14 schlimme Usability-Fehler in Blogs – Benutzerfreundlichkeit adé…

Eigentlich sind Blogs ja Tagebücher, wenn auch für das Internet. Jedenfalls war das die Grundintention des Ganzen.

[…] ist ein auf einer Website geführtes und damit – meist öffentlich – einsehbares Tagebuch oder Journal, in dem mindestens eine Person, der Web-Logger, kurz Blogger, Aufzeichnungen führt, Sachverhalte protokolliert oder Gedanken niederschreibt. Quelle

Natürlich hat sich die Vorstellung eines Web-Logs in den letzten Jahren sehr stark gewandelt. Aber unterm Strich ist jeder Blogger ein 14-jähriges Mädchen, das verträumt die eigenen Gedanken hinterlässt. Wenn auch nicht ganz so romantisiert.

Glück haben die, deren Ergüsse nicht gänzlich privat bleiben, sondern nebenher noch ein paar Menschen mitreißen und zum Verweilen einladen. Oft lese ich allerdings, dass es eigentlich nur eine Frage der Zeit ist und guter Content irgendwann schon die richtigen Leser findet.

Ja. Stimmt auch irgendwie, aber eben nur teilweise. Denn man kann jede Menge falsch machen und das bloß auf der Ebene der Benutzerfreundlichkeit.

Wer bloggt verkündet nämlich öffentlich, dass sein Tagebuch nun jeder anfassen darf, rückt also gewissermaßen den Schlüssel raus und sollte fortan auf Kleinigkeiten achten, die jede Menge ausmachen können.

Also, werfen wir einen Blick auf die Usability im Blog, welche Fehler man ganz einfach vermeiden kann und was wir gleich erledigen können, wenn wir schon mal dabei sind.

14 Usability-Fehler in Blogs und wie man diese vermeidet

Die gröbsten Fehler im Bereich der BenutzerfreundlichkeitAlle Angaben beziehen sich auf Blogs allgemein und natürlich kann es ganz individuelle Schwächen geben, aber eben auch Seiten, auf die das ganze gar nicht zu übertragen ist.

Außerdem habe ich mir keine Hierarchie überlegt, sondern tippe munter drauf los und schaue nur bedingt auf die angelegten Notizen, denn eine Wertigkeit kann ich nur bedingt vornehmen.

Also, werfen wir einen Blick auf Usability, Benutzerfreundlichkeit und vor allen den eigenen Blog.

  • Die Blog-Suche – Eingabemaske leer lassen

Jeder kennt sie, manche benutzen sie und überall sieht sie anders aus. Ich meine die Suchfunktion im Blog und rate jedem, der sie nicht von der eigenen Seite geschubst hat, das Eingabefeld unbedingt leer zu lassen.

Zwar sind Botschaften á la „Suche…“, „Geben Sie ein Produkt ein…“ oder auch „Was suchst Du?“ mit Sicherheit eine schöne Sache, führen aber in der Regel dazu, dass Besucher genau diese Phrase suchen und gar keine Eingabe tätigen. Das führt zu Frustration und nicht unbedingt zur erneuten Eingabe einer Suchphrase.

Schön veranschaulicht wird diese Aussage auf conversiondoktor.de.

  • Den RSS-Feed präsent darstellen

Ja, ich gebe es zu: Einen Feedreader nutze ich erst, seitdem ich aktiv blogge.

Trotzdem gibt es jede Menge Menschen, die gern einen Blog mittels Reader verfolgen und diese sollten das Gewünschte auch auf dem Silbertablett – nicht von Apple – präsentiert bekommen.

Verweildauer und Aufmerksamkeit sind nicht unbedingt die häufigsten Eigenschaften eines Googlers, wer den Blog aber interessant findet, soll nicht erst im Footer wühlen. Ich verweise unter jedem Blog-Artikel auf den Feed, aber eben auch in der Sidebar.

  • Die interne Verlinkung – Präsentiert Euch

Ein Blog lebt ja bekanntlich von seinen Lesern und natürlich auch von demjenigen, der die Serverkosten bezahlt. Deshalb ist es entscheidend, dass Eure Leser die relevanten und wichtigen Blog-Artikel relativ zügig erreichen. Wenn ich über Google auf einem Blog lande, der mir zwar einen interessanten Beitrag bietet, aber ich das angesammelte Potential nur erahnen kann, komme ich selten wieder.

Es steigert die Benutzerfreundlichkeit enorm, wenn einerseits häufig in eigenen Artikeln verlinkt wird, aber auch in der Sidebar, im Header, ja, vielleicht sogar im Footer sollte es Klickmöglichkeiten geben, um möglichst alles zu offenbaren.

  • Miserable Headlines und schlechte Überschiften

Nun sind wir mit Sicherheit nicht alle Poeten, dennoch kann mittels einer gelungenen Überschrift der Leser besser zum Klicken animiert werden. Es geht hierbei weniger darum, dass diese „schön“ ist, sondern eben vielversprechend und vor allem selbsterklärend.

Boar! Geil! Funktioniert eben nur bedingt und auch, Ich habe mal was versucht ist nicht unbedingt der Hingucker. In einem anderen Blog-Artikel habe ich allerdings schon einmal erklärt, wie man die richtige Headline findet.

  • Nur Bilder, nur Text – Die Mischung macht’s

Ein Blog-Artikel, der nur aus Text besteht, wirkt optisch eher mau. Natürlich geht es um Content, um Inhalte und eben den Kern eines Beitrags. Dennoch wirkt das Ganze ein wenig runder, wenn noch ein Bild das geschriebene Wort auflockert respektive ein wenig verschönert.

Dabei ist dieser Tipp aber nicht unbedingt reziprok zu verstehen und ein Artikel, der lediglich aus optischem Beiwerk besteht, wird auf lange Sicht auch nicht funktionieren.

Mal von „lustigen“ Bildern, Infografiken und Co abgesehen. Deshalb ist es sinnvoll, erst einen Artikel zu schreiben und dann mit entsprechendem Bildmaterial aufzupeppen. Wer dabei noch in die Trickkiste greift, kann unter Umständen sogar noch eine handvoll Besucher über die Google Bildersuche mitnehmen.

Ich mache es in der Regel so, dass der Einstieg in einen Beitrag mit Bildern gesäumt ist. Wer dann wirklich alles lesen möchte, muss sich dann mit dem Buchstabensalat herumschlagen.

  • Irreführende Linktexte

Eine Verlinkung ist für den Verlinkten immer das Zeichen; Hey, dein Beitrag gefällt mir! Und wenn der Text eines Links auch noch stimmt, katapultiert es denjenigen auch noch ein Stück nach oben, wenn wir an Google und die omnipräsenten SERPs denken.

Für unsere Leser sind irreführende Linktexte aber weniger hilfreich und ein Link sollte zumindest andeuten, wohin er den Klickenden führt. Bausteine, die zu kurz geraten sind und Ein-Wort-Hyperlinks bilden, sind selten empfehlenswert.

Auch ich merke in diesem Blog regelmäßig, dass Hyperlinks, die einen Mehrwert bieten (Sei es nun aufgrund des Textes, dem Infopanel was beim Mouseover erscheint oder eben die ausführliche Beschreibung) häufiger angeschaut werden und somit die interne Verlinkung, aber gleichermßaßen die Verweildauer des Einzelnen erhöhen.

  • Gute Artikel an die Front

Blogs sind normalerweise chronologisch aufgebaut. das heißt im Umkehrschluss allerdings, dass nach zwei, drei Tagen alle neuen Artikel im Hintergrund verschwinden und sich auf der zweiten, vierten oder x-ten Seite tummeln. Das ist natürlich eher schlecht, wenn ein Besucher das erste Mal auf den eigenen Blog stößt.

Deshalb bietet es sich an, irgendwo, idealerweise sichtbar, die Highlights zu präsentieren. Das können Artikelserien sein, oder die beliebtesten Artikel.

Ich habe mich beispielsweise dazu entschieden, im Header meine Serien anzupreisen, in der Sidebar die meistbesuchtesten Beiträge zu sammeln und im Footer nach Kommentaren zu sortieren. Das bringt Klicks und das Schönste bleibt auf lange Zeit sichtbar.

  • Der Leser muss sich erinnern – Blogname

Hier muss ich mir an die eigene Nase fassen. Jedenfalls was diesen Blog betrifft. Der Name ist nicht unbedingt ideal.

Das ändert aber nichts daran, dass man es besser machen kann. Ein Name sollte eingängig und leicht zu merken sein und nicht aus unzähligen Wörtern bestehen. Apple bringt ja auch kein Produkt auf den Markt, dass auf den schnittigen Begriff „flaches, schwarzes und edles Gerät, das sich zum Abspielen der eigenen Musik eignet“ hört.

Ich selbst habe versucht, dem Ganzen mit der Kombination: Existenz im Netz entgegenzuwirken. So kommen mittlerweile ein paar Besucher auf den Blog, weil sie diese Kombination suchen. Zwar keine optimale Lösung, aber immerhin.

  • Wem schenk ich mein Vertrauen? Blogger sollten nicht anonym bleiben

Ich selbst habe das erst recht spät entdeckt. Doch es hatte einen sehr positiven Effekt. Im Internet ist vorerst alles anonym, unbekannt und mann könnte fast annehmen, dass Texte einfach da sind. Manchmal ertappe ich mich selbst dabei, dass ich überhaupt gar nicht die Textproduktion eines Artikels mit einem Menschen in Verbindung bringe.

Das Wissen wird geteilt, verbreitet und irgendwer wird das schon richten. Was mir prinzipiell bei Online-Magazinen egal ist, fehlt mir aber häufig bei Blogs. Denn ich vernetze mich meistens mit dem Blogger, gar nicht unbedingt mit dem Inhalt seiner Seite. Das wirkt persönlicher und ja, menschlich.

Eine Über Mich – Seite, ein paar Worte am Ende eines Artikels oder der dezente Hinweis in der Sidebar. Blogger profitieren davon, wenn sie das Dunkel der Anonymität verlassen. Wirklich!

  • Interaktion fordern und bieten

Vorab: Ich habe nichts gegen Captcha-Abfragen, um den Kommentar-Spam ein wenig einzudämmen. Manche sind aber so furchtbar, dass ich nach wenigen lustlosen Klicks einfach aufgebe.

Die Beobachtung ist nicht neu: Interaktion und vor allem reichhaltige Kommentare wandern in die sozialen Netzwerke ab. Umso wichtiger ist es also, dass man es seinen Leser nicht noch schwerer macht. Ein Kommentarbereich sollte einladen, etwas in ihm zu hinterlassen. Denn gewissermaßen ist der das Wohnzimmer eines Bloggers.

Räumt also auf, wenn ihr auf Gäste scharf seit. Dafür braucht es gar nicht immer viel Know-How. Es reicht schon, wenn man die englischen Begrifflichkeiten ins Deutsche überträgt und eben, meiner Meinung nach, Captchas verbietet 😉

Abgesehen davon finde ich es immer ganz nett, wenn die Kommentarfunktion nicht als Einbahnstraße gesehen wird. Antworte auf Deine Leser, schreib Ihnen. Sie werden es danken und vielleicht sogar den eigentlichen Beitrag aufwerten.

  • Unregelmäßiges Schreiben

Nein – es geht nicht darum, möglichst viel und häufig Content ins Internet zu blasen. Zwar finde ich es angenehm, wenn ich auf Blogs immer neuen Input bekomme, aber so wichtig ist das tägliche Bloggen nicht.

Vielmehr geht es darum, dass ein gewisser Zyklus besteht, den jeder versteht. Letztens war ich auf einem Blog, wo es zwei Tage am Stück mehrere Beiträge gab. Erwartungsvoll kam ich am nächsten Tag wieder, weil ich ein Gewohnheitstier bin und schaute in die Röhre. Bis heute gibt es dort keine neuen Artikel.

Es geht allerdings nur um Eure Linie, nicht um irgendeine. Wer es also schafft, täglich zu schreiben: Hut ab! Wer nicht, der nicht. Aber dann doch bitte nachvollziehbar.

  • Lahmer Seitenaufbau und schlechte Ladezeiten

Abermals ein Punkt, bei dem ich selbst betreten auf meine Schnürsenkel schauen muss.

Zwar versuche ich, in meiner Artikelserie: Website-Geschwindigkeit ein wenig einzulenken, aber es bringt nicht viel, wenn man am Hoster spart.

Dieser Aspekt ist allerdings erst richtig wichtig, wenn der Server ächzt und die Besucher in strömen kommen. Aber dann sollte unbedingt über diesen Punkt nachgedacht werden. Ja, ein vernünftiger Server kostet Geld. Aber nichts ist anstrengender als Seiten, die sich nicht aufbauen.

Vor 10 Jahren hätte ich das noch belächelt und auch damals war ich mit 56k glücklich. Das hat sich jedoch grundlegend verändert. Auch wenn Geduld eine Tugend ist, heißt es nicht, dass jeder Unmengen an Zeit mitbringt.

  • Das Blog-Design

Über Geschmäcker lässt sich ja bekanntlich streiten. Das trifft natürlich auch immer auf das Blog-Design zu. Hierbei geht es aber weniger darum, ob man eine Mickey Maus oder einen Hasen im Header hat, sondern um Grundlegendes.

Ist der Text beispielsweise gut zu lesen, wirkt die Farbauswahl zu aggressiv? Ja, man kann an vielen Ecken und Enden ansetzen, aber trotzdem sollte eine Seite auf den ersten Blick nicht abschreckend wirken und idealerweise zur Ausrichtung des eigenen Blogs passen.

Wer über Webdesign schreibt, sollte keine hässliche Seite haben. Wer seine Text-Qualitäten anpreist, muss wie ein Schießhund auf ebendiese achten. Tja und wer Blog-Tipps gibt, sollte mindestens die Grundlagen erfasst haben.

  • Einfach schlechte Texte

Tja. Der letzte Punkt in dieser Auflistung, die sich wohl noch bis ins Unendliche fortführen ließe. Hierbei stellt sich allerdings die Frage, was sind schlecht Texte überhaupt, denn jedem gefällt doch was anderes?

Ja. Bedingt stimmt das natürlich. Dennoch gibt es Merkmale, die einen Text einfach unlesbar machen. Das geht über die Text-Formatierung, die Darstellung auf der eigenen Seite, aber auch klassische Merkmale, wie Rechtschreibung und Co sind nicht zu verachten.

Dabei geht es nicht darum, dass alles fehlerfrei sein muss. Das kann ich selbst nicht gewährleisten. Doch sollte man einem Text anmerken, dass er auch für Leser gedacht ist und eben nicht nur eine geballte Wüste aus Wörtern.

Außerdem könnte man noch anführen, dass lange Texte und vor allem verklausulierte Sätze nicht unbedingt das Gelbe vom Ei sind. Jedenfalls nicht im Internet. Da ich mir dann aber schon wieder auf die eigenen Füße treten müsste, übergehen wir das doch einfach 😉

Die häufigsten Usability-Fehler – Ein Fazit

Beim Schreiben sind es mehr Aspekte geworden, als ich ursprünglich geplant hatte. Aber das ist mit Sicherheit auch gar nicht schlimm.

Wer den Blog-Artikel gelesen hat, liest öfters, dass ich selbst manche Punkte nachbessern müsste. Ja, klar. Ich maße mir nicht an, die Weisheit in jeden Satz zu pressen und kann selbst vieles besser machen.

Viel wichtiger ist es auch, dass man sich Gedanken macht und so letzten Endes bemerkt, wo die eigenen Schwächen liegen. Und auch wenn diese in jedem Blog-Artikel erneut durchkommen, kann man sie mit der Zeit vielleicht ein wenig abbauen.

Wenn Du noch eine Idee hast, welche groben Verstöße gegen die Benutzerfreundlichkeit Dir regelmäßig den Spaß verderben, nur raus damit. Ich freue mich über jede Anregung.

3 Meinungen

  1. Helge01-20-2012

    Hallo Jonas!

    Danke für die kleine Übersicht, aber bestimmt ist die noch gar nicht alles. Ich selbst muss sagen, dass mir vor allem der letzte Punkt gefällt.

    Das ist vielleicht fies, gegenüber anderen, aber wer bloggt und vor allem gelesen werden möchte, muss schon auf qualität wert legen.

    Wenn du allerdings fragst, was mich stört, dann ist es vor allem, wenn in einem kommentarfeld der haken schon auf abonnieren gesetzt ist und ich das gar nicht mekre und plötzlich zugespammt werde.

    das bringt bestimmt besucher, stört mich aber ungemein, denn wenn ich das will, klicke ich schon rauf.

  2. Matze01-20-2012

    Aber unterm Strich ist jeder Blogger ein 14-jähriges Mädchen, das verträumt die eigenen Gedanken hinterlässt.

    lol!