Adsense: Interessenbezogene Werbung – Top oder Flop?

Fast jeder Blogger nutzt Google Adsense. Fast jeder Seitenbetreiber vertraut darauf, dass Google das Schiff schon schaukeln wird und daran interessiert ist, dass unsere Einnahmen nach oben wandern.

Meistens tut Google das auch und alle haben etwas davon. Die Performance steigt, die Klicks schnellen in die Höhe und trotzdem gibt es ein paar Dinge, die wir mühelos optimieren können.

In diesem Artikel möchte ich ein paar Gedanken zu den interessenbezogenen Werbeanzeigen von Adsense loswerden und Dir zeigen, wie ich mit ein paar Klicks meine Einnahmen verdoppelte.

Also…, schauen wir wieder einmal auf Adsense und vor allem auf das Problem mit personalisierter Werbung…

Adsense: Was sind interessenbezogene Werbeanzeigen?

Was weiß Google über mich?Oh. Ich glaube, es war im Jahr 2009, als Google begann, interessenbezogene Werbung zu schalten.

Vielleicht war es auch ein Jahr früher, aber das ist im Eigentlichen unerheblich. Fakt ist, dass es sie gibt.

Das Prinzip ist dabei relativ simpel: Ein Nutzer surft im Internet, kommt auf eine Seite, die er spannend findet und klickt sich durch unzählige Unterseiten.

Nun wird via Cookie eine Art Nutzerprofil angelegt, woraufhin Google weiß, mit wem wir es hier zu tun haben. Genauer habe ich das Prinzip im Artikel Was weiß Google über mich beschrieben.

Der Clou ist hierbei, dass Google uns nun Anzeigen präsentieren kann, die unsere Interessen widerspiegeln. Daran ist ja auch nichts verkehrt, auch wenn ich es mitunter ein wenig gruselig finde. Aber hey…, kein Problem.

Manchmal wirkt sich das positiv auf die Klickrate aus und dann haben auch die Webmaster etwas davon. Denn denen ist in der Regel ja vollkommen egal, was da alles beworben wird. Jedenfalls dann, wenn die Klickrate stimmt.

Man könnte von einer Win-Win-Situation sprechen.

Nutzer bekommen themenrelevante Dinge präsentiert, erachten die Werbung ferner als ergänzenden Mehrwert und das Modell geht auf. Vor ein paar Monaten habe ich Adsense allerdings untersagt, interessenbezogene Werbung zu schalten.

Und siehe da, der Umsatz schnellte enorm in die Höhe. Aber warum?

Das Problem mit interessenbezogener Werbung?

CTR und AdsenseIch erachte solche Form der Adsense-Werbung für eine gute Alternative in breitgefächerten Blogs, vielleicht in Foren oder auch Community-Seiten, die keine klare Asurichtung haben.

Auch auf News-Portalen oder sozialen Netzwerken ist das mit Sicherheit großartig.

Denn hier gibt es einfach keinen klaren Fokus, denn der Nutzer steht in seiner persönlichen Entfaltung im absoluten Vordergrund. Schön für ihn.

Nun gibt es aber allerhand Blogs, die versuchen, ein bestimmtes Kernthema zu verfolgen und wenn ich die weltweiten Erfolgsstrategien lese, wird immer wieder die klare Ausrichtung genannt.

Ist ja auch klar. Wer abonniert schon eine Seite, die heute von Hundewelpen und übermorgen von Nano-Technologie handelt.

Deshalb versuchen Blogger, Seitenbetreiber und Webmaster ein klares Ziel zu benennen.

Bei manchen klappt es, anderen gehen auf lange Sicht einfach die Ideen aus. Aber auch das ist egal, denn unterm Strich bleiben fokussierte, zielgerichtete Fachseiten. Mal vom Know-How des Betreibers abgesehen.

Kommt nun ein Leser auf diese Zielseite, hat er meistens nach dem Inhalt der Fachseite gesucht und interessiert sich grundsätzlich für das jeweilige Thema. Mal davon ausgehend, dass die Seite zu den relevanten Keywords rankt.

Beispielsweise kommen viele Besucher auf meinen Blog, weil sie sich für das Geld verdienen im Internet begeistern oder auch nur geringfügig interessieren und idealerweisen sehen sie auch Werbung, die dieses Spektrum weitreichend abdeckt.

Dabei ist es vollkommen piepegal, ob unsere Leser gestern Informationen über Kiwis und den Weinanbau in Spanien gegooglet haben. Deshalb sind sie noch lange keine Gärtner oder interessieren sich auch nur eine Spur für die Fauna unseres Planeten. Dennoch kommt es mitunter vor, dass ihnen solche Werbung präsentiert wird. Ganz ehrlich? Das ist Humbug!

Gerade auf Nischenseiten ist dieses Phänomen umso stärker verbreitet. Nehmen wir mein aktuelles Projekt, das ich an vielen Stellen ausführlich durchleuchtet habe. Das Interesse der Besucher beschränkt sich in diesem Fall auf Geschenke zur Taufe.

Ganz egal, ob diese normalerweise eine Passion für Alkohol, Kinofilme oder auch den Motorsport haben. Hier gibt es ein ganz klares Ziel und keinerlei andere Interessen.

Vielleicht suchen meine Besucher nach diesen Informationen sogar das erste Mal in ihrem Leben. Das ist mitunter auch sehr wahrscheinlich, denn die Taufe wird nicht unzählige Male begangen. Mal von verwirrten Konfessionswechlern abgesehen.

Wenn diese Besucher nun Werbung für ihre Interessen sehen, mag sie das aufmuntern und manchmal auch zum Klicken animieren. Doch selten in dem Maße, was ohne diese Anzeigen möglich wäre. Doch ich mag Beispiele und möchte das Ganze einmal farbenfroh illustrieren.

Da Google mir allerdings die Hände bei der Nennung von konkreten Zahlen bindet, kann ich nur erzählen und Du musst mir glauben. Oder eben nicht. Ausprobieren solltest Du es dennoch…

Nehmen wir als Beispiel ein anderes Projekt von mir, auch wenn sich diese Beobachtungen durch das gesamte Portfolio ziehen.

Auf dieser Seite habe ich einmal die interessenbezogene Werbung erlaubt und mir dabei auf allen anderen Projekten ins Knie geschossen, da die Option seitenübergreifend funktioniert. Aber hey, was kostet die Welt.

Dabei fielen mir mehrere Dinge auf,

  • es gibt weniger interessen-, als kontextbezogene Werbung
  • und die Klickrate ist nicht einmal halb so groß.

Nun ist bekannt, dass Google keine genauen Einblicke erlaubt. Deshalb drehe ich das Beispiel folgendermaßen.

Ich zeige Dir meine Adsense-Einnahmen einer einzelnen Webseite für den Monat April, danach für den Monat Mai.

Außerdem gebe ich Dir für dieses Projekt die Anzeigenanfragen an die Hand, wodurch es egal scheint, ob der Mai erst in den Startlöchern steht oder eben nicht. Genauer darf ich leider nicht – tja…

Einnahmen im April 2012

Adsense im April

Einnahmen im Monat Mai

Adsense im Mai

Was wir sehen ist recht überschaubar.

Einerseits gibt es im Mai wohl mehr Besucher. Aber wer weiß das schon. Dennoch fällt auf, dass sich in einem Monat, der erst angebrochen ist und gerade mal die Hälfte der Anzeigenimpressionen auf dem Buckel hat, ein recht schönes Sümmchen angesammelt hat – vor allem im direkten Vergleich zum Vormonat.

Und nein, es liegt nicht am Klickpreis. Ausschließlich das Deaktivieren der interessenbezogenen Anzeigen brachte den gewünschten Effekt. Denn so stieg die Klickrate und das war fein.

Natürlich kann das auch jeder für sich ausprobieren. Einfach im Adsense-Menü auf Leistungsberichte, linke Navigation Ausrichtungstypen und schon finden wir die gewünschten Kennzahlen.

Anzeigen nach Interessen und Kontext sortieren

Schaut Euch Eure ganz persönlichen Werte einmal in Ruhe an. Idealerweise gleich für mehrere Projekte und für einen langen Zeitraum. Wenige Impressionen verzerren das Ergebnis einfach zu stark. Zieht daraus die richtigen Schlüsse und dann: Viel Glück.

Bei mir verhält es sich jedenfalls so, dass die Klickrate 3mal höher ist, wenn die interessenbezogenen Anzeigen aus dem Adsense-Programm fliegen.

Wie stelle ich interessenbezogene Werbung ab?

Um die interessenbezogene Werbung auf unseren Seiten zu deaktivieren, ist gar nicht viel nötig. Schon nach wenigen Klicks haben wir uns der Altlast entledigt und sollten fortan themenspezifische Anzeigen sehen.

Hierbei ist allerdings zu beachten, dass das dann für alle Anzeigen gilt. Andernfalls bräuchte man mehrere GoogleAdsense-Accounts, wobei das nicht erlaubt ist. Wer es ausprobieren will, nun denn. Ich rate davon ab.

Um die Anzeigen nun abzuschalten und folglich nur noch kontextrelevante Inhalte auszuspielen, wählen wir lediglich Anzeigen zulassen und blockieren, Erweiterte Einstellungen und dort setzen wir den entsprechenden Haken.

Die Standardeinstellung erlaubt übrigens Anzeigen, die nach den Interessen der Nutzer ausgerichtet sind. Ich halte das aus den genannten Gründen für Quatsch.

Erwiterte Einstellungen in Adsense - Anzeigen anpassen

Adsense und die interessenbezogene Werbung – Fazit

Was weiß Google über mich?Mit Sicherheit gibt es Seiten, auf denen diese Form der Werbung funktioniert. Ich habe keine in meinem Portfolio.

Wer allerdings eine große Community betreut oder ein sehr vielfältiges Themenspektrum anbietet, sollte eh ausgiebig testen. Mitunter geht das Ganze dann auf.

Bei mir ist das nicht so, aber ich betreibe auch kein soziales Netzwerk oder einen Blog, der über Gott und die Welt berichtet. Schade eigentlich!

Das liegt aber daran, dass ich sehr spezielle Seiten betreibe, die einen klaren Fokus haben.

Hierbei ist eine solche Form der Werbung einfach unsinnig und bringt de facto weniger. Wer nach Griechenland sucht, will Informationen darüber. Nicht über irgendeinen Quatsch, den ein Familienmitglied Stunden zuvor gesucht hat.

Wichtiger Hinweis: Mitunter kommt es allerdings vor, dass die Klickpreise der interessenbezogenen Anzeigen erhöht sind. Das hängt natürlich sehr stark von der Ausrichtung der eigenen Seite ab. Wenn der RPM, also der Verdienst pro 1.000, dadurch höher ist, wäre es dämlich diese Anzeigenform zu verbieten.

Allerdings ist dies bei keinem meiner Projekte der Fall, doch wollte ich darauf hinweisen. Gerade bei Seiten, die kein starkes Keyword in den Fokus stellen, kann das ein essentieller Faktor sein und das Unterbinden der interessenbezogenen Anzeigen würde ein absoluter Schuss in den virtuellen Ofen sein.

An dieser Stelle möchte ich Dir noch meinen Artikel zur niedrigen CTR und der besten Adsense-Position empfehlen und drücke Dir die Daumen, dass Du Deine Einnahmen effektiv steigern kannst.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Nutzerdaten werden mittels Cookie festgehalten,
  • so können relevante Inhalte angezeigt werden,
  • …die die Interessen des Nutzers wiedergeben,
  • das ist allerdings für Nischenprojekte und fokussierte Seiten vollkommener Unsinn.

Außerdem freue ich mich, wenn Du gänzlich andere Erfahrungen mit der interessenbezogenen Werbung gemacht hast. Vielleicht geht das Konzept bei Dir sogar auf? Ich bin gespannt auf Deinen Kommentar zu Google Adsense…

11 Meinungen

  1. Fabian05-11-2012

    Hallo Jonas, ich will mich mal an dieser Stelle als Feed-Abonnent outen. Geschrieben habe ich aber noch nie etwas.

    Jetzt möchte ich einfach mal sagen: Geil!

    Ende April dachte ich kurz, oh,oh, jetzt geht es mit dem Blog bergab. Super Start und jetzt kommen keine Artikel mehr.

    Die letzten Tage haben mir aber das absolute Gegenteil gezeigt, zwar ist es töglich nur ein Beitrag, aber die sind super. Danke!

    ich selbst habe wenig Erfahrungen mit Adsense, habe das nur nebenher auf manchen Projekten laufen und schaue selten in die genauen Statistiken. Eben habe ich einmal nach der interessenbezogenen Werbung geschaut und siehe da: themenrelevante hat eine Klickrate von 1,73% und alle, was mit Interesse zu tun hat, nur 0,81%. Das ist vielleicht nicht so stark, wie bei dir, aber doch ordentlich.

    Zwar nehme ich mit Adsense nur rund 200€ im Monat ein, aber die kleine prozentuale Verteilung kann ja dann doch schon viel ausmachen. Ich habe das mal geändert und melde mich, wenn ich mehr weiß.

    Vielen Dank für die letzten Artikel und gern mehr zu Adsense. Irgendwie ist das für mich ein Buch mit sieben Siegeln und ich bin über fundierte Hinweise sehr dankbar.

    Mach weiter so!

  2. Ralf05-11-2012

    Hallo Jonas,

    wieder ein super informativer Artikel, der bei mir auch den Anstoß gegeben hat, den Zahlen im Backend etwas Aufmerksamkeit zu schenken.

    Hab mal umgestellt und warte die Entwicklung ab. :)

    Grüße,
    ralf

    • Jonas G.05-11-2012

      Im Artikel habe ich einen wichtigen Aspekt vergessen. Dieser sollte allerdings beachtet werden. Mitunter ist der CPC bei den interessenbezogenen Anzeigen erhöht, was auf das Buhlen der Anbieter zurückzuführen ist.

      Dennoch deckt sich das bei mir auf keinem Projekt mit den potentiellen anderen Einnahmen. Allerdings sollte das beachtet und der RPm im Auge behalten werden. Ich ergänze das einmal fix.

      beste Grüße

  3. Stefan Mohr05-12-2012

    Interessanter Aspekt!

    Kann das bei mir aber übrigens nicht bestätigen. Mein RPM für interessenbezogene Anzeigen liegt ca. 50% höher als für die Kontextbezogenen in den letzten Monaten. Und das, obwohl mein Blog eigentlich recht fokussiert ist.

    Bleibt also wie so oft das Fazit: Testen! Was auf einer Seite funktioniert, kann auf einer anderen schon wieder ganz anders sein.

    Schade dass ich kontextbezogene Anzeigen nicht deaktivieren kann 😉

    • Jonas G.05-12-2012

      Dabei wäre dann allerdings auch noch spannend zu wissen, von wie vielen Klicks wir prinzipiell ausgehen. Aber ja, Recht hast Du natürlich.

      beste Grüße :-)

  4. Roland05-12-2012

    Wieder ein Artikel mit extrem hoher Informationsdichte – Hut ab.

    Ich hatte auf einem Projekt Adsense laufen. Die Einnahmen waren äußerst gering. In einem Jahr kam es nur einmal zu einer Auszahlung. Obwohl Pr3 und mehrere hundert Besucher am Tag. Vermutlich lags am Klientel, häufig waren es Einrichtungen, Erzieher und Erzieherinnen. Also eng eingekreiste Personengruppen. Vermutlich fanden sie was sie brauchte und klickten eher nicht.

    Google kündigte irgendwann den Account weil Google annahm, Adsense würde betrügerisch eingesetzt. Vermutlich haben ein paar User häufiger auf die Anzeigen geklickt und Google das als Mißbrauch interpretiert. Eine Antwort bei Nachfrage gibt es von Google nicht.

    Daher möchte ich den Rat von Jonas ins Spiel bringen, der mal in einem Artikel schrieb, dass man auf Adsense alleine nicht setzen sollte. Schneller ist alles an Einnahmen weg als man denkt.

  5. Manuel05-14-2012

    Ich find so Werbung ja eigentlich ganz gut 😉

  6. hfr05-14-2012

    Wiedermal sehr interessanter Beitrag! Wusste gar nicht, dass man die interessenbezogene Werbung bei Adsense auch deaktivieren kann. Habe das jetzt mal ausprobiert und bin auf die hoffentlich positiven Auswirkungen gespannt.

  7. hfr05-16-2012

    Evtl. war der Tipp wirklich Gold wert. Habe diese Einstellung vorgestern verändert und jetzt zwei Tage am Stück fast doppelt so hohe Einnahmen wie sonst, bei ungefähr gleichbleibenden Zugriffszahlen. Kann aber natürlich auch Zufall sein.

  8. Hi,

    ich muss sagen, bei mir ist es genau anders herum. Ich bin selber Betreiber diverser Seiten, muss jedoch leider feststellen, dass die ohnehin schon äußert spärlich Einnahmen nicht aus den häufig mit viel Arbeit gepflegten Blogs kommen, sondern von YouTube-Videos.

    Trotzdem habe ich mir das einmal angeschaut und festgestellt: Die CTR ist bei den interessenbezogenen Anzeigen 3x so hoch wie bei den kontextbezogenen…

    Na ja, ich werde das dann wohl lieber so lassen 😉

    LG,
    benni

  9. Adreano09-12-2012

    Interessenbezogene Werbung ist eine Pest und veringert das Einkommen für den Webseitenbetreiber. Wenn ich eine Webseite über Gummibärchen betreibe, will ich dort auch Werbung über Gummibärchen sehen und nicht über Handys oder ähnliches. Denkt mal darüber nach, wieso Google bei der Googlewerbung dies nicht macht! Genau, wer nämlich Gummibärchen sucht, der wird auch wahrscheinlich Werbung mit Gummibärchen anklicken und keine Handywerbung. Ich finde Google hält da die Webmaster für blöd und liefert Werbung aus, die er sonst nirgends unterbringen kann. Prost Mahlzeit!