Bildmanipulation im Internet – Wie erkenne ich Fälschungen?

Ich blogge nun schon seit geraumer Zeit und bin für viele Projekte immer auf der Suche, heiße Nachrichten, aktuelle Entwicklungen und eben Neugikeiten zu finden.

Das ist enorm hilfreich und eine wunderbare Sache, um Backlinks aufzubauen. Denn wer zu erst über eine Sache schreibt, wird meistens auch verlinkt.

Manchmal ist es aber gar nicht so leicht, zu ergründen, ob die Nachricht real oder eben nur ein Fake ist. In diesem Artikel möchte ich Dir zeigen, wie Du im Internet Geschichte von Gerücht und Ente von Tatsachenbericht unterscheiden kannst.

Was ist noch real?

Echt oder nur Fake?Tagtäglich konsumieren wir irgendwelche Dinge im Internet und gerade die rasche Verbreitung über Facebook und Co verhindert oftmals eine ganz genaue Quellenangabe.

„Hey, kennst Du das schon. Das habe ich irgendwo gelesen.“ Aber auch Bilder und Videos sind mitunter recht schwierig zu deuten.

Vor allem weil es manchmal unmöglich ist, ihre genaue Herkunft, Entstehung oder eben das Umfeld sicher zu verifizieren.

Woher wissen wir, was denn nun stimmt oder eben fiktiv erscheint. Denn rein äußerlich ist das manchmal gar nicht so einfach. Vor allem weil Google nicht zwischen Realität und Satire unterscheiden kann und somit auch den Postillon neben reale Newsseiten packt.

Dennoch gibt es ein paar Möglichkeiten, die ich Dir in diesem Artikel vorstellen möchte…

Worauf kann ich bei Bildern achten?

Das Manipulieren von Bildern ist natürlich nicht neu. Schon seit Jahrezehnten, fast mit dem ersten Foto, wird verändert, geschwärzt oder auch nur günstig inszeniert. Ein ganz berühmter Vertreter ist hierbei Stalin, der rigoros Menschen von Fotos entfernen ließ.

Manipulierte Bilder - Stalin 1930

Dennoch gibt es ein paar Dinge, die dabei helfen können, die Realität von einem guten Fake zu unterscheiden.

1. Unscharfe Motive

Häufig werden Bilder im Nachhinein verändert und gerade politische Anlässe scheinen oftmals im Fokus zu stehen.

Allerdings ist es meistens so, dass zu solchen Begebenheiten ein Rudel von Journalisten und eben Fotografen anreist. Wenn es dann nur einen wackligen Schnappschuss gibt, ist das unglaubwürdig und eben meistens gefälscht.

2. Je edler, je schwerer

Dieser Aspekt fällt zwar auch in diese Kategorie, ist allerdings kein Merkmal, das sich beliebig erweitern ließe. Dennoch gilt, dass es umso schwerer ist, wenn das Motiv sehr detailliert ist.

Gerade Videos aus Überwachungskameras oder UFO-Schnappschüsse lassen sich mitunter sogar in Paint verändern. Dafür braucht es recht wenig. Umso aufwändiger ein Foto also ist, umso schwieriger ist eine Manipulation. Weshalb scharfe und gestochene Aufnahmen meist ein Qualitätssiegel sind.

3. Sich wiederholende Elemente

Oft wird in Bildern Weite vorgegaukelt, die es eigentlich nicht gibt. Oder eine Rede wird zum Volksansturm, obwohl nur eine handvoll Zuhörer anwesend war.

Hierbei ist ein scharfes Auge gefragt, denn die sich wiederholenden Elemente – Beispielsweise im Himmel, auf Grünflächen oder eben bei den Köpfen der Menge sind ideale Komponenten, um eine Täuschung auffliegen zu lassen.

4. Tools und Tipps

Eine sehr simple Methode, um gefälschte Bilder zu finden, gibt uns Google selbst in die Hand. Ich habe vor einigen Wochen die Google Bildersuche einmal genauer beleuchtet und einen Weg vorgestellt, wie man ähnliches Material aufstöbert.

Denn wenn wir nach einem Bild suchen, finden wir häufig auch das unveränderte, nicht-manipulierte Original. Außerdem bietet das kostenlose Tool Error Level Analysis eine Möglichkeit. Denn dieses überprüft, wie häufig ein Bild verändert wurde und ob mitunter Bildteile im Nachhinein hinzugefügt oder eben entfernt wurden.

Worauf kann ich bei Videos achten?

Bilder sind allerdings nicht die einzigen Elemente, die rigoros gefälscht werden. Gerade Videos bieten dafür ein enormes Potential.

Bevor es im Text weitergeht, möchte ich Dir noch diese kleine Dokumentation ans Herz legen, die uns wahrlich an der Nase herumführt. Allerdings recht geschickt und auf den schönen Titel Das Spiel mit dem Tod hört. Film ab!

Und? Durchgehalten? Interessant, oder etwa nicht? Und ja, solche Dinge passieren andauernd und wirklich unterscheiden lassen sich solche geschickten Eingriffe nicht von einem realen Videoclip. Dennoch gibt es auch hierbei ein paar kleine Details, die wir beachten können.

1. Auf die Qualität achten

Nun. Das ist ein bisschen wie mit Fotos. Prinzipiell gilt, umso schlechter die Qualität, umso mehr schreit es nach einem Fake. Und natürlich lassen sich schlechte Filme auch vielschichtiger deuten.

Was leuchtet dort am Himmel, ein Wetterballon oder ist E.T. wirklich auf dem Rückweg? Ersteres ist meistens wahrscheinlicher und nur das diffuse, kratzige Licht bietet uns den vielfältigen Interpretationsspielraum.

2. Die Länge macht’s

Klar. Dieser Tipps verläuft sich ein bisschen. Allerdings konnte ich nachlesen, dass es schwieriger ist, langes Filmmaterial konstant zu fälschen. Weshalb gilt, dass kurze Videos einfacher zu manipulieren sind. Fehler nicht so schnell auffliegen und somit die Täuschung im Detail liegt.

Allerdings ist das nicht pauschal gültig. Doch zählt man eins und eins zusammen, fällt häufig auf, wie der Hase läuft. Ein kurzer, qualitativ-minderwertiger Beitrag ist eben keine seriöse Quelle.

3. Videos zeigen immer nur einen Ausschnitt

Jeder kennt sie. Die ganz coolen Videos. Irgendwann taucht dann Galileo auf und überprüft, ob es sich um einen echten Clip handelt oder alles nur gespielt wurde.

Allerdings muss mir als Betrachter klar sein, dass ich immer nur einen Teil der Wirklichkeit sehe. Denn mitunter ist es möglich, einen Basketball aus 50 Metern Entfernung ins netz zu werfen oder auch eine Sonnenbrille mit dem Kopf zu fangen.

Als Rezipient sehen wir aber eben nicht, dass es dafür rund 10.000 Versuche brauchte und wir deuten Dinge mitunter stärker, als es die Realität verspricht.

Der Fälschung auf der Spur – Echt oder Fake?

Echt oder nur Fake?Natürlich gibt es noch ganz andere Dinge, die man fälschen kann.

Vielleicht einen Wikipedia-Artikel – das passiert sogar recht häufig! – oder ganz unterschiedliche Kanäle. Profile, Menschen, ja, ganze Geschichten.

Dennoch ist meistens nur ein wachsamer Blick gefragt und schon kommt Licht ins Dunkel.

In punkto Wikipedia bietet es sich übrigens an, einfach mal in die Versionsgeschichte zu schielen und nicht jeden Quatsch bedingungslos zu übernehmen.

Oftmals hat es sich bei mir bewährt, einfach einen zweiten Blick auf etwas zu werfen. So kann beispielsweise das Umfeld der Meldung recht interessant sein. Gibt es nur eine Seite, die darüber berichtet. Gibt es andere Quellen? Wie wirkt das Medium, das ich aufsuche? Gibt es viel Werbung, scheinen die anderen Meldungen seriös?

Manchmal habe ich den Eindruck, dass das Internet zum Guru avanciert.

Wenn ich Dir morgen erzähle, der dritte Weltkrieg sei ausgebrochen, würdest Du mir mit Sicherheit einen Finger zeigen. Doch wird der Spaß mit dem richtigen Video kombiniert und von Wildfremden ins Netz posaunt, glauben plötzlich alle, was eigentlich unglaubwürdig ist.

Ich habe bei meiner Suche noch ganz viele spannende Dinge gefunden, aber diese würden den Artikel sprengen.

Empfehlenswert finde ich noch die Seite snopes.com, auf der das Ehepaar Barbara und David Mikkelson seit Jahren urbane Legenen, Internetmythen und Enten als solche enttarnen. Ein Blick lohnt sich also. Außerdem gibt es auf rhetorik.ch schöne und vor allem vielfältige Beispiele manipulierter Bilder.

Ich hoffe, Dir hat der ein oder andere Hinweis geholfen und meistens sollte man nicht jeden Quatsch glauben und ein wenig Abstand zulassen.

Denn oftmals ist eine Meldung auch in ein paar Stunden noch brandheiß, auch wenn man es kaum glauben mag. Und letzten Endes wird lieber das Fundierte als irgendein zusammengezimmerter Quark verlinkt.

3 Meinungen

  1. Roland05-04-2012

    das was du erzählst ist doch Fake 😉
    Mist beiseite, spannender Beitrag und Links, die mich wieder viel Zeit kosten.
    Wer von uns hat denn noch nicht manipuliert? Einen störenden Laternenmasten aus dem Bild entfernt?

    Auch ohne im Nachhinein zu manipulieren kann man Szenen manipulieren.

    Da kann man mit Fotofilter einen Sonnenuntergang zaubern den es so nie gab. Da kann man mit Weitwinkel Gebäude so fotografieren das die Schmuddelumgebung nicht auf dem Foto erscheint oder zum Beispiel durch ein paar trapierte Blumen im Vordergrund tolle Naturumgebung hinzaubern.

    Auch kann man zum Beispiel bei Anglerfotos den Fisch größer machen, indem man ihn etwas weiter in Richtung Linse streckt und durch die Perspektive aus einem mittelmäßigen Fisch ein Kapitalfang wird.

  2. Jonas G.05-04-2012

    Hey Roland :)

    Ja, es gibt jede Menge Dinge, die man im Nachhinein retuschieren, verändern oder eben faken kann.

    Wahrscheinlich habe ich auch nur an der Spitze des Eisbergs gekratzt, aber wenn der Effekt ist, dass der ein oder andere Quellen nachsichtiger prüft, soll es mir recht sein. Mehr wollte ich nicht bewirken :-)

    beste Grüße

  3. Robert Leitgeb05-05-2012

    Danke für den interessanten Beitrag, der mich unweigerlich an die USA erinnert hat. Die setzen solche Manipulationen halt in größeren Dimensionen ein, um Ihre Ziele zu erreichen. Man müsste eigentlich jeden Beitrag, der auf einem einprasselt, kritisch unter die Lupe nehmen. Aber wer kann das schon machen? Selbst bei „seriösen“ Quellen (sollten sie zumindest sein) wie etwa Studien wird häufig getrickst, indem gewisse Daten einfach weggelassen werden, als Laie ist man da aufgeschmissen.

    Gruß,
    Robert