#11 Traffic Guide – Mehr Besucher durch Offenheit und Interna

Wikileaks hat’s vorgemacht, andere ziehen mit und offenbaren damit ein Phänomen, das wir zur Steigerung des eigenen Traffics nutzen können: Das Plaudern aus dem Nähkästchen.

Vor wenigen Tagen habe ich einen Artikel veröffentlicht, in dem ich schrieb, wie hoch meine eigenen Blogeinnahmen waren, wie viele Besucher ich hatte und welche Dinge auf dem Blog im Monat Oktober passiert sind.

Dabei ging es weniger um die Frage „Wie verdiene ich Geld im Internet“, sondern eher darum, wie viel verdiene ich mit meinem eigenen Blog.

Auf diesen Artikel gab es sehr viele Reaktionen und außerdem gab es ein paar Backlinks und das nur, indem ich über den eigenen Blog schrieb.

In diesem Beitrag möchte ich auf ein paar Möglichkeiten verweisen, inwiefern sich das Spielen mit offenen Karten positiv auf den eigenen Traffic auswirken kann und bis zu welcher Grenze die Offenheit im Internet in Ordnung ist.

Mehr Traffic durch Interna

Stellen wir uns die Frage, warum das Vorabendprogramm im deutschen Fernsehen einen so großen Zuspruch erfährt, fällt schnell auf, dass viele Sendungen eine große Gemeinsamkeit haben. Denn was täglich durch die flimmernde Kiste rast, kennt nur einen Inhalt: Den Blick hinter die Kulissen.

Wir essen mit Prominenten in der eigenen Wohnung, schauen einer Küchenfrau bei ihren täglichen Pflichten zu und urteilen auch noch über die Kindererziehung von Fremden.

Ja, wir schauen gerne anderen dabei zu, was sie den lieben langen tag so treiben und richtig spannend wird es dann, wenn wir etwas sehen, wo wir normalerweise nicht hinkommen. In die vier Wände unserer Mitbürger. Dass das erfolgreich ist, zeigen die Quoten immer wieder.

Dieses Prinzip lässt sich jedoch auch auf einen Blog oder eine Internetpräsenz übertragen. Ich kann sehr, sehr viele Tipps und Tricks geben, wie man im Internet erfolgreich Geld verdient. Trotzdem haben die Artikel meistens mehr Klicks, die hinter die Fassade von Mitbewerbern blicken.

Dabei müssen gar nicht meine Blogeinnahmen sein, nein, auch die Artikel über die Blogeinnahmen von anderen kamen immer sehr gut an und wurde hundertfach über Google angesteuert.

Doch werfen wir einen Blick auf die Möglichkeiten, denn nicht jeder will seine Einnahmen im virtuellen Raum hinterlegen.

Welche Interna sollte ich bekannt geben?

Natürlich gibt es hierbei keine Regeln und auch der jeweilige Blog muss natürlich entsprechend beleuchtet werden. Es macht bestimmt wenig Sinn, in einem Blog über Haustiere die monatlichen Einnahmen aufzuführen. Das interessiert bestimmt viele Menschen, aber ist vielleicht ein Artikel, der eher an der eigenen Zielgruppe vorbeigeht.

Ich denke, dass jede Seite die Möglichkeit hat, sich ein wenig in die Karten schauen zu lassen. Beispielsweise könnte eine Seite über Haustiere einmal die eigenen Vierbeiner ins Rampenlicht rücken und anhand einer Fotoserie oder durch ein paar Einblicke in die Entwicklung einen interessanten Artikel verfassen.

Facebook oder Google haben beispielsweise in ellenlangen Fotoserien gezeigt, wie die Büroräume aussehen und auch im offiziellen Google-Blog gibt es immer mal wieder interessante Einsichten hinter die Kulissen des Weltkonzerns.

Und was bringt mir das konkret? Mehr Traffic?

Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, dass Artikel über den eigenen Blog, in denen man vielleicht ein wenig die eigene Arbeit analysiert, sehr gut ankommen und dementsprechend auch Traffic und Besucher bringen.

Dabei gibt es jedoch auch noch einen ganz anderen Aspekt, den ich nicht unterschlagen möchte: Die persönliche Bindung und Nähe.

Eine Seite ist im Internet vor allem erstmal anonym, der Betreiber hängt irgendwo zwischen AGB und Impressum und ist in vielen Fällen dann doch nur ein Firmennamen. Aha. Ich habe keine Ahnung, bei wem ich zu Gast bin und wessen Artikel ich gerade lese.

Dabei kann das Ausplaudern von Interna oder kleineren Hintergrundinformationen einen Blog auch viel persönlicher erscheinen lassen und das bringt vielleicht weniger Traffic über Google und Co, aber hat doch den Effekt der Wiedererkennung und vor allem der persönlichen Bindung an die eigenen Leser.

Bis zu welchem Grad sollte ich Einblick gewähren?

Ich halte mich auf meinen Projekten meistens bedeckt. Das hat aber den Grund, dass es sich häufig um Onlineshops, also Affiliate-Seiten handelt oder teilweise auch Infoportale. Da macht es einfach keinen Sinn.

In diesem Blog habe ich allerdings schon über meine Blogeinnahmen geschrieben, meine Herangehensweise und auch viele persönliche Details in manchen Artikeln eingebunden.

Natürlich ist es jedem selbst überlassen, darüber zu entscheiden, was er denn der Welt mitteilen möchte. Denn einerseits schaffe ich vielleicht eine Nähe oder auch persönliche Bindung zu meinen Lesern, kann aber im schlechtesten Fall auch Neider auf den Plan rufen.

Viele haben Angst, sich großflächig im Internet zu präsentieren und trauen sich deshalb nicht eine Podcast, ein Videoreview oder einen ganz persönlichen Beitrag online zu stellen.

Meine Erlebnisse waren diesbezüglich aber weitestgehend positiv. Natürlich ist das Ganze ein wenig einseitig, denn ich zeige mich meinem Leser, er begnügt sich mit einem Kommentarbereich.

Insgesamt bringt das Spielen mit Interna aber auf lange Sicht mehr Traffic, denn wir geben unserem Blog ein Gesicht, schreiben Artikel, die Menschen sehr interessieren und außerdem produzieren wir jede Menge Content, den es in dieser Form nur bei uns geben kann.

Das wirkt sich natürlich ebenfalls stark auf die Besucher über Suchmaschinen aus und ich denke, dass ein wenig Persönlichkeit, den eigenen Blog erst zu dem macht, was er ist. Nämlich unser.