Betriebshaftpflichtversicherung für Selbständige – Was ist zu beachten?

In den letzten Tagen habe ich viel darüber nachgedacht, ob es sinnvoll ist, eine Betriebshaftpflichtversicherung abzuschließen. Jedenfalls für mich. Denn normalerweise deckt diese die Schadensansprüche, die ein Betrieb oder eben Unternehmen, gegenüber einem Dritten oder einer anderen Person verursacht.

Das, so dachte ich, macht ja nur Sinn, wenn dieser Fall überhaupt eintreten kann. Also bei Unternehmen, die regelmäßig im Kundenkontakt stehen oder überhaupt das Potential haben, diese Versicherung auf kurz oder lang überhaupt zu nutzen.

Dann bin ich aber hellhörig geworden und habe in meinem Bekanntenkreis von mehr und mehr Geschichten gehört, dass man abgemahnt wurde, weil man ein Bild nutzte, für das gar keine Rechte vorlagen.

Dass das im Internet manchmal ein wenig undurchsichtig ist, schützt aber leider nicht davor, im Zweifelsfall gehörig auf die Finger zu bekommen.

Also habe ich mich des leidigen Themas Versicherung abermals angenommen und mir jede Menge Dinge über die Betriebshaftpflichtversicherung für Selbständige durchgelesen, dabei ein wenig verglichen und jetzt auch ein paar Ideen, was wohl die sinnvollste Alternative wäre.

Also, blicken wir auf eine Versicherung, die manchmal sehr große Schäden abwenden kann, aber idealerweise niemals zum Einsatz kommt.

Was ist eine Betriebshaftpflichtversicherung überhaupt?

Die Betriebshaftpflichtversicherung für SelbständigeJeder von Euch kennt die Haftpflichtversicherung, die dafür sorgt, dass man keine Schäden in Millionenhöhe auf die eigene Kappe nehmen muss, wenn durch Unachtsamkeit die kleine Tankstelle des Dorfes in die Luft gejagt wurde.

Diese greift immer dann, wenn wir durch nicht absichtliches Verschulden etwas in Schutt und Asche gelegt haben oder beispielsweise das Iphone eines Freundes unachtsam auf einen Tauchgang geschickt haben.

Dafür gibt der Gesetzgeber jede Menge Haftungsnormen vor, die genau bestimmen, welche Dinge einen Anspruch haben oder eben nicht. Deshalb ist es sinnvoll, diese einmal eingehend zu studieren, um genau zu wissen, in welchem Fall ein Anspruch auf Schadensersatz besteht und in welchem nicht.

Die Betriebshaftplichtversicherung macht nun im Eigentlichen überhaupt nichts anderes, denn sie bewahrt Unternehmer vor kleineren oder gigantischen Katastrophen und bewirkt letzten Endes:

Die Betriebshaftpflichtversicherung deckt die Haftpflichtansprüche, die einem Dritten durch die betriebliche Tätigkeit eines Unternehmens schuldhaft verursacht wurden. Bei unberechtigten Forderungen weist die Betriebshaftpflichtversicherung diese notfalls gerichtlich zurück. Das Haftungsrisiko besteht sowohl für das Unternehmen als juristische Person wie auch die einzelnen Mitarbeiter. Quelle

Alles klar soweit? Es ist also nichts anderes als eine Haftpflichtversicherung für Unternehmen, Freiberufler, Handwerkern oder eben Gewerbetreibenden.

Doch möchte ich nun noch ein wenig ins Detail gehen und ein paar Aspekte herausgreifen und diese aus den jeweiligen Positionen heraus beleuchten.

Betriebshaftpflichtversicherung – Welche Schäden sind überhaupt versichert?

Normalerweise unterscheidet man hierbei in drei Kategorien, bei denen ein Versicherungsanspruch geltend gemacht werden kann.

  • Personenschäden: Als Personenschäden bezeichnet man alle Umstände, bei denen eine Person verletzt oder eben getötet wird und so ist es selbstredend das oberste Ziel des Arbeitsschutzes diesen vorzubeugen.

Praxisbeispiel:

Ein Handwerker arbeitet auf einem Gebäudedach und sichert die Baustelle nicht ordnungsgemäß ab. Ein Passant wird vom herabfallenden Material verletzt. Hierbei übernimmt die Betriebshaftpflichtversicherung Schmerzensgeld und Behandlungskosten des Fußgängers.

  • Sachschäden: Ein Sachschaden ist gemeinhin die Beschädigung oder eben Zerstörung von Straßen, Gebäuden Fahrzeugen und allen anderen Dingen, die unbelebt sind.

Praxisbeispiel:

Ein Klempner kommt in die Wohnung eines Auftraggebers und tauscht die Kloschüssel aus. Dabei macht er jedoch einen Fehler und beschädigt die Rohre, was in einem Wasserschaden endet. In diesem Fall übernimmt die Betriebshaftpflichtversicherung die Wiederbeschaffungs- und Reparaturkosten der beschädigten Gegenstände.

  • Vermögenschäden aufgrund eines Sach- oder Personenschaden: Als einen solchen Schaden bezeichnet man normalerweise alle Schäden, die eine Herbeiführung eines finanziellen, also geldwerten, Nachteils einer Person oder Gruppe bewirken.

Praxisbeispiel:

Gehen wir davon aus, dass der unachtsame Handwerker aus dem ersten Beispiel einen Arbeitnehmer verletzt hat. Nun ist unsere Versicherung schon für die Behandlungskosten etc. aufgekommen. Doch ursplötzlich meldet sich auch noch der Arbeitgeber und meldet finanzielle Einbußen durch das Ausbleiben der Arbeitskraft. Auch in diesem Fall springt unsere Betriebshaftpflichtversicherung in die Bresche.

Natürlich sind diese Beispiele willkürlich und sollen lediglich illustrieren, bei welchen Unfällen und Spezialfällen die Betriebshaftpflichtversicherung überhaupt greift. Doch möchte ich in diesem Zusammenhang ein wenig in die Tiefe gehen und die Versicherung en detail betrachten.

Welche Leistungen erbringt der Versicherer?

Diese Beispiele sind schön und gut, doch manchmal hat das nicht unmittelbar zur Folge, dass ein Versicherer auch die entsprechende Leistung erbringt. Deshalb nun also dieser Unterpunkt.

Vorab möchte ich aber noch fix die Begrifflichkeiten klären. Der Versicherer ist letzten Endes Eure Versicherung, bei welcher Ihr auch immer sein mögt, der Versicherungsnehmer seid also Ihr, diejenigen, die idealerweise im Schadensfall eine Betriebshaftpflichtversicherung haben.

Allgemein lässt sich sagen, dass der Versicherer, also wie bei der normalen Haftpflichtversicherung, die Schadensansprüche gegenüber Euch, also den Versicherungsnehmern, übernimmt. Außerdem fallen in seinen Aufgabenbereich die Prüfung, ob ein Schadensanspruch überhaupt begründet ist und dabei gilt grundsätzlich, dass dieser nur erfüllt ist, wenn der Anspruch auf einen realen Schaden vorliegt.

Das bedeutet also, dass das Brechen vertraglicher Pflichten nicht in das ureigene Feld des Versicherers fällt und auch für das Unterlassen bestimmter Handlungen kann gegenüber dem Versicherer kein Anspruch geltend gemacht werden.

Wie groß ist der Versicherungsumfang?

In den Rahmen einer Betriebshaftpflichtversicherung für Selbständige fallen alle, die ein Unternehmen leiten, aber auch diejenigen, die bei diesem angestellt sind. In welcher Form auch immer. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass das nur gilt, wenn eine Person bei der Ausübung ihrer Arbeit anderen, ob nun Gegenständen oder Personen, einen Schaden zufügt.

Natürlich sind Arbeitsunfälle in diesem Fall anders geregelt. Gehen wir davon aus, dass ein Handwerker auf einer Baustelle durch die Unachtsamkeit eines Kollegen verletzt wurde. Dann greift in diesem Fall die Unfallversicherung, wodurch der Anspruch auf die Betriebshaftpflichtversicherung abgegolten wird und sich somit gewissermaßen aufhebt.

Welche Risiken sind denn überhaupt versichert?

Nun…, bei dieser Versicherung ist es wie mit der normalen Haftpflichtversicherung und es gilt der Grundsatz der Spezialität. Das heißt ferner, dass nur die Dinge versichert werden, die auch wirklich durch den Versicherungsnehmer in Anspruch genommen werden und somit vertraglich geregelt sind.

Die Schäden, die nicht vorab geklärt sind, fallen folglich auch nicht in den Bereich einer Betriebshaftpflichtversicherung für Selbständige und so ist das intensive Beratungsgespräch mit einem Versicherungsvertreter oder eben makler in jedem Fall zu empfehlen.

Da hilft Google wenig, denn das eigene Risiko muss jeder selbst einschätzen können und jeder Situation ist im höchsten Maßen individuell.

Welchen Unterschied gibt es zwischen dieser Versicherung und der Berufshaftpflichtversicherung?

Hier begibt man sich auf dünnes Eis, das sich im Bereich der Definition bewegt. Also eine recht wackelige Angelegenheit und von Fall zu Fall verschieden. So gibt es beispielsweise Klauseln, die Schäden im Ausland betreffen und jedes Unternehmen muss hierbei schauen, inwiefern die eine oder eben andere Lösung zutrifft.

An dieser Stelle möchte ich einen Vergleich für die Betriebshaftpflicht für Selbständige vorschlagen, um so allen Eventualitäten vorzubeugen, denn pauschal lässt sich in diesem Bereich überhaupt nichts empfehlen.

Die Betriebshaftpflicht – Brauch ich das? Ein Fazit

Es ist mit der Betriebshaftpflichtversicherung, wie schon angedeutet, immer eine Einzelfallentscheidung. Aber natürlich sollte sich jedes Unternehmen, das einen Schaden zufügen kann, dementsprechend absichern.

Dennoch muss klar sein, dass es eigentlich nichts anderes ist, als eine Haftpflichtversicherung für Unternehmen und das ist in jedem Fall zu empfehlen, denn sonst haftet im Zweifelsfall immer der Leiter eines Betriebs für alle aufkommenden Schäden, ob nun an Personen oder Gegenständen und diesen Schaden kann die normale Haftpflicht eben nicht abdecken.

Ich gebe zu, dass dieser Blog-Artikel vielleicht ein wenig verwirrend ist, doch habe ich versucht, alles so klar und deutlich zu schreiben, wie es mir möglich war. Das Ganze ist selbstredend keine rechtliche Beratung, doch bin ich in Zeiten, wo sich Blogger auf Abmahnwellen gefasst machen müssen und ein einfaches Telefonat keine Abhilfe mehr schafft, vorsichtig geworden.