst.
    Und Gratis funktioniert meines Erachtens immer dann recht gut, wenn man selbst nicht betroffen ist ist ein wunderbar passender Satz für die heutige Zeit.
    Ich will gar nicht mit Geiz ist geil kommen, es ist eher Neid ist geil wenn ich mich so umhöre. :)
    Es ist auch schön, daß du dich traust mal darauf hinzuweisen, daß das illegale Runterladen von Kinofilmen durchaus nicht schlimm ist wenn es EINER macht, da es aber fast JEDER macht gibt es da dann doch irgendwann mal Folgen.
    Ich finde Google Adsense übrigens ganz furchtbar, habe aber absolutes Verständnis dafür wenn ein Blogger es einsetzt um wenigstens ein paar Cent zu verdienen.
    Um bei deiner Bushaltestelle zu bleiben: Finde mal eine wo kein Plakat dranhängt.
    Gruß, Max

  11. Chaosweib03-30-2012

    Gut gebrüllt, Löwe! Da steckt viel Wahres drin, in Deinem Artikel. Mich stört die Werbung nicht, solange sie mir nicht den Text verdeckt. 😉
    Komisch finde ich ja, dass sich meistens die Leute beschweren, die dann selbst 5 Blogs mit Werbung haben.

    In Deinem „über mich“ steht, dass Du „hauptberuflich Blogger“ bist. Wie geht das, wenn Du keine Werbung machen darfst? Hartz IV?

    Mach Dir nichts aus solchen Mails, einmal mit den Zeigefinger gezuckt und sie ist weg. Im Internet ist jeder Troll halt nur einen Klick entfernt, da braucht man ein dickes Fell.

    Ich hab mir mal Deinen Feed mitgenommen – der ist doch gratis, oder? 😉

  12. Jonas G.03-31-2012

    Hey Chaosweib,

    ja, um ehrlich zu sein, habe ich mich das auch gefragt. Vor allem scheint der Widerspruch gegen Werbung gerade in kleinen Blogs aufzufallen. Ich habe mir für einen geplanten Artikel einmal die großen, deutschsprachigen Portale vorgeknöpft. Beispielsweise muss man auf Spiegel Online den Content mit der Lupe suchen, hier scheint es allerdings weniger zu stören – aber vielleicht wird dieses Portal auch eher als „Business“ verstanden und dort ist Werbung eben tolerierbar.

    Und ja, meinen Feed kannst Du einstecken, eintüten und es gibt ihn in vollem Umfang und ungekürzt mit der Post :-)

    Schöne Grüße
    ich

  13. Eschweger05-30-2012

    Hallo.
    Grundsätzlich halte ich Affilliate-Links für eine gute Sache – auch sie in die Texte einfließen zu lassen, wenn man Artikel zu diesem Thema verfasst, ist absolut legitim.
    Allerdings sollte man normalerweise Werbung vom redaktionellen Inhalt trennen – auf Webseiten haben wir natürlich eine andere Situation als in Printmedien oder im Fernsehen.
    Und die Art, wie diese Affilliate-Links genutzt werden, halte ich durchaus für etwas fragwürdig – du maskierst die Links noch durch eine Weiterleitung, andere – ja auch ich – setzen hinter den Affilliate-Link ein Sternchen und setzen dann neben oder unter den Content den Hinweis, dass es sich um einen Affilliate-Link handelt.
    Und zwar läuft mein Blog noch nicht allzu lang, daher mag es statistisch noch nicht sehr sussagekräftig sein, aber der meistgeklickte Link meines Blogs – ein Affilliate-Link – wurde öfter geklickt, als die nicht-affilliate-links in den Top-ten insgesammt.